Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Heinrich von Kleist >

Kritiken und Berichterstattungen

Heinrich von Kleist: Kritiken und Berichterstattungen - Kapitel 4
Quellenangabe
pfad/kleist/kritik/kritik.xml
typereport
authorHeinrich von Kleist
titleKritiken und Berichterstattungen
publisherCarl Hanser Verlag
seriesHeinrich von Kleist - Sämtliche Werke und Briefe
volumeBand 2
printrunZweite Auflage
editorHelmut Sembdner
year1961
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110726
projectidbb5d4b48
Schließen

Navigation:

Redaktionelle Anzeigen und Erklärungen

[Für den »Phöbus«]

[1]

Phöbus

Ein Journal für die Kunst
herausgegeben von Heinrich v. Kleist und Adam H. Müller

Unser Bestreben, die edelsten und bedeutendsten Künstler und Kunstfreunde für eine allgemeinere Verbindung zu gewinnen, als sie bereits in Dresden, dem Lieblingssitze der deutschen Kunst, existierte, hat den glücklichsten Fortgang. Demnach beginnen wir mit dem Jahre 1808, nach dem etwas modifizierten und erweiterten Plane der Horen, unter dem oben aufgeführten Titel unser durch vielfältigen Anteil begünstigtes Kunstjournal. Kunstwerke, von den entgegengesetztesten Formen, welchen nichts gemeinschaftlich zu sein braucht, als Kraft, Klarheit und Tiefe, die alten, anerkannten Vorzüge der Deutschen – und Kunstansichten, wie verschiedenartig sie sein mögen, wenn sie nur eigentümlich sind und sich zu verteidigen wissen, werden in dieser Zeitschrift wohltätig wechselnd aufgeführt werden.

Wir stellen den Gott, dessen Bild und Name unsre Ausstellungen beschirmt, nicht dar, wie er in Ruhe, im Kreise der Musen auf dem Parnaß erscheint, sondern vielmehr wie er in sichrer Klarheit die Sonnenpferde lenkt. Die Kunst in dem Bestreben recht vieler gleichgesinnter, wenn auch noch so verschieden gestalteter Deutschen darzustellen, ist dem Charakter unsrer Nation angemessener, als wenn wir die Künstler und Kunstkritiker unsrer Zeit in einförmiger Symmetrie und im ruhigen Besitz um irgend einen Gipfel noch so herrlicher Schönheit versammeln möchten. – Unter dem Schutze des daherfahrenden Gottes eröffnen wir einen Wettlauf; jeder treibt es so weit er kann, und bleibt unüberwunden, da niemand das Ziel vollkommen erreichen, aber dafür jeder neue Gemüter für den erhabenen Streit entzünden kann, ohne Ende fort.

Wir selbst wissen unsere Arbeiten an keinen ehrenvolleren Platz zu stellen, als neben andere ebenso eigentümliche und strenge; Ansichten und Werke können sehr wohl mit einander streiten, ohne sich gegenseitig aufzuheben. Aber wie wir selbst bewaffnet sind, werden wir keinen andern Unbewaffneten oder auch nur Leichtbewaffneten auf dem Kampfplatz, den wir hierdurch eröffnen, neben uns leiden. Große Autoren von längst begründetem Ruhm werden mit uns sein; andre, wie das Eisen den Mann an sich zieht, werden ihnen nachfolgen, wenn sie den Geist dieser Unternehmung in seiner Dauer sehen werden.

Die bildende Kunst wird ohne Rücksicht auf den spielenden und flachen Zeitgeist, mit Strenge und Ernst, in die ganze wohlgeschlossene Verbindung eingreifen. Unterstützt von den vortrefflichsten Künstlern und Kunstkennern dieser unsrer zweiten Vaterstadt, wird ein deutscher Maler, Ferdinand Hartmann, hinlänglich gekannt und verehrt, diesen Teil unsrer Unternehmung leiten. Welches ausgezeichnete Neue getan ist, oder welches unbekannte alte Werk durch die neue Bewegung und Berührung kunstliebender Gemüter an uns gelangt, soll in klaren und bestimmten Umrissen monatlich unsern Lesern vorgestellt werden.

Und so empfehlen wir unsre Absichten zur geneigten Begünstigung jedem, der es ernsthaft und gut meint.

Heinrich von Kleist. Adam H. Müller.

 

Dieses Journal erscheint in monatlichen Heften, jedes zu 6–7 Bogen in einem eleganten Umschlage, vom Januar des Jahres 1808 an, jedesmal am 20. des Monats. Für bessere Exposition der Kupferstiche, deren eines jedes Heft begleitet, ist das Quartformat gewählt worden. Das Exemplar auf feinem Schreibpapier im Subskriptionspreise kostet 10 Reichstaler sächsisches Konventionsgeld, welcher Betrag indes beim Empfang des Februarheftes entrichtet werden muß; Exemplare auf Velinpapier können wir auf desfallsige Bestellungen, wenn sie vor dem 1. Februar an uns gelangen, für 14 Taler Konv. Geld liefern. Für diese Preise erhält der Subskribent sein Exemplar monatlich an Ort und Stelle postfrei eingesendet. Die Annahme der Bestellungen haben die Herren Cotta in Tübingen, Perthes in Hamburg, das Industriecomptoir in Weimar und die Realschulbuchhandlung in Berlin gütigst übernommen. Alle Sendungen und Mitteilungen an die Redaktion erfolgen frankiert unter der Adresse: An die Expedition des Phöbus zu Dresden. –

 

[2]

Anzeige

betreffend den Phöbus, ein Journal für die Kunst,
herausg. v. Heinrich von Kleist und Adam H. Müller. Mit Kupfern.

Da der Debit des Phöbus, nach den bisherigen Bestellungen zu urteilen, sich über unsre Erwartung erweitert, so sehen wir uns genötigt, selbigen einer Buchhandlung zu übertragen. Sobald die deshalb angeknüpften Unterhandlungen beendigt, soll der Name des Verlegers angezeigt werden: bis dahin bitten wir alle Bestellungen noch unter der Adresse an die Expedition des Phöbus zu Dresden einzusenden.

Allen redenden und bildenden Künsten steht unser Journal offen. Jede kunstreiche Behandlung der verschiedenartigsten Stoffe ist für unsre Absicht gerecht; alles Handwerk gleichviel des Malers und des Dichters oder des Denkers von Profession bleibt ausgeschlossen. Wir machen es uns zur Pflicht, in jedem einzelnen Hefte die allerentgegengesetztesten Ansichten, Werke und Künste zu versammeln, nicht bloß der Mannigfaltigkeit wegen, welche nur die verwöhnten, weichlichen Seelen von einem Journale unbedingt begehren, sondern besonders wegen Befreiung des Gemüts von den engen Schranken, in welche man die Weltidee der Kunst einzudrängen pflegt. Deshalb können wir unserer Absicht nicht genug tätige Genossen wünschen. Um aber die Redaktion mit Umsicht und Klugheit betreiben zu können, müssen wir unsern Herren Mitarbeitern folgenden Plan für die Einsendung der Beiträge vorlegen:

Von den poetischen oder philosophischen Werken, die unserm Journale zugedacht werden, müssen wir uns eine vorläufige schriftliche Anzeige mit Bemerkung des Gegenstandes, der Behandlungsform und der Bogenzahl postfrei erbitten, damit hiernach entschieden werden könne, ob und an welcher Stelle der Beitrag aufgenommen wird, und damit das unnötige Hin- und Hersenden, wie auch das Liegenbleiben der Manuskripte vermieden werde.

Da für den gedruckten Bogen jeder Originalarbeit 30 Rtlr. Konv. Geld an Honorar beschlossen worden, und wir überdies unserm Publikum die strengste Würdigung der Arbeiten schuldig sind, welche wir ihm vorlegen, so wird der Fall, daß wir Manuskripte zurücksenden müssen, zwar eintreten, aber bei obiger Einrichtung selten eintreten. Allenthalben wird man sehen, wie die Kunstvereinigung, welche wir im Sinne haben, uns mehr wert sei, als die eignen Arbeiten, in wie guter und großer Absicht sie auch geschrieben wären.

Statt der gewöhnlichen Art sich beim Anfang einer solchen Unternehmung auf die fremden Teilnehmer zu berufen, erklären wir nur, daß wir uns der Begünstigung

Goethes

erfreuen. Es wäre unbescheidnes Selbstvertraun, wenn wir verschmähten, ja, wenn wir uns nicht darum beworben hätten, von Ihm empfohlen zu werden.

Die Redaktion des Phöbus.

 

[3]

Der Engel am Grabe des Herrn

Anmerkung. Wir enthalten uns für jetzt aller Bemerkungen über das vortreffliche Bild, welches vorstehende poetische Behandlung desselben Stoffes veranlaßt hat. Der Umriß des Hartmannschen Gemäldes, welchen wir unsern Lesern in dem gegenwärtigen Hefte mitgeteilt, bleibt, da seine Ausführung durch die Umstände sehr beschleunigt worden, weit hinter den Forderungen zurück, die wir selbst an uns machen: aber der gelungenste Umriß selbst würde nur eine schwache Vorstellung von dem einfachen und frommen Geiste geben können, der im Bilde waltet. Deshalb versprechen wir eine ausgeführte Beschreibung desselben, die uns Gelegenheit geben wird, die Natur der Malerei an dem großartigen Streben unsers Freundes zu entwickeln. Wo es irgend angeht, wird der in diesen Blättern monatlich ausgestellte Umriß durch eine poetische Darstellung des Stoffes begleitet werden, damit eine Sammlung von Beispielen vorliege, an denen, vielleicht gegen Ende des Jahres, die alte wichtige Frage: von den Grenzen der Malerei und Poesie, deutlich erörtert werden könne.

 

[4]

Der diesem Hefte beigefügte Umriß stellt den jungen Cimon dar, welcher sich nach dem Tode des Miltiades an seiner Statt in das Gefängnis begibt, und die Schwester, welche gegen den blühenden Bruder die Leiche des Vaters austauscht. Die Zeichnung ist nach einem vortrefflichen Bilde von Wächter und wird im März-Hefte des Phöbus, zugleich mit den Ausstellungen des ersten Heftes einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

 

[5]

Von den Kupfern stellt das erste den Saul dar, den das Harfenspiel Davids zu erweichen anfängt, nach einem eben vollendeten Bilde des Herrn Gerhard von Kügelgen; das zweite den Amor, welchem Bachus eine Schale mit Wein reicht, nach einer Zeichnung des verstorbenen Carstens.

 

[6]

Zur Weinlese. Von Friedrich von Hardenberg

[Fußnote:] Ein ländliches Gelegenheitsgedicht, auch wenn manche Beziehung darin unverstanden bleiben sollte, wird dennoch den Freunden des unvergeßlichen Dichters als Reliquie heilig sein.

 

[7]

An die Interessenten des Journals Phöbus

Die beschleunigte Fortsetzung des in Dresden erscheinenden Kunstjournals Phöbus ist bisher durch die Ungunst der Zeitumstände gehemmt worden. Indes ist die Sphäre dieser Zeitschrift durch die Teilnahme der Frau von Stael, und der Herren Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck erweitert und alles Hindernis auch für die Zukunft beseitigt worden.

Es ist soeben das 6. Heft des Phöbus erschienen und versandt worden. Da nun aber weder die persönlichen Verhältnisse der Herausgeber, noch die Beschaffenheit des deutschen Buchhandels fernerhin den Selbstverlag erlauben, so hat sich die Walthersche Hofbuchhandlung allhier zum künftigen Verlage dieses Journals entschlossen, und wird vom 7. Hefte an die Fortsetzung liefern, so, daß die restierenden 6 Hefte dieses Jahrgangs noch in diesem Jahre von ihr versendet werden. Es haben sich demnach alle Buchhandlungen sowohl, als andre Beförderer dieses Unternehmens, von jetzt an, an die Walthersche Hofbuchhandlung mit ihren Bestellungen zu wenden.

 

[Für die »Berliner Abendblätter«]

[1]

Berliner Abendblätter

Unter diesem Titel wird sich mit dem 1. Oktbr. d. J. ein Blatt in Berlin zu etablieren suchen, welches das Publikum, insofern dergleichen überhaupt ausführbar ist, auf eine vernünftige Art unterhält. Rücksichten, die zu weitläuftig sind, auseinander zu legen, mißraten uns eine Anzeige umständlicherer Art. Dem Schluß des Jahrgangs wird ein weitläuftiger Plan des Werks angehängt werden, wo man alsdann zugleich imstande sein wird, zu beurteilen, inwiefern demselben ein Genüge geschehen ist.

Berlin, den 25. Septbr. 1810.
Die Redaktion der Abendblätter.

 

[2]

[1. Fassung]

Berliner Abendblätter

(Siehe Vossische Zeitung vom 25. d. M.)

Von diesem Tagblatte wird Montag den 1. Oktober in der Expedition desselben, hinter der katholischen Kirche Nr. 3 zwei Treppen hoch, abends von 5-6 Uhr, das erste Stück gratis ausgegeben, und von da an erscheint dann täglich, mit Ausschluß des Sonntags, in der nämlichen Stunde ein solches Stück von einem Viertelbogen. Das Abonnement beträgt vierteljährig, also für 72 Stücke, achtzehn Groschen klingendes Kurant, das einzelne Blatt dagegen kostet 8 Pf. Die Interessenten des Herrn Buchalsky können es durch diesen erhalten, der ihnen auch das erste Stück gratis ins Haus schicken und sie zum Abonnement auffordern wird, und Auswärtige belieben sich durch die ihnen zunächst gelegenen Postämter an das hiesige Generalpostamt zu wenden.

Die Redaktion.

 

[ 2. Fassung]

Von diesem Blatte erscheint täglich, mit Ausschluß des Sonntags, ein Viertelbogen, und wird in der Stunde von 5-6 Uhr abends in der Expedition desselben, hinter der katholischen Kirche Nr. 3 zwei Treppen hoch, ausgegeben. Das Abonnement beträgt vierteljährig, also für 72 Stück, achtzehn Groschen klingendes Kurant, das einzelne Blatt dagegen, kostet 8 Pf. Den Interessenten des Herrn Buchalsky kann es durch diesen ins Haus geschickt werden; Auswärtige, die es mit den Zeitungen zugleich zu erhalten wünschen, belieben sich an das hiesige Königl. Hofpostamt zu wenden. Die Spedition an die Buchhandlungen, jedoch nur in Monatsheften, hat der hiesige Buchhändler, J. E. Hitzig übernommen.

Berlin, den 1. Oktober 1810.

Die Redaktion.

 

[3]

An das Publikum

Um alle uns bis jetzt bekannt gewordene Wünsche des Publikums in Hinsicht der Austeilung der Berliner Abendblätter zu befriedigen, sind folgende Veranstaltungen getroffen worden.

1) Da man das bisherige Lokal, bei dem außerordentlichen Andränge von Menschen, zu enge befunden; so werden, von Montag den 8. d. an, die gedachten Abendblätter nicht mehr hinter der Katholischen Kirche Nr. 3, sondern in der Leihbibliothek des Herrn Kralowsky in der Jägerstraße Nr. 25 parterre, ausgegeben werden. Die Stunde, in der dies geschieht, bleibt für die neuen Blätter eines jeden Tages, wie bisher, die von 5 bis 6 Uhr; dagegen sind die vom vorigen Tage ebendaselbst (nämlich bei Hrn. Kralowsky), von morgens 8 bis mittags 12 Uhr, und von nachmittags 2 bis abends 6 Uhr zu haben; so wie auch in dieser ganzen Zeit Abonnements angenommen werden.

2) Wer die Abendblätter jeden Abend ins Haus geschickt verlangt, kann sich, er möge abonniert haben wo er wolle, unter Vorzeigung seiner Abonnementsquittung, an Herrn Buchalsky in der Fischerstraße Nr. 13 wenden, welcher vierteljährlich nicht mehr als 4 gGr. Bringegeld nimmt.

3) Derjenige Teil des Publikums, der der Post nahe wohnt, kann die Abendblätter auch von da jeden Abend abholen lassen, wenn er deshalb mit einem der Herrn Hofpostsekretäre Verabredung trifft.

4) Es werden in den nächsten Tagen, auch für die entfernteren Gegenden der Stadt, Orte angezeigt werden, wo deren Einwohner sich abonnieren und jeden Abend die Blätter erhalten können.

5) Auswärtige Abonnenten dürfen sich nur an die Postämter ihres Wohnorts adressieren, da das hiesige Hofpostamt die Güte gehabt hat, an sämtliche Postämter in den Königl. Staaten Freiexemplare des ersten Blattes, mit der Aufforderung, Abonnenten zu sammeln, zu übersenden.

Übrigens wird nur auf den Schluß des vierten Blattes (vom 4. Oktober) verwiesen, um das Publikum zu überzeugen, daß bloß das, was dieses Blatt aus Berlin meldet, das Neueste und das Wahrhafteste sei.

Nachschrift. Auf viele desfallsige Anfragen wird endlich auch bemerkt, daß es sich von selbst verstehe:

daß jeder der jetzt noch, oder auch später, mit 18 Gr. für das 1. Vierteljahr abonniert, alle Stücke des Blattes, vom l. Oktober an, die bisher ausgegeben worden, nachgeliefert erhält.

Berlin, den 5. Oktober 1810.

Die Redaktion der Abendblätter.

 

[4]

Kunstausstellung

[L. Beckedorff: »Und somit können wir nunmehr eine ganze Masse anderer Porträte, womit die Ausstellung überfüllt ist, auch die des Herrn Gerhard von Kügelgen in Dresden, dreist übergehen Anmerk. des Herausgeb. Des Raums wegen. Wir werden im Feld der historischen Malerei auf ihn zurückkommen. H. v. K..«]

 

[5]

Anzeige

Der uns von unbekannter Hand eingesandte Aufsatz über die Proklamation der Universität, kann, aus bewegenden Gründen, in unser Blatt nicht aufgenommen werden, und liegt zum Wiederabholen bereit.

 

[6]

Anzeige

Zwei Aufsätze, der eine betitelt: Christian Jakob Kraus. Antwort auf den Aufsatz im Abendblatt Nr. n (welcher den 14. d.) der andere betitelt: Antikritik (welcher den 17. d. an uns abgegeben worden ist) werden, sowie der Aufsatz: Fragmente eines Zuschauers usw. (der bereits vor 8 Tagen an uns abgegeben ist) nebst mehrern andern schätzbaren Aufsätzen, sobald es der Raum dieser Blätter irgend gestattet, darin aufgenommen werden; wobei wir die unbekannten Herrn Mitarbeiter, die uns mit ihren Beiträgen beehren, ganz ergebenst bitten, auf die Ökonomie dieses Blattes Rücksicht zu nehmen, und uns gefälligst die Verlegenheit zu ersparen, die Aufsätze brechen zu müssen.

Die Redaktion.

 

[7]

Erklärung

S. Voß. Zeitung, den 25. Sept. 1810

Mancherlei Rücksichten bestimmen mich, mit diesem Blatt, welches sich nunmehr etabliert hat, aus der Masse anonymer Institute herauszutreten. Demnach bleibt der Zweck desselben zwar, in der ersten Instanz, Unterhaltung aller Stände des Volks; in der zweiten aber ist er, nach allen erdenklichen Richtungen, Beförderung der Nationalsache überhaupt: und mit meinem verbindlichsten Dank an den unbekannten Herrn Mitarbeiter, der, in dem nächstfolgenden Aufsatz, zuerst ein gründliches Gespräch darüber einging, unterschreibe ich mich,

der Herausgeber der Abendblätter,
Heinrich von Kleist.

 

[8]

Erklärung

Der Aufsatz Hrn. L. A. v. A. und Hrn. C. B. über Hrn. Friedrichs Seelandschaft (S. 12. Blatt) war ursprünglich dramatisch abgefaßt; der Raum dieser Blätter erforderte aber eine Abkürzung, zu welcher Freiheit ich von Hrn. A. v. A. freundschaftlich berechtigt war. Gleichwohl hat dieser Aufsatz dadurch, daß er nunmehr ein bestimmtes Urteil ausspricht, seinen Charakter dergestalt verändert, daß ich, zur Steuer der Wahrheit, falls sich dessen jemand noch erinnern sollte, erklären muß: nur der Buchstabe desselben gehört den genannten beiden Hrn.; der Geist aber, und die Verantwortlichkeit dafür, so wie er jetzt abgefaßt ist, mir.

H. v. K.

 

[9]

Allerneuester Erziehungsplan

Wir bitten unsre Leser gar sehr, sich die Mühe, die Aufsätze im 25, 26 und 27. Abendblatt noch einmal zu überlesen, nicht verdrießen zu lassen. Die Nachlässigkeit eines Boten, der ein Blatt abhanden kommen ließ, hat uns an die ununterbrochene Mitteilung dieses Aufsatzes verhindert.

(Die Redaktion.)

 

[10]

Auf die häufigen Anfragen Auswärtiger über die Art,

die Berliner Abendblätter

am leichtesten zu erhalten, wird hierdurch nochmals bemerkt, daß man dies interessante Tagblatt, welches jeden Abend erscheint, und immer das Neueste und Zuverlässigste aus Berlin bringt, durch alle Königliche Postämter posttäglich und durch alle Buchhandlungen in Monatsheften bekommen kann. Für Berlin bleibt die Expedition in der Jägerstraße Nr. 25, wo man noch immer mit 18 Gr. für das ganze Vierteljahr pränumerieren kann.

 

[11]

Erklärung

So gewiß der Unterzeichnete über Christian Jakob Kraus und über die Frage, ob es zweckmäßig oder unzweckmäßig war, die Grundsätze des Adam Smithschen Systems der preuß. Staatsverwaltung einzuverleiben, seine Partei genommen hat, so ist der Gegenstand doch, von jeder Seite betrachtet, zu wichtig, als daß derselbe nicht dem wissenschaftlichen Gespräch, das sich in diesen Blättern darüber erhoben hat, freien Lauf lassen sollte. Demnach legt er dem Publikum, seines Anteils an dieser Sache gewiß, folgenden Aufsatz von der Hand eines höchst achtungswürdigen Staatsmannes aus Königsberg vor, der sich berufen gefühlt hat, die Sache seines Freundes, des verewigten Christian Jakob Kraus, gegen den Angriff (11tes Blatt) zu verteidigen.

H. v. K.

 

[12]

Anzeige

Den Verfasser eines Aufsatzes: Über die neueste Lage von Großbritannien, der aus Rücksichten, die hier zu erörtern zu weitläufig wäre, nicht aufgenommen werden kann, ersuchen wir ganz ergebenst, ein Schreiben für ihn in der Expedition der Abendblätter (Jägerstraße, bei Hrn. Kralowsky) abzuholen. Dasselbe wird ihm auf Vorzeigung eines Petschafts mit einem Sokrateskopf ausgeliefert werden.

(Die Redaktion.)

 

[13]

Anzeige

Die sogenannte unparteiische Gesellschaft, die kürzlich ein Schreiben, die Beschwerden der Bäcker betreffend, an uns erlassen hat, hat sich eine Antwort darauf, unter Vorzeigung einer ähnlichen Handschrift, in der Expedition der Abendblätter (Jägerstraße Nr. 25) abzuholen.

(Die Redaktion.)

 

[14]

Berichtigung

Auf wiederholtes und dringendes Verlangen des Verfassers der Aufsätze über C. J. Kraus (S. 19. und 34. Abendblatt) nehmen wir noch folgendes Fragment einer an uns eingelaufenen Erklärung auf:

»Den Beruf des Herr A. v. A. für einen Freund in die Schranken zu treten, erkennen wir willig und ehrend an. Ja wir sind ihm Dank schuldig, uns aufmerksam gemacht zu haben, wie man unsere Worte auslegen könnte. –

Wem konnte es aber je einfallen, daß der Verfasser jenes als Feuerbrand bezeichneten Werks, mit dem Verfasser des unter diesem Titel erschienenen Journals je in Vergleichung oder in irgend eine Gemeinschaft gesetzt werden sollte? Selbst die Schriften werden nicht verglichen, sondern stehen in direktem Gegensatz, weshalb eben die Anspielung auf den wasserreichen mit dem Umschlag und Titel kontrastierenden Inhalt jenes Journals gemacht wurde. Das Werk haben wir einen Feuerbrand genannt, weil es mit Feuer geschrieben ist, in demselben Sinne, wie man die Schriften Luthers, Voltaires, Burkes und jedes Mannes der für eine abweichende Meinung mit Kraft auftritt, Feuerbrände nennen könnte.« –

Der Rest dieser Erklärung betrifft nicht mehr die Sache, sondern Persönlichkeiten; und da er mithin das Mißverständnis, statt es aufzulösen, nur vermehren würde: so schließen wir den ganzen Streit, den der Aufsatz C. J. Kraus (n. Blatt) veranlaßt, mit dieser Berichtigung ab.

(Die Red.)

 

[15]

Ankündigung

[Entwurf]

Durch die Gnade Sr. Exzellenz des Hr. Staatskanzlers Freiherrn von Hardenberg, werden die zur Erhebung und Belebung des Anteils an den vaterländischen Angelegenheiten unternommenen, und mit dem Beifall des Publikums auf unerwartete Weise beehrten

Berliner Abendblätter

von nun an offizielle Mitteilungen, über alle bedeutenden, das Gemeinwohl und die öffentliche Sicherheit betreffenden Ereignisse in dem ganzen Umfange der Monarchie enthalten. Pränumerationen für das nächstfolgende Quartal müssen vor dem 1. Jan. 1811 in der Expedition der Abendblätter eingehen, indem nur diejenige Zahl von Exemplaren, auf welche sich die Bestellung beläuft, gedruckt werden wird.

[2. Fassung]

Durch höhere Unterstützungen werden die zur Erhebung und Belebung des Anteils an den vaterländischen Angelegenheiten unternommenen und mit dem Beifall des Publikums auf unerwartete Weise beehrten

Berliner Abendblätter

in zwei Punkten, vom 1. Januar 1811 an, folgende wesentliche Ausdehnung erhalten; nämlich:

1) Werden dieselben, in wöchentlichen Darstellungen, spezielle Mitteilungen über alle, das Gemeinwohl und die öffentliche Sicherheit betreffende interessante Ereignisse, in dem ganzen Umfange Monarchie, enthalten.

2) Wird das Bülletin der öffentlichen ausführlicher, als es bisher geschehen ist, einen Auszug der wichtigsten, neu angekommenen, offiziellen Nachrichten des Auslandes kommunizieren, und insofern, da das Blatt täglich erscheint und der Abgang der Posten zu seiner täglichen Versendung benutzt werden kann, eine Art von Vorläufer der Zeitungen werden.

Alles übrige bleibt, wie es ist. Die Veränderungen der vaterländischen Gesetzgebung, zuvörderst der nächste und würdigste Gegenstand der allgemeinen Teilnahme, werden, nach wie vor, mit unbefangenem patriotischen Geiste gewürdigt, die bedeutendsten Erscheinungen der Literatur angezeigt und das Theater, in einem periodisch wiederkehrenden Artikel, einer kurzen und gründlichen Kritik unterzogen werden. Das Ganze wird, wie bisher, zunächst von der Liebe für Vaterland und König, und, in weiterer Beziehung, vom Eifer für alles Gute in allen Ständen und Wirkungskreisen, durchdrungen sein. –

Redaktion der Berliner Abendblätter.

[3. Fassung]

Durch höhere Unterstützung werden die zur Erhebung und Belebung des Anteils an den vaterländischen Angelegenheiten unternommenen und mit dem Beifall des Publikums auf unerwartete Weise beehrten

Berliner Abendblätter

vom 1. Januar 1811 an, die wesentliche Ausdehnung erhalten, daß dieselben, in wöchentlichen Darstellungen, spezielle Mitteilungen über alle, das Gemeinwohl und die öffentliche Sicherheit betreffende interessante Ereignisse, in dem ganzen Umfange der Monarchie, enthalten werden. Außerdem wird in dem Bülletin der öffentlichen Blätter in derselben Art, als es bisher geschehen, ein Auszug der wichtigsten Nachrichten des Auslandes mitgeteilt werden.

Auch alles übrige bleibt, wie es ist. Die Veränderungen der vaterländischen Gesetzgebung, zuvörderst der nächste und würdigste Gegenstand der allgemeinen Teilnahme, werden, nach wie vor, mit unbefangenem patriotischen Geiste gewürdigt, die bedeutendsten Erscheinungen der Literatur angezeigt, und das Theater, in einem periodisch wiederkehrenden Artikel, einer kurzen und gründlichen Kritik unterzogen werden. Das Ganze wird, wie bisher, zunächst von der Liebe für Vaterland und König, und, in weiterer Beziehung, vom Eifer für alles Gute in allen Ständen und Wirkungskreisen, durchdrungen sein. –

Redaktion der Berliner Abendblätter.

 

Unterzeichnete Buchhandlung hat den Verlag dieser täglich erscheinenden Berliner Abendblätter, von Neujahr 1811 an, übernommen, und wird sie mit eben der Pünktlichkeit erscheinen lassen, mit der seit drei Jahren der vom Publikum so gütig aufgenommene Freimütige bei ihr erschienen ist. Der Preis dieser Abendblätter, die nicht bloß für den ganzen Preußischen Staat, sondern auch für das Ausland von höchstem Interesse sein werden, beträgt in Berlin vierteljährig 18 Groschen Kurant; wer dieselben aber durch die Postämter und Buchhandlungen bezieht, zahlt vierteljährig 1 Taler, und, bei sehr weiter Entfernung, 1 Taler 3 Groschen. – Die Zeitungsexpeditionen und Postämter wenden sich gefälligst an das hochlöbl. Hofpostamt zu Berlin, sowie auch an die löbl. Zeitungsexpeditionen zu Leipzig und Bremen. Die Buchhandlungen machen ihre Bestellungen bei uns, und diejenigen, welche den Freimütigen von uns beziehen, können die Abendblätter in demselben Pakete mit erhalten; sie sollen also wöchentlich zweimal nach Leipzig und Hamburg versandt werden. Nur können keine Exemplare à Condition verschickt werden; und verlangte Exemplare nimmt die unterzeichnete Handlung durchaus nicht zurück.

Berlin, den 17ten Dezember 1810.

Das Kunst- und Industrie-Comptoir von Berlin
an der Leipziger und Charlottenstraßenecke Nr. 36.

 

[16]

Berichtigung

Hr. Buchhändler J. E. Hitzig hat (S. Beil. zum 72. Stück dieser Blätter) erklärt, daß er an der Redaktion der Berliner Abendblätter keinen Teil genommen. Diesem Umstände sehen wir uns genötigt zu widersprechen. Sowohl die Ankündigung der Abendblätter Anfang Oktobers, incl. der an den Linden und Straßenecken angeschlagenen Affichen, als auch mehrere, unter dem Strich befindliche, buchhändlerische Anzeigen, im Blatte selbst, rühren von seiner Hand her.

(Die Red.)

 

[17]

Duplik

(auf Hrn. Hitzigs Replik im letzten Stück der Berliner Zeitungen)

Wenn Hr. Buchhändler J. E. Hitzig doch, der Wahrheit zu Ehren, gestehen wollte, daß er Unrecht hatte, die Lieferung der Abendblätter bei dem 72. Stück abzubrechen: die unterzeichnete Buchhandlung fordert ja die Kosten der für ihn bis zum 1. Jan. 1811 nachgelieferten Blätter nicht zurück. Der Vierteljahrgang, den er versprach, besteht nicht aus 12 Wochen, woraus er 12 X 6 = 72 Blätter herausrechnet, sondern aus 13 Wochen und 1 Tag, welches 79, oder wenigstens, nach Abzug der beiden Stücke für die Weihnachtsfeiertage, 77 Blätter beträgt. Würde er, wenn der Verlag der Abendblätter bei ihm geblieben wäre, das Abonnement für den nächstfolgenden Vierteljahrgang, statt am 1. Januar, wie es sich gehört, am 24. Dezember eingezogen und denselben den 16. März (wiederum 8 Tage zu früh) geschlossen haben; Erklärungen, wie die von ihm im letzten Stück der Berliner Zeitungen erlassene, geben Stoff zu Randglossen, und kosten ja eben das Geld, um dessen Ersparnis es ihm, bei jener Maßregel, zu tun war. – Übrigens besagen ja auch seine Quittungen über das Abonnementsgeld deutlich genug: daß er das erste Quartal (nicht 72 Blätter) bezahlt erhalten habe.

Kunst- und Industrie-Comptoir zu Berlin.

 

[18]

Anzeige

Gründe, die hier nicht angegeben werden können, bestimmen mich, das Abendblatt mit dieser Nummer zu schließen. Dem Publiko wird eine vergleichende Übersicht dessen, was diese Erscheinung leistete, mit dem, was sie sich befugt glaubte, zu versprechen, samt einer historischen Konstruktion der etwanigen Differenz, an einem anderen Orte vorgelegt werden.

H. v. K.

 << Kapitel 3 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.