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Kindertodtenlieder

Friedrich Rückert: Kindertodtenlieder - Kapitel 128
Quellenangabe
typepoem
booktitleKindertodtenlieder
authorFriedrich Rückert
year1993
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-33245-6
titleKindertodtenlieder
pages43-400
created19990330
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1872
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Mein Herz dem Leid ergab ich

    Mein Herz dem Leid ergab ich,
Es ist ein schlechter Trost,
Doch keinen bessern hab' ich.

Ich habe mir erkoren
Das Leid zum Feierkleid;
Und ist die Lust verloren,
So bleibe mein das Leid.
Mein Herz dem Leid ergab ich,
Es ist ein schlechter Trost,
Doch keinen bessern hab' ich.

Was bessers kann als weinen
Die Seele schmerzenswund?
Es wird die Thräne reinen
So Aug' als Herzensgrund.
Mein Herz mit Thränen lab' ich,
Es ist ein schlechter Trost,
Doch keinen bessern hab' ich.

Was kann das Aug' als weinen
Um den verlornen Glanz?
Aus meinen Edelsteinen
Ward mir ein Perlenkranz;
Mein Herz damit umgab ich,
Es ist ein schlechter Trost,
Doch keinen bessern hab' ich.

Ich habe zwei Buchstaben
Gegraben in mein Herz,
Die werdens untergraben
Mit süßem Todesschmerz;
Mit Lust es untergrab' ich,
Es ist ein schlechter Trost,
Doch keinen bessern hab' ich.

Zwei hab' ich eingegraben
Buchstaben in der Brust,
Und immer neu zu haben
Vor Augen meine Lust,
In jeden Baum sie grab' ich,
Es ist ein schlechter Trost,
Doch keinen bessern hab' ich.

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