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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 111
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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projectid75027f19
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IX

Ohne Kampf freilich geht es nicht, noch immer nicht! obschon ich mitunter meine, es könne nun nichts mehr kommen!

Das Schwerste und Lähmendste aber war und ist immer dies ewige Sich-Herumstreiten-müssen mit den Menschen!

Es ist sonderbar, sie wollen alle doch dasselbe. Sie möchten alle doch ihr Leben sich möglichst leicht und froh und schön gestalten, und sie sind es immer selber nur, die es sich und anderen so erschweren und unschön machen ...
mit Kleinlichkeit und Eifersüchtelei und mit ihrer Unlust und Unfreude an allem, das ihnen nicht unmittelbaren Vorteil zeigt!

Aber sie kommen nicht darüber weg! ... sie kommen nicht weg von ihrem Grünkramhändlerevangelium: ein Sperling in der Hand sei besser als zehn Tauben auf dem Dach!
anstatt ein bißchen weiter zu denken! anstatt ins Ganze zu rechnen! anstatt auf das zu zielen, was über heute und morgen hinausliegt!

 

Man wird mitunter ungeduldig und gallig, stehen und verhandeln zu müssen und sich von ihnen auslachen zu lassen ... aber ... ich habe keinen Groll mehr, ich hab es überwunden ...
und wenn ich zuweilen noch frage, guck, ich frage eigentlich nur, weil ich im Grund immer noch möchte, daß ich ... mit allem, was ich gegen sie sage ... Unrecht hätte!

Aber ich will von niemand mehr, daß er zu mir halte oder für mich eintrete, weder so noch so! ich verlange von niemand mehr etwas, als von mir!

Ich lasse jedem, was ihm Spaß macht, es sei so quer, wie es wolle ... ich lasse jedem, sein Leben zu leben, wie es ihm gut dünkt ... ich lasse jedem seinen Ehrgeiz, für Kunst zu halten, was er dafür halten will!
ich will nur der sein dürfen, der ich bin ... und ganz für mich!

 

Und was ich schreibe, sieh, ich schreibe es für niemand als für dich und für Hannie und für mich und für die paar Menschen, die vielleicht Glauben und Freude daran haben!

Das ist mein Reich ... und wenn es auch nur vier Wände groß ist: meine Welt!

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