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Jost Seyfried. Zweiter Band

Cäsar Flaischlen: Jost Seyfried. Zweiter Band - Kapitel 100
Quellenangabe
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typefiction
authorCäsar Flaischlen
titleJost Seyfried. Zweiter Band
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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XXXXVIII

Von Hannie

Ist es dir recht, Liebster, wenn ich Sonntag zum Kaffee zu dir komme, zur Feier von Vaters Geburtstag und zur Feier der zweiten Auflage. Ich habe mich frei gemacht und möchte deinen Roman weiter hören.

Und dann ... dann liest du mir einmal unser kleines Liederbuch vom Sommer vor, ja?

 

Ich blätterte gestern darin und mir war, als ob ich auf unserer Veranda säße und dich plötzlich ... singen hörte ... Schmetterlingseelchen im Sonnenschein ... lachen und ... küssen und ... selig sein! ...
und als ob du im Garten unten stündest: komm, wir wollen noch ein bißchen gehn! es ist so schön!
und wie wir dann am Waldsaum oben waren und eine Krähe aufscheuchten ... und wie sie über das Tal dahinflog ... und wie du sagtest: sieh mal, ihre Flügelbewegung! wie ruhig und sicher und selbstverständlich! so ohne jede Sorge, zu fallen! ... der Mensch hat immer Angst! weißt du noch?

 

Ich würde sagen: Komm du zu mir am Sonntag, aber ich habe große Räumerei und ... ich mochte lieber zu dir kommen!

 

Es soll ein Sonntag sein wie früher und wir wollen von Zeiten reden, die vergangen sind ... wie schön es mitunter war, trotz Leid und Sorgen ...
und von allem, das wir zusammen hatten!
und was wir alles hofften und träumten und wie es war und wurde und wie eins ums andere sich erfüllte ... wenn auch ganz anders, als wir dachten!
und wie sich auch erfüllen wird, was wir heute träumen ... obschon wahrscheinlich ebenso ganz anders, als wir denken!

 

Und dann ...
dann zünden wir alle Lampen und Kerzen an, daß es schön und hell und froh und heiter ist ...
wie zu Weihnachten ...
ja? wollen wir?
und dann ...
dann sagen wir uns, wie lieb wir uns haben und geben uns die Hand:

 

Wir wollen feste Punkte für einander bleiben, was auch komme, und uns danken, was wir für einander waren
und nie den Glauben an uns verlieren und ...
wenn wir auch nicht bei einander sein können, wie wir möchten ... wir sind doch bei einander und über Berg und Tal und Land und Meer und alle Menschen hinweg ...
und niemand weiß davon und niemand kann uns etwas tun und es uns wehren!

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