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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 81
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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projectid75027f19
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XXIX

Alle Dinge haben Sprache, seit du da bist, und mir ist, als hätt ich nie die Welt in solchem Glanz gesehn
die Sonne nicht und nicht das Meer
und nicht die Erde um uns her!
und wenn wir so durch die Wiesen gehen
und wenn wir am Berghang oben stehn
und in hochsommergoldener Fülle
das ganze Land in Ähren sehn ...

 

O ich möchte niederknieen und die Erde küssen: ich hab dich lieb!
und die Arme breiten zur Sonne: ich habe dich lieb!
und aufs Meer hinausjubeln: du Meer, so groß du bist, ich hab dich lieb!

 

Und es ist alles wie ein wunderbarer Garten:
Tal und Heide zu unseren Füßen,
Felder und Wiesen
und dort und hier, wohin wir sehn,
die stillen Hütten froher Menschen ...
und Buchten und Seen
und rauschende Wälder auf den Höhn ...

o es ist zum Jauchzen schön!
und groß und herrlich!

*

Alles ringsum drängt und zittert
seine Seele uns entgegen
und wir fühlen sie uns suchen
und umsehnen und umbeben:
ihr so stummes, gebundenes Leben
zu erfüllen und befrein
und ihm Wort und Lied zu sein!

Und alles gehört uns, dir und mir!
die ganze Welt mit allem ihrem Glanz und Klang und Schein!
wir sind ihr Sinn, wir sind ihr Sein!
wir sind ihr Leben!
wir sinds, die allem Wort und Wert und Weihe geben ...
wir,
du und ich ...
der Mensch ...
mit seiner Liebe und mit seiner Sehnsucht!

*

Und ich will das übermütige Lied singen vom Herrn der Welt ...
das hohe Lied des Menschen ...
das Königslied seines Siegs:

Für ihn nur jubelt die Erde!
für ihn nur flammt die Sonne!
für ihn nur rauschen die Meere!
ihm zu Preis nur, ihm zu Ehre!
und was da ist, es ist für ihn,
so weit am Himmel hin Wolken ziehn!
für ihn, nur für ihn!
von Aufgang bis zu Niedergang!
zum Schmuck der Tempel, die er sich errichtet,
zum Glanz der Krone, die er sich errang!

In hartem Kampf aus Nebel und Nacht
und Schweigen
emporgehoben zu Macht und Pracht
und klingendem Reigen
in Licht und Lust und Überschwang,
von Aufgang bis zu Niedergang,
jeden neuen Tag aufs neue
ihm zu Wonne, ihm zu Weihe!

Von Sternenzelt zu Sternenzelt
alles lobsingt des Menschen Ehre
und beugt sich als Sieger ihm und Held
und jauchzt ihm als seligem Herrn der Welt!

*

Und so will unsere Burg ich bauen ...
auf hohen weißen Felsen über blauem Meer
soll sie aufragen in die Welt der Sonne ...
mit ihrer Türme weißblaugoldenen Fahnen
ein weithinleuchtend Zeichen für die Schiffe
auf hoher See:
zu Segen werde eure Fahrt!

Und gegen das Land hin
sollen blühende Gärten
in weitem Bogen ihre Arme öffnen ...
und Saitenspiel soll durch die Hallen klingen,
Gesang und Tanz ...

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