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Carl Spitteler: Imago - Kapitel 6
Quellenangabe
typenarrative
booktitleMeistererzählungen
authorCarl Spitteler
year1990
publisherManesse Verlag
addressZürich
isbn3-7175-1794-5
titleImago
pages347-557
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1906
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Und durch ihren schmählichen Abfall soll jetzt meine schöne Seligkeit elendiglich verwesen? Plötzlich lachte ich laut auf Fasching und Fabel! Das hattest du ja alles nur in sie hineingedichtet: die Schicksalsstunde der Verlobung, ihre Hoheit, ihre Größe, ihren Seelenadel, ihre Liebe, ihre Freundschaft. Imago lebt nicht als einzige in dir; die menschliche, leibliche Theuda aber ist eine Verschiedene, eine Fremde, namens Ix; und zwar ein unbedeutendes Vögelein, wie deren in jeder Stadt zu Hunderten piepsen. Ich hob die schamlose Karte wieder auf und roch daran. Kein Zweifel, ganz deutlich, sie roch nach Gewöhnlichkeit. Genau wie die andern: war entschlossen, überhaupt zu heiraten (vermutlich nach einer unglücklichen Liebe – der Weg zum Altar führt ja bei den Frauen meistens über das Grab des Herzens), von einem Schwarm verhaßter Bewerber bedrängt, sieht sie in mir, dem fremden Neuling, einen Erlöser, findet mich annehmbar – glaube schon –, erhält mich nicht, um so schlimmer, so nimmt sie eben in Gottes Namen einen andern. So geht es gewöhnlich, so ging es auch mit ihr, der Gewöhnlichen. Fort mit ihr! Jüngferlein Ix, dein Name lautet: «Nicht vorhanden!» Zum Beweis dafür, schau her, was ich mit dir mache. So mache ich mit dir! Zerriß die Karte und warf die Fetzen in den Papierkorb. Und jetzt wollen wir mit deinem hübschen Lügenlärvlein also tun. Nahm das Bild hervor, um es gleichfalls zu zerstückeln. Zum Abschied aber mochte ich es vorher noch einmal anschauen. Also diese tiefsinnigen schwermütigen Augen trügen; der ganze Adel dieses Schönheitsfrühlings ist gemeiner Jugendspeck! Da fing das Bild bitterlich an zu weinen: «Nein, ich lüge nicht», weinte es, «denn damals, als dieses Bild mich spiegelte, dürstete meine Seele wahrhaftig nach Hoheit; diese Augen, die dich anblicken, schauten einst nach dir; dein dachte mein Wunsch, dein sehnte meine Hoffnung. Eine andere, spätere, mit deren Taten ich keine Gemeinschaft habe, hat dich verraten. Jedoch nicht aus niedriger Gesinnung, sondern eitel aus Schwäche und Kleinheit. Und wer weiß, vielleicht kommt später einmal eine Stunde, da sie sich besinnt, sich erinnert, sich ihres Abfalls schämt und zu dir zurückkehrt, mein Angesicht entsühnend, damit es nicht mit gebrandmarkter Schönheit schmachvoll in die Welt schaue wie ein gefallener Engel.»

Da erbarmte ich mich des Bildes und hob es andächtig auf, wie das Bild einer Verstorbenen. Der andern aber, der Neuen, der Treulosen, erkannte ich den lieben Namen Theuda ab und nannte sie fortan Pseuda, das heißt: die Falsche.

Jenen Abend, als ich wie gewöhnlich spazieren ritt (wohlverstanden, auf einem wirklichen, leibhaftigen Pferde), hörte ich jemand hinter mir reiten. Ich wußte, wer es war, denn ich hatte sie erwartet. «Imago», mahnte ich, «was reitest du hinter mir? und kommst nicht an meine Seite?»

Sie antwortete: «Weil ich jetzt deiner unwürdig bin, da ich die Gesichtszüge einer Treulosen trage.»

Ich sprach: «Imago, meine Braut, du trägst nicht ihre Gesichtszüge, sondern jene trägt fälschlich die deinigen. Darum komm an meine Seite, dein Antlitz sei mir gesegnet!»

Da ritt sie an meine Seite, verbarg jedoch ihr Gesicht mit den Händen. Ich aber entfernte ihr sanft die Hände vom Gesicht. «Siehst du, wie du schön bist und groß und seelenvoll! Darum schaue mich frei offen an, unbekümmert um dein unwürdig Urbild, so wie auch ich mich nicht darum bekümmere.»

Jetzt schaute sie mich offen an, dankend mit den Augen, und wir begannen wieder zu singen wie vordem. Und ihre Stimme klang noch schöner als zuvor; allein mit wehmütigem Ton, wie wenn ein Unschuldiger leidet; so daß es einen zu Tränen hätte erbarmen mögen. Plötzlich jedoch, mitten im Singen, brach sie ab, mit einem gurgelnden Schrei, preßte die Lippen zusammen wie ein sterbender Engel und wankte im Sattel. «O wehe mir!» klagte sie, «es hat mir jemand einen häßlichen Stoß versetzt, so daß ich krank bin und die Stimme nicht mehr schwinge. Darum laß nun ab von mir, Viktor, und suche dir eine frische Imago; eine, die da gesund und kräftig ist und ein unbescholtenes Gesicht hat, damit sie dir jauchze und singe, dir zur Süßigkeit und zum verdienten Lohne.»

Ich rief. «Imago, meine angelobte Braut, man läßt nicht von der Freundin, weil sie krank ist. Denn ich habe einen Bund mit dir vor dem Odem meiner Strengen Herrin geschlossen, also, daß mir dein Antlitz das Sinnbild alles Edlen und Hohen bedeutet. Darum höre, was ich dir verkünde: Dafür, daß du krank und traurig bist, dafür ist meine Liebe zu dir noch vielmal größer als ehedem, als du in Freuden und Seligkeit an meiner Seite jauchztest.»

Sie sprach: «O wehe dir, Viktor, daß du nicht von mir lässest! denn ich kann dir fortan nichts mehr bringen als Herzeleid.»

Ich erwiderte: «So bring mir Herzeleid, Imago, meine edle Braut. Ich aber lasse nicht von dir.»

Also erneuerte ich den Bund mit der kranken Imago; und war alles wie vorher, nur daß ihre Stimme verstummt war und ihre Augen schmerzlich blickten. –

Und also ist es geblieben bis auf den heutigen Tag. Und sie ist meine Braut, und ich lasse nicht von ihr, und sie ist mir tröstlicher als alle Reichtümer der Welt, ob sie gleich stumm und krank ist. – Heida! Mut, Trotz und Freiheit! Mein ist die Strenge Frau, mein ist Imago; jene für mein Werk, meinen Beruf, meine Größe, diese für meine süße Liebe; der Rest ist Unrat. Der irdischen Weiber scherz' ich; ein Trunk am Wege, genossen, verdankt und vergessen. Ich sehe ihrer mancherlei, lichte und dunkle. O lecker die lichten, o Wollust die dunklen! doch ihren Namen unterscheide ich nicht. Nur einen einzigen Namen habe ich mir gemerkt: das ist Pseuda, namens Ix, die Kleine, die Abtrünnige, die mir Theuda betrübte und Imago kränkte. Unter mir die Rache! Eines bloß begehr' ich von ihr zum Entgelt: sie einmal, nur ein einziges Mal wiederzusehen, um zu erfahren, wie eine Treulose in den sauberen Tag schaut, um zu erleben, daß sie die Augen vor mir niederschlägt. Dies ist mein gutes Recht, das sei ihre verdiente Strafe. Damit genug; wohl bekomm ihr der Sumpf, Gott segne ihre Ehe.

Hiermit bin ich fertig, und da ich fertig bin, höre ich auf

Ihr getreuer Viktor

 

Dies Bekenntnis schob er noch in der nämlichen Nacht eigenhändig in die Brieflade. Und am folgenden Morgen schon, mit der Elfuhrpost, erhielt er der Freundin Antwort:

 

Verehrter Freund!

Ich habe Ihr erstaunliches Bekenntnis, dessen Mitteilung ich Ihnen als einen Beweis des Vertrauens verdanke, mit der gebührenden Andacht gelesen. Ehe ich indessen auf den Inhalt eingehe, lassen Sie mich zuerst etwas Störendes beseitigen; es brennt mich auf der Zunge, ich will es daher gleich erledigen: Nicht wahr, es ist nicht Ihr Ernst, eine Frau durch einen Vorgang gebunden zu glauben, von dem sie nichts weiß und auch nichts wissen kann; einen Vorgang, der einzig in Ihrer Phantasie geschah: durch ein erträumtes Verlöbnis, mit einem Wort. Das tun Sie nicht, das können Sie nicht tun, weil es ebenso unvernünftig wie unbillig wäre. Den häßlichen Namen Pseuda, lieber Freund, verdient Frau Direktor Wyß nicht; denn wenn es eine Frau auf Erden gibt, die offen und wahr ist, so ist sie's. Zur Größe wollten Sie sie verpflichten? Ich weiß nicht, ob Frauen überhaupt der Größe fähig sind – wir haben andere Eigenschaften –, aber gesetzt, sie wären dessen fähig, wer ist denn zur Größe verpflichtet? Die bedauernswerte Menschheit, wenn Größe Pflicht wäre! Frau Direktor Wyß ist wie jede andere, wie ich, wie wir alle, dazu erzogen worden, einem braven Manne eine treue Gefährtin zu sein, und diesen Beruf erfüllt sie aufs beste, sich zum Frieden, ihren Nächsten zum Glück, den übrigen zur Erbauung. Ich kenne in der ganzen Stadt keine tugendhaftere, treuere, selbstlosere Gattin und bessere Mutter. Ich muß mich daher nochmals dagegen verwahren, daß jemand ihr zumutete, die Augen niederzuschlagen. Das braucht sie nicht zu tun, und, beiläufig bemerkt, das wird sie auch nicht tun; verlassen Sie sich darauf. Zugegeben, daß vielleicht eine andere Frau den Zauber der Parusie mitgefühlt hätte – es müßte freilich eine Frau von seltenen Eigenschaften sein, und sie müßte Sie mit allen Fasern ihres Herzens geliebt haben. Allein sie hat nun einmal die Parusie nicht gefühlt, und es war auch keineswegs ihre Pflicht, sie zu fühlen. Dies vorausgeschickt, fange ich nochmals von vorne an.

Ja, mit wahrer Andacht habe ich Ihr Geständnis gelesen; ergriffen und verwirrt, erschrocken und erhoben. Ich besitze nicht die gehörige Gabe von nüchterner Vernunft, auch nicht das nötige Maß von Verständnislosigkeit, um mich über die ungeheuerliche Vermengung von Phantasie und Wirklichkeit aufzuregen. Obschon! was sind das für Sachen: «Theuda», «Pseuda», «Imago» (Fräulein Ix will ich Ihnen noch schenken), drei Personen mit einem einzigen Gesicht! Die eine existiert nicht, die andere ist tot, die dritte ist «nicht vorhanden», und jene, die nicht existiert, ist krank! Wenn nur das Herz nicht Mus macht! Mir stockt einfach der Atem; ich weiß nicht recht, ob mehr vor Furcht oder vor Ehrfurcht. Sie sind – verzeihen Sie, ich weiß, Sie hassen den Namen, aber ich kann Sie doch nicht Rabbi nennen –, Sie sind, ob Sie sich noch so sehr dagegen sträuben, ein Dichter. Wenn Sie übrigens lieber ein Seher oder Prophet heißen wollen... Ich habe Ihr Hohelied von Imago mit dem frohen Staunen gelesen, wie man ein Großwerk der Poesie anhört, bin auch im Innersten davon überzeugt, der Dämon, von welchem Sie besessen sind, mögen Sie ihn nennen, wie Sie wollen, «Imago» oder «Strenge Frau» oder sonstwie (er wird wohl ein naher Verwandter des Genius sein), ist heiligen Ursprungs. Denn das steht bei mir fest: etwas, dem ein erwachsener Mann, so überlegen gescheit und verständig wie Sie, sein Liebesglück zum Opfer bringt, ist kein Irrwisch. Kurz, ich glaube an Ihre «Strenge Frau» und auch an Sie, mein lieber Freund, an Ihr Werk, an Ihre künftige Größe, die ich bisher bloß gehofft und ahnend vermutet hatte. So sehr glaube ich daran, daß mich Ihre Erzählung mit reinern Seelenglück erfüllen würde, wie das Erlebnis eines unsterblichen Kunstwerkes, wenn ich nicht zugleich Ihre Freundin wäre, wenn ich nicht durch meine herzliche Teilnahme gezwungen würde, auch an Ihr menschliches Heil oder Unheil zu denken. Schrecken aber erfaßt mich bei dem Gedanken, was Sie leiden werden, wenn Sie mit Ihrer schönen Phantasiewelt (verzeihen Sie einer Frau den Romanausdruck) an die harte Wirklichkeit stoßen (o weh, aber ich finde kein anderes Wort); und nur eines wundert mich, daß der grausame Stoß nicht schon längst erfolgt ist. Müssen das seltene Menschen von zarter Seelenfeinheit gewesen sein, unter denen Sie in der Fremde wohnen durften, daß Ihnen vergönnt war, sich dermaßen ungehindert und ungestraft in eine Idealwelt einzuträumen, zumal im Gewühl einer großen Stadt! Schwerlich rate ich fehl, daß es eine Frau war, und zwar eine hochsinnige Frau von außerordentlichen Eigenschaften, deren Sorge über Ihren Weg wachte. Ich würde solch ein dauerndes Phantasieglück mitten unter den Menschen überhaupt nicht für möglich gehalten haben, wenn Ihre Schilderung mir's nicht bezeugte.

Ich bewundere die Willenskraft, die Treffsicherheit, mit welcher Sie unter der Leitung der «Strengen Frau» Ihren Lebensweg im verworrensten Dickicht zurechtfinden; allein, verzeihen Sie, ein Fehler läuft doch mit unter. Sie sind hier, und Sie sollten nicht hier sein. (Nicht wahr, Sie mißverstehen mich nicht? Ich denke eben nicht an mich, sondern an Sie.) Gestatten Sie mir, daß ich mich durch die Miggimaggi Ihres Herzens nicht täuschen lasse: Sie wollen Frau Direktor Wyß einfach wiedersehen. Und warum wollen Sie sie wiedersehen? Weil Sie sie nicht vergessen können. Das ist bedauerlich; ich hätte Ihnen gewünscht, Sie könnten's; denn das Nachsehen nach etwas, was man endgültig weggegeben hat – Sie sehen, ich unterstreiche das Wort «endgültig» –, bringt nur unnützes Augenweh. Allein es ist wahrlich nicht die Rolle einer Frau, Sie deswegen zu tadeln; denn daß man seinem Herzen nicht gebieten kann, wer wüßte das besser als wir? Nur möchte ich Sie eben davor bewahren, daß Sie sich durch vergebliche Hoffnungen grausame Enttäuschungen zuziehen. Wollen Sie von Ihrer alten Freundin eine wohlgemeinte Warnung annehmen? – es wird zwar nichts nützen, allein ich muß es trotzdem tun, weil ich mir's nicht verzeihen könnte, es nicht getan zu haben: Sehen Sie sie nicht wieder; verlassen Sie so schnell wie möglich diesen gefährlichen Boden, und singen Sie Ihr herrliches Duett mit Imago weiter, aber in sicherer Ferne. Imago wird mit der Zeit genesen und ihre Stimme wiederfinden, darum ist mir nicht bange. Hier dagegen ist nichts für Sie zu holen als Unfriede. Merken Sie wohl, was ich Ihnen sage, ich, die ich Frau Direktor Wyß kenne – sie war ja sozusagen in gewissem Sinne meine Schülerin (wenn auch nur vorübergehend) und hat mich eine Zeitlang mit ihrem Vertrauen beehrt –, merken Sie wohl, was ich Ihnen sage: sämtliche Fächlein ihres Herzens sind besetzt. Liebe suchen Sie ja nicht bei ihr, nicht wahr? Dazu sind Sie zu gewissenhaft; Freundschaft aber werden Sie nicht erhalten, denn zur gemeinen Konzert- und Hausfreundschaft kommen Sie zu spät, und zur hohen Seelenfreundschaft, wie Sie sie meinen, zu früh. Dazu ist sie viel zu jung, zu ungequetscht, zu glücklich. Und daß Sie sich ja nicht etwa auf Ihre geistigen Eigenschaften verlassen! Sie ißt nicht von dieser Konfitüre. Wer den Hauch der Parusie nicht gespürt hat, wird auch den Odem der «Strengen Frau» und den Tritt des himmelstürmenden Löwen nicht spüren. Ich sage das, ohne den Wert der Dame im mindesten herabzusetzen, den ich wahrlich hoch genug anschlage, da ich sie zu Ihrer Frau berufen glaubte. Allein wenn ich sie für würdig hielt, Ihre Frau zu werden, so halte ich sie darum noch nicht für fähig, Ihre Freundin zu sein. Beides verlangt ganz verschiedene Eigenschaften. Also noch einmal: verlassen Sie diesen gefährlichen Boden, denn Sie sehen mir stark danach aus, große Torheiten begehen zu wollen; zur Belästigung anderer und zu Ihrer eigenen bitteren Enttäuschung.

So, nun habe ich meine Seele gerettet. Jetzt tun Sie, was Sie wollen, oder vielmehr, was Sie müssen; denn das Schicksal wird schon wissen, was es mit Ihnen vorhat. Ich schwaches Menschenkind vermag nicht mehr, als Ihnen meinen Herzenswunsch auf den Weg mitzugeben: Sie möchten Ihr hohes Lebensziel, das Sie ganz sicher erreichen werden, nicht mit allzu grausamen Wunden erkaufen müssen. Also ich hoffe, Sie nicht wiederzusehen. Und grüßen Sie mir Ihre herrliche Imago.

Ihre Ihnen in Freundschaft und Ehrerbietung ergebene

Martha Steinbach

Nachschrift: Und geben Sie acht, daß die irdischen Weiber nicht Ihrer «scherzen»!

 

«Nichts nützen?» wiederholte Viktor, nachdem er den Brief gelesen hatte. «Warum nichts nützen? Dadurch unterscheidet sich doch der Mensch vom Maultier, daß er einen gescheiten Rat annimmt. Liebe Freundin, Sie haben einfach recht. Was tue ich hier? was geht mich überhaupt das ganze verpfuschte, verheiratete Dämchen an? Fertig! beschlossen! bleibt's dabei: ich will sie meiden, ich will abreisen. Das heißt natürlich, sobald ich meinen alten Freunden und Schulgenossen den schuldigen Gruß werde abgestattet haben. Denn ob ich die Dame schon meiden will, flüchten vor ihr, angstvoll flüchten wie ein christlicher Jüngling vor der Versuchung, das denn doch nicht; dazu habe ich denn doch wahrlich keine Ursache. Sollte also vielleicht der Zufall es fügen, daß ich ohne mein Zutun mit ihr zusammentreffe, um so schlimmer für sie.»

Und ein kleines, krummes Wünschlein wurmte zuunterst in seiner Seele, der Zufall möchte es fügen.

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