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Kindertodtenlieder

Friedrich Rückert: Kindertodtenlieder - Kapitel 88
Quellenangabe
typepoem
booktitleKindertodtenlieder
authorFriedrich Rückert
year1993
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-33245-6
titleKindertodtenlieder
pages43-400
created19990330
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1872
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Laßt mich zagen, laßt mich zagen

      Laßt mich zagen, laßt mich zagen,
Das geziemet meinen Lagen.
Ach ich wag' es nicht zu wagen
Hoffnungskühn in diesen Tagen
Nur die Augen aufzuschlagen.

Wenn einmal nicht zu beweinen
Günst'ge Zeichen sich vereinen,
Laßt o laßt michs nur verneinen.
Sie zu stören würd' ich meinen,
Sagt' ich daß sie günstig scheinen.

Denn so oft ein Stern gewogen
Zu der Hoffnung Himmelsbogen
Meinen Blick hinangezogen,
Ging er mir in Thränenwogen
Unter, und ich war betrogen.

Nicht die Sterne will ich fragen,
Daß sie mir nicht Böses sagen,
Laßt mich zagen, laßt mich zagen!
Mir geziemt in diesen Tagen
Nicht die Augen aufzuschlagen.

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