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Hymnen für die Erde

Walt Whitman: Hymnen für die Erde - Kapitel 11
Quellenangabe
typepoem
authorWalt Whitman
titleHymnen für die Erde
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
year1947
translatorFranz Blei
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130704
projectid825cfcd5
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10

Demokratie! Ganz nah bei dir füllt sich nun eine Kehle mit Lust und singt freudvoll.

Ma femme! Für die Brut nach uns und von uns,
Für die Gegenwärtigen und die Künftigen
Jauchzend, daß ich für sie bereit bin, will ich nun Lieder hinausschütteln, stärkere, stolzere, als je bisher auf Erden gehört.

Ich will Gesänge der Leidenschaft singen, ihnen ihren Weg zu geben,
Und auch eure Gesänge, geächtete Verbrecher, denn ich skandiere euch mit zärtlichen Augen und nehme euch mit mir so gut wie sonst wen.

Das wahre Gedicht des Reichtums werde ich singen,
Zu ernten für Leib und Verstand, was Dauer hat und vorwärts geht und nicht vom Tode geschlagen ist.

Selbstsucht werde ich ausströmen und zeigen, daß es allem zugrunde liegt, und der Barde der Persönlichkeit werde ich sein,
Und vom Weibe und vom Manne werde ich aufweisen, daß ein jedes nur des andern Gleiches ist,
Und ihr, Organe und Akte des Geschlechts, konzentriert euch in mir, da ich entschlossen bin, euch mit klarer, mutiger Stimme zu sagen und auszusprechen, daß ihr erhaben seid,
Und weisen will ich, daß keine Unvollkommenheit ist im Heutigen und keine sein kann in der Zukunft,
Und weisen will ich, daß, was immer auch irgendeinem widerfahre,
zu gutem Ausgang und schönem gewendet werden kann,

Und weisen will ich, daß einem nichts Schöneres geschehen kann als der Tod,

Und einen Faden werde ich durch meine Gedichte ziehen, daß Zeit und was geschieht, ineinander gefestet sind

Und alle Dinge der Welt vollkommene Wunder sind, eines so tief wie das andre.

Nicht Gedichte werde ich machen, die sich auf Teile beziehen,
Sondern ich werde Gedichte machen, Gesänge und Gedanken, die sich auf das Ganze beziehen,

Nicht auf den Tag hin werde ich singen, sondern auf alle Tage hin,

Und kein Gedicht oder eines Gedichtes geringsten Teil werde ich machen, der nicht auf die Seele sich bezieht.

Denn da ich auf die Dinge der Welt sah, da finde ich keines und keines Dinges ein Stück, das sich nicht aus die Seele bezieht.

 

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