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König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 51
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Dritte Scene.

Mowbray. Es ist etwas in meinem Busen, das mir sagt, unser Friede werde unter keinerley Bedingungen Bestand haben.

Hastings. Besorget das nicht; wenn wir unsern Frieden unter so ausgedehnten und vortheilhaften Bedingungen erhalten, als diejenige, worauf wir schlechterdings bestehen wollen; so wird er so feste stehen, als ein felsichtes Gebürge.

Mowbray. Gut; aber alle diese Bedingungen werden uns doch nie das Zutrauen des Königs geben; wir werden immer mit einem Auge beobachtet werden, das voraus geneigt ist, uns schuldig zu finden; und die schlechteste Ursache, der eitelste Schatten eines Verdachts wird das Andenken dieser That wieder aufweken. Unsre künftige Treue mag den flammenden Eifer der Märtyrer haben, sie wird doch immer zu kalt befunden werden; und das argwöhnische Auge des Vorurtheils wird in unsern Verdiensten selbst Entwürfe neuer Verbrechen sehen.

York. Nein, nein Milord; glaubt mir, der König ist dieser allzugrossen Schärfe und dieser nagenden Besorgnisse selbst überdrüßig; er hat gefunden daß jeder Argwohn, dem er durch den Tod ein Ende macht, zween Grössere in den Ueberlebenden erwekt. Er wird also seine Schreibtafel rein auswischen, und, um seiner gegenwärtigen Ruhe willen, die Erinnrung vergangner Unruhen von sich entfernt halten. Denn er weiß allzuwol, daß er dieses Land nicht so genau ausjäten kan, als seine argwöhnische Gemüthsart es wünschte. Seine Feinde sind so sehr mit seinen Freunden zusammengewurzelt, daß er keinen Feind ausreuten kan, ohne zugleich einen Freund zu entkräften. So daß dieses Land, wie ein böses Weib, das seinen Mann so sehr aufgebracht hat, ihr Schläge anzubieten, indem er schlagen will, ihm sein Kind entgegen strekt, und dadurch die beschloßne Züchtigung in seinem aufgehobnen Arm zurük hält.

Hastings. Ueberdem hat der König an den neulichen Verbrechern alle seine Ruthen abgenuzt, so daß es ihm izt sogar an Werkzeugen zur Züchtigung fehlt; und seine Macht, wie ein Löwe dem die Klauen benommen sind, zwar drohen, aber nicht fassen kan.

York. Es ist in der That so; seyd also versichert, mein lieber Lord Marschall, daß wenn wir mit dem König nur erst recht ausgesöhnt sind, unser Frieden, wie ein gebrochnes Glied das wieder eingerichtet worden, nur desto stärker werden soll.

Mowbray. Ich wünsch' es. Hier kommt Milord von Westmorland zurük.

Westmorland zu den Vorigen.

Westmorland. Der Prinz ist nicht weit von hier; gefällt es euch, Milords, mit seiner Durchlaucht, in gleicher Entfernung von beyden Armeen zusammen zu kommen?

Mowbray. Milord von York, so gehet dann in Gottes Namen voran.

York. Gehet ihr voran, und grüsset seine Durchlaucht: Milord, wir kommen.

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