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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 31
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Eilfte Scene.

Falstaff steht wieder auf, und amüsirt sich selbst mit frostigen Wortspielen über die Vorsichtigkeit die er gehabt, sich todt zu stellen. Zulezt besorgt er, Percy möchte auch wieder aufwachen, und giebt ihm deßwegen noch einen Stoß, indem die folgende Scene angeht.

 
Zwölfte Scene.

Prinz Heinrich, und John von Lancaster treten auf.

Prinz Heinrich. Komm, Bruder John; du hast dich das erstemal vortrefflich wol gehalten.

Lancaster. Sachte, wen haben wir hier? Sagtet ihr mir nicht, dieser dike Kerl sey todt?

Prinz Heinrich. Das that ich, ich sah ihn ohne Athem auf dem Boden ligen. Bist du bey Leben, oder sehen wir dein Gespenst? Rede, unsre Ohren müssen das Zeugniß unsrer Augen bestätigen, wenn wir ihnen glauben sollen; du bist nicht, was du scheinst.

Falstaff. Nein, das ist gewiß; ich bin nicht gedoppelt; aber wenn ich nicht Hans Falstaff bin, so will ich ein Hans Dampf seyn. Hier ligt Percy; wenn euer Vater mir eine Ehre dafür anthun will, so mag er's; wo nicht, so kan er den nächsten Percy selber umbringen. Ich hoffe entweder Graf oder Herzog zu werden, das kan ich euch versichern.

Prinz Heinrich. Wie? Ich erlegte den Percy, und dich sah ich todt ligen.

Falstaff. Thatst du das? Herr, Herr! Wie die Welt dem Lügen ergeben ist! Ich versichre euch, ich lag ohne Athem auf dem Boden, und er auch; aber wir stunden beyde zugleich wieder auf, und fochten eine ganze lange Stunde, nach der Gloke von Schrewsbury; wenn man mir's glauben will, gut; wo nicht, so mögen diejenige, so die Tapferkeit belohnen sollten, die Sünde auf sich nehmen; ich will mein Leben dran sezen, daß ich ihm die Wunde in das dike Bein gegeben habe: Wenn der Mann noch lebte, und es läugnen wollte, ich wollte ihm ein Stük von meinem Degen zu fressen geben.

Lancaster. Das ist die seltsamste Begebenheit, die ich jemals gehört habe.

Prinz Heinrich. Das ist der seltsamste Bursche, Bruder John – – Komm du, nimm dein Bagage hübsch auf den Rüken, und wenn eine Lüge dir was Gutes thun kan, so will ich sie, dir zu gefallen, mit den günstigsten Ausdrüken übergülden, die ich finden kan. – – (Man hört zum Rükzug blasen.) Das Feld ist unser! Komm, Bruder, wir wollen mitten auf das Schlachtfeld, und sehen, welche von unsern Freunden noch leben, und welche gefallen sind.

(Sie gehen ab.)

Falstaff. Ich will auch hinter drein. Das will ich doch sehen, wie sie mich belohnen werden. Der Himmel lohn' es dem, der mich belohnt! Wenn ich groß werde, so werd' ich um die Hälfte meines Bauchs kleiner werden; denn ich will dann purgieren, und den Sect lassen, und ein ordentliches Leben führen, wie ein Edelmann thun soll.

(Er geht ab.)

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