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Hymnen für die Erde

Walt Whitman: Hymnen für die Erde - Kapitel 20
Quellenangabe
typepoem
authorWalt Whitman
titleHymnen für die Erde
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
year1947
translatorFranz Blei
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130704
projectid825cfcd5
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19

Hat irgendeiner es für ein Glück gehalten, geboren zu werden?
Ich eile, ihm oder ihr zu sagen, daß es ebenso ein Glück ist, zu sterben, und ich weiß das.

Ich gehe über den Tod hinaus mit dem Sterbenden und über die Geburt mit dem eben gewachsenen Säugling, und bin nicht beschlossen zwischen meinem Hut und meinen Stiefeln,
Und durchlaufe mannigfaltige Dinge, nicht zwei einander gleich und ein jedes gut,
Die Erde gut und die Sterne gut und alles, was zu ihnen gehört, gut.

Ich bin nicht eine Erde noch ein Zubehör der Erde,
Ich bin der Genosse und der Gefährte der Leute, alle ebenso unsterblich und unergründlich wie ich selber.
(Sie wissen nicht, wie unsterblich, ich aber weiß es.)

Jede Art für sich und ihr Eigen, mir die meine männlich und weiblich,
Mir die, welche Burschen gewesen sind und Frauen lieben,
Mir der Mann, der stolz ist und fühlt, wie es schmerzt, abgewiesen zu werden,
Mir das Liebchen und die alte Jungfer, mir die Mütter und die Mütter der Mütter,
Mir Lippen, die gelächelt haben, Augen, die Tränen verschütteten,
Mir Kinder und Erzeuger von Kindern.

Entblößt euch! Vor mir seid ihr nicht schuldig, noch alt, noch abgedankt.
Ich sehe durch schwarzes Tuch und durch gefärbtes Garn, ob ihr wollt oder nicht,
Und bin dabei und zur Stelle, hartnäckig treu, eroberungssüchtig, unermüdlich, und kannst mich nicht abschütteln.

 

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