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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 46
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Dritte Scene.

Verwandelt sich in den Ritter-Siz des Friedens-Richters Schallow in Glocesterschire.

Schallow und Silence, mit Schimmel, Schatten, Warze, Schwächlich, und Bullkalb treten auf.

Schallow. Kommt herein, kommt, kommt; gebt mir eure Hand, Sir; ihr seyd früh auf, früh auf, wahrhaftig! Und was lebt denn meine werthe Frau Base Silence?

Silence. Guten Morgen, lieber Vetter Schallow.

Schallow. Was macht meine Base, eure Bettgesellin? und eure hübsche Tochter, und die meinige, meine Pathe Elschen?

Silence. O das Mädel wird so schwarz wie eine Kohl-Amsel, Vetter Schallow.

Schallow. Auf mein Wort, Sir, ich sag es nicht, weil ihr's hört, aber mein Vetter Williams ist ein guter Student worden; ist er noch immer zu Oxford? Ist er nicht?

Silence. Ja, Sir, mein Beutel empfindt es wol.

Schallow. So müßt ihr eben machen, daß ihr ihn bald ins Juristen-Stipendium bringt; ich war ehmals in Clements-Inn; ich denke, man wird noch vom närrischen Schallow drinn zu sagen wissen.

Silence. Man nannte euch den lustigen Schallow, Vetter.

Schallow. Man nannte mich was man wollte, und ich machte auch alles mit was man wollte, mein Seel! und das frisch weg, dazu. Es waren da, ich, und der kleine John Deut von Staffordshire, und der schwarze Georg Bare, und Franz Pik-Bone und William Squele von Cotes-Wold (in Glocesterschire), vier grössere Rauffer waren nicht im ganzen Collegio, das versichr' ich euch; ich kan's euch sagen, wir wußten wo die Bona-Roba's waren, und wir hatten immer die hübschesten davon zu unsern Diensten. Hänschen Falstaff, (izt Sir John) war damals noch ein junger Bursche, und Edelknabe von Thomas Mowbray, Herzogen von Norfolk.

Silence. Ist das der Sir John, Vetter, der heute mit Soldaten hieher kommen soll?

Schallow. Eben der Sir John, eben der; ich erinnre mich noch, wie er vor der Thür des Collegii dem Schoggan ein Loch in den Kopf schlug, da er nur noch eine kleine Krabbe war, kaum so hoch, was ich sage; und noch am nemlichen Tag schlug er sich hinter Grays-Inn mit einem gewissen Samson Stokfisch einem Obst-Händler herum, daß die Fezen davon flogen. O das närrische Zeug das wir angegeben haben! Und wenn ich denke, wie viele von meinen alten Bekannten schon todt sind!

Silence. Die Reyhe wird an uns auch kommen, Vetter.

Schallow. Gewiß, o das ist gewiß, wahrhaftig, wahrhaftig; der Tod ist, wie der Psalmist sagt, allen gewiß; alle Menschen müssen sterben. Habt ihr ein hübsches Joch Ochsen auf dem Stamforder Markt verkauft?

Silence. Meiner Treu, Vetter, ich war nicht dort.

Schallow. Alle Menschen müssen sterben, ja wol! Ey, lebt auch der alte Double noch in eurer Stadt?

Silence. Er ist todt, Sir.

Schallow. Ist er todt? Seht doch, seht doch; er spannte einen guten Bogen; und ist er todt? Er war ein guter Bogenschüze. John von Gaunt mochte ihn wol leiden, und wettete viel Geld auf seinen Kopf. Todt! Er schoß euch auf zweyhundert und vierzig Schritte das Centrum heraus, daß es eine Lust war zuzusehen – – Was gilt izt die Mandel Schaafe?

Silence. Darnach sie sind; eine Mandel gute Schaafe mag izt sieben bis acht Pfund werth seyn.

Schallow. So ist der alte Double todt!

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