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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 42
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Fünfte Scene.

Bardolph mit dem kleinen Lakeyen zu den Vorigen.

Bardolph bringt dem Prinzen einen abgeschmakten Brief von Falstaffen; der kleine Lakey berichtet, daß sein Herr im Bärenkopf in East-Cheap mit der Frau Quikly und Jgfr. Dortchen Tear-Scheet zu Nacht essen werde, und der Prinz verabredet sich mit Poins, sie beym Nacht-Essen zu überraschen. Es ist eine Art von Wiz und Humor in dieser Scene; aber auch das, was nach Abzug der Wortspiele und platten oder schmuzigen Einfälle übrig bleibt, verdient keine Uebersezung; ein paar Einfälle des Prinzen ausgenommen, um deren willen das übrige von folgender Stelle mitgehen mag.

Prinz Heinrich. Aber ist es wahr, Ned, daß ihr so vertraut mit mir thut? Muß ich eure Schwester heurathen?

Poins. Mag das Mensch keinen schlechtem Anstand haben! Aber das hab' ich nie gesagt.

Prinz Heinrich. Wol – – so treiben wir den Narren mit der Zeit, und die Geister der Weisen sizen in den Wolken und spotten unser – – Ist euer Herr hier in London?

Bardolph. Ja, Milord.

Prinz Heinrich. Wo ißt er zu Nacht?

Bardolph. Am alten Ort, Milord, in East-Cheap.

Prinz Heinrich. In was für Gesellschaft?

Page. Mit Ephesiern, Milord, von der alten Kirche.

Prinz Heinrich. Wird er Weibsleute beym Essen haben?

Page. Niemand, als die alte Frau Quikly, und Jungfer Dortchen Tear-Scheet.

Prinz Heinrich. Was für eine Heidin mag das seyn?

Page. Es ist ein ganz hübsches Frauenzimmer, Milord, und eine Base zu meinem Herrn.

Prinz Heinrich. Von der Art Basen, wie die Pfarr-Kühe zum Stadt-Bullen sind. Wollen wir sie beym Nacht-Essen überraschen, Ned?

Poins. In bin euer Schatten, Milord.

Prinz Heinrich. Aber holla, ihr Junge, und Bardolph, sagt euerm Herrn kein Wort davon, daß ich in der Stadt bin – – Da ist was für eure Verschwiegenheit.

Bardolph. Ich habe keine Zunge, Milord.

Page. Und ich will schon Meister über meine seyn.

Prinz Heinrich. Fahrt ihr wohl, geht – – (Zu Poins.) Diese Dortchen Tear-Scheet wird vermuthlich was Allgemeines seyn?

Poins. Ich stehe euch davor, so gemein, wie die Landstrasse zwischen hier und St. Albans.

Prinz Heinrich. Wie müßten wir's machen, wenn wir Falstaffen heute Nacht in naturalibus sehen wollten, ohne daß er uns sähe?

Poins. Wir müßten lederne Brust-Tücher anthun, und Schürze, und ihm bey Tisch aufwarten.

Prinz Heinrich. Von einem Gott zu einem Stier? Eine tieffe Herablassung! Es war Jupiters Fall. Aus einem Prinzen ein Keller-Junge? Eine unedle Verwandlung! Das soll mein Fall seyn. Wenn man eine Narrheit machen will, so muß man sie ganz machen. Folge mir, Ned.

(Sie gehen ab.)

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