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Gutenberg > Ludwig Tieck >

Karl von Berneck

Ludwig Tieck: Karl von Berneck - Kapitel 3
Quellenangabe
typetragedy
booktitleSchriften, Elfter Band
authorLudwig Tieck
year1829
firstpub1795
publisherG. Reimer
addressBerlin
titleKarl von Berneck
pages144
created20130605
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Erster Akt.

(Seeufer, das Meer ist noch unruhig, ein Gewitter, das fortzieht.)

Walther von Berneck. Rudolph von Ebenburg. Heinrich von Orla, der für sich auf und ab geht, Wilhelm und andere Knappen. –

Rudolph. Ich eile, um so bald als möglich in Deutschland zu sein.

Walther. Alle meine Wünsche gehn mit Dir, guter Rudolph. Verfüge Dich dann sogleich nach meinem Schlosse, und bringe meiner Gattin und meinen Kindern Nachricht von mir; erzähle ihr, wie ich tausendmal unter den Säbeln der Ungläubigen dem Tode ausgesetzt war, wie auf der Hinreise nach dem gelobten Lande mich Beschwer und Gefahr verfolgten, wie wir noch jetzt beim Landen einem Sturme nur so eben entronnen sind, und wie ich, wenige Wochen nach Dir, sie alle auf Berneck zu umarmen gedenke.

Rudolph. Und dann besuch' ich Euch auf Eurem Schlosse, und wir feiern dann bei einem fröhlichen Gelage das Andenken der Vergangenheit.

Walther. Wenn Gott uns diese Freude vergönnt, ja! denn Rudolph, ich habe gefunden, daß man in dieser Welt auf nichts gewiß hoffen darf, wenn man nicht verzweifeln will; es ist mit dem Leben wie mit der Saat; alle Körner gehn nicht auf, und wenn nur kein Mißwachs daraus entsteht, müssen wir schon die Hände aufheben und Gott danken.

Rudolph. Ihr seid alt, Ihr dürft schon so sprechen, aber für mich, den Jüngling, ist der Gedanke niederschlagend!

Walther. Auch Du wirst Mann, wirst Greis werden, das heißt, Du wirst von Deinen Erwartungen nach und nach immer mehr abziehn, bis Dir am Ende nichts übrig bleibt, als die Hoffnung auf ein ruhiges und seliges Ende.

Rudolph. Warum leben wir dann aber, und mühen uns so ab?

Walther. Weil es so sein muß, und weil wir dazu keine Gründe verlangen. – Aber geh, sonst möchte Dir das Geschwätz und die Lehre eines Greises eben so verdrießlich fallen, als jenem Manne dort, der es nicht unterlassen konnte, auf mich zu schmählen, indem der Himmel drohte und die empörte Meeresfluth schalt. – Bei Gott! es sind die Zeiten gekommen, in denen das Alter verachtet wird; jeder Knabe, der einen Bart an seinem Kinne fühlt, darf trotzig die Erfahrungen des Mannes verspotten, weil seine Zunge gewandter und sein Arm vielleicht stärker ist. – Ich habe diesen Heinrich von Orla fast erzogen, er sah an meiner Seite sein erstes Thurnier, und jetzt darf er mir nun so frech widersprechen, mit andern über meine Gebrechen zischeln und lachen. –

Heinrich. Ihr verkennt mich! bei Gott! Ihr verkennt mich.

Walther. Mag sein, aber Ihr habt mich auch verkannt, Ihr habt Euch selbst verkannt. Heftigkeit ist nicht immer ein Zeichen des Muthes und der Großherzigkeit; wer sich so sehr gegen das Alter vergessen kann, mag bei einer andern Gelegenheit auch seiner anderen Ritterpflichten vergessen.

Heinrich. Ritter Walther, keiner, als Ihr, dürfte mir ein solches Wort bieten.

Walther. Willst Du etwa, daß wir unsern Zwist mit dem Degen ausmachen?

Rudolph. Ich bitt' Euch, laßt mich nicht von Euch scheiden, ehe ich Euch nicht wieder beruhigt, nicht wieder Freunde sehe.

Heinrich. Ich gebe Euch mein Wort, ich bin beruhigt. – Meine Ungeduld übereilte mich, als Walther mitten im Sturm, indem wir schon das Land sahen und noch nicht landen konnten, als Wellengeräusch mein Ohr erfüllte und die Winde mich betäubten, als er da von Muth und Gelassenheit sprach, indem noch keiner den Muth verloren hatte, als er sich mit dem Ungewitter verband, meine Ungeduld zu vermehren. – Aber es ist vorüber. –

Rudolph. Gewiß?

Heinrich. Bei meiner Ritterehre!

Rudolph. Nun so lebt wohl, recht wohl: in Deutschland sehn wir uns bald und freudig wieder. Geht ab.

Walther. Ungeduld? – Ungeduld! – Als ich ein Jüngling war –

Heinrich, der auf ihn zugeht und seine Hand ergreift. Vergebt mir, seht, ich bitte Euch darum, als ein Beschämter, ein Ueberführter, ich gesteh' es, ich war zu rasch! – Seid Ihr nun zufrieden?

Walther. O Heinrich! wüßtest Du, was in meiner Seele liegt! –

Heinrich. Ihr seid gerührt, alter Mann. – O Ihr habt Recht, ich bin ein unbesonnener Knabe. – Vergebt mir, seht, ich schämte mich nur vorher, gleich meine Reue so baar und offen zu zeigen; o betrachtet mich wieder einmal als Euren Sohn und versöhnt Euch mit mir von Herzen.

Walther, der ihn umarmt. O Heinrich, Du weißt nicht, und ich kann es Dir nicht sagen, wie mir war, als ich Europa wieder sah. Wie ein nüchternes Erwachen blies mir der Wind vom Lande her entgegen, alle trübsten Zeiten, die ich je erlebt, und nun schon längst vergessen hatte, kamen in mein Gemüth zurück. – Glaube mir, ich war nie glücklich, und diese Ueberzeugung faßte mich jetzt so schrecklich an.

Heinrich. Ihr seid von Euren Wunden noch nicht ganz genesen.

Walther. Nein, Heinrich, es ist nicht das. – O wenn ich dazu aufgelegt wäre, könnte ich Dir alte Mährchen erzählen, die ich in manchen Stunden nur zu sehr glauben muß. – Jedem von unserm Stamme ist ein alter unversöhnlicher Fluch mitgegeben, der magnetisch nicht von uns läßt. – Ihn erkenn' ich in jedem Ungewitter, in jeder Krankheit wieder; kömmt mir ein blasses Gesicht entgegen, so zittre ich schon im voraus wegen der entsetzlichen Neuigkeit, die ich vernehmen soll. Die Trübseligkeit geht mir nach wie mein Schatten, und erbt vom Vater auf den Sohn, und keiner wird vielleicht diesen schwarzen Stein aus seinem Wege wälzen.

Heinrich. Ihr erhitzt Euch.

Walther. Da komm ich nun aus dem gelobten Lande zurück, und alles was ich that und litt, das ganze Gedränge trüber Tage liegt wie ein albernes Mährchen da, wie die Abendlüge eines Minnesängers. Wem hat unser Zug genutzt und wem nicht geschadet? Die Engel haben mit Lächeln auf unsern kindischen Eifer herabgesehn, und uns nicht durch Glück in unsrer Thorheit bestärken wollen. – Und nun kehren wir zurück –

Heinrich. Und die Freuden des Vaterlandes warten auf Euch.

Walther. Freuden? – Eben das war es, daß mir jeder Baum, jeder Berg und jede ziehende Wolke zu verkündigen scheint, daß ich vergeblich auf so etwas warte. Mir ist wie in einem fest verschlossenen Kerker, in dem ich den Klang der frohen Welt nur aus einer tiefen Ferne höre. Ich kann nicht sagen, daß ich mich drauf freue, mein Weib und meine Kinder wiederzusehn.

Heinrich. Die Melankolie trübt Euch selbst die heitersten Aussichten.

Walther. Ach! Ihr versteht mich nicht, und ich könnte fast von neuem darüber zornig werden. – Alles dies Gefühl sonderte mich von den übrigen im Schiffe ab, die sich auf Verwandte und Vaterland freueten, daß ich ihre Ungeduld im Sturme durch meine stillern Gedanken zu sänftigen suchte. – Denn was wäre es denn mehr gewesen, wenn uns die Fluth verschlungen hätte?

Heinrich. So traurig habe ich Euch noch nie gesehn.

Walther. Ihr geht nun zum heiligen Jago von Campostella?

Heinrich. Ja, ein unerfülltes Gelübde meines verstorbenen Vaters treibt mich dorthin.. – Aber vergönnt, daß ich Eurer noch pflege.

Walther. Nein, mein Sohn, Du mußt fort; Du scheinst den Werth eines Gelübdes nicht zu kennen.

Heinrich. Ihr habt gemacht, daß mir jedes Geschäft, das wir uns vorsetzen, unnütz und thöricht erscheint.

Walther. Nein, Du mußt fort.

Heinrich. Wenn man so über Bestimmung und Thätigkeit denkt, möchte man verzweifeln.

Walther. Man soll eben nicht denken, und die Menschen verzweifeln auch daran nicht.

Heinrich. Ob wohl meine Schwester noch lebt? –

Walther. Nun, Ihr reiset. – Lebt wohl! –

Heinrich. Kommt, ich will wenigstens noch ein Stündlein in jener Herberge mich zu Euch setzen, ich will Euch noch einmal recht in's Auge fassen, denn wer weiß, ob wir uns wiedersehn. – (sie gehn Arm in Arm ab.

 


 

Saal auf der Burg Berneck.)

Conrad. Georg und Franz. Knappen.

Franz. Ei, Du bist auch gar zu pünktlich.

Georg. Freilich!

Conrad. Wenn Ihr Euren Dienst ordentlich und redlich verrichten wollt, so könnt ihr nicht zu pünktlich sein. – Dich, Franz, hab' ich immer ungern hier im Schlosse gesehn, weil Du jeden neuen Knappen, der hier anzieht, verdirbst.

Franz. Ich? – Nun da bist Du alter Bär doch der Erste, der mir das sagt.

Conrad. Daß Dich das Wort nicht noch einmal gereut! – Ich weiß, daß Du die Gottesfurcht verachtest, und mit beiden Füßen in dem Pfuhl der Sünde stehst; mein weißes Haar darf also wohl nicht ein wenig Respekt von Dir fodern. Nun, Du wirst Deiner Strafe nicht entlaufen.

Franz. Indeß Ihr predigt, könntet Ihr auch etwas thun.

Conrad. Ich bin Euch zum Aufseher bestellt, nicht Ihr mir: die Wirthschaft hat sich hier gar wunderlich umgedreht.

Der Burgvoigt tritt auf.

Burgvoigt. Nun, Kinder, Leute, alles in Ordnung? – Heut Abend ist großes Fest, prächtige Versammlung hier. – Setzt die großen Pokale auf, so will es unsre Hausfrau. – Du, Franz, sollst noch nach einigen Gästen reiten, der Leopold von Wildenberg soll noch gebeten werden, er ist gestern erst auf sein Schloß drüben angekommen.

Franz ab.

Burgvoigt. Tummle Dich, Georg, in den Keller!– Ich habe noch tausend Sachen zu besorgen. – ab mit Georg.

Conrad. Ein herrlicher Burgvoigt! Der nur für die Weine sorgt und alles übrige gehn läßt, wie es nur selber Lust hat. – O mein guter alter Herr! mit dem ich so manches Leid, so manche Freud' ertragen! wo bist Du? soll Dich mein Auge nicht noch einmal vor meinem Tode sehn? Und wenn Du nun kömmst und findest alles so verwandelt! – Dein Bild hängt hier über der Tafel und sieht den Unfug mit an! Trauerlieder sollten durch die Hallen summen und Pokale werden klingen. ab.

Reinhard und Mathilde.

Mathilde. Unserm heutigen Feste hättest Du noch beiwohnen sollen.

Reinhard. Ich kann nicht, denn ich fürchte schon jetzt zu spät zum Thurniere zu kommen. Jeder Ton, den ich höre, klingt mir wie ein ferner Trompetenruf, ich habe schon zu lange geweilt.

Mathilde. Kömmst Du zurück, wenn das Thurnier geendigt ist?

Reinhard. Ich weiß es wahrlich nicht, denn Leopold von Wildenberg hat mich schon seit lange mit zwei andern Gesellen auf sein Schloß beschieden, und ich freue mich ihn kennen zu lernen.

Mathilde. Du sahst ihn nie?

Reinhard. Nur mal in der Ferne, aber ich habe ihn nie gesprochen; daß er heut zu Eurem Feste gebeten ist, ist die einzige Ursach, daß ich ungern fortreite. Was hört man nicht alles von dem Manne!

Mathilde. Tapfer soll er sein.

Reinhard. Wie der heilige Georg, alle Frauen mögen ihn auch deswegen gern. Schön ist er nicht, denn Narben in Schlachten und in Zweikämpfen erhalten, entstellen sein Gesicht, aber wenn man ihn sieht, so fühlt man recht in der Brust, was das Wort Mann zu bedeuten hat.

Mathilde. Aber er ist doch immer wild und unbändig.

Reinhard. Nicht wahr, Mutter, weil er nicht auf den Klang der Minnelieder hört, oder noch kein Weib genommen hat? Darin sind sich die Frauen doch alle gleich, sie trauen keinem recht, der nicht getraut ist, oder wenigstens von einer Braut etwas zu sagen weiß.

Mathilde. Du scheinst Dir ihn schon jetzt zum Muster genommen zu haben?

Reinhard. Würdet Ihr mich darum schelten?

Mathilde. O ja, denn man erzählt auch viel von Jungfrauen, die er verführt, und von manchen andern wilden Thaten, die er verübt hat.

Reinhard. Darüber seid unbesorgt, denn bis jetzt ist mir mein Streitroß immer noch schöner vorgekommen, als jedes weibliche Geschöpf, das ich sah. – Aber lebt wohl, wir verderben hier die Zeit mit Schwatzen.

Mathilde, umarmt ihn. Viel Glück, theurer Sohn, im Thurnier, bringe mir den Preis zurück; doch ohne ein Fräulein im Herzen wirst Du ihn sicher nicht erringen.

Reinhard. Vielleicht doch! ab.

Mathilde. Wie schön ihm seine Wildheit steht! – Da sprengt er schon fort! – Er wird mit den Jahren ein Muster der Ritterschaft. – Warum sind ihm viele Männer so ungleich? ab.

 


 

(Ein Zimmer in der Burg.)

Karl von Berneck und Conrad. Karl sitzt auf einem niedrigen Fußschemmel und hört aufmerksam Conrad zu.

Karl. Nun so fahre fort, lieber Conrad.

Conrad. Ach! ich kann diese Historie immer nicht ohne Thränen erzählen.

Karl. Und ich muß weinen, wenn ich zuhöre.

Conrad. Oben auf dem Berge lagen nun die vier Heimonskinder, und waren von einer großen Macht belagert. Ritsart lag schwer verwundet und konnte sich nicht aufrichten, Adelhart und Writsart auf ihren Knieen und flehten zum barmherzigen Gott um Rettung und Hülfe, nur der starke Reinold war noch wacker und munter und hielt den Feind von dem steilen Berge zurück, indem er große Felsensteine hinunter warf. So verging ein Tag und eine lange Nacht und keine Hülfe war sichtbar. Auch der mächtige Reinold war schon ermüdet und alle Brüder waren in ihren Herzen tief betrübt, so daß sie endlich beschlossen, sich zu ergeben und zu sterben. Indem gewahrt Reinold in der Morgensonne einen fernen Reiter und verkündigt's seinen Brüdern; ach! theure Brüder! rief er aus, ich erkenne mein Roß Bayart und meinen Vetter Malegys. – Da erhoben sich Writsart und Adelhart von den Knieen und sahen hin, und erkannten ebenfalls das Roß und seinen Reiter. Da wurden sie voll Muths und jauchzten und dankten Gott dem Herrn. Ritsart der alles gehört hatte, sagte: meine lieben Brüder, ich bin so schwer verwundet, daß ich mich nicht durch eigene Kraft auf meine Beine stellen kann, ich bitte Euch, Ihr wollet mir aufhelfen, damit ich doch auch zu meinem Troste das Roß Bayart gewahr werde. Da hoben sie ihn auf und hielten ihn brüderlich in ihre Arme, und er sah ebenfalls das Roß Bayart; worauf er sagte: Ach! mich dünkt, ich bin nun schon ganz gesund und von allen meinen Wunden genesen, seitdem ich dieses gute Roß gesehn. – Bayart aber machte große Sprünge, um zu seinem Herrn Reinold zu kommen, es warf mit einem gewaltigen Stoß den Malegys ab, senkte dann vor Reinhold seine Kniee und ließ ihn aufsteigen. – Nun wurden sie durch ihre Tapferkeit aus dieser bedrängten Lage gerettet.

Karl. Laß es gut sein, lieber Conrad, erzähle auf ein andermal den Erfolg dieser Geschichte, die mir so lieb ist. Ist mein Bruder schon zum Thurnier geritten?

Conrad. Ja.

Karl. Mich dünkt, die Welt ist, so wie es in ihr zugeht, nicht gut eingerichtet.

Conrad. Ihr seid immer so bekümmert, Junker; sagt mir was ist Euch? Wollt Ihr Eure Jugend schon so durch Gram trüben?

Karl. Und warum soll ich nicht jetzt eben so gut, wie im Alter ernsthaft seyn? – Es giebt Menschen, die dazu ausgelesen sind, nur die schwarzen Tage, die das Schicksal in die Welt fallen läßt, zu erleben, und ich bin gewiß einer von diesen.

Conrad. Ei! warum nicht gar!

Karl. Sieh nur die Heldengeschichten durch. Wie viele Menschen sind bloß dazu, den Einen zu verherrlichen, den Einen Hervorragenden groß zu machen; Es muß auch diese untergeordneten Geister geben und ihrer müssen mehr sein, als der andern.

Conrad. Das ist wahr; aber es ist mir wahrlich noch niemals bei einer Heldengeschichte eingefallen.

Karl. Es ist mein erster Gedanke, wenn ich so höre, wie viele Reinold in dem Gefechte, oder in jenem erschlug, unter denen gewiß viele edle wackre Männer und Jünglinge waren, die vielleicht einst seine vertrautesten Freunde und Genossen hätten werden können. Alle diese sind als eine fast unnütze Zugabe in die Welt geworfen, wie die überflüssigen Früchte fallen sie vom Baume, ehe sie reif sind. Und warum soll ich nicht einer von diesen sein?

Conrad. Ach, liebster Junker, betrübt mich nicht durch diese Gedanken.

Karl. Ich bin bange, in der Welt weiter zu leben. – Wurde dem guten Rosse Bayart nicht auch mit dem schnödesten Undanke vergolten? Mußte es nicht in den Wellen umkommen, damit sein Herr sich nur mit dem Könige versöhnen konnte? Darum muß ich immer schon in der Mitte dieses Kindermährchens weinen, weil mir der Ausgang schon vor Augen schwebt.

Conrad. Ach, ich sehe wohl, Ihr habt ein gar nachdenkliches Gemüth, und das taugt für dieses Leben nicht.

Karl. Sage mir, warum bin ich nicht Ritter, wie mein Bruder, da er doch nur Ein Jahr älter ist, als ich? Warum darf ich kein Thurnier besuchen? Warum muß ich unerzogen mich hier im Schlosse auf und abtreiben und darf nichts sagen, nichts reden? Wie ein Kind werd' ich gehalten und muß es hoch erkennen, daß ich zuweilen jagen darf. – O wenn mein Vater hier wär!

Conrad. Ja wohl da würde es anders sein.

Karl. Wenn ich im Waffensaale auf und abgehe, so ist es, als wenn jedes Schwerdt, und jeder Schild mich verhöhnte. – Wie alt war Reinold, als ihn sein Vater Heimon zum Ritter schlug?

Conrad. Funfzehn Jahr.

Karl. Und ich bin neunzehn! – Muß ich mir nicht von den Leuten meiner Mutter übel begegnen lassen? Muß ich nicht Trotz und Schimpf erdulden? Indeß mein Bruder schon eine Burg beherrscht und mich, seinen Bruder, seinen Bruder, der ihn liebt, wie einen Knecht behandelt.

Conrad. Es ist Unrecht, es ist Sünde.

Karl. Darf ich es sagen, wie unschicklich ich es finde, daß meine Mutter in ihrem Wittwenstande Gäste ladet, und Gelag und Schmaus die Hallen mit Getöse füllt? – O ich möchte an der Seite meines Vaters kämpfen! wer weiß, er mag schon todt sein, und keiner kümmert sich um ihn. – Conrad, es ist schändlich! Ich träume oft in der Nacht davon und fahre auf und will nach meinem Schwerdte greifen und zu ihm eilen, als wären es nur wenige Schritte, – und dann sink ich in mich zurück und weine und schluchze laut. Bergab geht jetzt schon mein Leben, die dunkeln Büsche umher umgeben mich immer dichter und dichter, und ich weissage Dir, Conrad, bald, sehr bald bin ich verirrt.

Conrad. Denkt daran nicht; mir ist es immer zu Muthe, wenn ich Euch ansehe, als wenn der junge Held Reinold vor mir stünde.

Karl, aufspringend. Wenn Gott mir die Gnade verliehe! – Aber nein, mein Gemüth hebt sich nicht froh und leicht, wie mit Blei wird es an den Boden gezogen, mir ist nicht so, wie es einem Helden sein muß: wie ein Wolkenschatten geh ich über die sonnige Ebene hin und jede Aehre und jeder Grashalm richtet sich froher im Scheine auf, wenn ich vorüber bin. – O laß mich!

Conrad. Nein, ihr seid stark und kräftig, Ihr werdet hier noch alles wieder gut machen, wenn Euer Vater nicht wiederkehren sollte, und Ihr müßt es.

Karl. Ich vergesse ganz, daß ich beim heutigen Feste doch auch zugegen sein muß! – Wenn ich nur in den Waffen geübt wäre! – Conrad, verwichne Nacht schnallt ich mir den größten Harnisch an und er war meinen Schultern nicht zu schwer, die gewaltigsten Schwerdter und Streitäxte sind mir ein Spiel, aber ich weiß kein Pferd im Kampf zu lenken, ich weiß den Speer nicht zu regieren. – Komm in den Saal. beide ab.

 


 

(Erleuchteter Saal, große Tafel, die Pokale stehn nur noch auf dem Tisch. Mathilde sitzt an der Seite Leopolds, Adelheid von Orla mit ihrer Hofmeisterin, andre Ritter und Damen, dienende Knappen, ein Minnesänger seitwärts, Karl tritt herein und setzt sich unten an die Tafel.)

Minnesänger.
        Liebe warb um Gegenliebe,
        Bot ihr alle Güter dar,
        Bis ihr gar nichts übrig bliebe
        Das der Rede würdig war.

        Gegenliebe war erst spröde
        Und verwarf den schönen Tausch,
        Stellte sich so still und blöde,
        Wieß den Handel ab so schnöde,
        Daß die Liebe fast erschrak.

    Aber bald drang stilles Sehnen
        Ihr nun durch die junge Brust,
    Leise Seufzer, schwere Thränen,
        Waren ihre Quaal und Lust:
        Ja, rief sie aus, ich bin und bleibe dein,
        Und Liebe, du bist ganz im Herzen mein!

Leopold. Wer ist jener trübe Jüngling, am Ende der Tafel?

Mathilde. Mein jüngster Sohn; er sieht seinem Vater ungemein ähnlich.

Leopold. Sein Bruder gleicht Euch dafür um so mehr. Aber wie ist es möglich, daß ihr schon so erwachsene Kinder habt, schöne Frau, man sollte Euch fast nur für ihre Schwester halten.

Mathilde. Ihr wollt scherzen: aber ich ward als ein junges Kind mit Walther von Berneck verheirathet. – Ist es Euch jetzt gefällig aufzustehn, damit die Ritter und Damen einen Tanz versuchen können?

Leopold. Und Ihr wollt es mir durchaus abschlagen?

Mathilde. Wenn Euch so viel daran liegt, nicht. – Ich hatte anfangs noch eine Mummerei bestellt, aber meine Gaukler sind ausgeblieben.

Burgvoigt. Nun zum Schluß des Mahls. – hebt den Pokal hoch. Merkt auf, ihr Spielleute, – auf das Wohlsein unsers Herrn Walther von Berneck!

Karl. Einen Becher Wein! Die Chöre von Musikanten blasen laut, jeder trinkt, man erhebt sich von der Tafel, gegenseitige Glückwünsche.

Hofmeisterin zu Adelheid. Und wenn Ihr nun tanzen müßt, mein Fräulein, so hütet Euch wohl, daß Ihr Euch nicht zu sehr erhitzt, denn das schadet beides der Gesundheit und dem guten Rufe eines Mädchens, und ist sowohl unanständig, als auch gegen die guten Sitten.

Adelheid. Ich wünschte lieber dem Tanze zuzusehn.

Hofmeisterin. Ihr habt keine Eltern, ich muß daher meine Pflicht um so pünktlicher erfüllen, wie ich es Eurem Bruder versprochen habe.

Man ordnet sich zum Tanz, Adelheid bleibt übrig, sie geht beiseite und setzt sich nieder, Musik und Tanz fängt an. Leopold tanzt mit Mathilden.)

Minnesänger. Ihr so einsam, schönes Fräulein?

Adelheid. Man hat meinen Wunsch erfüllt, und mich nicht aufgefordert.

Minnesänger. Ihr liebt, so scheints, die Einsamkeit.

Adelheid. Kann man in diesem Geräusche einsam sein?

Karl, zu Conrad auf der andern Seite. Wie widerwärtig ist mir dies wilde Getümmel, wie betrübt die Musik mein Ohr! Mich dünkt, die Spielleute und Tänzer sind rasend.

Conrad. Das gehört so zum menschlichen Vergnügen.

Karl. Sieh, das Fräulein Adelheid ist allein übrig geblieben; ja freilich, sie paßt wenig in diese Raserei. – er nähert sich ihr. Ihr findet auch kein Vergnügen am Tanz, mein Fräulein?

Adelheid. Nein.

Karl. Wer könnte es auch in diesen betrübten Zeiten? Mein Vater ist auswärts, so wie Euer Bruder, und wir wissen nicht, was aus beiden geworden ist.

Adelheid. Ich war noch ein Kind, als Heinrich fortreiste, und doch gräm' ich mich Tag und Nacht um ihn.

Karl. Glaubt mir, es ist auch nur kindisch, sich darüber zu grämen, denn mir geht es grade so; mein Vater reiste schon früher als viele Ritter und ich möchte mein Blut hingeben, wenn er nur wiederkehrte.

Adelheid. Er wird, Ihr müßt es glauben. – Wer ist der fremde Mann, der mit Eurer Mutter tanzt?

Karl. Ich seh ihn heute auch zum erstenmal, er heißt Leopold von Wildenberg, ein wilder Geselle.

Adelheid. Ich habe mich vor ihm gefürchtet, als ich ihm an der Tafel gegenüber saß.

Karl. Und mir ist er zuwider, recht in der innersten Seele verhaßt. Seht nur die große Schmarre über das ganze Gesicht, wie sie ihn entstellt!

Adelheid. Er sieht kriegerisch und kühn aus.

Karl. Ja, wie einer von jenen Kriegern, bei denen man es vergißt, daß sie Menschen sind. Ich könnte nicht mit ihm aus einem Becher trinken.

Adelheid. Sein Auge glüht heftig und fast auf eine fürchterliche Art.

Karl. Er hält sich für einen großen Helden, und zieht darum Gesichter, die es der ganzen Welt ankündigen sollen. Er scheint alle Menschen zu verachten, und eben darum sind die Weiber freundlich gegen ihn: er mag ein guter Ritter seyn, aber ich möchte ihn nicht zum Freunde haben.

Der Tanz ist geendigt, Mathilde geht vorüber.

Mathilde. Was schwatzest Du hier, unbesonnener Knabe?

Karl. Ich sage nur, wie es mir um's Herz ist.

Mathilde. Das ziemt nur Männern; geh! –

Karl. Es ziemt sich vieles nicht. – er entfernt sich nach dem Hintergrunde, Mathilde und Leopold setzen sich auf die andere Seite des Theaters, die Musik schweigt.

Hofmeisterin. Ihr seid zu rasch, mein Fräulein, da habt Ihr unsre Wirthin sehr beleidigt; Ihr wißt noch nicht, wie man sich in dergleichen Gesellschaften zu betragen hat.

Adelheid. Ach nein!

Hofmeisterin. Darum sag' ich doch: Ihr habt noch manches zu lernen.

Leopold. Und wie lange ist Euer Gemal nun schon abwesend?

Mathilde. Seit sechszehn Jahren.

Leopold. Schon so lange Wittwe? –

Mathilde. Und ich glaube, er ist schon seit lange todt, denn vor vier Jahren erhielt ich eine Bothschaft, daß er in Palästina schwer verwundet darnieder liege, und seitdem hab' ich nichts wieder von ihm vernommen.

Leopold. Gewiß ist er todt und begraben, und Ihr, schöne Frau, trauert und erwartet ihn vergebens.

Mathilde. Mir wird oft die Burg zu enge, dann muß ich Menschen sehn; es ist mir unmöglich, ganz wie eine Nachteule in einer düstern Einsamkeit zu leben.

Leopold. Es wäre auch Unrecht, so viel Schönheit den Augen der Welt auf immer zu entziehn.

Mathilde. Ihr wollt mich roth machen.

Leopold. Solltet Ihr das von mir zum erstenmale hören? Das will ich zur Ehre unsrer Ritter nicht hoffen.

Mathilde. Ich habe viel von Eurer Kunst gehört, die Frauen durch Schmeicheleien zu fangen.

Leopold. Schmeicheleien sind nur ein nothwendiges Uebel, bei Euch wird jede Schmeichelei zur Wahrheit.

Mathilde. Glaubt Ihr, daß ich die Männer so wenig kenne, um Euren Worten zu glauben?

Leopold. Ihr mögt vielleicht die Männer im Ganzen kennen, aber wahrlich mich nicht, wenn Ihr mir nicht traut.

Mathilde. So sagt ein jeder, und ein jeder lügt.

Leopold. Laßt die Lügner gehangen werden! doch ich bleibe lebend.

Mathilde. Seid Ihr Eurer Sache so gewiß?

Leopold. Ich müßte keine Augen haben, ich müßte Euch nicht gesehn haben.

Mathilde. Immer wieder das alte Lied?

Leopold. Mißfällt es Euch denn so sehr?

Mathilde. Es darf mir nicht gefallen.

Leopold. Ihr seid ja Wittwe.

Mathilde. O wahrlich, ich dürfte Euch nur zum Beichtvater annehmen, und Ihr riethet mir bald zu einer zweiten Heirath.

Leopold. Und ich riethe gut.

Mathilde. Bei Gott nein! denn schon in der ersten – doch, begehrt Ihr nicht zu tanzen? seht, ich glaube alle Fräulein warten nur auf Euch.

Leopold. Wer ist denn jene dort im weißen Kleide?

Mathilde. Adelheid von Orla, meine Nachbarin, ich würde sie sonst nicht geladen haben. Ihr Gesicht, ihre Sprache, ihr Wesen ist mir nicht erfreulich.

Leopold. Wir können immer nur lieben, was uns in einiger Rücksicht ähnlich ist.

Mathilde. Meint Ihr?

Leopold. Ja, und eben darum meine ich auch, daß Ihr – –

Mathilde. O tanzt doch, tanzt; Ihr tanzt weit besser als Ihr sprecht.

Leopold. So erlaubt mir Eure Hand, –

Mathilde. Zum Tanze noch zur Noth, –

Leopold. Sonst nicht?

Mathilde. O man darf Euch nur die Finger bieten und Ihr nehmt schon den ganzen Arm.

Leopold küßt ihre Hand.

Mathilde. O pfui doch! Alle Damen werden auf mich eifersüchtig werden.

Leopold. Und mit Recht.

Mathilde. Ihr seid gefährlich; Eure Zunge ist zu glatt.

Leopold. Ich bin nur Ritter, nur Soldat, aber seit heute wünsche ich, ich wäre zugleich ein Redner!

Mathilde. Warum seit heute?

Leopold. O wie Ihr auch fragt!

Mathilde. Ihr seid sonst mit Antworten so leichtfertig.

Leopold. Aber Ihr werdet mich schwermüthig machen.

Die Musik und der Tanz beginnen, eine Trompete von außen, Musik und der Tanz schweigen.

Mathilde. Was ist das?

Burgvoigt. Was giebts? – Was stört unsre Freude? – Hohl der Henker das Blasen, sag' ich! –

Georg, kömmt herein. Der Thürmer bläst, weil ein fremder Ritter vor dem Thore hält, der Einlaß begehrt.

Burgvoigt. Nun, so laßt ihn kommen und stellt nur das Blasen ein. – Klingts doch, als wenn sollte Sturm gelaufen werden. Georg geht ab.

Leopold. Seid Ihr nicht wohl, gnädige Frau?

Mathilde. Ich weiß nicht, – mein Herz schlägt. –

Leopold. Faßt Euch – er nimmt sie in den Arm, Mathilde macht sich verwirrt los.

Rudolph von Ebenburg tritt ein.

Rudolph. Seid mir alle gegrüßt, und verzeiht, wenn ich Euer Fest störe; ich wünschte unter Euch die edle Hausfrau herauszufinden.

Mathilde. Was soll sie, edler Ritter, was habt Ihr ihr zu sagen?

Rudolph. Einen Gruß soll ich Euch bringen von Eurem Gemal und Herrn Walther von Berneck, in wenigen Wochen hofft Er Euch hier in seine Arme zu schließen.

Mathilde. Walther?

Leopold. Er lebt?

Karl stürzt aus dem Hintergrunde hervor auf seine Kniee. Mein Vater? – O er kömmt! er kömmt, meine Mutter! – Jetzt ihr Spielleute, jetzt ist es Zeit zu blasen! Nehmt beide Backen voll, und stoßt in die Trompeten; laßt die Pauken laut und lauter donnern! – – Ins Teufels Namen blast!

Die Pauken wirbeln, die Trompeten schmettern.

Conrad. Soll ich die Freude erleben? –

Mathilde steht nachdenklich. Leopold geht auf und ab.

Rudolph. Ja freuet Euch, denn er ist tausend Gefahren entronnen, er war verwundet und krank, und noch ist er nicht ganz genesen, aber Eure Liebe wird ihn bald völlig wieder herstellen. Er hat sich gehalten wie ein wackrer Ritter, dafür war er im ganzen christlichen Lager bekannt, er war gewöhnlich im dicksten Gedränge der Speere.

Karl. Und nun kehrt er wieder! Komm, Conrad, unter dem weiten gestirnten Himmel muß ich meiner Freude, meinen Thränen Luft machen. beide ab.

Mathilde. Ihr habt uns Allen Freude gebracht, Ritter, nehmt nun auch an unserm Feste Theil.

Rudolph. Verzeiht mir, edle Frau, ich bin heut weit und schnell geritten, ein Nachtlager und ein Trunk Weines wäre mir erwünschter.

Mathilde. Georg, gieb dem Ritter ein Zimmer und ein Nachtessen.

Rudolph. Ich danke Euch. ab mit Georg.

Hofmeisterin. Lebt wohl, gnädige Frau, wir danken Euch herzlich.

Mathilde. Ihr wollt fort?

Hofmeisterin. Unsre Sänfte wartet schon seit einer Stunde, es ist nicht weit und der Mond scheint hell. ab mit Adelheid.

Burgvoigt. Jetzt werd ich den Rittern ihre Nachtlager anweisen lassen, eben so den Damen, damit alles in guter Ordnung geschehe.

Leopold. Ihr seid nachdenkend, gnädige Frau?

Mathilde. Ach!

Leopold. Was ist Euch?

Mathilde. Mir ist wie im Traum, oder als wenn ich jetzt erwachte und hätte diese sechszehn Jahre verträumt.

Leopold. Glaubt Ihr, daß Euer Gemal zurückkömmt?

Mathilde. Habt Ihr es nicht gehört?

Leopold. Er war unpaß, als ihn der Ritter verließ –

Mathilde. Er kehrt zurück und ich sollte mich freuen; aber wenn ich –

Leopold. Was ist es?

Mathilde. Ihr kennt ihn nicht; er ist ein rauher Mann, der stets mit der ganzen Welt verdrüßlich schmollt, ich ward ihm mit Gewalt verheirathet, ich habe keine fröhliche Stunde mit ihm erlebt.

Leopold. Ihr rührt mich.

Mathilde. Jetzt kömmt er nun zurück, um sechszehn Jahre älter, krank, – damals war ich ein Kind, und fühlte meine unglückliche Lage nicht, wie wird mir nun seyn, da ich zu Verstande gekommen bin?

Leopold. Denkt noch jetzt nicht daran.

Mathilde. Kann ich anders? – wie soll ich ihn empfangen? – Ach Himmel! vergieb mir die Sünde, aber ich war immer im Stillen überzeugt, daß er gestorben sei, ich hatte mich schon darüber zufrieden gegeben – und nun –

Leopold. Könnt' ich Euch trösten! Wolltet Ihr Trost von mir annehmen!

Mathilde. Lebt wohl! – sie geht schnell ab.

Leopold. Sollte sie, – doch mags, ich will's der Zeit überlassen, die alles in Ordnung bringt.

Die Damen sind indessen abgegangen.

Burgvoigt. Kommt, Ritter; ich hoffe, daß mancher unter Euch ein wenig taumelt, denn sonst müßte ich von unsern Weinen etwas schlechtes denken. – Kommt zu Bett. – Die Ritter gehen ab. Knappen treten auf, die die Lichter auslöschen. Der Vorhang fällt.

 


 

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