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Hymnen für die Erde

Walt Whitman: Hymnen für die Erde - Kapitel 6
Quellenangabe
typepoem
authorWalt Whitman
titleHymnen für die Erde
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
year1947
translatorFranz Blei
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130704
projectid825cfcd5
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5

Die Seele!
In alle Ewigkeit ewig, – länger, als die Erde braun und fest bleibt, länger, als Wasser ebbt und flutet.
Ich werde die Gedichte des Stofflichen hinstellen, denn ich denke, sie sind die geistigsten Gedichte,
Und werde die Gedichte meines Leibes und meiner Sterblichkeit hinstellen,
Denn ich denke, so werde ich mich selbst mit den Gedichten meiner Seele und meiner Unsterblichkeit versorgen.

Ich werde für diese Staaten einen Gesang dichten, daß keiner von ihnen irgendwann und wie einem andern unterworfen sei,
Und will ein Lied singen, daß Einvernehmen sei zwischen allen den Staaten so Tag wie Nacht, und zwischen jeden zweien von ihnen,
Und will ein Lied machen für die Ohren des Präsidenten, voll von Waffen mit drohenden Spitzen
Und hinter den Waffen zahllose unzufriedene Gesichter,
Und ein Lied singen von dem einen, das aus allen gebildet ist,
Dem bewaffneten, schimmernden einen, das sein Haupt über alle hat,
Dem entschlossenen, krieggleichen einen, das alle in sich schließt und über allem steht.
(Wie hoch auch immer ein Haupt, dies Haupt ist über allen.)

Ich werde die heutigen Länder bekennen,
Ich werde die ganze Geographie des Erdballs aufspüren und höflich grüßen jede Stadt groß und klein,
Und die Berufe! Ich werde in meine Gedichte schreiben, daß mit euch Heldentum ist zu Wasser und Land,
Und werde von allem Heldentum berichten als Amerikaner.

Ich werde das Lied der Kameradschaft singen,
Ich werde zeigen, was allein sie endlich bündigt.
Ich glaube, daß sie ihr Ideal, ihr eigenes, männlicher Liebe gefunden hat und daß sie es in mir aufzeigt.
Also will ich die brennenden Feuer von mir lodern lassen, die mich zu verzehren drohten,
Durchschlagen will ich, was so lange diese schwelende Flamme niedergehalten hat,
Und will ihr rasenden Lauf geben.
Ich will das Evangeliumgedicht der Kameraden und der Liebe schreiben,
Denn wer anders als ich sollte Liebe verstehn mit all ihren Peinen und Freuden?
Wer anders als ich sollte der Dichter der Kameraden sein?

 

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