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Jeremias. Höret die Stimme

Franz Werfel: Jeremias. Höret die Stimme - Kapitel 28
Quellenangabe
authorFranz Werfel
titleJeremias. Höret die Stimme
publisherS. Fischer Verlag
year1956
firstpub1938
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180316
projectid6c149880
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Siebenundzwanzigstes Kapitel.
Aus der Tiefe und aus der Höhe

Der kühle Schlamm ging Jirmijah bis zu den Knien. Er stand aufrecht, ohne sich zu regen. Die geringste Bewegung (wenn er an seinem verunreinigten Leib hinabsah) steigerte den Ekel so sehr, daß er zu vergehen meinte. Trübe Dämmerung und scharfer Gestank hüllten ihn ein. Vielleicht lag hier unten im Kot auch verwesendes Tieraas, das die Luft verpestete. Dann und wann glucksten Ratten aus der feuchten Schicht hervor und schossen an ihm vorbei in irgendein Erdloch. Noch war es Tag. Wie aber sollte er in diesem Pfuhl, in diesem Grabe, in diesem Scheol der Jauche die Nacht überstehen, ja die Nacht über stehen, die kommende? Es währte nicht lange, daß Jirmijah in fassungsloser Angst, in fassungslosem Ekel seiner nicht Herr war. Sein Geist begann sehr schnell wieder, wie er's gewohnt war, zu arbeiten, das heißt den Sinn seiner Lage auf Gott hin zu durchdringen. Nicht hatte der Herr ein abscheuliches aber nichtssagendes Leiden über ihn verhängt. Alles sprach sich aus. Jedes Geschehen war ein Sprechen, das durch sich selbst seinen Sinn bekanntgab wie der Ton in des Töpfers Hand. Der ganze Weltlauf, ob Mückenflug, ob Kriegsgetümmel, beichtete, indem er sich ereignete, das ihm innewohnende Geheimnis. Daß er, der Ausgesonderte, ohne Schuld im Stinkpfuhl bis zu den Knien im Kote stand, auch dies sagte etwas Bedeutendes aus, dadurch, daß es geschah. Zur Erkenntnis dieser Bedeutung aber verhalf ihm die Rede Jerijahs, die er noch im Ohr trug. Ohne Zweifel hatte ihn der Herr durch Chananjahs Sohn vor dem sicheren Tode bewahrt. Zugleich aber hatte Adonai den gehässigen Mund des Hauptmannes dazu benützt, um vom »Wort Gottes« zu sprechen, »das in einen abscheulichen Leib niedersteigt, voll Schleim und Rotz, voll Kot und Kutteln!« Mit einem Schlage verstand Jirmijah das Grauen und den Ekel, die den Herrn erfüllen mußten, wenn er sein Wort herabsandte, daß es aus einem menschlich-leiblichen Gehäuse ertöne. Jirmijahs eigene schlimme Lage in diesem Kotgrabe entsprach der schlimmen Lage des göttlichen Wortes, das unermüdlich immer wieder niederstieg, um Israel zu retten, und immer wieder ungehört verschmachten mußte. Dabei war der Ekel, den der Kot verbreitete, gewiß nur ein gedämpftes Abbild des göttlichen Ekels, der durch den Kot des Geistes hervorgerufen wurde, durch Abfall, Untreue, Sünde, Götzendienst, Greuel, Liebesverrat, durch alles, was sich von der urersten Freude haßvoll entfernte. Da überflutete den Herabgestürzten in seinem Pfuhl ein warmes Erbarmen mit dem leidenden Allerbarmer und er hob seine Hände aus der Tiefe zu ihm empor mit großer Innigkeit.

Seine Beine standen und standen und wurden nicht müde, da sein Herz von mächtigem Erkennen rauschte. Er hatte wohlgewollt und sich hingegeben. Dafür war er geschändet und von den Menschen dem langsamen Tode vorgeworfen worden. Das Bewußtsein aber, daß sein Leiden für und durch Jakobs Volk nur eine Sinnspiegelung sei, versetzte Jirmijah in einen unbekannten Zustand starrer Entrückung, so daß er seinen entwürdigten Körper kaum mehr spürte und den scharfen Jauchengestank kaum mehr roch. Diese starre Entrückung half ihm über Stunden und Stunden hinweg. Er hörte nur wie im Traum das Plärren der Lärmtrompeten und den dampfenden Kampflärm, der sich vor den nördlichen Toren erhob und erst in der letzten Dämmerung verebbte. Groß wuchsen die Sterne über der »Zisterne des Königssohns«. Plötzlich schwebte im Sternlicht etwas Großes an einem Seil die Grubenwand hinab. Es war ein Lehnsitz, dessen Beine durch angenagelte Stelzen eilig verlängert worden waren. An den Armlehnen dieses Stuhls aber hing ein angebundenes Körbchen mit Speise und ein versiegelter Weinkrug. Wer hatte seiner gedacht, wer es gewagt, ihn vom Tode des Verschmachtens zu befreien? Baruch? Die Königinnen? Irrtum! Die Fürsten hatten die Zugänge zum Wachthof des Königs absperren lassen. Weder die Königinnen noch auch Baruch kannten Jirmijahs Los noch. Ein geringer Mann war es, der sich seiner erbarmt hatte, ohne sich ihm noch zu erkennen zu geben. Weit größer aber als die Wohltat dieses Mannes war die andre Hilfe, die Jirmijah zuteil ward. Wie in der ewigen Nacht der Gewölbe ihn der Engel des Gleichmuts umfaßt hatte, so umfaßte ihn in der Tiefe des Stinkpfuhls die starre Entrückung immer fester, immer befreiender. Und wie ihm dort das Ohr geöffnet ward für fernste Lautgespinste, so wurde ihm hier der Mund geöffnet zu bittersüßen Klagegesängen, deren Wort und Weise wie ohne sein Zutun aus der gebannten Seele strömte und sie einhüllte. Und Jirmijahs Stimme erhob sich sanft und stark aus der Tiefe. Sie erfüllte den ganzen Raum der Nacht, sie schwebte mit dem wachsenden Mondlicht in die offenen Fenster der Paläste und tat kund, wer in der Grube litt. Die schlaflose Maacha aber vernahm die Klagegesänge und entsetzte sich und brach in Schluchzen aus, als sie die Worte unterschied:

»Ich bin der Mann, der das Elend geschaut hat und seine Rute. Er hat mich geführt und lassen gehn in der Finsternis und nicht im Licht. / Gegen mich gewendet bleibt seine Hand, immer und immer wieder. / Er hat mir das Fleisch und die Haut zerfetzt und die Knochen im Leibe zerbrochen. / Verbaut von Mühsal, umringt von Haß, wie ein Toter steh ich im Finstern. / Eingezäunt, weh, ich kann nicht hinaus, schwer ist die Fessel, verlegt ist der Weg. / Mein lauernder Bär bist du, mein Löwe im Verhau. Zermalmt hast du mich, zum Entsetzen gemacht. / Du spannst deinen Bogen und stellst mich ans Ziel. Schon steckt mir dein Pfeil in der Niere. / Mußt ich nicht denken, meine Hoffnung ist hin und gestorben sei mein Vertrauen? / Ich aber will singen zu meinem Herzen: Die Liebe Gottes ist nicht dahin, und sein Erbarmen mit mir nicht zu Ende. / An jedem Morgen geht seine Treue auf, frisch und neu und voll Erwachens ...«

   

Jirmijah saß mit hochgezogenen Beinen auf dem von unbekannter Helferhand herabgelassenen Sitz. Ein heftiger Anfall seines Fiebers war über ihn gekommen. Wenn aber das Fieber sich mit solcher Kraft einstellte wie jetzt, war es der Seele nicht widerwärtig. Es löste jene starre Verzückung ab, spann ein Netz von Bildern und Klängen um den Erschöpften, in denen das Leiden des Körpers verging. Jirmijah wußte nicht, wie viele Stunden der Nacht schon verflossen waren. Er hatte des Rufs der Priesterposaunen nicht geachtet, wenn sie eine neue Nachtwache ankündigten. Die Sterne standen schon spärlicher am Himmel, ein Zeichen, daß Mitternacht vorbei war. Etwas schien sich vor Jirmijahs Sinnen verändert zu haben. Nicht sogleich konnte sein Wittern unterscheiden, was sich da vor seinen Sinnen verändert hatte. Allmählich erst wurde es ihm klar, daß diese Verwandlung mit dem scharfen Jauchengestank zusammenhing, der sich langsam zurückzog und einem wachsenden Wohlduft Platz machte, der an Räucherkorn gemahnte und dann an flüssige Myrrhe, mit denen Königinnen ihre Haut zu beträufeln pflegen. Als aber dieser Räucherduft, der zugleich ein frauenhaftes Arom war, den letzten Pesthauch des Pfuhles überwunden hatte, geschah etwas ganz Unerwartetes. Im Ausschnitt der Grube, über welcher die blassen Frühlingssterne der Nachmitternacht zitterten, erschien ein Vogel mit gespreiteten Schwingen und blieb in taumelnder Schwebe. Welch ein räuberischer Nachtvogel mochte das sein, der hier seine schmutzige Beute suchte? Es war aber trotz dieser Stunde kein Nachtvogel, sondern eine große, wohl allzu früh erwachte Schwalbe, leicht zu erkennen am Schwirren und blitzschnellen Falten der Flügel. Gibt es eine Schwalbe, überlegte Jirmijah verwundert, die nachts in die Tiefe zu Ratten und Lurchen hinabfährt? Doch während er dieses noch bedachte, wußte er schon immer inniger, daß die Schwalbe niemand andrer als Zenua war, die ihn heimsuchte. »Wenn die Schwalbe sich auf deine Schulter setzt, gewähre es ihr.« Diese flüsternde Bitte der Sterbenden lebte auf in ihm. Die Schwalbe aber schien noch ein wenig zu zögern, faltete und entfaltete zuckend ihre Schwingen, plötzlich aber schoß sie herab und setzte sich nicht nur leicht, sondern völlig unfühlbar auf Jirmijahs linke Schulter, seinem Herzen nah.

»Bräutigam«, sagte die Schwalbe. Es war kein vogelhaftes Zwitschern, sondern Zenuas eigene Stimme, nur seltsam verkleinert, gedämpft und entfernt. Behutsam, damit er der gebrechlichen Seelengestalt auf seiner linken Schulter durch keine Bewegung und keinen groben Hauch wehe tue, flüsterte der Gerufene:

»Zenua ... Braut ... Seele der Völker ...«

»Da bin ich«, erklang die verkleinerte aber reine Stimme, »damit du die Bitte mir gewährest ...«

»Braut«, klagte Jirmijah, »in ein schlimmes Hochzeitsgemach bist du hinabgefahren zum Bräutigam.«

Die schwerlose Zierlichkeit auf seiner linken Schulter schien in ihrer Antwort zu lächeln:

»Tragen wir das Hochzeitsgemach nicht in uns? ...«

Und wirklich; nun waren sie in einem festlich geschmückten Raum beieinander, Jirmijah und Zenua. Er lehnte in einem breiten Löwenstuhl. Sie aber kniete an seiner linken Seite nach Art der edlen ägyptischen Damen. Jirmijah fühlte ihre atmende Mädchenheit neben sich und dennoch sah er sie nicht.

»Bräutigam«, sagte sie, »nicht entlassen bist du aus dem Verlöbnis. Die Braut wartet an ihrem geschmückten Ort des Tages ...«

»Seele aus Heidenland! Wieviel Zeit, wieviel Leid vergeht bis zum Tage der Einung?«

Durch den Ernst ihrer Worte schimmerte der liebliche Mädchenspott, den Jirmijah so gut an ihr kannte:

»Hast du's mich nicht selbst gelehrt, Lehrer? ... Ein Wanderer ist der Himmel wie Jakobs Geschlecht ...«

»Wann, Zenua, wann wird er's erwandert haben?«

»Wenn er Chaib, den Schattenfächer, fallen läßt, wie ich, die Kleine, ihn mußte fallen lassen ...«

»Die Braut weiß Dinge«, lobte Jirmijah, »die der Bräutigam nicht weiß. Lehre mich weiter davon ... Wann wird das sein?«

»Wenn das Licht so licht sein wird«, sagte die Unsichtbare, »daß die Leiber keine Schatten mehr werfen ...«

»Seele der Völker, was nützt das«, – mit Schluchzen brach's aus Jirmijah – »denn ich leide gar sehr am Leiden dieses Volkes, jetzt und hier ... Hilf mir doch!«

Und Zenua half dem Bräutigam auf der Stelle. Er war durch ihre Hilfe selbst zu einem Vogel geworden, wenn er auch nicht wußte zu welchem und seines Leibes nicht anders fühlend war als sonst. Anders und erneuert dünkte ihn nur eines, sein Blick. Ja, ein richtiger Vogelblick war sein, der Blick von oben über wankendes Feldgebreite, der Blick aus runden, gänzlich geöffneten, lidlosen schlaflosen Augen. Und mit diesen runden, gänzlich geöffneten, lidlosen Augen hockte er nun unter den nächtlich aufgeplusterten Vögeln Mardukhs im hohen Gestänge eines Prunkzeltes und sah auf das königliche Bettlager hinab, das auf dem Rücken zweier langhalsiger Golddrachen üppig ruhte. Nebukadnezar aber hatte sich noch nicht ausgestreckt, sondern saß im sandelfarbenen Rock auf dem Bettrand und hielt Landtag mit seinen Vögeln im Gestänge. Die aufgeplusterten Beisitzer und Ratspersonen in der Höhe schienen mit Mardukh unzufrieden zu sein, denn sie lauschten scharf und tadelsüchtig seinen Worten.

»Was ist das nur mit uns?« rief der Großherr mißmutig verwundert. »Drei Jahre liegen wir schon wider diese elende Stadt und lassen es zu, daß sie sich wehrt und bewahrt in ihren Mauern. Die Zeit vergeht und drei Edelsteine aus dem Ring meiner Herrschaft habe ich hingegeben. Wann soll ich das Werk Mardukhs tun und in erbauende Übereinstimmung die Welt und ihre Völker bringen?«

Um Jirmijah brach ein zornig-höhnisches Gekreische und Geschrille los. Die Menschenrede der Vögel überstürzte sich ungeschickt, wiederholte, verdrehte, zerzog die Worte, bis sich endlich aus dem unablässig gepfiffenen »Melech Babilu, Melech Babilu« die gesetztere Stimme eines Großschnabels vernehmlich löste.

»Warum fällt Mardukh Nergal immer in den Arm?« knarrte der Großschnabel.

Nebukadnezar wies ihn zurecht: »Nicht ist Nergals Werk mein Werk auf Erden. Nergal hat mir zu dienen ...«

»Du aber dienst Nergal«, krächzte der Großschnabel, »und nicht er dir, in all deiner Zeit ... Wirf das Goldschaufelchen des Lohnarbeiters aus deinem Gürtel ...«

Sofort setzte das überstürzte Gekreisch der andern Ratspersonen wieder ein.

»Krieg ... Krieg ... Krieg ...« plärrten sie durcheinander. »Kein Ende damit ... Wirf fort das Schaufelchen ... Deine Zeit vergeht ...«

Mit geballter Faust befahl Nebukadnezar den Spottgeistern Ruhe.

»Meine Zeit vergeht«, rief er, »und dieser schlechte Hund von einem Verräter, den ich selbst mit der Herrschaft belehnte, widersteht mir ...«

»Er widersteht dir«, höhnte der Großschnabel, vermutlich der Vogelkanzler, »er widersteht Mardukh, weil Mardukh sich fürchtet ...«

»Wovor soll Mardukh sich fürchten?« drohte der Großherr ins Gestänge. Neues Kreischen und Durcheinanderschrillen, das der Vogelkanzler krächzend abschnitt:

»Du fürchtest die Folgen ... Du fürchtest den Gott, den du nicht kennst ... In Übereinstimmung ist die Himmelsschrift und die Schrift des Weissagers ...«

Nebukadnezar schwieg, ließ Zeit vergehen, endlich bekannte er seinem Landtag:

»Es ist wahr ... Die Folgen sind schlimm, wenn ich keine neuen Ursachen setze ... Nur ein kurzes Ner dauert mein Weltenjahr ... Nach siebzig Jahren stürzt alles zusammen ... Ein Unbekannter hat mich zu seinem Knecht gemacht ...«

»Melech Babilu ... Melech Babilu ...«, plärrten die Vögel aufgeregt um Jirmijah und erzeugten, flügelschlagend, einen heftigen Luftzug der Angst: »Befreie dich ... mach dich frei ...«

»So ratet mir!« rief Mardukh. »Wenn ich diese elende Stadt und den Tempel darin, das heilige Gut ihres Gottes zerstöre, zerstöre ich mich selbst nach siebzig Jahren ...«

»Zerstöre nicht ... zerstöre nicht«, gellten die Vögel außer sich. »Und dies ist kein Lotterwort und kein Zaubergelalle, sondern errechnet ist's«, sprach Mardukh zu sich selbst, um sich dann sogleich wieder an den Landtag zu wenden: »Zerstöre ich aber das Gut dieses Gottes nicht, erhebe ich mein Haupt über die alten Ursachen, was dann!? Dann habe ich Mardukhs Ehre vor den höhnischen Völkern zunichte gemacht. Dann gebe ich neuen Mut allen Verrätern. Um Babel nicht zu zerstören, muß ich diese elende Stadt zerstören ...«

»Zerstöre ... Zerstöre«, fielen die vergeßlichen Vögel ein. Jetzt erst sah Jirmijah mit seinem runden Blick aus der Höhe, daß im Eingang des Zeltes ein Mann kniete. Eine der verglühenden Lampen warf einen aufatmenden Schein auf den Mann. Blut rann ihm über die Stirn. In seiner Brust steckten vier Schwerter bis zum Heft. Es war Gedaljah, Ahikams Sohn. Er hob die Arme flehend gegen Nebukadnezar, der ihn kaum beachtete, und stieß mit letzter Kraft röchelnd hervor:

»Möge mein großer Herr doch das Haus Gottes vom Hause Davids trennen!«

Nach diesen Worten sank Gedaljah in sich zusammen. Sein blutiger Tod aber machte auf Mardukh nicht den geringsten Eindruck. Er wandte das knabenhaft trotzige Rundgesicht zur Höhe und redete nicht den Großschnabel und nicht seine Vögel im allgemeinen, sondern, wie es schien, Jirmijah einzeln und unmittelbar an.

»Der Sohn Davids«, sagte er, »komme in Sack und Asche, bloßfüßig, werfe sich nieder vor mir und leiste Demut aller Arten, dann will ich schonen das Gut seines Baals, und er selbst und seine Sippe mag leben ...«

Mit einem Schrei wollte Jirmijah fragen, ob dies Mardukhs feste, letzte Entscheidung sei. Doch seine Kehle gab nicht einmal einen ungestalten Vogellaut her. Über dieser qualvollen Anstrengung wurde alles wirr, und er fand sich mit gelähmten Gliedern auf seinem Sitz in der Kotgrube wieder.

Im Erwachen jedoch ertönten die letzten Worte, die Mardukh im Traumgesichte gesprochen, noch einmal als sanfte und klare Raunung in seinem Ohr. Er blickte empor. Der Hauch des Morgengrauens stand über ihm. Sein Leib war vor Kälte erstarrt. Plötzlich schrak er zusammen. Jetzt erst hörte er diese Flüsterrufe, die vom Rande des Pfuhls immer schärfer zu ihm hinabdrangen:

»Jirmijah ... Lehrer ... Jirmejahu ...«

Es war das Flüstern Ebedmelechs, des Mohren. Jirmijah gewahrte den dunklen Kopf, der sich über die Zisterne beugte. Mit raschen Zischworten erklärte der Kuschit dem Hinabgeworfenen, was er zu tun habe. Feste Seile seien bereit und zwei starke Männer, ihm aus der Grube zu helfen. Der Lehrer möge dieses Bündel da auffangen. Alte Kleider aus der Vorratskammer des Palastes.

»Tu sie dick unter deine Achselhöhlen und Kniekehlen und drüber binde die Stricke fest!« Zugleich flog das Bündel hinab und die Seilenden pendelten vorsichtig nieder. Während Jirmijah sie auffing, fragte er Ebedmelech:

»Kommst du aus eigenem Willen oder sendet der König dich?«

»Ich komme aus eigenem Willen. Doch habe ich mit dem König gesprochen, und er weiß von allem.«

Der Gedanke seiner Rettung kam also nicht aus dem schuldigen Herzen Zidkijahs, sondern aus dem unschuldigen Ebedmelechs. Dieser hatte offenbar sogleich für ihn zu sorgen begonnen und mit Gefahr den Lehnsitz in die Grube hinabgelassen, damit der Stehende nicht im Kot zusammenbreche. Oh, Zidkijah, du hast trotz deiner Schamröte die Worte gesprochen: »Tuet mit ihm nach eurem Belieben!« Aus Feigheit hast du ihn, an dem deine Vernunft keinen Makel fand, den Haßtrunkenen hingeworfen. Dann aber bist du, Feiger, mit wildem Heldenmut in den Kampf gezogen und hast mit brüllendem Mund und stürmender Hand vor den Toren Tod gesät, selbst überschwenglich bereit, Tod zu empfangen. Soviel Kühnheit im Kampf und soviel Feigheit im Geist, wer enträtselt's!?

»Beeil dich, Lehrer, ehe es Licht wird«, zischte der Mohr hinab. Jirmijah schützte seine Achselhöhlen und Kniekehlen mit den alten Fetzen und knüpfte die Stricke darüber, wie ihm Ebedmelech geboten hatte. Ruckweise seilten ihn die Männer auf. Dabei wurde er mehrmals sehr hart gegen die Wände gestoßen, so daß er Verletzungen erlitt. Oben blieb er liegen, erstarrt, durchnäßt, über und über befleckt, unfähig, sich zu bewegen. Der mächtige Ebedmelech nahm ihn in die Arme und trug ihn, sein Gesicht mit einem Tuch bedeckend, wie einen Toten zu den Palästen. Die Wache vertrat ihnen den Weg. Er aber herrschte sie mit schrecklicher Stimme an: »Befehl des Königs!« In seiner eigenen Kammer entkleidete Ebedmelech Jirmijah und wusch ihm mit heißem Wasser und Lauge den Schmutz des Stinkpfuhls von den Gliedern. Dann brachte er Brot und Wein und rüstete dem Erschöpften ein Lager. Jirmijah schlief einige Stunden traumlos. Als er erwachte, beugte sich Ebedmelech erregt über ihn:

»Der König wartet auf dich ...«

Zidkijah saß im Tor Haschalischim, dem sogenannten »Festtor der Leibwache«, das Hofburg und Tempel verband, jedoch nur bei feierlichen Ein- und Umzügen freigegeben wurde. Sonst lag der Torbau verrammelt und ausgestorben. Er besaß eine Anzahl kleiner fensterloser Kammern, die auch bei Tage beinahe völlig finster waren. In eine dieser Kammern, wohlgeeignet, ein Geheimnis zu verbergen, führte Ebedmelech den gebeugten Jirmijah, der sich an seinem Arm nur langsam fortbewegte. Die Kammer der Erwartung war völlig nackt. Nur eine schmale Bank lief die Mauern entlang wie in den meisten Wachtstuben. Der König aber saß nicht auf dieser Bank, sondern auf dem Steinboden. Er war nicht mehr goldgepanzert, sondern fromm in Sterbekleider gehüllt. Wahrscheinlich hatte er nach dem Kampf nur kurze Zeit geruht und sich dann sogleich in den Tempel begeben, um an der Seite des Hohenpriesters im Heiligen zu beten. Jirmijah blieb an der Pforte stehen, die Ebedmelech leise hinter ihm schloß. Seine Augen brauchten Zeit, um sich ans Dämmerlicht zu gewöhnen und die weiße Gestalt zu erkennen, die faltenumbauscht auf der Erde hockte. Die Stimme des Königs hatte einen Sprung bekommen.

»Vielleicht wär's besser für uns beide«, sagte er zum Gruß, »wir hätten gestern den Tod gefunden, jeder auf seine Art, du und ich ...«

Eine vertrackte Anrede, auf die Jirmijah keine Antwort gab. Der König aber wurde sogleich trotzig:

»Vielleicht aber ist es besser, daß wir den Tod nicht gefunden haben, du und ich ... Du, Jirmijah, bist ihm durch meinen Befehl entronnen. Ich aber habe im Kampfe Babel Schaden zugefügt, wenn auch nicht allzuvielen Schaden dieses Mal ... Doch nun wiederhol ich's Tag für Tag und werde das Herz des Feindes heftig schwächen ... Noch stehen wir fest, mag auch der Gürtel weiter werden ... Hunger ist weniger schlimm als Durst. Und die Quellen, die Brunnen, die Teiche, die Becken sind voll trinkbaren Wassers ... Siehe, der Mut des Königs ist munter und er weiß ganz und gar nicht, was das ist: Verzweiflung! ... Du aber, Jirmijah, bist es gewesen (glaubst du, ich leugne das?), der mich zurückgeholt hat aus Ägyptenland und zur Herrschaft berufen ... Ja, du hast mich herausgerissen aus dem Hause der Knechtschaft, das für mich, bedenk ich's recht, ein liebliches, friedliches, schön bewohnbares Haus war ... Da ist es wohl billig, daß du deinen Schüler, den du aus den milden Lüften Nophs hierher rissest, gegen die Verzweiflung verteidigst ... Darum frage ich dich, Künder, was ich dich immer frage, günstige Antwort erhoffend: ›Ist ein Wort des Herrn da?‹«

Jirmijah stand matt vor dem König, der sich wie ein Trauernder oder Büßender zur Erde erniedrigt hatte. Er ließ eine dumpfe Frist verstreichen, ehe er versetzte:

»Herr, mein König! Oft und oft hast du mich das gefragt. Und oft und oft habe ich geredet, wie ich nun wieder rede: Was soll's, was frommt's? Du tust nicht nach dem Wort, es sei da oder bleibe aus. Ich aber bin zweimal schon im Rachen des Todes gewesen durch dich. Ein drittesmal gibt er mich nicht frei ...«

Aus dem Ton Zidkijahs klang es wie ein verhehltes Bittflehen:

»Verbirg mir nichts ... Und habe keine Furcht, denn ich werde dich schützen ...«

»Der König kann mich nicht schützen ...« Und Jirmijah wiederholte Zidkijahs schmähliche Worte: »Denn was vermag er gegen seine Fürsten?«

»Höre mich doch!« rief der König und hieß den Matten neben sich niedersitzen. »Ich hab's wohl gesagt, doch glaubst du wirklich, daß ich gegen diese Männer nichts vermag? Sie dienen mir mit ihrem roten Blut. Dich aber hassen sie nicht um deinet-, sondern um meinetwillen, weil sie mich lieben und weil sie den Männerkrieg ehren, den du verunehrst ... Und sind sie als Königshelden und Krieger nicht gar sehr im Recht gegen einen Mann, der ihre Stadt vor dem ersten Schwertstreich aufgegeben hat und die Mannschaft zur Flucht bewegt? ... Denke auch du billig, Jirmijah! ... Über die Worte dieser Stunde aber werde ich schweigen und sollst du schweigen ...«

Zidkijah unterbrach sich, als wittere er Lauscher. Dann fuhr er mit gesenkter Stimme fort:

»Fürchte dich nicht vor den Königsfürsten! ... Juchal ist tot. Ismaels linke Schulter hat ein Pfeil Babels durchbohrt ... Doch was bedeutet das gegen meinen festen Willen?! ... Ich werde dich nicht töten und nicht in die Hand meiner Helden geben ... Sondern fortan sollst du, geschützt vor allen Feinden, in meinem Hause mit mir leben ... In meinem innersten Hause und nicht auf dem Wachthof ... Dies aber schwört dir der König jetzt mit hocherhobener Hand zu, so wahr Gott lebt, der dieses Leben uns geschaffen hat, also soll es geschehen! ... Ist dir aber ein einfacher Schwur nicht genug, so ist der König bereit, im Tempel vor Eidzeugen den Schwur zu erneuen ...«

Jirmijah wandte ihm zwei schwere Augen zu:

»Es tut nicht not, daß der König seinen Schwur erneut. Gott, der dieses Leben uns schuf, hat ihn gehört ... Ich aber würde auch ohne Eid zu dir gesprochen haben, denn ein günstiges Wort Zebaoths ist da ...«

»Ein günstiges Wort ...« stammelte Zidkijah, wurde totenblaß, dann blutrot und seine Lippen zuckten: »Ein günstiges Wort ... Gesegnet sei dein Kommen!«

Jirmijah holte tief Atem:

»Herr, mein König! Es ist an dir, diese Stadt, dieses Volk und das ganze Land zu retten ...«

»An mir ist es, diese Stadt, dieses Volk und das ganze Land zu retten«, wiederholte Zidkijah wie ein lernendes Kind und doch schon mit einem kaum fühlbaren Schatten von Enttäuschung. Jirmijah aber nannte den Lohn vor der Forderung:

»Wenn du aber das heilige Gut Gottes rettest, dann wirst du dein eigenes Leben retten, dich und dein Haus, und deiner wird gedacht werden im Himmel und auf Erden bis ans Ende der Zeit!«

Wahrhaftig ein gewaltiger Lohn! Denn das gesegnete Angedenken oben und unten ist der Tod des Todes, ist der geheimnisvolle Kuß des Herrn. Auf welches furchtbare Begehren aber kann solch ein Lohn einzig gesetzt sein? Des Königs Frage klang wie erstickt: »Ist es eine schwere Tat, die ich tun muß?«

»Es ist keine Tat, es ist ein Weg.«

»Halt«, flüsterte der König, »rede nicht, warte noch, schweige ein wenig, bis ich mein Herz zusammengerafft habe ... Es ist keine Tat, es ist ein Weg ... Doch nein, nein, rasch, rede, damit das Wort endlich gesagt sei ...«

Jirmijah sah zu Boden, als er nun leise das Opfer enthüllte, das von Zidkijah gefordert ward:

»Der König soll hinausgehn vor die Tore der Stadt mit aufgehobenen Händen ... Sein Gewand sei zerrissen wie das eines Trauernden und sein Haar mit Asche bestaubt ... Die Großen aber, die dir mit aufgehobenen Händen folgen, sie seien gewandet wie du ... Dann aber sollst du vor Babels König treten, dich hinwerfen zu seinen Füßen und dich demütigen in jeder Art ... Tust du's, dann wird dein Leben erhalten bleiben, deiner Söhne Leben und nicht verbrannt wird werden die Stadt und das heilige Gut des Herrn ...«

Zidkijah schien in seinen weiten Sterbekleidern zu versinken und schwieg. Erst als sein Schweigen die Grenze des Erduldbaren erreicht hatte, murmelte er stockend:

»Jetzt ist das Wort gesagt und liegt offen da wie ein Abgrund ... Du aber, siehst du es vor dir, was so leicht aus deinem Munde fuhr?!«

»Herr, mein König, ich sehe es vor mir ...«

»Nichts siehst du vor dir!« brüllte der König auf wie ein Verwundeter. »Nur ich allein sehe es vor mir ... Ich sehe mich, wie ich mit aufgehobenen Händen in Bettelfetzen vor das Tor Ephraim trete ... Mir aber folgen meine Helden nicht mit aufgehobenen Händen, sondern das Hohngezisch meiner Helden und Krieger folgt mir, die ich verraten habe ... Sie speien ihrem kläglichen König nach ... Ich aber ertrag's und trete allein vor den Großherrn, werfe mich nieder, demütige mich in jeder Art und lecke diesem Stern-, diesem Götzengauch die Füße wie ein geschlagener Hund, ich, Sohn Davids ... Ich sehe. Siehst du's mit mir?! ... Er aber winkt seinen Henkern und läßt mich, den Niedrigen in meiner Niedrigkeit töten ...«

»Nicht also, Herr, mein König!« Ein heißer Tränenstrom verengte Jirmijahs Kehle. »Am Leben bleibst du, du und dein Haus ...«

»Am Leben bleiben«, lachte Zidkijah auf. »Ist Konjah, der lebt, am Leben geblieben? ... In einen Käfig setzt er mich zur Schau. Und nicht nur das Lager läuft zusammen, sich an mir zu weiden ... Da kommen Gedaljah, Micha, die Schaffansleute all und was ausgebrochen und übergelaufen ist, hundert und aber hundert. Sie treiben ihren Spott mit mir und verunreinigen mich ... Denn ich bin weniger als Joachas, weniger als Konjah, kein Entthronter im Unglück, sondern ein ganz und gar Ehrloser, eine zertretene Sandschlange voll Fliegen, ein lahmer Schakal, ein Gestank, vor dem man davonläuft ... Die Hohnlieder hör ich. Hörst du sie mit mir? ... Sie treiben die Frauen gefesselt aus dem Frauenhaus, Königinnen, Gespielinnen, Kämmerinnen, Mägde ... Da geht ein Weinen und Singen an: Wer hat dich zur Schmach verführt ... Welcher Freund, dem Fluch gebührt ... Nun stehst du im Dreck ... Und der Freund ist weg ... Hörst du es?!«

»Ich werde bei dir sein«, sagte Jirmijah, doch der König raste weiter:

»Ja, du wirst bei mir sein, wie du bei Konjah warst ... Ei sieh doch, welch ein fröhlicher Glücksgefährte ... Und mein Haus bleibt am Leben, so klingt wohl die Verheißung ... Ich aber sehe, wie sie Adajah und Jechiel, meine Knaben, zu ihren Zauberern führen. Und diese Zauberer entmannen Zidkijahs Söhne, damit von David kein Same mehr bleibe in der Welt ... Über das Volk aber werden Verräter gesetzt, klügelnde Verderber und nimmermehr ein König, da ein König sich selbst besudelt hat ...«

Auch Jirmijahs Herz tobte. Er mußte nach Atem ringen für seine Worte:

»Du eiferst in die Irre, Herr, mein König! ... Es ist wahr. Von dir wird das schwerste Opfer begehrt, das jemals ein König gebracht hat ... Doch wolle nun, ich flehe dich an, mit meinen Augen sehn! Gehst du nicht mit erhobenen Armen vor die Tore der Stadt, so wird gar bald in ihre Mauern Bresche gelegt, denn du bist allein, verloren und verraten, das weißt du selbst in deinem Gemüt ... Dir aber wird Ehre und Leben genommen ohne Lohn. Denn auch ein besiegter König gilt als zertretene Sandschlange. Drei Jahre, drei Edelsteine aus seiner Herrschaft hat Mardukh an dich verloren. Vielleicht ist deshalb noch Schlimmeres über dich verhängt als ein schneller Tod! ... Woher weißt du, daß sie deinen Söhnen die männliche Kraft rauben werden, wenn du dich unterwirfst? Ihnen ist Leben verheißen; dies aber wäre nicht mehr das Leben ... Fallen die Knaben jedoch als Gefangene in Babels Hand, dann werden sie nicht entmannt, sondern grausam entseelt ... Beim Herrn der Welt, der dieses Leben uns schuf, beschwöre ich dich: Erwäge, ob dir noch Wahl bleibt. Denn wenn du mit erhobenen Händen hinausgehst, wird nicht der Tempel zu Asche werden. Stadt und Volk wird bestehn. Die Wunden heilen, und neu erblüht das Land ... Dies aber wird einzig die heilige Tat meines Königs sein. Was bedeutet der Spott deiner Helden gegen das Lob des Oloms? Saul, wird man singen, war der erste König. Doch Schatten liegt auf ihm, denn sein Königtum war wider den Willen des Herrn errichtet. Zidkijah ist der letzte König. Licht liegt auf ihm. Denn er hat sein Königtum und seine Ehre dem Herrn zum Opfer gebracht.«

Nach diesen Worten warf sich Jirmijah platt zur Erde und küßte huldigend die Füße seines Schülers. Zidkijah entzog sich.

»Eine Wahl, die mir bleibt, hast du vergessen«, mahnte er heiser. »Der Tod vor den Toren, dieser gute fröhliche Bruder, der schnell kommt in Trunkenheit ... Ich werde ihn finden und frei sein und nichts mehr wissen ...«

»Der Tod vor den Toren ist eitel Gewöhnlichkeit ... Tausende deiner Hauptleute und Gemeinen sterben ihn als Meister ... Er ist nicht Sache des Königs, dem höheres Opfer geziemt ...«

»Du forderst Opfer, Jirmijah, der du nimmer dein Herz beschnitten hast? ... Wann bist du jemals von deinem störrischen Sinn abgewichen? ... Wäre ich doch lieber gestern gefallen, als daß ich jetzt das günstige Wort erwägen soll, mit dem du meine Seele erfreut hast ... Wahrlich, ich bin nur ein schwacher Mensch, und der Herr ist ein starker Gott ... Warum aber soll sich der Schwache dem Starken aufopfern und nicht der Starke dem Schwachen, der seiner bedarf?«

»Willst du nicht fassen, Schwacher«, hauchte Jirmijah, ohne seine Tränen mehr zu hemmen, »daß dieses Opfer deine einzige Stärke ist?«

Zidkijah raffte seine Sterbekleider fest um seinen Körper zusammen, als scheue er eine Berührung.

»Vielleicht weißt du«, sagte er, »wer Gott ist. Was ein Mann ist und ein König, das weißt du nicht ...«

Nach diesen Worten verhüllte er sein Haupt. Dann saßen sie beide wortlos beisammen. Noch lange.

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