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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 17
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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projectid75027f19
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XV

Bei Karl.

Lisbeth ärgerlich und knetterig: sie sei müde und habe Kopfweh! sie hätte die halbe Nacht über wach gelegen und es dann nach Tisch nachholen wollen, aber da sei der Kleine gekommen und es sei wieder vorbei gewesen!

Karl: wozu eigentlich das Kindermädchen da sei!

»Aber Gott! er war so lieb!«

Er zu mir: Er war so lieb! natürlich! ... aber daß sie nun müde ist und Kopfweh hat und daß mir dadurch ... nicht heute, heute bist du da! ... aber sonst der ganze Nachmittag verdorben und jede Stimmung, was zu machen oder nichts zu machen und wenigstens vergnügt zu sein, genommen wird, das ... das kommt gar nicht in Frage! das Wichtigere wird ruhig dem Unwichtigeren geopfert, das zum Ziel Tragende ohne jedes Bedenken belanglosen Nichtigkeiten preisgegeben, die im Handumdrehen erledigt oder abgestellt sein könnten! aber ... die Frauen sind so, und es macht ihnen Spaß, so zu sein!
und wenn man noch so darum bäte! und wenn sie es selbst sogar einsehen! sie können da einfach nicht mit! Sie haben immer nur Energie ins Kleine und Nahe und nie ins Große und Weite! Sie haben keine perspektive Energie!
und es ist hundertmal wichtiger und wertvoller, daß eine Frau sich frisch und munter hält, ihrer selber wegen in erster Linie, und ein Kind einmal dem Mädchen gibt, als daß sie sich mühsam wachzwingt, Kopfweh bekommt, krank macht, ins Bett legt und schließlich dann doch den ganzen Haushalt dem Mädchen überlassen muß und unsereinen womöglich mit!
der Mann hat kein Verständnis für dieses Vergnügen an freiwilligem Martyrium! zumal er schließlich doch der ist, der dafür büßen muß.

Und morgen zerbricht eine Vase und übermorgen verbrennt ein Braten oder die Schneiderin verschneidet ein Kleid und so sorgt jeder Tag in bunter Abwechslung für neue Dinge, die an sich kaum zehn Worte wert, die aber zu Wichtigkeiten werden und allmählich ... das gesamte Leben ... in andere Linien schieben ...
und plötzlich steht der ganze Zug auf einem toten Geleise ...
und dann ... dann mag man auch nicht mehr und läßt ihn eben stehen!

Und es könnte so schön sein!!
aber ... die Frauen sind so, und es macht ihnen Spaß, so zu sein!

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