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Hymnen für die Erde

Walt Whitman: Hymnen für die Erde - Kapitel 10
Quellenangabe
typepoem
authorWalt Whitman
titleHymnen für die Erde
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
year1947
translatorFranz Blei
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130704
projectid825cfcd5
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9

Weißt du, einzig um die Keime einer größeren Religion in die Erde zu senken,
Singe ich die folgenden Gesänge, jeden für seine Art.

Mein Kamerad! An zwei Hochdingen sollst du mit mir Anteil haben, und an einem dritten noch, das glänzender sich mit ihnen erhebt,
Die Größe der Liebe, das Hochding der Demokratie und das Hochding der Religion.
Diese meine Mischung, das Unsichtbare und das Sichtbare,
Geheimnisvoller Ozean, in den sich die Ströme entleeren,
Prophetischer Geist, der von den Dingen ausgeht und mich umflackert,
Lebendige Wesen, Gleichheiten, unzweifelhaft nah uns in der Luft, wenn wir auch von ihnen nichts wissen,
Ihre tägliche, stündliche Berührung, die mich nicht lassen wird,
Sie erwählen mich, werden von mir mit leisen Winken verlangt.

Nicht, der mit täglichem Kuß von Kindheit an mich küßte,
Hat mich umschlungen und umwunden mit dem, was mich an ihn bindet,
Mich mehr umschlungen, gebunden, als ich den Himmeln verbunden bin und aller geistigen Welt,
Nach allem, was sie mir getan haben, da sie mir etwas zu singen zuflüsterten.
O, etwas zu singen! – Gleichheiten! O göttliche Gleichzahl! O göttlich Gewöhnliches! O Durchschnitt!
Jauchzen unter der Sonne, hingeschrieen wie jetzt, oder zu Mittag, oder zu Sonnenaufgang,
Melodieen, strömend durch die Zeiten, jetzt hierher gedrungen,
Ich halte mich an eure wilden und vielfachen Akkorde, füge neue hinzu und gebe sie froh nach vornen weiter.

 

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