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Josephine Siebe: Joli - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
authorJosephine Siebe
titleJoli
publisherVerlag von Levy & Müller
illustratorPaul Leuteritz
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140605
projectid64542dc7
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Viertes Kapitel.

Es geht übers Weltmeer.

Am zweiten Tage nach dem Brande ging durch Feldburgs Straßen ein Mann mit schweren, wiegenden Schritten. Er musterte die Häuser, schaute sich alle Vorübergehenden sehr genau an, und Mutter Wicherten, die gerade zum Fenster hinaussah, sagte zu ihrer Freundin: »Das ist 'n Fremder, und 'n Seemann ist's, man sieht's am wackeligen Gang!«

Mutter Wicherten hatte recht; fremd war der Mann wirklich im Städtchen, und die weite See war seine Heimat. Auf dem Marktplatz blieb der Fremde stehen und fragte einen Vorübergehenden, der eben aus einem Hause herauskam, einen endlos langen Kerl, ob er nicht den Weg nach der Hesseschen Kunst- und Handelsgärtnerei wüßte.

»Da,« sagte der Lange kurz und zeigte mit der Hand geradeaus. Er schritt selbst mit seinen langen Beinen die bezeichnete Straße entlang.

»Geht's dahin, wo Sie hingehen?« fragte der Fremde noch einmal etwas unsicher.

»Hm,« knurrte der Lange, nickte und ging weiter. Der andere folgte ihm, und so liefen beide hintereinander in ziemlicher Eile die Straße entlang.

»So'n Stockfisch,« dachte der Fremde etliche Male, er trabte aber stumm hinter dem Langen, der endlose Schritte machte, einher.

Die Häuser wurden spärlicher, Gärten kamen, und dann standen beide Männer vor einem rauchenden, schwärzlichen Haufen.

»Alle Wetter noch mal!« rief der Fremde. »Bei meiner Seele, was ist denn das? Hier hat's ja wohl gebrannt?«

»'ne Überschwemmung war's nicht,« brummte der Lange und schaute noch immer den rauchenden Trümmerhaufen wütend an.

»Grobian,« knurrte der Fremde, »wissen Sie, wo Herr Hesse ist?«

»Da!« Der Lange zeigte rückwärts nach der Stadt.

»Hol' Sie der Fliegende Holländer!« rief der Seemann ärgerlich. »Daher komm' ich doch! Warum haben Sie mir das nicht gleich gesagt?«

Fabian, das war der Lange, sah den Fremden erstaunt an und brummte nach einer Pause: »Hm, fragten ja nicht!«

»Hm, freilich, ich habe nach der Gärtnerei gefragt, aber, Mensch, da konnten Sie mir doch sagen, daß die abgebrannt ist!«

»Haben nicht gefragt!« brummte Fabian wieder, den diese lange Unterhaltung anzustrengen begann.

»Nee,« schrie der Fremde, »so 'ne Dummheit! Wenn ich mal meinen Vetter besuchen will, dann soll ich wohl vorher fragen: Ist das Haus abgebrannt, weggeschwemmt worden, und hast du'n Gehilfen, der lang ist wie'n Mastbaum und stumm wie'n Fisch?«

»Vetter?« Fabian riß seine Augen weit auf und musterte den Fremden von oben bis unten.

»Ja Vetter,« rief der Fremde ingrimmig, »Kapitän Breitenstein. Wird mir der lange Herr nun sagen, wo mein Vetter Hesse und seine Familie zu finden sind, und was hier geschehen ist?«

»Gebrannt hat's,« sagte Fabian trocken, »ich führ' Sie!« Er drehte sich schnell um und ging wieder der Stadt zu. Lieber machte er den Weg noch einmal hin und zurück, ehe er dem Fremden alles lang auseinandersetzte.

Kopfschüttelnd lief der wieder hinter seinem Führer her.

»Mir scheint, dem seine Worte sind Gold wert,« schalt er ärgerlich, denn auf jede Frage, die er noch stellte, erhielt er nur ein kurzes Brummen als Antwort.

Endlich blieb Fabian vor dem Hause stehen, vor dem ihn Kapitän Breitenstein vorhin nach dem Wege gefragt hatte.

»Hier,« sagte er.

»Hier?« schrie Kapitän Breitenstein. »Ja, hier gerade, just an der Stelle hab' ich Sie doch vorhin gefragt!«

Fabian nickte ganz vergnügt: »Hm, eine Treppe!« Dann kehrte er kurz wieder um und lief nach der Gärtnerei zurück.

Der Kapitän sah ihm erst wütend nach, aber seine Wut wandelte sich zuletzt in Heiterkeit, als er sah, wie Fabian seine langen Beine warf.

»Närrischer Kerl,« brummelte er lachend und betrat das Haus, um nach jahrelanger Abwesenheit wieder einmal seine Verwandten zu besuchen.

Er fand die Familie beieinander. Die alte Dame, der das Haus gehörte, hatte ein paar leere Stuben hergegeben. Bekannte hatten Möbel, Betten, Kleidungsstücke gebracht, und so hatten Hesses wenigstens am dritten Feiertag wieder ein Heim. Sogar ein Tannenbaum stand im Wohnzimmer, darunter lagen allerlei Spielsachen; liebe freundliche Hände hatten schnell für die Kinder noch einmal aufgebaut. Bubele spielte schon wieder ganz getröstet und sehr vergnügt mit einem Hühnerhof, und Babele hatte ein Puppenkind im Arm. Es war nicht so schön wie das verbrannte, aber der kleinen Puppenmama gefiel es doch recht gut.

Nicht ganz so vergnügt und getröstet wie die kleinen Geschwister saßen Dietrich und Lieselinchen in einer Ecke und spielten Domino. Sie waren schon groß genug, um zu merken, daß die Eltern Sorgen hatten; sie ahnten freilich nicht, daß der Brand den Vater um den größten Teil seines Vermögens gebracht hatte. Der sprach mit der Mutter ernst von der Zukunft, auch davon, daß es vielleicht am besten sei, den Garten dem adligen Nachbar zu verkaufen und doch nach Brasilien auszuwandern.

»Aber die Kinder, wo sollen sie dort in die Schule gehen?« seufzte die Mutter.

»Nun, es leben dort doch noch mehr Deutsche,« sagte Herr Hesse gerade, als mit ziemlichem Getöse draußen die Klingel gezogen wurde, und dann polterte ein wackliger Schritt auf dem Flur.

»Der Weihnachtsmann,« riefen Bubele und Babele. Aber es war nicht der Weihnachtsmann, der eintrat, sondern einer, der ihnen allen fremd war. Nur der Vater erkannte den Vetter und Jugendfreund Reinhold Breitenstein gleich; er streckte ihm froh beide Hände entgegen: »Doch noch eine rechte Weihnachtsfreude ist das!«

»Na, Gott sei Dank,« rief der Kapitän, »ihr seid wenigstens alle munter an Bord. Aus dem schweigsamen Mastbaum vorhin war ja kein Wörtchen herauszukriegen!« und mit behaglichem Lachen erzählte er seine Begegnung mit Fabian. Sein Lachen steckte an, die Kinder wurden gleich zutraulich, und nach wenigen Minuten standen sie alle vergnügt um Onkel Reinhold herum, von dem sie schon so viel gehört hatten. Tausend Fragen lagen auf ihren Lippen, aber der Onkel wollte erst alles haarklein wissen, vom Brand, und wie er entstanden war.

Nun war zwar den Kindern der Hausbrand ungeheuer wichtig, aber sie meinten doch, der Onkel müßte etwas erzählen. Immer wieder fragte eins: »Onkel, hast du schon richtige Indianer gesehen?« oder: »Onkel, bist du schon bei den Chinesen gewesen?« – »Wie kommt es denn, daß du jetzt wieder nach Deutschland gekommen bist?« wollten nun auch die Eltern wissen. »Wo warst du zuletzt? Warum hast du nicht geschrieben?«

»Kommt alles an die Reihe, man hübsch nach und nach alles verstauen,« lachte der Heimgekehrte. »Jetzt wäre mir der Kaffee am liebsten, den das kleine Segelschiff da bringt.« Damit meinte er Lina, die gerade mit Kaffee und Kuchen in das Zimmer kam.

»Unsere Lina ist doch kein Schiff!« schrie Bubele verdutzt. Lina aber grollte: »Nee, ganz gewiß, ich bin kein Schiff und geh auch nie auf eins drauf, denn warum? das Wasser hat keine Balken!« Mit diesen Worten drehte sie sich um und verließ sehr gekränkt das Zimmer.

Drinnen aber begann der Onkel, unbekümmert um Linas Groll, zu erzählen von seinen Fahrten auf dem Wasser, das freilich keine Balken hat. Er hatte sehr viel gesehen und erlebt und wußte recht anschaulich und drollig von fremden Ländern, fremden Völkern, von seltsamen Tieren und Pflanzen zu erzählen. Er hatte schwarze, braune und gelbe Menschen gesehen, war im Urwald gewesen und durch die Wüste geritten, war auf einsamen Inseln gelandet und hatte sich von turmhohen Häusern aus amerikanische Städte angeschaut.

»Er ist wie Sindbad, der Seefahrer,« flüsterte Dietrich seiner Schwester zu, und Lieselinchen nickte; es war wie ein Märchen. Und just da sagte der Onkel: »So, und nun reden wir einmal ernsthaft von eurem Land in Brasilien.«

Die Kinder staunten; von dem Land wußten sie ja gar nichts, nie hatten die Eltern davon gesprochen. Ihr Staunen wuchs, als nun der Onkel von dem Stück Urwald erzählte, das dem Vater gehörte, »'s ist schade drum,« sagte der Kapitän. »Geht doch jetzt hinüber, statt hier wieder ein Haus aufzubauen!«

Nach Brasilien! Wie das lockend klang! Die Kinder bekamen große, sehnsüchtige Augen, und Bubele bettelte plötzlich: »Woll'n reisen, bitte, schnell, ja Mutti?« Er wäre am liebsten schnurstracks nach Brasilien gefahren. Auch Babeles Lust war sehr groß, ihr Herzelein wurde nur von der Sorge beschwert, daß die neue Puppe keinen Hut und Mantel zur Reise hatte.

»Langsam, langsam,« mahnte der Vater, »solche Reisen macht man nicht im Handumdrehen.«

»Geht zu Bett!« sagte die Mutter da plötzlich, die fand, die Kleinen hätten gerade genug von dem fremden Wunderland gehört. Damit waren Bubele und Babele gar nicht einverstanden, und wenn Schwester Lieselinchen sich nicht erboten hätte, die kleinen Schelme ins Bett zu bringen, dann wären sicher noch Tränlein geflossen an diesem Abend. Aber auch für Dietrich und Lieselinchen war das Zuhören nun zu Ende, denn die Eltern meinten, es sei besser, einmal allein mit dem Onkel die Sache zu besprechen. Je mehr sie davon sprachen, desto schwerer erschien es ihnen, das liebe, deutsche Heimatland zu verlassen, um in die Fremde zu ziehen. Es gab für sie sehr vieles zu bedenken und zu überlegen, woran die Kinder gar nicht dachten. Die träumten nur von dem fernen Wunderland, von dem Urwald mit seinen Riesenbäumen, mit den Papageien, Affen und all den andern fremden, seltsamen Tieren.

Dietrich und Lieselinchen hockten in der Küche, während im Zimmer die Eltern mit dem Onkel Kapitän sprachen. Fabian, der wieder zurückgekehrt war, saß auf der Ofenbank und ließ sich von Brasilien und vom Urwald erzählen.

»Ach, wenn wir nur reisten!« rief Dietrich begeistert.

»Hm,« brummelte Fabian und tat die Pfeife, an der er rauchte, aus dem rechten in den linken Mundwinkel.

»Wär' das nicht wundervoll?« fragte Lieselinchen.

»Hm, schon,« knurrte Fabian weiter.

»Freilich ist's sehr weit,« meinte die Kleine nun nachdenklich.

»Ich geh mit,« sagte Fabian kurz.

»Du gehst mit?« schrieen die Kinder entzückt. »Ach, das wird fein! Dich brauchen wir natürlich, ohne dich können wir ja gar nicht reisen, du mußt dort mit helfen; dort gibt es doch auch einen Garten und ein Haus, ja freilich, du mußt mit.«

»Nu eben,« nickte der lange Mastbaum, wie der Onkel ihn genannt hatte, befriedigt.

Die Kinder schwatzten nun selig von der gemeinsamen Reise, und Fabian brummelte etliche Male vergnügt dazu, und alle drei achteten gar nicht auf Lina, die still im Ofenwinkel saß. Sie hatte Kartoffeln schälen wollen, aber ihre Hände sanken müßig in den Schoß, und immer trauriger wurde ihr Gesicht, als die Kinder von der weiten Reise sprachen. Plötzlich brach sie in ein wildes Weinen aus und schrie: »Ach, nun gehen alle weg, so weit weg, und ich bleibe allein! Huhuhu, das ist meine Strafe!«

»Hm,« knurrte Fabian nur und nickte mit dem Kopf.

Die Kinder aber schauten sich verdutzt an. »O Lina,« riefen sie, »warum sollst du denn bestraft werden?«

»Ja warum?« fragte Frau Hesse, die in der offenen Türe stand; sie hatte schon eine ganze Weile dem Gespräch zugehört.

»Ich halt's nicht mehr aus, ich muß es sagen,« heulte Lina, »ich – ach mein Gott – ich –«

»Du warst wohl noch mit einem Licht im Weihnachtszimmer?« fragte Frau Hesse ernst; ihr war längst das verstörte Wesen des Mädchens aufgefallen.

»Wird's wohl gewesen sein,« knurrte Fabian, der das auch längst gedacht hatte.

Lina senkte beschämt den Kopf, und unter heißen, bitteren Reuetränen bekannte sie stockend, daß sie noch mit einem brennenden Licht im Weihnachtszimmer gewesen sei.

»O Lina,« rief Lieselinchen, »und du sagtest doch, Joli –«

Ein ernster Blick der Mutter hieß die Kleine schweigen. Frau Hesse winkte Lina und verließ mit ihr die Küche. Sie und ihr Mann sprachen dann lange allein mit dem Mädchen, was, erfuhren die Kinder nicht, aber sie hörten keinen Vorwurf von den Eltern. Da schwiegen sie auch, ja einmal, als Lieselinchen Lina so traurig sah, lief sie zu ihr hin und streichelte sie freundlich. Die schluchzte: »Ach, könnt' ich doch das Haus wieder aufbauen! Deine Eltern sind so gut, Lieselinchen, so gut, nicht mal schelten tun sie. Aber ich geh mit nach'm Urwald, und wenn da die Affen herumsitzen wie bei uns die Fliegen.«

Bei diesem Entschlüsse blieb Lina auch, als die Auswanderung nach Brasilien nun wirklich fest beschlossen wurde.

»Nehmen Sie mich mit,« bat sie, »jemand muß doch da sein, der die Wäsche ordentlich wäscht, denn Negers tun so was woll nicht.«

»Aber das Wasser hat keine Balken,« neckte der Onkel Kapitän.

»Und Affen gibt es so viele dort,« sagte Dietrich.

»Na, wenn sie alle so sind wie unser Joli, dann mag's woll gehen,« sagte sie seufzend und warf Joli einen freundlichen Blick zu. »Und übers Wasser werde ich mit Gottes Hilfe auch kommen, mit muß ich.«

Es blieb dabei, Lina reiste mit. So schnell, wie die Kinder gedacht hatten, die am liebsten gleich gefahren wären, ging es aber doch nicht. Erst mußte Herr Hesse sein Grundstück verkaufen, und da sein Nachbar selbst verreist war, dauerte das recht lange. Dann mußte eine Einrichtung besorgt werden, Kleider, Wäsche, allerlei Dinge, die man im Urwald brauchte und dort nicht kaufen konnte. Kisten und Koffer wurden mit all den neuen Dingen vollgepackt. Darüber vergingen die Wochen, der Frühling zog ins Land, und der Sommer kam, da endlich nahte sich der Tag der Abreise.

. Die Kinder hatten in diesen Wochen immer und immer von dem fernen Wunderland gesprochen, aber nun war es ihnen doch seltsam zumute, als es ans rechte Abschiednehmen ging. Dietrich und Lieselinchen gingen zum letztenmal in die Schule, zum letztenmal waren sie mit ihren Freunden und Freundinnen zusammen, die sie vielleicht nie wiedersehen würden. Jedes Haus, jeder Baum, jeder Stein des holprigen Pflasters der kleinen Stadt schien an diesem Tage zu singen: »Morgen geht es fort, morgen geht es fort!«

Noch einmal liefen die Kinder vor das Tor hinaus, schauten über den Zaun in den lieben, alten Garten, in dem die Rosen blühten und dufteten, und in dem nun fremde Leute arbeiteten. Da war es wieder, als riefen alle Blätter und Blüten, alle Vögel in den Zweigen: »Morgen geht es fort, morgen geht es fort!«

Und als die Kinder zurückkamen, alle vier Hand in Hand, mit trübseligen Mienen, kamen sie an der Mutter Wicherten vorbei, die unter ihrem großen roten, arg geflickten Schirm saß und Obst verkaufte. »Na,« rief diese, und die hellen Tränen purzelten ihr über die Backen, »nun geht ihr fort, weit fort, das will mir gar nicht gefallen!«

»Ich möcht' dableiben,« schluchzte das Babele plötzlich, von Abschiedsweh ergriffen, und das Bubele schrie geschwind nach: »Dableiben!«

»Na, na, nu fahrt man,« sagte Mutter Wicherten betrübt, »aber kommt bald wieder, alle mitsammen, hört ihr? Auf Wiedersehen!«

Und alle vier Geschwister riefen es ihr unwillkürlich nach:

»Auf Wiedersehen!«

»Auf Wiedersehen!« sagten auch viele Freunde am nächsten Morgen, als die Familie Hesse in den Zug stieg, der sie nach Hamburg bringen sollte. Von dort aus ging es dann mit dem Schiff in die weite Welt hinein.

»Auf Wiedersehen!« sagte die Mutter leise, als sie vom Zug noch einmal den Garten erblickte, auf dem das liebe Heimathaus gestanden hatte.

»Wenn wir dort ankommen, ist es schon Herbst,« sagte Lieselinchen nachdenklich.

»Bewahre, Frühling, da ist alles umgekehrt wie hier,« meinte Fabian.

»Du meine Güte, so'n Land!« schrie Lina erschrocken. »Dort muß ich ja woll am Tag schlafen und in der Nacht arbeiten, wenn alles umgekehrt ist? Na, das wird eine kuriose Geschichte werden!«

.

»Ja, dort muß man auf den Händen gehen und mit den Beinen essen,« sagte Fabian ernsthaft, dabei lachte ihm aber der Schelm aus den Augen.

»Uh je, wie gräßlich!« schrie Lina, die leicht auf jede Neckerei hereinfiel. Erst das übermütige Lachen der Kinder belehrte sie, daß sie mal wieder einen rechten Unsinn geglaubt hatte. In der Freude über den Scherz merkten die Kinder gar nicht, daß sie der Zug schnell der Heimat entführte, und auf einmal war alles schon fremd und unbekannt, und Feldburg war hinter den blauen Bergen verschwunden.

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