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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 61
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zweyte Scene.

Verwandelt sich in den Hof zu London.

Der Graf von Warwik, und der Lord Ober-Richter treten auf.

Warwik. Wie steht es, Milord Ober-Richter, wohin?

Ober-Richter. Wie befindt sich der König?

Warwik. Vollkommen wohl; seine Sorgen sind nun alle geendigt.

Ober-Richter. Ich hoffe, er ist nicht todt?

Warwik. Er ist den Weg der Natur gegangen, und für uns lebt er nicht mehr.

Ober-Richter. Ich wünschte, Se. Majestät hätte mich mit sich genommen. Die getreuen Dienste, die ich ihm in seinem Leben geleistet, haben mich allen Kränkungen ausgesezt gelassen.

Warwik. In der That, ich denke der junge König ist nicht euer Freund.

Ober-Richter. Ich weiß, daß er's nicht ist; und ich rüste mich auf alles was begegnen kan; es kan nicht schlimmer seyn, als ich's erwarte.

Lord John von Lancaster, Glocester und Clarence zu den Vorigen.

Warwik. Hier kommen die betrübten Söhne des todten Heinrichs. O hätte der lebende nur die Gemüthsart des schlechtesten unter diesen drey Prinzen, wie viele Männer von Stand und Verdienst würden dann ihre Pläze behalten, die izt vor Leuten von der verächtlichsten Classe die Segel streichen müssen.

Ober-Richter. Ich besorge, leider! es werde alles zu unterst zu oberst gekehrt werden.

Lancaster. Guten Morgen, Vetter Warwik.

Glocester. Clarence.
Guten Morgen, Vetter.

Lancaster. Wir kommen zusammen, wie Leute die das Reden vergessen haben.

Warwik. Wir erinnern uns noch wol, aber der Inhalt unsrer Gedanken ist zu schwer, als daß ihn Worte sollten tragen können.

Lancaster. Nun, Friede sey mit dem, der uns diese Schwermuth verursacht hat.

Ober-Richter. Friede sey mit uns, oder wir werden noch schwermüthiger werden.

Glocester. O, mein lieber Lord, ihr habt in der That einen Freund verlohren, und ich darf schwören, ihr borgtet dieses kummervolle Gesicht nicht; es ist ganz gewiß euer eignes.

Lancaster. Obgleich niemand gewiß weiß, wie es ihm ergehen wird, so habt ihr doch am wenigsten gutes zu erwarten; diß vermehrt meinen Kummer, ich wollt' es wär' anders.

Clarence. Gut, ihr müßt izt Sir John Falstaffen gute Worte geben; seine Gunst vermag izt mehr als eure Verdienste.

Ober-Richter. Liebste Prinzen, was ich that, that ich als ein rechtschafner Mann, nach der Vorschrift meines Gewissens und meiner Pflicht; und niemals sollt ihr mich eine niederträchtige Verzeihung erbetteln sehen. Wenn Wahrheit und aufrichtige Unschuld meinen Fall verursachen, so will ich zu dem König meinem abgelebten Herrn, und ihm sagen, wer mich ihm nachgeschikt hat.

Warwik. Hier kommt der Prinz.

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