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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 30
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zehnte Scene.

Hot-Spur, der Prinz von Wales.

Hot-Spur. Wenn ich recht sehe, so bist du Harry Monmouth.

Prinz Heinrich. Du sprichst, als ob ich meinen Namen verläugnen wolle.

Hot-Spur. Mein Nam' ist Harry Percy.

Prinz Heinrich. Ich sehe also einen sehr tapfern Rebellen, der diesen Namen trägt. Ich bin der Prinz von Wales, und denke nicht, Percy, länger neben mir um den Preis der Ehre zu buhlen. Zween Sterne können ihren Lauf nicht in einer Sphäre halten, und Ein England kan sich in kein doppeltes Reich für Harry Percy, und für den Prinzen von Wales theilen.

Hot-Spur. Auch soll es nicht; die Stunde ist gekommen, die einem von uns beyden ein Ende machen muß; und wollte der Himmel, dein Name im Krieg wär' izt so groß als meiner.

Prinz Heinrich. Er soll größer werden, eh wir von einander scheiden, und ich will alle diese aufblühenden Ehren von deinem Kamme pflüken, um einen Kranz für meine Stirne daraus zu machen.

Hot-Spur. Ich kan dich nicht länger so prahlen hören.

(Sie fechten.)

Falstaff kommt dazu.

Falstaff. Bravo, Hall, drauf los, Hall! Hey sa, ihr werdet hier kein Kinderspiel finden, das kan ich euch sagen.

Dowglas tritt auf, und ficht mit Falstaff, der sogleich zu Boden fällt, als ob er todt sey; Dowglas geht wieder ab, und der Prinz stößt den Percy nieder.

Hot-Spur. O Harry, du hast mich meines Ruhms beraubt; der Verlust des Lebens schmerzt mich weniger, als alle die stolzen Titel, die du mir abgewonnen hast; sie verwunden meine Seele tiefer als dein Schwerdt mein Fleisch; aber die Seele ist eine Sclavin des Lebens, und das Leben ein Spiel des Glüks – – O, ich könnte propheceyen, wenn die kalte Hand des Todes nicht auf meiner Zunge läge, nun, Percy, bist du Staub, eine Speise für – –

(Er stirbt.)

Prinz Heinrich. Würmer, braver Percy. Fahr du wohl! Unglüklicher Ehrgeiz, wie klein schrumpfest du zusammen! Wie dieser Leib noch einen Geist in sich hatte, war ein Königreich ein zu kleiner Raum für ihn; izt sind zween Schritte verächtliche Erde Raums genug. Diese Erde, die den todten Percy trägt, trägt keinen Lebenden, der ihm gleicht. Wär'st du noch empfindlich, so würd' es mir nicht erlaubt seyn, meiner Achtung für dich diesen Ausbruch zu lassen. Aber nun laß mich dein zerfeztes Antliz verhüllen, und nimm diesen lezten Dienst der Liebe von meiner Hand. Fahre wohl, und nimm deinen Ruhm mit dir gen Himmel; deine Schmach schlafe mit dir in deinem Grab, und werde nicht in deiner Grabschrift erwähnt! – – (Er sieht Falstaffen.) Wie, alte Bekanntschaft? Konnte alle diese Menge Fleisch nicht ein wenig Leben verwahren? Armer Jak, fahr wohl! Einen bessern Mann möcht' ich besser gespart haben.Man läßt hier ein halb Duzent kahle Reime weg, die des Prinzen unwürdig sind, und die ganze Scene entstellen.

(Geht ab.)

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