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Kasperls Abenteuer in der Stadt

Josephine Siebe: Kasperls Abenteuer in der Stadt - Kapitel 14
Quellenangabe
pfad/siebe/kaspstad/kaspstad.xml
typefiction
authorJosephine Siebe
titleKasperls Abenteuer in der Stadt
publisherHerold-Verlag R. & E. Lenk
seriesKasperle-Bücher
volume3
printrunSechzehnte Auflage
illustratorErnst Kutzer
firstpub1923
correctorreuters@abc.de
senderjens.sadowski@yahoo.com
created20111108
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Auf dem Torburger Jahrmarkt

Die drei Kameraden verlebten lustige Tage zusammen. War der Himmel einmal grau und regenverhangen, dann schrie Kasperle wohl: »Heute wird's nicht fein,« aber es wurde doch immer fein.

Abends spielte dann Kasperle immer mit seinen andern Torburger Freunden zusammen. Einmal waren auch Christli und Marlenchen mitgekommen, aber der Doktor hatte dann gesagt, das Gebrüll sei zu groß, das halte Christli nicht aus. Nur Trude und Marie durften in den Garten kommen und Marlenchen besuchen, die brüllten nicht gleich so furchtbar, wie es Hansjörg zum Beispiel tat. Der dachte nur: Ich will wie Kasperle werden. Seit seiner Freundschaft mit diesem schrie und zappelte er, daß es seiner Mutter manchmal himmelangst wurde. Das schlimmste aber war, man verglich ihn mit einem Affen; daß er kaspern lernen wollte, darauf kam niemand.

Es ist schon schlimm, wenn einer so verkannt wird! Manchmal war Hansjörg ganz wütend, aber wenn gegen Abend Kasperle wieder auf den Kirchplatz geflitzt kam, dann wurde er gleich guter Laune. Und immer mehr redeten Kasperles lustige Spielkameraden von dem Jahrmarkt.

Eines Tages sagten sie sogar: »Morgen fangen sie an, Buden aufzustellen.«

Da lief Kasperle gegen Abend, als er aus dem Garten heimkam, noch flink mit nach dem Platz, auf dem der Jahrmarkt aufgebaut wurde, und sah da zu seinem großen Erstaunen auch schon den Kasperlemann. Der stand zwischen zwei grünen Wagen mit seinem Karren und sah ein bißchen trübselig drein.

»Hallo!« schrie Kasperle und kitzelte mit seinem Fuß den Kasperlemann an der Nase.

»Jegerl,« rief der, »so etwas kann doch nur Kasperle! Halloho, gut, daß ich dich wiedersehe, Kasperle! Wie geht es, wie steht es?«

»Gut!« schrie Kasperle und schlug einen Purzelbaum. Dabei kam er auf den größten der grünen Wagen zu sitzen. Drinnen verschluckte sich die Riesendame vor Schreck über den Puff an ihrem Kaffee; sie bekam Husten, und ihr Mann, der ganz klein und dünn war, schrie immerzu: »Sieh an die Decke, sieh an die Decke!«

Ja, da sah die Riesendame ein Kasperlebein, denn Kasperle war damit durch ein Loch gerutscht. Weil Kasperle aber nicht kunterbunt angezogen war, sondern sein grünes Seidenröcklein trug, sagte die Riesendame: »Es hängt ein riesengroßer Laubfrosch an der Decke!«

Kasperle zerrte und zog, und gerade hatte er sein Bein zurückgezogen, als er hörte, die Riesendame hielt ihn für einen Laubfrosch. Er mußte darüber so ungeheuerlich lachen, daß sein Gelächter über den Platz schallte.

»Der Laubfrosch lacht!« Die Riesendame war, was für eine Riesendame eigentlich nicht schicklich ist, sehr schreckhaft, und dann fiel sie um.

Pardauz! da lag sie, ihr Kaffeetopf auch, und ihr Mann jammerte: »Meine Riesendame ist tot!«

»I bewahre!« Der Kasperlemann steckte den Kopf zur Wagentüre hinein und rief: »Frau Müllern, jetzt werden die ersten Schmalzkuchen gebacken!« Und heidi! stand die Riesendame auf, wutsch! war sie draußen, und nun riß Kasperle den Mund vor Erstaunen auf: die Riesendame schmauste Schmalzkuchen, sie war also kein bißchen mehr tot!

»Ich will auch Schmalzkuchen,« rief er und purzelbaumte vom Wagendach herab. Es fand sich aber, daß die Buben alle kein Geld hatten. Wer kann denn auch wissen, daß es einen Tag vor Anfang des Jahrmarktes Schmalzkuchen zu schmausen gibt!

Der Kasperlemann hatte auch kein Geld. Ganz traurig sagte er es, und dabei schielte er hungrig und sehnsüchtig nach der Kuchenbude hin.

»Warum haste denn keins?« fragte Kasperle erstaunt. Der dachte an die vielen Gröschlein und Taler, die er verdient hatte.

»Ach, Kasperle, seit du nicht mehr bei mir bist, habe ich keinen Heller eingenommen!« klagte der Kasperlemann traurig. »Und gestern habe ich noch meinen Geldbeutel verloren.« Seitdem hatte er nichts mehr zu essen gehabt.

Das war freilich schlimm. Aber Kasperle war unverzagt. Er rannte zur Kuchenbude hin, drängte sich vor und schrie: »Ich bin das einzige lebendige Kasperle, ich möchte 'n Schmalzkuchen geschenkt haben.«

So etwas! Von dem Kasperle wußten alle, aber niemand hatte vermutet, ihn hier auf dem Jahrmarkt zu treffen.

»Der Laubfrosch!« rief die Riesendame entsetzt.

»Nä, ich bin Kasperle.«

»Da haste 'n Schmalzküchle.« Die Budenfrau hielt Kasperle einen schönen, großen Kuchen hin. Der nahm ihn, wog ihn auf der Hand und sagte: »Noch einen, davon wird er nicht satt.«

»Wer denn?«

»Der Kasperlemann.«

Kasperle erzählte mit schallender Stimme von dessen Verlust, und gleich rief die Budenfrau: »Da, bring ihm den Teller voll!« Sie hielt Kasperle einen ganz großen Teller Schmalzkuchen hin, und ein Mann, der neben ihm stand, schrie laut: »Man muß ihm helfen. Groschen her!«

Da flogen die Gröschlein aus den Hosensäcken; jeder wollte dem Kasperlemann helfen, und Kasperle durfte ihm alles hintragen, die Schmalzkuchen auch. Das wurde ihm ein bißchen schwer, und um das gute Düftlein nicht immer riechen zu müssen, streckte er die Nase immer höher in die Luft, und Hansjörg mahnte: »Kasperle, nimm dich in acht!«

Dann lag Kasperle wirklich mit Küchlein und Gröschlein auf dem Wiesenplan, und der Kasperlemann mußte sich seine guten Geschenke zusammensuchen. Er fand auch alles wieder, und er war gut, denn er aß nicht sämtliche Küchlein allein, sondern gab den Buben auch zu kosten. Und dann lobte er Kasperle noch sehr und sagte, der sei wirklich ein getreuer Freund.

Na, da soll einer nicht stolz nach Hause gehen, wenn er so genannt wird! Selbst die Riesendame sagte, wenn sie gewußt hätte, daß so ein nettes Kasperle auf ihrem Wagen säße, dann hätte sie sich nicht gefürchtet.

Kasperle wanderte ganz stolz dem Kirchplatz zu. Und weil er so viel gelobt worden war, dachte er, nun könne er auch wieder seine Nase in die Luft strecken.

»Du fällst!« mahnten wieder ängstlich seine Freunde.

Aber Kasperle fiel nicht. Er fing nur plötzlich an zu rennen, rannte und rannte bis auf den Kirchplatz. Dort legte er sich mitten auf den Platz und schrie: »Hach, sie war's!«

»Wer denn? Aber Kasperle, was fehlt dir denn?« Die Kinder umdrängten ihn alle. Kasperle verdrehte seine Augen schrecklich, stöhnte und ächzte jämmerlich, und Hansjörg sagte auf einmal: »Er hat zuviel Schmalzküchle gegessen, ihm ist übel.«

»Nä,« schrie Kasperle entrüstet, »von den paar Küchle! Sie ist da!«

»Wer denn?«

»Die Prinzessin!«

Oh, die Kinder kannten alle Kasperles Abenteuer gut! Sie wußten auch gleich, er meinte die Prinzessin Gundolfine.

»Wo ist sie denn?«

»Sie hat aus einem Hause rausgeschaut.«

»Aus welchem Hause?«

O über das dumme Kasperle! In seiner Angst hatte er das Haus vergessen, hatte es sich gar nicht recht angesehen.

»Es kann vielleicht der Rote Ochse oder das Silberne Lamm gewesen sein,« sagte Maxel. »An beiden Wirtshäusern sind wir vorhin vorbeigelaufen.«

»Der Rote Ochse war's, da hat Kasperle geschrien.«

»Ja, ja, da hat er geschrien.«

»Wir gehen und sehen nach, ob sie dort wohnt,« riefen Maxel und Fritze.

»Wir gehen mit.« Ein paar schlossen sich noch an, alle rannten zum Roten Ochsen hin und liefen hinein. Sie kamen aber sehr geschwinde wieder heraus, denn der Ochsenwirt war ein grober Mann, der fing ein ungeheures Geschimpfe an. Er nahm die Frage, ob eine Prinzessin im Roten Ochsen wohne, für einen Schabernack, und er redete sehr ungemütlich vom Stock, von Katzenköpfen und anderen unfreundlichen Dingen.

Im Silbernen Lamm ging es den Fragern nicht besser. Sie wurden zwar nicht ausgescholten, aber ausgelacht. »Ihr verkaspert noch ganz,« sagte die Wirtin. »Eine Prinzessin? Jemine, es ist noch nie einer eingefallen, bei uns zu wohnen! Wer weiß, wen Kasperle erblickt hat! Hier in Torburg tut ihm niemand etwas. Nun marsch, hinaus!«

Da liefen die Kinder wieder aus dem Silbernen Lamm hinaus, am Bürgermeisterhaus vorbei, das zwischen den Gasthäusern lag. Auf dem Kirchplatz saß Kasperle am Boden, er wartete, und ein paar Kinder warteten mit ihm. Er war tief enttäuscht, daß die Prinzessin nicht da war, und gleich machte er alle seine Prinzessinnengesichter, zog die Nase kraus und schief, sah böse drein, lächelte honigsüß, und das Jauchzen der Kinder gellte über den Kirchplatz.

Endlich tat Herr Severin die Tür auf und rief Kasperle, er solle hereinkommen.

»Schon,« riefen alle. »Es ist noch so früh!«

»Es ist Zeit zum Abendessen.«

»Ich hab' Hunger!« Kasperle sprang auf, lief in das Haus hinein, drehte sich an der Türe um und schnitt noch einmal ein Teufelsgesicht. Die Kinder lachten, schauten sehnsüchtig ihrem kleinen Kameraden nach und sagten: »Morgen wird's fein, da fängt der Jahrmarkt an.«

Kasperle vergaß über dem Abendessen seine Angst; er dachte nicht mehr an die Prinzessin Gundolfine. Erst am nächsten Morgen, als er mit Christli und Marlenchen im Garten spielte, fiel es ihm wieder ein, was ihn gestern erschreckt hatte. Er erzählte den Kameraden davon, und die sagten: »Du hast geträumt.«

Christli schüttelte den Kopf.

»Vielleicht ist sie zum Jahrmarkt gekommen,« brummte Kasperle.

Christli und Marlenchen lachten ihn aus und sagten »Unsinn!«, und alle drei redeten sie dann vom Jahrmarkt und vergaßen darüber die Prinzessin.

Marlenchen durfte am Nachmittag mit auf den Jahrmarkt gehen. Christli noch nicht. Der Doktor tröstete: »Im Herbst, da gibt es wieder einen.«

Also wanderte Kasperle am Nachmittag mit dem feinen Marlenchen auf den Jahrmarkt. Frau Liebetraut wollte mitgehen, aber das kleine Lottchen war krank, da konnte sie nicht.

Ja, potz Wetter, der Torburger Jahrmarkt konnte sich sehen lassen! Da gab es wunderschöne Buden. »Schöner kann man es in einer großen Stadt, in der ein König wohnt, nicht finden,« sagten die Torburger immer.

Einmal hatte einer, der immer alles besser wissen wollte, gesagt, in Berlin, Paris oder London oder gar in Wien könnte es vielleicht noch schöner sein. Dem war es übel ergangen. O du lieber Himmel! Er durfte sich gar nicht mehr blicken lassen auf dem Jahrmarkt. Jeder rief ihm zu: »Der ist ja nicht schön genug! Geht doch nach Berlin, Paris, London oder Wien! Da gehört Ihr hin. Pfui, unseren Jahrmarkt so schlecht zu machen!«

Seitdem sagt kein Torburger etwas gegen den Jahrmarkt, und Kasperle war auch damit zufrieden. Fragte ihn jemand: »Na, Kasperle, auch hier? Wie gefällt es dir denn auf unserem Jahrmarkt?« dann riß Kasperle den Mund wie ein Scheunentor auf und schrie: »Fein!« Na, und Kasperle mußte doch wissen, ob ein Jahrmarkt fein war oder nicht.

Überhaupt Kasperle und das feine Marlenchen! Halb Torburg rannte hinter den beiden her. Die Kinder pufften, stießen und balgten sich; jedes wollte möglichst dicht neben Kasperle gehen. Blieb Kasperle vor einer Bude stehen, da rannten gleich alle herbei, und die Budenbesitzer flehten: »Komm doch herein, Kasperle! Du kannst umsonst auf dem besten Platz sitzen.«

Die Riesendame machte richtig einen Knicks vor Kasperle, und dann ging sie einsammeln, und weil Kasperle ein Gröschlein auf den Teller legte, taten es die andern auch alle. Hei, dachte Kasperle, das muß ich mal beim Kasperlemann tun! Und flugs lief er zu dem hin.

Der war ein bißchen in einen Winkel gerutscht, und er mochte klingeln, soviel er wollte, niemand kam. Wenn ein putzlebendiges Kasperle auf dem Jahrmarkt herumläuft, wer kümmert sich da um das Holzkasperle?

Aber nun kamen Kasperle und das feine Marlenchen vor der Bude an, und der Kasperlemann schrie: »Seid ihr alle da?«

»Ich bin da, ich, Kasperle.«

»Jemine, noch ein Kasperle!«

»Du kannst gar keine feinen Gesichter schneiden, Holzkasperle,« rief das lebendige Kasperle. »Paß auf, ich kann es besser!« Und bums, pardauz! sauste Kasperle in das Budchen hinein, steckte den Kopf zwischen dem roten Vorhang heraus und fragte: »Wie soll ich aussehen?«

»Wie ein Teufel!«

»Wie ein Räuber!«

»Wie die Prinzessin Gundolfine!« schrie Hansjörg.

Oje, konnte Kasperle Gesichter schneiden! Die Leute vor dem Budchen bekamen Bauchschmerzen vor Lachen, und der Kasperlemann brauchte nur immerzu Geld einzusammeln. Ein dicker Fleischermeister gab sogar einen großen runden Taler.

»Hach,« kreischte Kasperle, »ich falle um, ich schlafe ein!«

»Warum schläft er denn?« fragten die Leute.

»Ich träume,« schrie Kasperle.

»Was träumste denn?«

»Ich träume, ein dicker Fleischermeister habe dem Kasperlemann noch drei Taler gegeben.«

»Ein feiner Traum!« Der Meister lachte, dann holte er seinen Geldbeutel heraus, legte dem Kasperlemann richtig noch drei Taler auf den Teller und schrie: »Du hast richtig geträumt, Kasperle; der Kasperlemann hat noch drei Taler bekommen.«

»Hurra!« schrie Kasperle. Er nahm das rechte Bein in den Mund, dann hopste, sprang und kasperte er noch eine ganze Weile im Budchen, bis dem Kasperlemann das Beutelchen vor Gröschlein, Hellern und Talern fast platzte. Da rutschte er hinab, schlug einen Purzelbaum, und als alle riefen: »Weiter, weiter!«, da legte er sich platt auf die Erde und sagte: »Kasperle ist tot.«

Marlenchen erschrak zuerst etwas, als sie aber dem Freund so recht genau in das unnütze Schelmengesicht sah, rannte sie plötzlich davon und rief lachend: »Kasperle muß mich fangen!«

Und heidi! war Kasperle wieder lebendig. Er sprang auf und rannte hinter der Freundin her. Die Leute vor der Kasperlebude sagten: »Sie werden schon wieder kommen!«

Sie kamen aber nicht wieder, sie saßen vor der Kuchenbude und schmausten die allerschönsten Schmalzkuchen. Die Kuchenfrau suchte immer die größten aus, und immerzu sagte sie: »Kasperle, iß noch einen! Da, kriegst sie umsonst.«

Zuletzt mahnte Marlenchen: »Kasperle, höre auf, du platzt!« Und da geschah etwas Schreckliches: Kasperle rutschte von der Bank herunter und saß plötzlich unter dem Tisch. Käseweiß sah er aus.

»Ihm ist übel geworden,« riefen etliche.

»Von meinen Schmalzkuchen wird es niemals jemand übel,« sagte die Kuchenfrau beleidigt.

»Aber wenn einer so viel ißt!«

»Huhuhu!« heulte Kasperle. »Sie, sie, sie!« stöhnte er dann.

»Er meint Sie,« sagte der Würstelmann zur Kuchenfrau, auf die er eifersüchtig war.

»Nein, er meint die Prinzessin Gundolfine,« rief Marlenchen. »Aber wo ist sie denn?«

Kasperle saß zitternd unter dem Tisch, schnitt Gesichter wie die Prinzessin, und die Leute riefen alle: »Wo ist sie denn, wo ist sie denn?«

Man suchte überall, schaute sich um und um, aber eine Prinzessin sah man nicht. Alle sagten auch, eine Prinzessin käme doch mit Hofdamen und Diener, und davon war auch nichts zu sehen.

»Kasperle, komm heim!« bat Marlenchen ängstlich.

Kasperle kroch nun unter dem Tisch hervor, er hatte wirklich Heimgehlust. Die andern Kinder und selbst die großen Leute bettelten freilich: »Kasperle, bleib noch!« Aber Kasperle ging an Marlenchens Hand ganz still heimwärts, er tat nicht einmal mehr seinen Mund auf; ganz verdattert war er. Erst als der Jahrmarktsplatz eine Weile hinter den Kindern lag und die lustigen Begleiter Kasperle und Marlenchen verließen, sagte Kasperle: »Sie war doch da!«

»Ach, Unsinn, Kasperle!«

»Ja, sie war's, und es gibt ein Unglück.«

»Dann darfst du morgen nicht auf den Jahrmarkt gehen, Kasperle,« sagte Marlenchen ängstlich.

»Nä, ich bleib' im Bett liegen.«

»Aber Kasperle, du bist doch nicht krank!«

Nein, krank war Kasperle ganz und gar nicht. Trotzdem war er den ganzen Tag recht verstriezelt, und er ärgerte sich, weil alle sagten, die vielen Schmalzkuchen seien daran schuld, und es war doch nur von seinem furchtbaren Schreck gekommen.

»Wo hast du denn die Prinzessin gesehen?« fragte Herr Severin.

»Wie – wie 'ne Bauersfrau sah sie aus,« brummte Kasperle.

»Wie eine Bauersfrau? Aber Kasperle, die hochmütige Prinzessin wird sich doch nicht als Bäuerin verkleiden!« Herr Severin wollte lachen, es gelang ihm aber nicht recht. Er dachte plötzlich: Morgen früh gehe ich einmal zum Bürgermeister, der muß mir helfen.

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