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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 39
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zweyter Aufzug.

Erste Scene.

Eine Strasse in London.

Die Wirthin tritt mit den zween Häschern, Fang und Schlinge auf.

Wirthin. Herr Fang, habt ihr die Klage anhängig gemacht?

Fang. Sie ist anhängig gemacht.

Wirthin. Wo ist euer Scherge? Ist es ein braver Scherge? Ist er ein Mann, zum Anpaken?

Fang. Holla, wo ist Schlinge?

Wirthin. O Jemini! Ah, guter Herr Schlinge!

Schlinge. Hier, hier.

Fang. Schlinge, wir müssen Sir John Falstaffen in Verhaft nehmen.

Wirthin. Ach ja, guter Herr Schlinge, ich hab ihn verklagt, und alle.

Schlinge. Das mag einigen von uns das Leben kosten; er wird vom Leder ziehen.

Wirthin. Das ist doch ein Elend! Nehmt euch ja vor ihm in Acht; er erstach mich neulich in meinem eignen Hause, und das nur auf eine recht bestialische Art; er bekümmert sich nichts darum, was für Unheil er anrichtet, wenn er mit seiner Fuchtel heraus ist. Er wird zustossen wie ein Teufel; er schont euch weder Mann, noch Weib, noch Kind.

Fang. Wenn ich ihn nur einmal zu paken kriegen kan, so frag ich nichts nach seinem Pochen.

Wirthin. Nein, ich auch nicht; ich will euch schon an der Hand seyn.

Fang. Wenn ich ihm nur einmal mit der Faust beykommen kan – –

Wirthin. Ich bin verlohren, wenn er entgeht; ich versichre euch, die Zechen nehmen kein Ende, die er mir schuldig ist. Guter Herr Fang, haltet ihn ja fest; guter Herr Schlinge, laßt ihn ja nicht entwischen; er kommt immer in Pie-Corner, mit Verlaub vor euer Ehren zu reden, einen Sattel zu kauffen, und er ist heute zum Mönchs-Kopf in der Lombard-Strasse zu Hrn. Smooth, dem Seidenhändler, zum Mittagessen eingeladen. Ich bitte euch, weil meine Klage einmal anhängig ist, und die Sache so weit gekommen ist, daß es die ganze Welt weiß, macht doch ja, daß er sich zur Verantwortung stellen muß. Hundert Mark ist eine grosse Summe für eine arme verlassene Wittfrau; ich hab immer gewartet, und gewartet, und gewartet, und er hat mich immer gefoppt, und gefoppt, und wieder gefoppt, daß es eine Schande ist, nur daran zu denken. – –

Falstaff, sein kleiner Lakay, und Bardolph zu den Vorigen.

Dort kommt er eben, und der ausgemachte malvasiernasichte Spizbube Bardolph mit ihm. Thut euer Amt, thut euer Amt, Herr Fang und Herr Schlinge, thut mir, thut mir, thut mir euer Amt.

Falstaff. Wie? wie? Wessen Mähre ist todt? Was giebt's hier?

Fang. Sir John, ich arretire euch, auf Ansuchen der Frau Quikly.

Falstaff. Weg, ihr Lümmel; zieh, Bardolph: Hau mir dem Raker den Kopf herunter: Wirf den Sausödel in den Bach.

Wirthin. Was? Mich in den Bach werfen? Ich will dich in den Bach werfen. Willt du? willt du? Du – – Mörder! Mörder! – –

Falstaff. Bardolph, halt sie zurük.

Fang. Succurs! Succurs!

Wirthin. Liebe Leute, holt noch einen Mann oder zwey; du willt, willt du? Du willt, willt du? Thu's, thu's, du Raker, du, du Hanfsaamen!

Falstaff. - – – – (Dumme Schimpfwörter.) – – – –

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