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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 84
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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projectid75027f19
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XXXII

Grauer Regen über den Gärten,
grauer Regen über den Bergen,
grauer Regen über dem Meer ...

Immer mehr und immer mehr! ...

Und doch ... auch schön!

*

Ich will nicht küssen! nein!
nicht stürmisch sein!
ich will ganz ruhig
nur zu deinen Füßen sitzen,
an Verse denken, träumen
und mich freun,
ganz still!
ich will
nur bei dir sein! ...

Es sind ja nur noch Tage!

*

O sag mir, sage ...
sag mir: daß du mich lieb hast, und gib mir deine Hand, daß ich es fühle!

Ich weiß nicht, eine Angst ist über mir mitunter, als ...

als wäre alles nur ein Traum!
als wäre dieser Wochen selige Wonne
nur ein kurzes Spiel der Sonne,
das mich umblüht
mit goldenem Schein ...

als stünd ich eines Tags ...
und wär allein!

als wäre, was so stark mich macht, so stolz, so froh,
als wäre es ... nur wie der Sommer draußen,

der plötzlich eines Tages geht
und alle Blumen, alle Lieder mitnimmt,
daß der Wald verödet steht!

*

Du warst so fröhlich doch ...
was hast du? sag!
du gibst mir allen meinen Glauben wieder und Zuversicht und Kraft und Sprung
und machst mich so jung!
so jung! und ...
es ist ein Weh dabei in deinem Blick,
mitten in Sonnenschein und Glück?!

Du singst und summst dir Lied um Lied,
doch wenn du denkst, daß es niemand sieht,
dann ist es manchmal,
wie wenn draußen
eine Wolke über die Sonne zieht!

*

Sag ... sag: ist es, was wir ... nicht gehabt im Leben?!

Kann das so aufstehen? was nicht war, kann das ... kann das auch ... sein und kommen und Macht haben?

Wir wollen es vergessen!

Es ist ja wohl niemand, der nicht hinter sich hätte, das er vergessen müßte, wenn er fröhlich sein will! ...

*

Ja, lach mich aus! ja, lach mich aus!
ich bin ein Kind, du hast recht! und dumm!
ich quäle mich immer mit Dingen herum,
die ganz unnütz und töricht sind
und die ich selber schon längst verlitt!
Ja, lach mich aus! ich lache mit!

*

Es soll kein Bild werden, es soll ... Glück bleiben!
und immer fester sich fügen
und immer jauchzender sich baun!

*

Es ist nun doch Sturm geworden!
aber ...
wir haben auch Sturm gern!
Doch ... nun auf dem Meer zu sein!
wie sie da kämpfen müssen!
und wie sie nichts haben, als ihren Glauben!
und wie er sie doch durchträgt,
wenn sie nicht müde werden,
und zu festem Lande finden läßt
und an ihr Ziel! ...

 

Als wir noch draußen waren auf dem Meer ...
mir ist,
als wär es tausend Jahre her!

*

Hör doch! hör! ... der Wald!
wie es über ihm ist! und ihn packt und hin und her wirft!
und wie er schreit und sich bäumt!
und wie das Meer zu seinen Füßen aufdonnert! hör nur! hör!

 

Und plötzlich alles still und totenstumm!

 

Unser Wald! ... unser Wald, Hannie! und ...
der Sommer! ...
unser Sommer!!

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