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Hüter des Friedens

Edgar Wallace: Hüter des Friedens - Kapitel 5
Quellenangabe
pfad/wallacee/hueter/hueter.xml
typefiction
authorEdgar Wallace
titleHüter des Friedens
publisherGoldmann Verlag
translatorRavi Ravendro
editorFranz Schrapfeneder
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
printrun1. Auflage
isbn3442064422
year1982
created20111030
projectid1de0a8f9
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Bones und die drahtlose Telegrafie

Ko-boru, der Häuptling von Bingini, rief alle seine Verwandten zu einem Familienrat zusammen.

Die Stämme am Unterlauf des großen Stromes spielen keine allzu erhebliche Rolle in der Politik der Territorien. Sie sitzen zu nahe an der Residenz, um Gelegenheit zu jenen heimlichen Vorbereitungen zu haben, die allen großen oder kleinen Eingeborenenkriegen vorauszugehen pflegen. Außerdem sind sie zu weit entfernt von den aufrührerischen Elementen des Nordens, so daß sie nicht von den leicht erregten Isisi, den kaltblütigen und mordlustigen Akasava oder den schnell entschlossenen äußeren N'gombi beeinflußt werden.

Aber auch bei ihnen gab es Krisen.

Alle Vornehmen des Bezirkes, die mit Ko-boru verwandt waren, kamen nach Bingini, saßen in einem großen Kreis um die Hütte des Häuptlings und sahen den alten Mann und seine neben ihm sitzende Tochter an.

»Alle meine Verwandten sollen dies wissen«, begann Ko-boru, nachdem Okmini, der Zauberdoktor, alle Teufel und Geister ausgeräuchert hatte, die heimtückisch alle Versammlungen umlauern. »Es ist große Schande auf jeden von uns gekommen durch Yokam-'furi, denn dieser Mann ist wie ein Bruder zu Sandi. Er führt sein kleines Schiff den Strom hinauf und hinunter, und weil er diese große Stellung hat, gab ich ihm meine Tochter, die meine erste Frau mir geboren hat.«

»S'm-m!« murmelten die Verwandten zustimmend.

»Auch habe ich ihm eine Hütte gebaut und ihm einen Garten geschenkt, in dem seine Frau arbeiten kann, und er hat an den Familien-Palavern teilgenommen. Nun sage ich euch aber, daß Yoka-m'furi ein schlechter Mann ist, denn er hat meine Tochter verlassen und ein anderes Weib am Oberlauf des Stromes genommen. Er kommt nicht mehr zu diesem Dorfe, und meine Tochter weint den ganzen Tag. Während dreier Jahreszeiten ist er nicht mehr hier gewesen, beim nächsten Neumond werden es vier sein.« Er sagte dies mit besonderer Betonung. Das flache Gesicht seiner Tochter zuckte und verzog sich, bevor sie ihren Mund öffnete, um ihre Klage und ihr Wehgeschrei zu erheben.

Denn ein Mann, der seine Frau absichtlich für vier Jahreszeiten verläßt und während dieser Zeit keine vierundzwanzig Stunden – von Sonnenaufgang bis Monduntergang – bei ihr zubringt, ist dadurch geschieden und von allen Verpflichtungen befreit. So ist es Sitte bei allen Stämmen von den Ländern des großen Königs bis ans Meer.

»Nun hatte ich einen Traum«, fuhr Ko-boru fort, »und in diesem Traum wurde mir gesagt, daß ich euch alle zusammenrufen solle und daß ich und die ersten meiner Ratgeber zu Sandi gehen sollten, um ihm die Wahrheit zu berichten.«

»Mein Bruder und Onkel«, sagte Bechimi von G-lara, »ich will mit dir gehen, denn ich habe einmal mit Sandi gesprochen, und weil er ein so gutes Gedächtnis hat, wird er sich an Bechimi erinnern, der ihm seinen kleinen, schönen schwarzen Stock aufgehoben hat, als er hinfiel.«

Fünf Männer wurden ausgewählt, um Ko-boru zu begleiten. Sie setzten sich in ein Kanu und ruderten den kurzen Weg von fünf Meilen zur Residenz.

Sanders erzählte Patricia Hamilton gerade Geschichten über Eingeborenenkämpfe, als diese unerwartete Abordnung sich plötzlich vor der Veranda niederhockte. »O Ko-boru«, rief Sanders, »warum kommst du zu mir?«

Ko-boru hatte auf ein langes und eindrucksvolles Palaver gehofft, aber er erkannte an der Unaufmerksamkeit des Distriktsgouverneurs und an dem Ton, daß Sandi nicht dazu aufgelegt war. Deshalb kam er gleich zur Sache.

»O Sandi, du bist unser Vater und unsere Mutter, und wenn du sprichst und deinen großen Mund auftust, so geschehen Wunder. Auch hast du sehr schöne Freunde wie Miltini, auf dessen Wort hin sich seine schrecklichen Soldaten in Bewegung setzen und sich wie Leoparden auf die Leute stürzen und sie töten. Und du hast den jungen Tibbetti, der unschuldig und harmlos ist. So sage ich dir, Sandi, wenn du ein Wort zu Yoka sprichst, so wird er zu meiner Tochter, seinem Weibe, zurückkehren.«

Sanders lehnte an dem Geländer der Veranda und schaute auf den Sprecher hinunter.

»Ich habe merkwürdige Dinge gehört, Ko-boru«, sagte er ruhig. »Man erzählt sich Geschichten von einer Frau, die viele Liebhaber und eine böse Zunge hat. Und einst kam Yoka zu mir mit einer Wunde am Kopf, denn deine Tochter scheint sehr schnell mit der Hand zu sein, wenn sie ärgerlich ist.«

»O Herr«, erwiderte Ko-boru verwirrt, »solche Dinge geschehen manchmal aus Liebe.«

»Alle Dinge geschehen aus Liebe«, sagte Sanders und lächelte. »Vielleicht wird Yoka zurückkehren, vielleicht auch nicht – dann ist deine Tochter frei. Das Palaver ist aus.«

»O Herr«, bat Ko-boru, »die Frau wird nichts Böses mehr tun, lasse ihn doch von Sonnenuntergang bis Mondaufgang zu ihr kommen ...«

»Das Palaver ist aus«, wiederholte Sanders streng.

Auf ihrem Rückweg nach Bingini zettelten die Verwandten Ko-borus eine Verschwörung an. Das war das erste Komplott, das seit zwanzig Jahren in der Nähe des Hauptquartiers geschmiedet wurde.

»Ist es indiskret, wenn ich frage, was Ihre Besucher wollten?« fragte Patricia, als die Leute niedergeschlagen über den Exerzierplatz gingen und zu ihrem Boot zurückkehrten.

»Es war eine Ehe-Palaver«, entgegnete Sanders und machte ein böses Gesicht. »Ich sollte einen Mann zu seiner temperamentvollen Frau zurückschicken, die ihm gerne Kochtöpfe an den Kopf wirft, wenn sie zornig ist.«

Sie sah ihn lachend an. »Armer Mr. Sanders!«

»Bemitleiden Sie mich nicht.« Sanders lächelte. »Ich bin wirklich sehr häuslich veranlagt, und außerdem bin ich an diesem Fall interessiert, weil der Mann, der hier in Betracht kommt, mein Steuermann ist – der beste, den es hier am Strom gibt. Er ist ein sehr tüchtiger Mann und weiß in allen Dingen Bescheid. Außerdem betrachte ich sie alle als meine Kinder«, fügte er ernst hinzu. »Und es ist schließlich gerecht, daß ein Mann, der selbst keine Familie hat, in anderer Weise eine Familie findet, die er betreuen kann.«

»Warum tun Sie das eigentlich?« fragte sie dann.

»Was meinen Sie – ich verstehe Sie nicht.«

»Dies hier ist doch ein gesundes und entzückendes Fleckchen Erde, und eine Frau könnte hier sehr glücklich werden.«

Ein peinliches Schweigen folgte.

»Ich fürchte, ich war entsetzlich unverschämt«, sagte Patricia und erhob sich schnell. »Aber eine Frau macht hinter jeden Junggesellen ein Fragezeichen, besonders wenn er hübsch ist. Und je eingefleischter er ist, desto größer wird das Fragezeichen.«

Sanders trat zu ihr. »Womöglich lasse ich mich nächstens noch zu einer übereilten Handlung hinreißen«, drohte er und lachte verlegen. »Sehen Sie, hier kommt Ihre kleine Familie an.«

Bones und Hamilton disputierten sehr hitzig über ein Thema, und Leutnant Tibbetts schien im Recht zu sein, denn er blieb häufig stehen und gestikulierte heftig.

»Es ist doch wirklich zu schlimm«, sagte Hamilton ärgerlich, als er die Treppe zur Veranda emporstieg.

Bones kam hinter ihm her, hatte aber keineswegs das Aussehen eines Delinquenten, sondern war im Gegenteil die beleidigte Unschuld selbst.

»Was ist denn so schlimm, mein Lieber?« fragte Patricia teilnehmend.

»Vor vierzehn Tagen habe ich doch diesem verdammten Esel gesagt ...«

»Ihr lieber Bruder spricht von mir«, erklärte Bones.

»Wen sollte ich denn sonst meinen?« fragte Hamilton aufgeregt.

»Ich sagte ihm, er solle alle Kompanierechnungen bis morgen fertig machen. Sie wissen, Sir«, wandte er sich an Sanders, »daß der Zahlmeister von der Verwaltung kommt, um sie zu prüfen. Und glauben Sie mir«, er schaute wieder auf Bones, der resigniert die Augen schloß, »daß gar nichts stimmte, als ich seine Aufstellung durchsah!«

»Es ist ja nur eine Kleinigkeit«, sagte Bones, der plötzlich die Augen wieder auf tat, »es fehlen neununddreißig Schilling, und ich bot großmütig an, sie aus meiner Tasche zu ersetzen.« Er sah sich strahlend um, als ob er von den andern Applaus erwarte.

»Und um allem die Krone aufzusetzen, redete er noch davon, daß er morgen früh mit Patricia eine Picknick-Partie machen wolle«, schäumte Hamilton. »Er will zu dem Inseldorf fahren.«

»Sie vergessen«, erwiderte Bones, »daß ich diese alten, netten Rechnungen auf den Ausflug mitnehmen will. Seien Sie gerecht zu mir, alter Kamerad! Ich habe Ihnen doch gesagt, daß ich während der Fahrt eine klare und überzeugende Abrechnung machen werde.«

»Das ist doch zum Lachen«, rief Hamilton ärgerlich und ging ins Haus.

»Ist er nicht ganz niederträchtig zu mir?«

»Hören Sie, Bones.« Patricia drohte ihm mit dem Finger. »Ich gehe morgen nicht mit, wenn Sie nicht Ihr Versprechen halten.«

Bones stand stramm und grüßte militärisch. »Meine liebe, gute Freundin«, sagte er stolz, »verlassen Sie sich auf Ihren Bones!«

*

»S. M. Dampfboot Nr. 36«, wie es in den offiziellen amtlichen Listen genannt wurde, führte noch einen anderen Namen. Während der ersten Fahnen hatte sich gezeigt, daß das Schiff kopflastig gebaut war, und wegen dieses Konstruktionsfehlers wurde es »Wiggle« (Die Schwankende) genannt. Später wurde dieser Fehler durch einen Umbau behoben, aber trotzdem erhielt sich den ganzen Strom entlang diese Bezeichnung. Sogar die Eingeborenen nannten es »Komfuru«. Das heißt: »Das Boot, das nicht gerade fahren kann.«

Gewöhnlich stand die »Wiggle« unter dem Kommando von Leutnant Tibbetts. Bones selbst hatte dieses Recht für sich beansprucht. Er leitete es vor allem aus der Tatsache ab, daß die »Wiggle« zu gleicher Zeit mit ihm in der Residenz ankam.

Es war ein hübsches, kleines Dampfboot mit einem offenen Speisezimmer und zwei kleinen Kabinen mittschiffs.

Die »Wiggle« hatte aber auch verschiedene andere Einrichtungen, die gewöhnlich solche kleinen Dampfer nicht besitzen. Auf ihrem schmalen Vorderdeck befand sich zum Beispiel ein Maxim-Schnellfeuergeschütz, auch hatte sie eine ungewöhnlich starke Sirene, die geradezu teuflisch heulen konnte. Ferner war sie mit einem großen Motorhorn ausgestattet. Die Sirene und das Motorhorn hatte Bones selbst für sein eigenes Flaggschiff gestiftet. Das Motorhorn schien neben einer Sirene eigentlich überflüssig zu sein, aber wenn man die Sache genauer erklärt, wird es verständlich, warum dieses etwas weniger geräuschvolle Instrument vorhanden war.

Als Bones die Sirene zum erstenmal benutzte, fuhr er gerade durch den sogenannten »Kanal«. An dieser Stelle ist der Fluß sehr eng und tief, und die Geschwindigkeit der Strömung beträgt etwa fünf bis sieben Knoten die Stunde. Bones dampfte gerade stromauf und begegnete dem Missionsdampfer der Bolalo-Station, der die kleine blaue Schiffsflagge der »Wiggle« grüßte. Auf diese Ehrung antwortete Bones mit zweimaligem, lang anhaltendem Tuten seiner Sirene.

Aber nach dieser außerordentlichen Kraftanstrengung trieb die »Wiggle« wieder stromabwärts, und zwar unangenehmerweise breitseits, denn Bones hatte durch das Ziehen der Sirene die ganze Dampfreserve des kleinen Kessels verbraucht.

Das Schiff war auch mit drahtloser Telegrafie ausgerüstet. An Bord war eine Antenne gespannt, und ein Apparat befand sich da, den Bones aus England für den Preis von zwölf Pfund hatte kommen lassen. Er hatte eine schriftliche Garantie, daß er damit Nachrichten auf eine Entfernung von zweihundert Meilen senden und empfangen könne. Ein Buch mit Erklärungen und Instruktionen war gratis mitgeliefert worden. Bones war damals mit dem Buch in seine Hütte gegangen und hatte es gelesen. Am nächsten Morgen fand ihn sein treuer Diener Ali im Bett. Er schlief ruhig wie ein Kind, und seine Hand lag auf der zweiten Seite des Buches.

Sanders und Hamilton hatten sich mit großem Interesse an der Errichtung der drahtlosen Station an Bord der »Wiggle« beteiligt. Das einzige, worüber man sich einig wurde, war, daß irgendwo ein Draht gespannt werden müsse. Also hingen sie ihre Antenne zwischen Schornstein und Flaggenmast auf. Nachdem diese Frage so glänzend gelöst war, wandten sie sich der schwierigen Aufgabe zu, die Sache auch in Gang zu bringen.

Nachdem sie sich aber eine Woche lang vergeblich damit abgemüht hatten, gaben sie es verzweifelt auf.

»Da sind Sie schön hereingelegt worden, Bones«, sagte Hamilton. »Ihr Apparat arbeitet überhaupt nicht. Armer Kerl!«

»Ihr Mitleid ist einfach beleidigend«, erwiderte Bones steif, »und ich sollte es Ihnen eigentlich gar nicht sagen, aber ich habe die feste Überzeugung – obwohl ich es Ihnen natürlich nicht näher erklären kann –, daß diese gute Maschine sich eines Tages noch als sehr nützlich erweisen wird.«

Aber obwohl Bones Tag und Nacht arbeitete, sogar das Instruktionsbuch wirklich von Anfang bis zu Ende durchlas, den ganzen Apparat auseinandernahm und jedes Stück durch ein Vergrößerungsglas betrachtete, gelang es ihm nicht, eine Botschaft zu senden oder zu empfangen. Schließlich wurde der Apparat wieder schön verpackt und in einer Kabine untergebracht. Man sprach auch nicht mehr darüber, höchstens Hamilton erwähnte die peinliche Angelegenheit, wenn er auf seinen Untergebenen nicht gut zu sprechen war.

Bones war begeistert von der »Wiggle« und wandte ihr die größte Aufmerksamkeit zu, denn sie war ja sein Schiff. Er ließ sich von London besonderes Briefpapier schicken mit der Kopfprägung »S. M. Komfuru« – der Eingeborenenname klang noch besser als »Wiggle« und war auch viel interessanter als »Dampfboot Nr. 36«. Er baute auch kleine Dynamomaschinen ein, die – wenn sie arbeiteten – die beiden Kabinen erhellten und sogar Licht für einen Miniaturscheinwerfer lieferten. Bones ließ seinen Dampfer dunkelgrau anstreichen wie ein Kriegsschiff und hätte auch noch einen andern Schornstein errichten lassen, wenn Hamilton nicht dahintergekommen wäre und diese Verschönerung verhindert hätte.

Bones behauptete felsenfest, daß sein Schiff staub- und wasserdicht sei und auch von Torpedos nicht in die Luft gesprengt werden könne.

Am nächsten Morgen trat Bones um fünf Uhr aus seiner Hütte. Die Sterne glänzten noch am Himmel, die ganze Welt lag in tiefer Dunkelheit, der Strom rauschte, und die Brandung des Meeres tönte herüber. Bones überquerte den Exerzierplatz, schritt mit seiner Laterne zu dem Betonkai, der die Breite eines Durchschnittstisches hatte, ging an Deck der »Wiggle« und weckte den Wächter durch einen Fußtritt.

Ali Abid, der verschiedentlich als Maure, Ägypter, Tripolitaner oder Beduine bezeichnet wurde, war in Wirklichkeit ein Kanomann, der lange bei einem Professor der Bakteriologie gedient hatte. Durch den Umgang mit diesem Gelehrten hatte Ali Abid die elementaren Kenntnisse, die er auf der Missionsschule in Cape Coast Castle erworben hatte, erweitern und vertiefen können, und zeigte jetzt ein Betragen und eine Haltung, um die ihn mancher beneidete.

»Steh auf«, sagte Bones in tiefem Baß.

Ali erhob sich, blinzelte und zitterte, denn es war sehr kalt, und er hatte unter einem alten Mantel geschlafen, den Bones ihm geschenkt hatte.

»Wo ist die Schiffsmannschaft?« fragte Bones und setzte seine Laterne an Deck nieder.

»O Herr«, sagte Ali feierlich und langsam, »die Subjekte sind nicht zu unserer Disposition.«

Bones fuhr sich mit der Hand über die Stirn. »Verflucht!« rief er böse. »Habe ich dir nicht gesagt, daß ich die ehrenwerte Miß Hamilton zu einer Vergnügungsfahrt eingeladen habe? Habe ich dir nicht gesagt, du alter Faulpelz, daß bei Tagesanbruch alles bereit sein soll? Habe ich dir nicht ausdrücklich gesagt, welche Speisen wir mitnehmen wollen?«

»O Herr«, erwiderte Ali, »das haben Sie nicht getan.«

»Zum Donnerwetter, dann habe ich es mir wenigstens vorgenommen.«

»Herr, manche Subjekte leiden unter dem Einfluß eines gewissen Comas, an Delirium, an Halluzinationen und entwickeln phantastische Vorstellungen. Alle diese Krankheitserscheinungen verschwinden, wenn das Subjekt das Bewußtsein wiedererlangt. Aber es bleiben gewisse Eindrücke im Gehirn und im Unterbewußtsein zurück.«

Bones sah ihn argwöhnisch an. »Willst du etwa sagen, daß ich geträumt habe?«

»Herr, die Selbstbeherrschung zwingt zu vollkommener Ruhe bei Beurteilung Ihres Krankheitszustandes.«

»Du schwatzest wieder Unsinn!«

Bones gab ein paar allgemeine Anordnungen, wie er immer tat, und schlich sich dann zu dem großen Gebäude zurück, das noch vollständig im Dunkeln lag. Er hatte Sanders feierlich versprochen, Patricia zu wecken, ohne den Schlaf der andern zu stören.

Sie wollten heute den Strom hinauffahren, bis sie zu dem Inseldorf kamen, wo die Eisenarbeiter der Akasava viel interessante Dinge herstellten. Das Frühstück sollte an Bord eingenommen werden, zum Abendessen wollten sie wieder zurück sein.

Patricia hatte Bones am Abend noch einmal ausdrücklich das Fenster ihres Zimmers gezeigt, und Hamilton hatte sich bereit erklärt, der Sicherheit halber ein Kreuz mit Kreide daran zu machen.

»Wenn Sie mich vor Sonnenaufgang wecken, dann soll es Ihnen schlecht ergehen!« warnte Hamilton Bones. »Und wenn Sie zurückkommen, ohne die Kompanie-Abrechnungen in Ordnung zu haben, dann wird es Ihnen noch schlechter gehen!«

Bones dachte an diese Verheißungen, als er sich zur Veranda emporstahl. Um doppelt sicher zu sein, zog er seine Schuhe aus und ließ sie dann mit großem Gepolter fallen.

»Pst, Bones, nicht soviel Lärm«, sagte er laut. »Pst, du verrückter alter Esel.«

Er schlich sich an der Holzwand entlang und suchte sich zu orientieren. Hinter dem mittleren Fenster schlief Hamilton, hinter dem linken Sanders und hinter dem rechten Patricia. Er ging also leise an das rechte Fenster und klopfte. Es kam keine Antwort. Er klopfte noch einmal, aber es rührte sich nichts. Nun klopfte er ganz laut mit der Faust.

»Sind Sie das, Bones?« brummte Sanders.

Bones war starr vor Schrecken. »Tut mir entsetzlich leid, Sir!« entschuldigte er sich flüsternd. »Das war wirklich ein unverzeihlicher Irrtum.« Er schlich auf Zehenspitzen zum linken Fenster, klopfte leise, pfiff und klopfte dann wieder.

Er hörte eine Bettstelle im Zimmer knarren und wandte sittsam den Kopf beiseite. »Hier ist Bones, meine liebe gute Schwester«, flüsterte er, so laut er konnte. »Erheben Sie sich von Ihrem Lager, die Morgensonne wartet, und ihre Strahlen...«

Hamiltons wütende Stimme unterbrach ihn.

»Ich dachte mir doch gleich, daß Sie es waren, Sie ...«

»Mein lieber alter Offizier, tut mir entsetzlich leid – schlafen Sie nur ruhig weiter – Gute Nacht!«

»Scheren Sie sich zum Teufel!«

Bones ging nun auf das mittlere Fenster los, er konnte ja jetzt nicht mehr fehlgehen. Er klopfte energisch.

»Stehen Sie auf, mein Fräulein«, sagte er, »die Zeit eilt auf ihren Fittichen dahin.«

Das Fenster öffnete sich plötzlich, und Bones stand dem wütenden Hamilton gegenüber.

»Aber Sir, wie zum Teufel, kommen Sie denn in dieses Zimmer?« fragte Bones aufgeregt.

»Wissen Sie denn nicht, daß mein Zimmer zwei Fenster hat? Ich habe es Ihnen doch gestern abend noch gesagt, Sie Quadratesel! Patricias Zimmer liegt am andern Ende des Gebäudes! Sie haben ein Gedächtnis wie ein Sieb!«

»Ich bin Ihnen für Ihre Informationen sehr zu Dank verbunden, Sir!« sagte Bones korrekt. »Ich will Sie jetzt nicht länger aufhalten.«

Hamilton griff zu seiner Haarbürste.

»Legen Sie sich wieder nieder, Sir, und vergessen Sie Ihr Abendgebet nicht.«

Bones suchte nach dem richtigen Fenster in dem andern Flügel des Hauses, als Patricia, die längst aufgestanden und schon seit einer Viertelstunde fertig war, sich leise hinter ihm herschlich und ihm plötzlich auf die Schulter klopfte.

»Oh!« rief Bones. »Mein Gott, liebe, gute Dame, haben Sie mich erschreckt! Nun, dann können wir ja gehen. Gott sei Dank haben wir sonst niemand gestört!«

Als er nun zum Boot ging, folgten ihm die Verwünschungen zweier Gestalten, die in Pyjamas auf der Veranda standen und beobachteten, wie seine große Gestalt im Dunkel verschwand.

»Schicken Sie uns eine drahtlose Nachricht, wenn Sie zurückkommen!« brüllte Hamilton ihm nach.

»Dieser Mensch kann sich doch nie benehmen!« sagte Bones leise vor sich hin.

In der Zwischenzeit war Ali Abid nicht untätig gewesen. Er hatte Yoka, den Steuermann, und Boosobi, den Heizer, geweckt. Diese beiden waren dem unerwarteten Ruf auch mit der Schnelligkeit gefolgt, wie sie nur Eingeborene bei solchen Gelegenheiten zeigen. Man möchte fast annehmen, sie wußten im voraus, daß man sie brauchte und warteten nur darauf.

In einer der kleinen Kabinen hatte Ali die vielfach erwähnten Kompanie-Abrechnungen für seinen Herrn auf den Tisch gelegt, und es schien ein schöner, interessanter Tag zu werden, als Yoka den Maschinentelegrafen auf »Vorwärts« stellte. Die »Wiggle« fuhr mitten auf dem Strom.

Im Osten graute der Himmel, an den Ufern und in den Wäldern regte es sich, das Zwitschern eines Vogels ertönte, der Rauch verbrannten Kiefernholzes kam von den Fischerdörfern herüber, wo die Frauen an den Ufern die Feuer bedienten.

Am Großen Flusse ist der Übergang von Dunkelheit zu hellem Tageslicht nur kurz. Die Sterne verlieren plötzlich ihren Glanz, und der schwarze Himmel ändert seine Farbe in ein strahlendes Blau. Die Schatten verschwinden immer mehr im Walde, und die Umrisse der starken Stämme treten deutlich hervor. Das Zwielicht dauert nur kurze Zeit. Dann brechen helle Sonnenstrahlen durch die Blätter der Baumkronen, die grauen Schleier, die die Inseln als formlose Gebilde erscheinen lassen, lösen sich in ein Nichts auf, und das schöne saftige Grün der Inseln leuchtet aus den goldüberglänzten Fluten.

»Sonnenaufgang!« sagte Bones mit einer Armbewegung nach Osten, als ob er selbst für dieses Wunder verantwortlich sei.

Patricia saß in einem tiefen geflochtenen Stuhl und atmete die frische, würzige Morgenluft ein. Die Natur um sie herum leuchtete in den herrlichsten Farben. Am jenseitigen Ufer zog ein Schwärm farbiger Papageien vorüber, die fröhlich schrien. Die Sonne spielte auf ihren schillernden Federn.

»Ist das nicht wundervoll?« fragte sie leise.

Bones sah zu den Vögeln hinüber und beschattete die Augen. »Es sieht aus wie eine bunte Flickendecke. Es ist doch wirklich schade, daß sie nicht sprechen können, bevor man sie dazu abrichtet. Sie schmecken auch scheußlich, obgleich manche Leute sagen, daß man sie mit Curry gut machen kann.«

»Ach, sehen Sie doch dort!«

Die »Wiggle« näherte sich dem südlichen Ufer des Stromes, wo zwei prachtvolle Flamingos ruhig im seichten Wasser standen.

»Die schmecken auch entsetzlich«, sagte Bones. »Ihr Fleisch erinnert mich zu sehr an Fisch, und außerdem ist es zu fett. Dasselbe trifft für die Reiher zu.«

»Bones, haben Sie denn überhaupt keine Seele?« fragte sie ernst.

»Eine Seele, meine liebe, gute Schwester?« fragte Bones erstaunt. »Das ist doch meine größte Spezialität.«

Es war ein herrlicher Morgen für Patricia, denn Bones hatte sich endlich auf ihre dringende Vorstellung hin in seine Kabine zu den Rechnungen zurückgezogen. Sie genoß die Schönheit des Tropentages. Sie sah, wie die Wellen des rostroten Stromes am Bug der »Wiggle« hoch aufschäumten, sie fühlte die kühle Brise, die ihr von den fernen nördlichen Gebirgen entgegenwehte, und sie freute sich, daß sie sich jetzt nicht mit Bones unterhalten mußte.

Bones verbrachte keinen weniger angenehmen Morgen, denn Ali Abid war ein methodischer Mann, der wohl zu rechnen und zu schreiben verstand und den Fehler bald gefunden hatte.

»Gott sei Dank!« rief Bones erleichtert. »Du bist ein netter alter Zahlmeister, Ali. Ich hätte das niemals aufgespürt.«

»Herr, manche Subjekte vergessen bei ihren heftigen Anstrengungen die verschlungenen Schwierigkeiten der Einzelheiten. Das kommt meistens daher, daß sich die Subjekte nicht konzentrieren können.«

»Schon gut!« sagte Bones. »Aber mach alles fertig, daß ich es nachher abschreiben kann.«

Er weckte Patricia aus tiefer Träumerei. Sie dachte gerade an schüchterne und doch so tüchtige Junggesellen, die ganze Völker mörderischer Kinder väterlich betreuten.

Bones erteilte laut Befehle, die aber niemand ausführte. Er hatte ein großes Fernglas, mit dem er abwechselnd ängstlich zum Himmel emporschaute oder kritisch das Fahrwasser prüfte. Er ging von einer Seite zur andern und trug dabei immer das Fernglas unter dem Arm. Er mußte dauernd über Patricias Füße steigen, und da ihm das manchmal nicht gelang, ohne anzustoßen, machte sie schließlich seinen nautischen Wanderungen auf der »Kommandobrücke« ein Ende.

»Bones, Sie machen mich schwindlig. Und ist das nicht die Insel, die wir besuchen wollten?«

In den frühen Nachmittagsstunden gingen sie wieder an Bord. Der Häuptling des Dorfes kam ans Ufer, um sich von ihnen zu verabschieden.

Sie hatten eine ganze Sammlung von Speerklingen, grausamen Hinrichtungswaffen, Dolchen, Messern, Elefantenschwertern und zauberkräftigen Eisenfiguren erworben.

»Bones, dieser Ausflug war einfach großartig«, sagte Patricia auf der Rückfahrt. »Sie können wirklich manchmal sehr vernünftig und geschickt sein.«

»Meine liebe, gute Miß Hamilton, Sie haben mich heute so gesehen, wie ich wirklich bin. Die Maske war gefallen, und der eigentliche Bones kam zum Vorschein, freundlich, vernünftig, überlegt und – wenn ich dieses Wort gebrauchen darf, ohne daß Sie sich große Hoffnungen machen – zärtlich. Sie sahen mich frei von Sorgen, gewandt, stets auf dem Posten ...«

»Nun seien Sie ein guter Junge und machen Sie Ihre Rechnungen fertig. Ich werde ein wenig schlafen.«

Und das tat sie auch, denn es war warm, und sie fühlte sich müde. Die »Wiggle« fuhr schnell und glatt mit dem Strom. Bones gähnte und schrieb Alis detaillierte und sorgfältige Aufstellung ab, während Ali selbstzufrieden an Deck lag und ebenfalls schlummerte. Selbst der Heizer hatte die Augen geschlossen. Nur der Steuermann Yoka war wach und aufmerksam, und seine dunklen Augen waren stets auf das Fahrwasser gerichtet, unter dessen Oberfläche sich Untiefen, Sandbänke, Steine und Baumwurzeln verbargen.

Zwei Meilen von der Residenz entfernt liegen drei Inseln mitten im Strom, bevor er breiter wird und sich in das Meer ergießt. Die Durchfahrt zwischen ihnen ist nur schmal und eng, und um diese Jahreszeit ist nur die mittlere sicher befahrbar, die den Namen »Durchfahrt des Baumes« führt. Denn alle Boote, selbst die »Zaire«, müssen hier so dicht unter den überhängenden Ästen eines großen Zitronenbaumes durchfahren, daß die Zweige den Schornstein berühren. Glücklicherweise ist die Strömung hier niemals sehr stark.

Yoka merkte, daß der Kiel des Bootes eine seichte Stelle streifte, und steuerte das Boot näher zum Ufer der Insel. Er war gerade unter dem großen Baum angekommen, als eine Schlinge über ihn fiel und sich um seine Arme legte. Er konnte gerade noch das Steuer feststellen, bevor er aus dem Boot gezogen wurde und nun zwischen dem Laub der Bäume und dem Wasser in der Luft schwebte.

»O Yoka«, hörte er eine spöttische Stimme aus den Ästen über sich, »von Sonnenaufgang bis Monduntergang ist keine lange Zeit für einen Mann, der zu seiner Frau geht.«

Bones war mit seinen Rechnungen fertig und dachte tief nach. Dazu mußte er aber den Kopf auf die Hände legen und die Augen schließen. Später stand auch sein Mund offen, und seine Gedanken wurden von wunderbaren Geräuschen begleitet.

Patricia weilte auch im Traumland, ebenso war der Heizer Boosoobi eingenickt. Manchmal wachte er auf und blinzelte zu dem Manometer hinüber, manchmal warf er ein Stück Holz ins Feuer, aber zwischendurch hörte er nur das melodische, einschläfernde Geräusch seiner gutgeölten Maschine.

Bones gähnte laut, streckte und reckte sich und kam dann an Deck. Die Sonne war nahe am Untergehen.

»Zum Donnerwetter«, sagte Bones und starrte um sich. Die »Wiggle« war aus der Strommündung in das offene Meer hinausgefahren, und weit und breit war kein Land zu sehen.

Bones legte die Hand auf die Schulter der schlafenden Patricia, und sie fuhr erschrocken auf.

»Meine liebe, gute Schiffsgenossin«, sagte er mit zitternder Stimme, »jetzt sind wir allein auf dem netten, alten Ozean! Wir haben den Steuermann verloren!«

Sie überschaute den Ernst der Lage sofort. Auch der Heizer wurde sofort wach, als Bones ihn rief. Die Nachricht von dem Verschwinden des Steuermannes machte keinen großen Eindruck auf ihn.

»Wir müssen umkehren«, erklärte Bones und drehte das Steuerrad. »Ich glaube nicht, daß ich mich irre, wenn ich behaupte, daß Westen gerade entgegengesetzt von Osten liegt. Wenn das wahr ist, sind wir zum Abendessen zu Hause.«

»Master«, sagte Boosoobi, der es als Bewohner der Küste vorzog, englisch zu sprechen, »Holz is nix.«

»Was?« fragte Bones atemlos und wurde bleich.

»Dem Holz is nix, ich nix sehen, ich suchen, nix finden!«

Bones hielt sich an der Reling an.

»Was sagt er?« fragte Patricia ängstlich.

»Er sagt, daß kein Feuerholz mehr da ist«, erklärte er ihr. »Die verdammten alten Bunker sind leer, und wir sind nun der Unbill des Sturmes ausgeliefert!«

»O Bones!« schrie sie bestürzt auf.

Aber er hatte seine Fassung wiedergewonnen. »Wie wäre es, wenn wir zurückschwimmen? Vielleicht mit Korkgürteln, es können doch nicht mehr als zehn Meilen bis zum Ufer sein?«

Ali Abid erhob Einspruch gegen diesen Vorschlag. »Herr«, sagte er, »das Subjekt sollte bei solchen Gelegenheiten mit Ruhe und Besonnenheit, mit größter Zurückhaltung handeln. Die Nähe des Landes läßt Rettung vermuten. Das Subjekt sollte die Rettung nicht durch ungeeignete Handlungen verzögern, es sollte leicht und gleichmäßig atmen und im allgemeinen eine normale Temperatur behalten.«

»Was soviel heißt, meine liebe, gute Miß Hamilton, daß Sie Ihre Kleider anbehalten können«, erklärte Bones.

Was noch alles hätte geschehen können, läßt sich kaum ausdenken, aber in diesem Augenblick sah Bones am Horizont den Dampfer »Paretta«.

Es war noch Dampf im Kessel der »Wiggle«.

Bones wußte nicht recht, was er tun sollte, aber wieder kam ihm Ali zur Hilfe.

»Herr«, sagte er, »um SOS-Rufe auszusenden, befindet sich an Bord ein gewisser wissenschaftlicher Apparat, der aber vermutlich nicht geht.«

»Die drahtlose Anlage!« rief Bones. »Großer Gott, die habe ich ganz vergessen.«

Dreiviertel Stunden später legte die »Wiggle« am Fallreep des Dampfers »Paretta« an. Eine halbe Stunde später kam die »Zaire« in Sicht.

Der Dampfer hatte Anker geworfen, als Sanders mit der »Zaire« erschien.

Sanders sah die kleine »Wiggle«, die in den Wellen an der Seite des großen Schiffes schaukelte. Sie war anzusehen wie ein kleiner Kolibri neben einem großen Strauß. Sanders schickte ein Dankgebet zum Himmel. »Sie sind in Sicherheit«, wandte er sich an Hamilton. Dann: »O Yoka, lenke die ›Zaire‹ auf die andere Seite des mächtigen Schiffes.«

»Herr, werden wir heute abend noch zurückfahren und Koboru aufsuchen?« fragte Yoka, der einige Beulen und Schrammen bei seinem Abenteuer davongetragen hatte. Er war den Leuten, die ihn gefangengenommen hatten, entwischt und mit dem Strom zur Residenz geschwommen.

»Morgen ist auch ein Tag!« erwiderte Sanders begütigend.

Hamilton war als erster an Deck der »Paretta« und fand seine Schwester neben dem fröhlich dreinschauenden und mit sich selbst sehr zufriedenen Bones. Es stand noch ein Offizier bei ihnen, den Hamilton sofort erkannte.

»Kompanieabrechnung vollständig in Ordnung!« meldete Bones grüßend. »Soeben geprüft und richtig befunden von diesem netten Zahlmeister« – er wandte sich an den andern Offizier, den er ebenfalls militärisch grüßte. »Hierdurch sind alle Ihre mürrischen und niederträchtigen Vorwürfe erledigt!«

Hamilton ergriff seine Hand, drückte sie und lachte.

»Bones war wirklich wundervoll!« sagte Patricia. »Man hätte uns wahrscheinlich vom Dampfer aus nicht gesehen, wenn er nicht eine gute Idee gehabt hätte.«

»Gerettet durch drahtlose Telegrafie!« erklärte er triumphierend. »Es war eigentlich weiter nichts als ein genialer Gedanke.«

»Was – Sie haben den Apparat in Ordnung gebracht?« fragte Hamilton ungläubig.

»Nein, aber ich brauchte noch ein wenig mehr Dampf, um näher an das nette alte Schiff heranzukommen, und da habe ich das verfluchte Ding verbrannt. Sehen Sie, ich wußte doch, daß es früher oder später noch einmal in Aktion treten würde!«

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