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Gutenberg > William Shakespeare >

König Heinrich der vierte.

William Shakespeare: König Heinrich der vierte. - Kapitel 22
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20150-6
titleKönig Heinrich der vierte.
pages3-233
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Sechste Scene.

Verwandelt sich in den Palast des Erzbischoffs von York.

Der Erzbischoff und Sir Michell treten auf.

York. Hier, mein lieber Sir Michell, bringt diesen versiegelten Brief mit geflügelter Eile dem Lord Marschall; dieser ist an meinen Vetter Scroop, und die übrigen an ihre Addressen. Wenn ihr wißtet wie viel daran gelegen ist, ihr würdet eilen.

Sir Michell. Gnädigster Herr, ich errathe ihren Inhalt.

York. Es ist leicht möglich. Morgen, mein lieber Sir Michell, ist ein Tag, der dem Leben von zehntausend Menschen das Urtheil sprechen wird. Denn, meinen Nachrichten zufolge, ist der König mit einer grossen und schnell-aufgebotnen Macht gegen den Lord Percy nach Schrewsbury angerükt; und ich besorge, Sir Michell, Northumberlands Krankheit, auf dessen Beystand man am meisten gezählt hatte, und Owen Glendowers Abwesenheit, der von dräuenden Propheceyungen zurük gehalten worden, werden nachtheilige Folgen haben; Percy's Macht ist nicht stark genug, es mit dem König aufzunehmen.

Sir Michell. Wie, Milord, Dowglas und Mortimer sind ja bey ihm.

York. Nein, Mortimer nicht.

Sir Michell. Aber Mordake, Vernon, Heinrich Percy, und Milord von Worcester sind doch da, und mit ihnen eine Schar von tapfern jungen Helden, von den auserlesensten edeln Jünglingen.

York. Das ist so; aber der König hat den Adel des ganzen Reichs aufgeboten: der Prinz von Wales, Lord John von Lancaster, der edle Westmorland, der tapfre Blunt, und viele andre von gleichem Werth, Männer von Ansehn und Kriegs-Erfahrenheit, sind bey seinem Heer.

Sir Michell. Zweifelt nicht, Milord, sie werden tapfer empfangen werden.

York. Ich hoffe nicht weniger; aber es ist doch nöthig zu fürchten, und um das schlimmste was begegnen könnte, zu verhüten, so eilet, Sir Michell. Denn wenn Lord Percy nicht die Oberhand erhält, so hat der König im Sinn, eh er seine Truppen auseinander gehen läßt, uns hier einen Besuch zu machen, und die Vorsichtigkeit selbst erfordert, das äusserste gegen ihn zu thun. Beschleuniget euch also, ich muß gehen und noch an andre Freunde schreiben; und hiemit lebet wohl, Sir Michell.

(Sie gehen ab.)

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