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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 79
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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XXVII

Wir wollen Muscheln suchen gehen, komm, am Südstrand unten, und Bernstein und kleine Kiesel ...
und wer die schönsten hat, darf dem andern so viel Küsse geben, als er schönere hat! magst du?

Und wenn wir gleich haben, zählen wir aus:

Ich bin dein Kind
und du bist meins!
du bist mein Liebstes
und ich deins!
und keins
ist ohne das andere Eins!

Und vielleicht finden wir wieder Versteinerungen!

Oder wir sehen den Schwalben zu, wie sie in ihren Nestern am Sandsturz oben ihre Jungen füttern ...
oder auf der Heide den Bienen und unsern Schmetterlingen oder den Spinnen an den Schlehdornbüschen ...
es ist so wunderbar, dem allem nachzugehn
und in ganz Kleinem, Unscheinbarem
das große Leben der Welt zu verstehn!

*

Oder willst du in den Wald ...
dann wollen wir uns Heidekraut holen und Zittergras für unsere Stübchen ...
und das kleine Tal suchen, querein durch die Föhren, hinter dem Wall mit dem Hünenstein und den Wachholderbüschen ...
wo es so schön war! ... tandaradei!
wo wir saßen und dem Kuckuck zuhörten und zählten, wie oft er rief ... und ...
wo die großen blauen Glockenblumen standen und die Königskerzen und die roten Elfensterne ...
weißt du noch?

*

Und gegen Abend gehen wir über die Höhen, den Weg, den ich dir zeigte,
und sehn die Sonne untergehen.

 

Der ganze Himmel ist dann wie ein Feuermeer ... und man möchte Flügel haben, emporzutauchen in seine Pracht.

 

Ich ging da immer, ehe du da warst,
und dachte, wie schön es wäre, hier einmal mit dir zu stehen
und hatte so Sehnsucht ...
so Sehnsucht!
und nun bist du da, nun bist du da,
und alles ist gut!
Tag und Nacht!
o und seliger, als ich je gedacht!

*

Aber ...
ja, wir haben auch die Rehe lieb,
wenn sie so am Waldsaum stehen und herüberäugen über die Wiesen, neugierig-angstvoll scheu ...

 

Bleibt, bleibt, wir tun euch nichts!
wir standen auch schon so wie ihr und wagten auch uns kaum aus unserem Wald! ...
wir tun euch nichts!
wir tun euch nichts! habt keine Sorge!

*

Der Mond ... guck doch, der Mond! unser alter lieber guter Mond!

 

Halloh, wir grüßen dich! wir grüßen dich!

Sieh her:
du hast uns weinen sehen,
nun sieh uns lachen!
und sieh: wir stehen und ...
küssen uns!
und haben keine Angst mehr vor den Menschen, vor niemand und nichts!

 

Und wenn du es erzählen willst,
erzähl's!
wo und was und wem du magst!
wir lachen dazu,
sieh her,
und küssen uns und noch einmal und immer wieder!
vor dir und dieser ganzen weiten großen seligen Welt!

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