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Im Pulsschlag der Maschinen

Heinrich Lersch: Im Pulsschlag der Maschinen - Kapitel 13
Quellenangabe
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typenarrative
authorHeinrich Lersch
titleIm Pulsschlag der Maschinen
publisherVerlag Junge Generation
printrun9.?10. Auflage
year1936
firstpub
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Morgen wieder Arbeit

Endlich ist es soweit! Gesegnet der Montagmorgen der auch mich mit Einstellungsbrief und Arztschein, Kleiderpacken und Brotvorrat aus dem schnell gesuchten Kosthaus zur Arbeit gehen läßt. Unsere Kesselschmiede, richtiger Kesselfabrik, liegt eine halbe Stunde vom Vorortbahnhof entfernt. Hundert und mehr Mann warten auf die Autobusse; ich lasse sie warten. Neun Monate war ich über die deutschen Landstraßen getippelt, zwei Monate hab ich in der Stadt gewartet, marsch, zu Fuß!

Die Straße geht am Güterbahnhof entlang. Zur rechten Seite gellen über strombreite Eisenbahnschienenstrecken die rötlichen Bogenlampen, donnernd prallen rangierende Zugteile zusammen, die Signale pfeifen, die Lokomotiven puchen.

Die linke Seite der Straße ist ödes Feld. Ganz fern am Rand taucht das Gaswerk aus dem Dunkel. Der Neubau des Riesengasometers flammt auf: Bogenlampen an allen Masten, auf allen Pfeilerspitzen und Gerüstgestängen. Schon flackern die kleinen Nietfeuer auf den Arbeitsplätzen, es ist ein Viertel vor sechs. Eine Viertelstunde noch haben wir bis zum Werk, das wie eine Bahnhofshalle gebaut, quer vor der Straße liegt. Die Sirene heult auf, vom Gaswerk brüllt ein Horn, wie ein Schiff tutet, das durch die Nebelnacht fährt. »Geduld! Geduld! Wir kommen ja schon!« sagt ein Kamerad neben mir. Auf den harten Pflasterstraßen klappern die schweren Schuhe. Auf einmal sind Hunderte von Menschen unterwegs; aus entfernteren Vororten kommen sie auf Seitenstraßen an. Nun teilen sich die Massen, die Arbeiter, die zum Gaswerk gehen, schwenken links ab, wir bleiben auf der Straße und kommen in den großen Hof, der blitzend von Schienen, im kalten Licht der bläulichen Bogenlampen liegt. Fünf Hallen liegen nebeneinander, die mittlere ist ein gewaltiger Rundbogen, drei Lokomotiven können übereinander hindurchfahren. Die Transportkolonnen sind schon seit über einer Stunde an der Arbeit: der letzte Großkessel wird vom schweren Kran hinausgebracht, wie ein Luftschiff schwebt er nun über den Wagen. Die Arbeiter, Köpfe im Nacken, sehen hinauf zum Kranführer und schreien ihm etwas zu. Wir warten.

Der Meister kommt, brüllt zu den Kranführern und Transportarbeitern hinauf: »Vorwärts, Trudler, damit die Tore zugemacht werden können. Tore zu!« Das Gefahrsignal erlischt. Wir können eintreten; hinter uns rasseln kleine Wagen mit Werkstoffen, Blechen und Röhren an die Maschinen. In den Nischen der Pfeiler, an Maschinenständer hingedrückt, warten schon viele Arbeiter, umgezogen, Zigarette im Mund, auf den Arbeitsanfang. Wir gehen zwischen den roh montierten Röhren hindurch, fünf und sieben Meter Durchmesser ragen sie hoch über die Maschinen. Wie Ameisen an Baumstämmen vorbeikriechen, marschieren wir in die dreihundert Meter lange Halle hinein. An einem Samstagabend waren wir zuletzt hinausgegangen aus diesem Werk, hinein in die Millionenstadt, hinein in die Vororte, hinaus in die Dörfer, mit Fahrrad und Eisenbahn zerstreut. Soviel Menschen, soviel Wege. Nun kommen sie wieder, Kesselschmiede, Helfer. Jeder sucht die angewiesene Stelle, an jene Maschine, an diesen Kessel; sie verteilen sich an die Plätze, warten auf die Sekunde des Arbeitsbeginns. Sechs Uhr Montagfrüh: so wie wir hier, so stehen auch die Bergleute vor Schacht und vor Ort, die Textilarbeiter an ihren Webstühlen und Spinnmaschinen, in Steinbrüchen und Eisenhütten die Arbeiter zum Anpacken bereit. Arbeit: hinter uns die Millionen Pferdekräfte in Motoren und Dampfmaschinen, gewärtig, sich auf Anker und Spulen, auf Kolben und Zylinder zu stürzen, in Achsen und Räder zu wirbeln. Eine Minute vor sechs Uhr: schon zischen in den Röhren Preßluftströme, die Klingeln schrillen Arbeitslärm, da, Heulhorn! Zigarette weg! Motore sausen, die Räder rollen, Walzen kreisen! Ein donnernder Hammerschlag: der Vorarbeiter und Zusammenbauer hat den Fünfzentnerklotz, der schwebend im Kran hängt, vor den Kesselhoden geschmettert. Der eiserne Kanonenschlag rollt wie ein Donner durch die weite Fabrik. Der Kamerad neben mir hält den meterlangen Preßlufthammer auf den Armen, eine Schlagmaschine von fast einem Zentner Gewicht. Hoch aufgerichtet steht er, preßt die Maschine an die Brust. Vor ihm fingert aus dem Nietloch die glühende Spitze der Niete, er kippt den Hammer hinunter, reißt den Ellenbogen in die Höhe und schmeißt das Gewicht seines Oberkörpers auf den Hammergriff. Ein unsichtbarer Druck auf dem Ventil: losrattert, leise erst, dann lauter und schneller, immer schneller und knallender der stählerne Kolben im Lauf des Schlagmaschinengewehrs vielhundertmal in einer Minute. Diese genügt, den zollstarken Nietbolzen zu einem runden Kopf hinunterzuhauen. Ehe diese Minute vorüber und der Kopf geschlossen ist, haben schon dreißig, vierzig solcher Preßlufthämmer ebenso begonnen, kleinere und größere Niethämmer, Meißelhämmer, Stemmhämmer. Hunderte von Handhämmern lärmen dazwischen, das Rädern der Walzen rasselt in Zahnrädern, dumpfe Donner der Zusammenbaukolonnen, fauchende Nietmaschine, schmetterndes Schallen niederprasselnder Eisenplatten; die Luft ist mit Krachen gefüllt, der kleine Hammer in meinen Händen tickt darin wie eine Taschenuhr.

Fünf Minuten nach sechs Uhr: voller Strom, volle Arbeit, Akkord, Leistung, Schiffskessel für Hamburg, Dampfbatterien für das Elektrizitätswerk Wien, Lokomotiven für Rußland, Zellstoffkocher für Indien, Dampfspeicher für eine schwedische Hochdruckanlage, Teile einer Neuerfindung werden von uns hergestellt. Arbeit, große, gewaltige Arbeit. Ich, der kleine Geselle, winzig gegenüber meinem Werk, kontrolliert in Sekundenakkord, hämmere mit Hunderten an kleinen Nieten und Nähten. Das eiserne Herz der Arbeit, der Preßlufthammer vor meiner Brust, schlägt für den Aufbau der Industrie; das kleine Menschenherz in mir klopft seinen eignen Schlag und pocht für sein Werkmannsglück: Dach, Brot, Kleid – in Liebe zu Weib und Kind.

Wenn ich nicht Kesselschmied wäre, möchte ich der Kranführer sein, der in der Mittelhalle den großen Laufkran bedient. Einmal war ich drei Tage bei ihm, ein Span hatte mir die Innenhand. zerrissen. Ich wurde zum Saubermachen in die kleine Glasbude kommandiert. Hoch über dem wüsten Durcheinander von Werkstücken und Maschinen stand ich nun. Von oben gesehen schienen die Arbeiter mit den Preßlufthämmern, auf den Kesselrand gebückt, wie Wahnsinnige; wie Verzauberte, die immerfort in grotesker Verrenkung mit hochgespanntem Interesse auf ein unsichtbares Wunder stierten, zehn Minuten, eine halbe Stunde, einen ganzen Morgen, Tag um Tag. Nur wenige bewegten sich noch, die Transporthelfer, die Meister. Das Drehen eines Schubrades, Schieben eines Hebels war durch den blauen Qualm nicht zu sehen. Dieses leblose Dasein machte mich zuerst traurig, dann wütend: sind wir denn alle bloß Marionetten der Maschinen, Drahtpuppen des Werks? Immer noch habe ich das Bild der Fabrik in den Augen, wie es sich von oben herab bietet: die andern Kräne gleiten vorüber, die Kranhebezeuge in den Seitenhallen rollen vorbei, die elektrischen Schlepper ziehen Lasten her und hin, Platten werden aufgeladen und auf die Lager verteilt. Riesenhafte Tafeln von sechs bis zehn Meter Länge, zwei und drei Meter Breite, auf denen mit großen Pinseln weiß Buchstaben und Ziffern aufgemalt sind; grau, wie die Eisenplatten, bewegen sich die Menschen. Sie laufen hinter den eisernen Tafeln her, bewegen sie in die Betten der Blechkantenhobelmaschinen, die Stahlhalter beginnen sich vorzuschieben, ein Eisenspan wächst heraus, die Bearbeitung beginnt ... Die nun geglätteten Kanten blitzen, wieder heben sich die Tafeln, wieder nimmt eine andere Maschine sie in Empfang; wie die Hand des Kindes mit einem Läppchen über die Tafel wischt, schiebt hin und her der Stoßkopf einer Hobelmaschine und schärft die Stöße aus. Nur eine Zeitlang spielt die Maschine, dann schwebt die Platte wieder auf, legt sich unter die großen Backen einer Presse (man sieht nichts von oben herab), indessen drückt ein halbrunder Block die Kopfenden der Platten bogig. Nun wandert die Platte noch einmal vor: diesmal aber rauscht ein Poltern herauf: die Platte wird von einer Maschine verschlungen, sie wird von den Walzen gepackt und kommt gekrümmt wieder heraus. Sie rundet sich, wälzt sich hoch, ein Ring wächst auf, neigt sich wieder dem Ende der Platte zu, und auf einen Ruck steht die Maschine; jetzt erst sieht man eine Veränderung: aus der glatten Tafel ist ein Hohlzylinder geworden. Doch auch diese Form geht weiter, ein Schwenkkran packt sie, senkt sie in die Grube, nach einiger Zeit des Schiebens, Hämmerns und Schraubens wird es still. Die Zylinder, jetzt Kesselschüsse genannt, sammeln sich, einer nach dem andern, fügen sich ineinander, Hammerschläge erdröhnen, Menschen klettern hinauf und hinunter.

Vier, fünf solcher Schüsse längen sich aneinandergereiht, an den Enden werden die Böden eingebaut und nun, zehn bis zwölf Meter lang, schwebt der rohe Kessel auf und senkt sich in die Grube: das Bohrwerk hat ihn erfaßt. In Abständen von zwei bis drei Zoll werden auf genauesten Millimeterabstand Löcher hineingebohrt, rundum die Reihen dreifach, längshin sechs- und achtfach. Aus vielspindeligen Bohrköpfen stoßen die Spiralbohrer vor, fressen sich ins Eisenfleisch hinein, die rasende Umdrehung treibt schwingende Eisenspäne heraus, Kühlwasser spritzt immerfort an die Bohrer. In selbsttätiger Zwangsläufigkeit schiebt das Werk die Bohrköpfe vor, dreht sich der Kessel auf den Rollen.

Zwei solcher Werke nebeneinander; im folgenden wird das fertige Metallstück herausgeholt; wieder klettern Männer an dem Eisenrohr herum, nehmen es auseinander und säubern die Nähte von Grat und Rost. Nun fügen sie die Rundnähte zusammen und wieder senkt ein Kran den Haken hinunter: hoch schwebt der Kessel in eine dritte Halle. Halb in der Erdgrube, halb in den Gerüsten liegt er jetzt, er wird in einen gewaltigen Stahlbügel hineingeschoben. Das Maul der Riesenzange, die Wasserdruck-Nietmaschine, hat ihn gepackt. Aus einem Feuerofen wirft ein Junge eine Niete in die Kesselhöhle. Bald fingert der handbreitlange Stift glühend aus einem Loch; ein unsichtbarer Druck am Hebel: niederpreßt die in den Kraftspeichern gesammelte Wasserkraft hundertfünfzigtausend Kilo Druck auf die glühende Niete. Nur wenige Sekunden braucht der gewaltige Stempel, schon hebt er sich, schon fliegt eine neue Niete, flitzt heraus aus dem Loch, um sogleich niedergedrückt zu werden. Eine Halbkugel, schwarz auf der Platte, verschließt das Loch.

Lautlos, langsam arbeitet die Mammutmaschine weiter, Schuß reiht sich an Schuß, bis die ganze Länge fertiggestellt ist. Nun sind die Löcher, die das Bohrwerk hineinraste, wieder verschlossen, aus den vielen Teilen ist ein Ganzes geworden.

Ein Ganzes? Die Kessel wandern unter uns weiter; in der großen Halle liegen sie nebeneinander, die Kesselrümpfe, denen das Eingeweide fehlt. Jetzt werden die langen, wassergasgeschweißten oder aus einem Stück gewalzten Flamm- oder Feuerrohre eingebaut. Elektrische Bohrmaschinen surren Nietlöcher in die Krempen. Eine fahrbare Luftdruckmaschine schwebt in einem Kran heran, fauchend haut sie mit einem pressenden Kolben Niet auf Niet, indessen eine Kolonne schon den Dampfdom vorrichtet, der zuletzt angebracht wird.

So sieht der Kessel fertig aus. Liegt, mit Dom und Stutzen da, wo mein Arbeitsplatz ist. Wir sind zu zwölf Mann in der Stemmkolonne, hier, gerade unterm Laufkrahnhäuschen rasseln meine Kameraden mit kleinen Preßlufthämmern.

Wir geben dem bisher so vielfältig verarbeiteten Kessel erst die nötige Dichtigkeit. Wenn man vor unserer Arbeit Wasser in den Hohlraum lassen würde, es müßte in allen Nähten und Nieten hinausrinnen; wir Zwerge, neben den Riesenmaschinen, machen die Zwergenarbeit: jedes Millimeter Naht, jedes Millimeter Nietrand muß mit feinen Meißeln und mit vielen Schlägen verstemmt, dichtgemacht werden. Rund um jeden Kopf wird ein dünnes Grätchen gepackt, heruntergedrückt auf die Kesselwand, mit rundstumpfem Meißel, damit die Kesselplatte nicht die geringste Beschädigung erfährt. Da liegen sie, meine Kameraden, auf dem Preßlufthammer, tausend Schläge rasselt der fingerdünne Kolben in der Minute auf den Meißel, da liegen sie, die Augen hingehalten auf die haarfeine Spalte zwischen Niet und Platte. Der zehnte Teil einer Haardicke vergessen, und bei der Druckprobe spritzt ein dünner Wasserstrahl hervor.

Also hämmern wir, hämmern um die zehntausend Nieten hin, die die Riesenpressen hineinstampften. Die linke Faust hält den Stemmer und führt seinen von uns bestimmten Weg, die Rechte drückt den ratternden Schlagmotor, den »Revolver« nieder, der Ellenbogen drückt, das Armgelenk drückt, die Schulter, der ganze Oberkörper ist erschüttert, bis ins Hirn dringt die rütternde Trallerei, Minute um Minute, Stunde um Stunde, Woche um Woche. Denn wir sind die Stemmkolonne, stemmen Niet und stemmen die Nähte, tagein, tagaus. Wie liegen auf dem Kessel, auf den Platten, pressen, drücken, stemmen immerzu. Wir sind die emsigen in der Fabrik, die sagen können: »Nun ist er fertig, der Kessel!«

Fertig? Nicht ganz. Neben uns schrauben die Hilfsarbeiter die Stutzenlöcher für die Dampfrohre zu, setzen die Mannlochdeckel ein und füllen die Kessel mit Wasser. Schon tropfen einige Nieten, schon rinnen einige Stellen in den Nähten; ran, nacharbeiten. Kaum sind wir fertig, da stößt die Dampfdruckpumpe noch mehr Wasser hinein, das Manometer steigt, der Zeiger weist aus: vier, sechs, acht, zehn Atmosphären. Wasser dringt in jede Naht, an jede Niete und sucht einen Ausgang. Zwölf Atmosphären sind der Betriebsdruck: jede Atmosphäre entspricht einem Kilo Druck auf je einen Quadratzentimeter. Jetzt ist in dem Kessel eine Spannung von einer Million zweihunderttausend Kilo. Noch fünf Atmosphären dazu: siebzehn. Jetzt zeigt sich, wie gut oder schlecht die Arbeit, unsere und unserer Kameraden war. Manchmal sind es nur Stunden, meist aber Tage, die wir nacharbeiten müssen. Der Kessel muß so drucktrocken sein, daß selbst bei diesem Probenhöchstdruck von siebzehn Atmosphären, also mit einer Million siebenhunderttausend Kilo, nicht die geringste Feuchtigkeit sich zeigt. Dann sagen wir: »Fertig, Meister!«

Jetzt hat der Staat und seine Behörde, der Verein zur Überwachung der Dampfkessel, das letzte Wort. Zu einer bestimmten Stunde erscheint der Ingenieur, schraubt eigenhändig sein vernickeltes, überaus empfindliches Manometer an, läßt sich den Druck wieder auf volle Höhe hineinpressen und prüft unsere Arbeit. Erst von außen, Niet um Niet, Naht um Naht, dann von innen, den Flammröhren; wir äugen gelegentlich hinüber, denn wir sind schon an einem anderen Kessel vollauf im Gange. Endlich hat er sich überzeugt, das Wasser wird abgelassen, die Mannlochdeckel geöffnet und nun muß der Ingenieur hineinkriechen in die Höhlung, nachsehen, nachprüfen, ob jede Niete beiliegt, jede Naht sitzt.

In dem Augenblick, da wir die Mannlöcher wieder verschließen, sitzt der Ingenieur im Büro, vergleicht die Papiere, die jede Platte auf Güte und Stärke ausweisen, dann setzt er seinen Namen darunter und schließt den zwanzig Seiten starken Paß. Der Kessel ist fertig und kann verladen werden.

Das große Tor wird hochgezogen, ein eiserner Vorhang mit Maschinenkraft; gleich kommt der große Kran angerollt. Der Kranführer läßt den Haken herunter, der Transporttrupp hat sich mit einem schweren Stahlseil herangemacht, dieses wird um den Zweieinhalbmeterleib geschlungen, ein Pfiff, und auch dieser Kessel schwimmt wie ein Luftschiff davon, verschwindet aus unseren Augen.

Da, Klingeln und Schellen, die Sirene: Mittag! Hammer weg! Dreihundert Menschen eint diese Sekunde. Zigarette raus, angesteckt, in den Speiseraum. Ich sehe in die Gesichter der Kameraden, überall menschliche Augen, menschliche Eigen- und Leidenschaften; wir sind keine Maschinen mehr. Wir essen: wir sind wieder Menschen geworden!

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