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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 56
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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IV

Ich glaube: es war Unrecht, Hannie, dir immer alle meine Sorgen mit aufzulasten ... anstatt sie allein durchzutragen!

Ich will es wieder gut machen! ich denke, ich kann es noch!

 

Es ist Torheit, wie Kinder alles Beste bis zuletzt aufheben zu wollen!

Man hat vom Leben nur, was man ihm nimmt!

Es sind nur Augenblicke ...
und nur die schönen sinds, die baun und weiterhelfen!

 

Wir müssen lernen, es leichter zu nehmen! alles!
dem, was wir wollen zu lieb!
wir kommen sonst nicht durch! und es kostet zu viel vom Ziel!

*

Es ist wichtiger, daß wir uns einmal eine Stunde gönnen und ausschalten und nichtstun!
und ... durch die Straßen trödeln und an den Läden stehen
oder hinausgehen und am Waldrand sitzen und in die Sonne sehen und uns freuen am Grün der Hecken und am Spiel der Schmetterlinge und an all den hundert kleinen Dingen, die da still und unscheinbar ihr Leben um uns leben!
oder daß wir miteinander plaudern, wie andere, ganz gedankenlos, von dem und jenem, das uns gerade einfällt ...
es ist hun-dert-mal wichtiger und schaffender, als dieses ganze Fragen und Sorgen und sich Müdemachen für den andern Tag!
es mag noch so notwendig sein ...
unsere Seele ist wichtiger!
wichtiger als dieser ganze Daseinskampfkram!

*

O, und ich möchte nicht bloß dir das sagen, Hannie!
ich möchte auf die Berge steigen und die Glocken läuten in die Täler:

Es muß ja sein! ihr habt die Welt euch nun einmal so eingerichtet! Aber ... es ist nicht das Leben!
und all das Gerenne und Gejage und Geplage, mit dem ihr euch das Herz verquält jahraus jahrein ... Broterwerb, Beruf, Besitz ... nein! es ist nicht das Wichtigste!
es ist nicht Hauptsache!

Hauptsache ist gerade das, über das ihr hinweghetzt! und das ihr dafür preisgebt!

Hauptsache ist: Mensch zu sein! und Halt zu machen zwischenhinein und Zeit und Sinn zu haben, einmal nichts zu tun, als sich zu freuen: wie blau der Himmel und wie bunt die Welt und ...
wenn auch nur minutenlang vielleicht,
an einem blühenden Rosenstrauch zu stehen und das Herz sich froh zu machen an der Fülle seiner Schönheit!

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