Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Anastasius Grün >

In der Veranda

Anastasius Grün: In der Veranda - Kapitel 11
Quellenangabe
typepoem
booktitleSämtliche Werke Band III
authorAnastasius Grün
editorAnton Schlossar
firstpub1876
year1907
publisherMax Hesses Verlag
addressLeipzig
titleIn der Veranda
created20061004
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

Weiße Rose.

          Du herrlichste aller, o weiße Rose,
Du zarte und reine, du makellose,
Die taugeschmückt, im Schneegewand,
Am Morgenstrahl zum Blühn erstand,
Du bebst, weil ein Hauch dich schon entstellt,
Dir im Berühren die Krone zerfällt;
Es blüht ja so schön, so hold, so rein
Nur eine, die heiligste Stunde im Sein.

In solcher Stunde, die rasch entfloh,
Mich deucht, sah ich dich schon irgendwo;
Doch damals umfloß dein lieblich Haupt,
Von grünen Myrtenreisern umlaubt,
Ein Schleier von Spitzen aus Brabant;
Das blendend weiße Atlasgewand
Umschlang des Leibes magdlichen Bau,
Auch sah ich etwas blinken wie Tau;
Du knietest vor einem schmucken Altar,
Den Segen sprach ein Mann im Talar,
Es flammte von Kerzen und goldenen Ringen
Und über dir fächelten Seraphschwingen.
Die Stunde war's, die so heilig und hehr
Nur einmal kommt und dann nicht mehr,
Uns andern, wie dir, du makellose,
Drum herrlichste aller, o weiße Rose.

 << Kapitel 10  Kapitel 12 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.