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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 23
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20120512
projectid75027f19
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XXI

Weißt du ...
ich glaub, es geht mit allem so!
bei jeder Erfüllung, von der man träumt!

Man wartet und man freut sich wie ein Kind
den ganzen endlos langen Winter,
und wenn es friert oder regnet und schneit
und mitten am Tage trüb wird und nacht ...
man mummelt sich in den Mantel und lacht:
je tiefer die Wege draußen verschnein,
um so früher muß es vorüber sein!

Und wenn es dann ganz leise kommt,
ganz leise mit wieder hellerem Schein ...
wie will man sich darüber freun!
wie will man auf der Lauer stehn,
um ja das erste Keimchen zu sehn,
und jauchzend jedes Veilchen grüßen
und selber, o, ganz Frühling sein!

Und dann ...
dann kommt der große Regen,
der immer kommt, vor jeder Erfüllung ...
der Regen, von dem man sagt: ja ja!
doch sobald er vorüber, ist es da!

Und so wirds März und wirds April ...
Wie sputet man sich, aufzuräumen
im kleinsten Winkel: in Ordnung zu sein
und wenn es da ist, Zeit zu haben:
sich zu freun!

Und eines Morgens wacht man auf
und steht und staunt
und traut den eigenen Augen kaum:
als ob ein Wunder wär geschehn,
ist alles, o, so grün, so grün
und ringsumher
ein Sprossen und ein Blühn und Glühn,
als ob es schon seit Wochen,
seit Wochen Frühling wär!

Und jenes erste heimliche Werden,
das man so köstlich sich geträumt ...
man hats nun doch ...
versäumt!

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