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Ithaka der Peloponnes und Troja

Heinrich Schliemann: Ithaka der Peloponnes und Troja - Kapitel 20
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typereport
authorHeinrich Schliemann
titleIthaka der Peloponnes und Troja
publisherWissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt
printrun2., unveränderte Auflage
editorErnst Meyer
year1963
firstpub1869
correctorfranka.antenne@gmx.de
senderwww.gaga.net
created20090522
projectid27d10210
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Achtzehntes Kapitel

Fortsetzung der Beweise für die Identität von Neu-Ilium mit dem Homerischen Ilium. – Besuche des Xerxes, des Mindaros und Alexanders des Grossen. – Geschichte von Neu-Ilium. – Gründe für die falschen, von Strabo angenommenen Behauptungen des Demetrios von Skepsis. – Naustathmos. – Lage des griechischen Lagers. – Die Vorgebirge Rhöteum und Sigeum.

Troja scheint nach der Zeit Homer's nochmals zerstört worden zu sein, denn Strabo erzählt, dass die Einwohner von Sigeum, von Rhöteum und den benachbarten Städten nach der Zerstörung von Troja sich in das Gebiet von Troja theilten, aber zur Zeit seiner Wiederaufbauung unter der Herrschaft der Lydier es an Ilium zurückgaben; sowie auch, dass Hellanikos, ein sehr alter Schriftsteller, die Identität der alten Stadt mit Neu-Ilium bestätige. (Strabo, XIII, 1, S. 113.)

Allein die Herrschaft der Lydier begann ungefähr 800 Jahre v. Chr. Wenn wir es nun für gewiss annehmen, dass es zur Zeit Homers ein trojanisches Königreich und eine Stadt Troja oder Ilium gab, so verlieren wir diese Stadt nur zwei Jahrhunderte lang aus den Augen.

In einem Zeitraum von zwei Jahrhunderten würde uns die Tradition die Baustelle eines verschwundenen Dorfes bewahren, dessen Häuser nur aus Holz oder Lehm gebaut und mit Schilf gedeckt waren; es wäre also unsinnig zu glauben, dass in einem so kurzen Zeitraume sich das Andenken an die Stelle einer grossen Hauptstadt von cyklopischem Bau verloren habe.

Niemand wird daran zweifeln, dass die Trojaner unter Aeneas ihre Hauptstadt auf der Stelle des von den Griechen unter Agamemnon zerstörten Troja wieder aufgebaut haben; denn es fesselte sie an diesen Boden das Andenken sowohl an ihre alte Bedeutung, wie an ihre eigenen glorreichen Thaten.

Ich kann natürlich nicht mit vollkommener Sicherheit angeben, wie die Häuser in Troja gebaut waren; da ich mich aber überzeugt habe, dass die Schweineställe des Eumaios auf Ithaka cyklopische Bauwerke aus grossen, ohne Cement übereinander geschichteten Quadersteinen waren, so trage ich kein Bedenken zu behaupten, dass im heroischen Zeitalter alle Häuser auf die nämliche Weise erbaut wurden, sowie, dass die Paläste des Priamus und seiner Söhne und die verschiedenen Tempel der Citadelle cyklopische Bauwerke waren, von gleich vollkommener Kunst wie die Schatzkammer des Agamemnon zu Mykenä, und dass die von Apollo und Neptun erbaueten Ringmauern Troja's (Il. VII, 452–453) wenigstens ebenso grossartig und fest waren, wie die der Citadellen von Tiryns und Mykenä, welche Cyklopen erbaut hatten; denn der schöpferischen Hand der Götter könnte man nur solche Bauwerke zuschreiben, welche diejenigen der Cyklopen und anderer Sterblichen übertreffen.

Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass nicht nur die Mauern Troja's, sondern selbst die Paläste, die Tempel und die einfachen Häuser der Stadt nur theilweise von den Griechen zerstört wurden; denn nur das Innere und die Dächer konnten abbrennen, das Mauerwerk aber durch den Brand nicht einmal beschädigt werden; und wenn man die Mauern von Tiryns betrachtet, von denen, nach der richtigen Bemerkung des Pausanias, ein Gespann von zwei Maulthieren auch nicht den kleinsten Stein von der Stelle hätte bewegen können, so überzeugt man sich mit leichter Mühe, dass eine ähnliche, die grosse Stadt Troja umgebende Mauer vom griechischen Heere nicht hat zerstört werden können.

Aber wenn wir selbst annehmen, dass Troja und seine Mauern von Grund aus zerstört worden seien, so hatten doch alle Quadersteine der cyklopischen Bauwerke liegen bleiben müssen, und die Trojaner unter Aeneas fanden alles Material zur Erbauung einer neuen Hauptstadt vor.

Im ganzen Alterthum hat man übrigens nie den geringsten Zweifel über die Stelle Troja's und der Burg Pergamus gehabt; denn nach Herodot (VII, 43): »kam Xerxes bei seinem Zuge durch Troas vor seinem Einfall in Griechenland (also im Jahre 480 v. Chr.) am Skamander an, und stieg zu Priam's Pergamus hinauf, weil er das Verlangen hatte, diese Burg zu sehen; und nachdem er es gesehen und sich nach seinen Schicksalen erkundigt hatte, opferte er der ilischen Minerva tausend Rinder, und die Magier brachten den Manen der Helden Trankopfer dar.«

Aus dieser Stelle Herodots ergiebt sich, dass damals eine Stadt Ilium mit einer Citadelle Pergamus und einem der ilischen Minerva, der Schutzgöttin dieser Stadt, geweiheten Tempel existirte, und dass man als sicher annahm, an dieser Stelle habe das Homerische Ilium und Priam's Pergamus, wie Herodot sich ausdrückt, gestanden.

Ein anderes sicheres Zeugniss für die Lage Troja's giebt uns Xenophon (I, 1, 4), welcher erzählt, dass der lacedämonische Feldherr Mindaros der Minerva zu Ilium opferte.

Wichtiger aber als diese Zeugnisse ist der Besuch Alexanders des Grossen zu Ilium und Pergamus (Strabo XIII, I, S. 99, Tauchnitzer Ausgabe). Dieser war im höchsten Grade von der Iliade begeistert. Er hielt sie in hohen Ehren, nannte sie »eine Vorrathskammer der kriegerischen Tugend« und hatte sie stets neben seinem Degen unter dem Kopfkissen liegen. (Plutarch, Leben Alexanders des Grossen, VIII.)

Arrianus erzählt, Alexander der Grosse habe bei seinem Besuche zu Ilium der ilischen Minerva geopfert, seine Waffenrüstung im Tempel dieser Göttin aufgehängt und einige der geweiheten Waffen mitgenommen, welche vom trojanischen Kriege her hier aufbewahrt wurden. Seine Verehrung für diese trojanischen Waffen war so gross, dass er sie in der Schlacht von seiner Leibwache vor sich hertragen liess.

Er brachte auch im Tempel des herceischen Jupiter zu Ilium dem Priamus Opfer dar und bat ihn, von seinem Zorn gegen das Geschlecht des Neoptolemus, welchem er (Alexander) angehörte, abzulassen. (Arrian I, 11.)

Plutarch erzählt: nachdem Alexander über den Hellespont gegangen war, stieg er nach Ilium hinauf, opferte der Minerva und brachte den Manen der Helden Trankopfer. Die Grabsäule des Achilles besprengte er mit Oel und lief, wie dies Gebrauch war, mit seinen Gefährten ganz nackt um das Grab herum, legte einen Blumenkranz darauf und pries den Achilles glücklich, dass er während seines Lebens einen treuen Freund, und nach seinem Tode einen grossen Sänger seines Ruhmes gehabt habe.

Als er die Stadt Ilium durchwanderte und ihre Merkwürdigkeiten in näheren Augenschein nahm, fragte man ihn, ob er die Leyer des Alexandros (Paris) sehen wollte. Er entgegnete, diese kümmere ihn sehr wenig, er wünsche lieber die Leyer zu sehen, auf welcher Achilles den Ruhm und die Thaten der grossen Männer besungen habe. (Plutarch, Leben Alexanders des Grossen, XV.)

Bei der hohen Verehrung, welche Alexander der Grosse für Homer und seine Helden bezeugte, war er gewiss der festen Ueberzeugung, dasjenige Ilium, wo er der Minerva opferte, stehe an der Stelle der alten Stadt des Priamus.

Wir lesen bei Strabo: »Man sagt, die Stadt Ilium sei bis zu Alexanders Zeit ein Flecken gewesen, und es habe sich dort ein kleiner und winziger Tempel der Minerva befunden. Als aber Alexander nach dem Siege am Granikus hierherkam, bereicherte er den Tempel mit Opfergaben, erhob den Flecken zu dem Range einer Stadt, befahl sie durch neue Bauten zu vergrössern, erklärte sie für frei und entledigte sie aller Abgaben. Später, nach der Zerstörung des persischen Reiches, schickte er ihr zum Beweise seines Wohlwollens einen Brief, worin er versprach, aus ihr eine grosse Stadt und ihren Tempel sehr berühmt machen, sowie heilige Spiele in der Stadt einführen zu wollen. Nach seinem Tode that Lysimachus viel für die Stadt, umgab sie mit einer 40 Stadien langen Mauer, baute einen Tempel und vermehrte die Bevölkerung dadurch, dass er die Einwohner der alten, in Verfall gerathenen Städte der Umgegend dorthin verpflanzte. Alexander der Grosse nahm grosses Interesse an Neu-Ilium, einmal deshalb, weil er seine Verwandtschaft mit den Iliern begründen wollte, sodann wegen seiner Bewunderung für Homer. Es giebt sogar von ihm eine berichtigte Ausgabe der Gedichte Homers, welche die Ausgabe des »Kästchens« (ἡ ἐϰ τοῦ νάρθηϰος) genannt wird. Alexander hat nämlich diese Gedichte mit dem Kallisthenes und Anaxarchos revidirt und Bemerkungen zu ihnen gemacht, und bewahrte sie in einem reichgeschmückten Kästchen auf, welches er in der Schatzkammer der Perser gefunden hatte. Das ausserordentliche Wohlwollen Alexanders für die Ilier ging also zunächst aus seiner Verehrung für den Dichter hervor, dann aus seiner Verwandtschaft mit den Aeakiden, den Königen der Molosser, bei welchen, wie man sagt, auch Andromache, welche früher die Gemahlin Hektors war, geherrscht hat.« (Strabo XIII, 1, S. 100 und 101. Tauchnitzer Ausgabe.)

Derselbe Schriftsteller erzählt uns ferner, dass Ilium von Neuem in Verfall gerieth, und zwar in so hohem Grade, dass nach Demetrios von Skepsis die Häuser nicht einmal mit Ziegeln gedeckt waren, als die Römer zum ersten Mal in Asien einfielen; dass die Stadt sich wieder erholte, dass sie aber von Neuem durch Fimbria's Eroberung im mithridatischen Kriege zu leiden hatte. Fimbria nahm nämlich die Stadt nach einer neuntägigen Belagerung ein, und als er sich rühmte, dass Agamemnon mit einer Flotte von tausend Schiffen zehn Jahre zur Einnahme der Stadt gebraucht hätte, während er sie in neun Tagen eingenommen hätte, entgegnete ihm ein Ilier: οὐ γὰρ ἦν Ἕϰτωρ ὁ ὑπερμαχῶν τῆς πόλεως(»die Stadt hatte aber auch keinen Hektor zum Vertheidiger«). Fimbria wurde später von Sylla gestürzt und vertrieben. Letzterer entschädigte die Stadt durch grosse Verbesserungen. Auch Julius Cäsar that viel für Neu-Ilium, weil er Alexander, dessen Bewunderer er war, nachahmen wollte, und ausserdem deutliche Beweise seiner Verwandtschaft mit den Iliern zu haben glaubte. Er beschenkte sie mit Ländereien und bestätigte ihre Selbständigkeit und Abgabenfreiheit. (Strabo XIII, 1, S. 101. Tauchnitzer Ausgabe.)

Bei Justinus (XXXI, 8) lesen wir, dass im ersten römischen Feldzug in Asien ein gegenseitiger Austausch von Beglückwünschungen zwischen den Iliern und Römern, wie nach einer langen Trennung zwischen Eltern und Kindern stattfand. In der That war der Glaube an die Identität der Stelle von Neu-Ilium mit der der alten Stadt des Priamus im ganzen Alterthum so fest begründet, dass Niemand jemals daran gezweifelt hat, ausser Strabo, welcher aber die Ebene von Troja niemals selbst besucht hatte und sich auf die von Eigennutz eingegebenen Berichte des Demetrios von Skepsis verliess.

Nach Strabo (XIII, 1, S. 122 Tauchnitzer Ausgabe) behauptete dieser Demetrios von Skepsis, seine Geburtsstadt, Skepsis, sei die Residenz des Aeneas gewesen, und beneidete Ilium um die Ehre, die Hauptstadt des trojanischen Königreichs geworden zu sein. Deshalb sprach er die Ansicht aus, in Neu-Ilium und Umgegend sei für die grossen Thaten der Iliade nicht Raum genug, und das ganze Terrain, welches diese Stadt vom Meere trennte, sei angeschwemmtes Land und habe sich erst nach dem trojanischen Kriege gebildet. Als einen andern Beweis, dass die Stelle der beiden Städte nicht dieselbe sein könnte, führt er an, Achilleus und Hektor seien drei Mal um Troja gelaufen, während man um Neu-Ilium nicht herumlaufen könnte, »διὰ τὴν συνεχῆ ῥάχιν«, wegen des fortlaufenden Bergrückens. (Strabo XIII, 1, S. 109.)

Aus all diesen Gründen müsse man das alte Troja an die Stelle von Ἰλιέων ϰώμη, dreissig Stadien von Neu-Ilium und zweiundvierzig Stadien von der Küste, verlegen, obwohl er allerdings zugestehen muss, dass sich nicht die geringste Spur davon erhalten habe. (Strabo XIII, 1, S. 99.)

Strabo würde gewiss bei dem ihn kennzeichnenden richtigen Urtheil diese irrthümlichen Behauptungen des Demetrios von Skepsis nicht gebilligt haben, wenn er selbst die Ebene von Troja besucht hätte, da sie sich leicht widerlegen lassen.

Zunächst beträgt die Entfernung von Neu-Ilium in grader Richtung nach Norden bis zur Küste vier Kilometer, dagegen von Neu-Ilium in grader Richtung nach Nord-Westen fünf Kilometer bis zum Vorgebirge Sigeum, welches die Tradition zu Strabo's Zeit noch als die Stelle des griechischen Lagers bezeichnete. Strabo sagt nämlich (XIII, 1, S. 103): »Nächst Rhöteum sieht man die zerstörte Stadt Sigeum, den Hafen der Achäer, das achäische Lager und den Sumpf oder See, Stomalimne genannt, und die Mündung des Skamander.«

Die Berichte Homers über die Märsche der beiden Heere beweisen deutlich, dass der griechische Naustathmos und das griechische Lager sich zwischen Sigeum und der Mündung des Skamander befanden. Diese Entfernung beträgt jetzt 1,720 Meter; aber gewisse Spuren eines alten Flussbettes, welche ich ungefähr 280 Meter weiter östlich gefunden habe, machen es unzweifelhaft, dass die Mündung des Skamander zur Zeit des trojanischen Krieges ungefähr zwei Kilometer von Sigeum entfernt war.

Nichtsdestoweniger war der Naustathmos zu eng, denn Homer sagt (Il. XIV, 31–36):

Τὰς γὰρ πρώτας πεδίονδε
Εἴρυσαν, αὐτὰρ τεῖχος ἐπὶ πρύμνῃσιν ἔδειμαν.
Οὐδὲ γὰρ οὐδ᾽, εὐρύς περ ἐὼν, ἐδυνήσατο πάσας
Αἰγιαλὸς νῆας χαδέειν στείνοντο δὲ λαοί.
Τῷ ῥα προϰρόσσας ἔρυσαν ϰαὶ πλῆσαν ἁπάσης
Ἠϊόνος στόμα μαϰρόν, ὅσον συνεέργαθον ἄϰραι.

»Man hatte die erste Linie der Schiffe bis auf die Ebene gezogen und längs der Steuerenden eine Mauer errichtet, denn das Gestade konnte trotz seiner Ausdehnung nicht alle Schiffe fassen; die Völker waren in einen zu engen Raum zusammengedrängt; deshalb wurden die Schiffe in mehreren Linien aufgestellt und nahmen das ganze lange Ufer ein, welches die Vorgebirge einschlossen.«

Diese Stelle Homers erkläre ich mir so: die Schiffe wurden zwischen dem Vorgebirge Sigeum und der Mündung des Skamander ans Land gezogen und erfüllten das ganze trockene Ufer, so weit es möglich war, Schiffe aufzustellen; denn die grossen Seen und tiefen Sümpfe zwischen der Mündung des Skamander und dem Vorgebirge Rhöteum erlaubten nicht, ein Lager aufzuschlagen. Ausserdem ist die Entfernung zwischen den beiden Vorgebirgen, welche Strabo irrthümlich zu sechszig Stadien oder 11 100 Metern angiebt, die aber in Wirklichkeit 5500 Meter oder dreissig Stadien beträgt, nach der richtigen Bemerkung des Plinius (V, 33) mit den Angaben Homers über die Ausdehnung des griechischen Lagers in Widerspruch. So hält Agamemnon z. B., auf dem Verdeck des Schiffes des Odysseus stehend, mit aller Kraft seiner Stimme eine Rede, welche man sowohl im Zelte des Ajax, am linken Ende, als auch in dem des Achilleus, am rechten Ende vernimmt (Ilias VIII, 220–227).

Es ist wohl überflüssig zu bemerken, dass kein Mensch die Worte eines andern in einer Entfernung von mehr als einem Kilometer verstehen könnte.

Achilleus, am rechten Ende, hört den Hektor, am linken Ende, rufen (Ilias XVI, 77–78). Wie kann ein menschlicher Ruf mehr als zwei Kilometer weit verstanden werden?

Achilleus sieht von seinem Zelte, am rechten Ende, aus den Nestor, am linken Ende (Ilias XI, 597–600). Nun kann aber schwerlich jemand einen Menschen in einer Entfernung von zwei Kilometern erkennen, und gewiss nicht in einer Entfernung von fünf ein halb Kilometern.

Ausserdem würde das griechische Lager, wenn es sich von einem Vorgebirge zum andern ausgedehnt hätte, vom Skamander, dem Kalifatli-Asmak und dem In-Tepe-Asmak genannten Arm des Simois durchschnitten worden sein, während bei Homer jede Andeutung darüber fehlt, dass mitten durch das Lager ein Fluss gegangen sei.

Ein fernerer einleuchtender Beweis dafür, dass das griechische Lager nicht den ganzen Raum zwischen den beiden Vorgebirgen Sigeum und Rhöteum eingenommen haben kann, liegt darin, dass nach Homer (Il. X, 428) die Karier und Päonier, Troja's Hülfstruppen, am Meeresufer ihr Lager hatten, und nach Vers 434 desselben Gesanges die Thracier, ebenfalls kürzlich erst angekommene Bundesgenossen der Trojaner, sich am Ende des Ufers befanden.

Das Schilf, welches Odysseus am Ufer fand (Ilias X, 467), und der Reiher, ein Sumpfvogel, den Odysseus und Diomedes schreien hören (X, 274), lassen nicht bezweifeln, dass schon zur Zeit des trojanischen Krieges am Meeresufer Sümpfe waren.

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