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Hundert Jahre

Heinrich Oppermann: Hundert Jahre - Kapitel 83
Quellenangabe
typefiction
booktitleHundert Jahre
authorHeinrich Albert Oppermann
year1998
publisherZweitausendeins
addressFrankfurt am Main
isbn3-86150-257-7
titleHundert Jahre
created20031005
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1870
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Siebentes Kapitel.
Auf freiem Boden. Rückblick und Verständigung.

Vierzig und ein Jahr waren verflossen, seitdem Heloise von Wildhausen, Agnese von Kitzow und Georg Baumgarten in Amerika eine Zuflucht gesucht hatten; aber unsere heustedter Freundin wie ihr Gemahl selbst waren aus dem Leben geschieden, beweint von Kindern und Enkeln und betrauert von vielen Hunderten von Arbeitern, denen Grant Vater und Freund gewesen. Agnese war merklich zusammengefallen und zusammengeschrumpft, aber sie hatte die zähe Gesundheit schmächtiger Personen, die das funfzigste Jahr erreicht haben, und war raschen, kühnen Geistes. Sie litt nicht an den Nerven, litt nicht am Herzen, ging trotz der Gebücktheit mit den jüngern Leuten um die Wette, war aus einer schüchternen deutschen Jungfrau eine Amerikanerin geworden. Der Gemahl Georg war noch so frisch, wie wir ihn 1837 bei dem göttinger Jubelfeste sahen, obgleich schon siebenundfunfzig alt. Die kräftige Natur seines Vaters, das Leben im Freien und Grünen hatte ihn munter erhalten, um die Hütte selbst kümmerte er sich wenig, er sorgte nur für Holzkohlen. In den Betrieb der Hütten und Walzwerke theilten sich sein Sohn Hermann und Aaron Grant, der älteste Sohn Heloisens. Georg Grant, den wir in Göttingen kennen lernten, hatte später unter Steinheil in München seine elektromagnetischen Studien weiter betrieben und, in sein Vaterland zurückgekehrt, sich mit Samuel Morse verbunden, der gleichzeitig wie Gauß und Weber auf den Gedanken verfallen war, das elektromagnetische Fluidum zum Telegraphiren zu benutzen, aber einen Schritt weiter im Praktische gethan hatte, indem er zugleich eine Maschine erfand, welche die Buchstaben der Telegraphen aufzeichnete.

Georg erbaute mit diesem im Verein die erste und einzige Telegraphenlinie, welche auf Staatskosten angelegt wurde, die von Washington nach Baltimore. Gegenwärtig war er in Neuyork, um wegen einer neuen Linie, welche diese Stadt mit Cincinnati und weiter mit Saint-Louis verbinden sollte, mit dem Verwaltungsrathe einer Compagnie zu verhandeln.

Sein Studiengenosse Robert Baumgarten, der die Handelsgeschäfte des Hütten- und Walzwerks vertrat, war auf einer Reise in dem fernen Westen, um mit der großartigsten Eisenbahncompagnie, die bis heute die Welt gesehen, welche die Erbauung eines Schienenwegs bis zum Stillen Ocean beabsichtigte, wegen Schienenlieferung Contracte abzuschließen, zugleich aber für seinen Freund Hellung, der ihm von England geschrieben, daß er als deutscher Flüchtling nach Amerika komme, um sächsischen Zuchthäusern zu entfliehen, eine Stelle als Eisenbahningenieur zu suchen.

Wie hatte Amerika sich geändert, seitdem Bollmann vor einem halben Jahrhundert die pittsburger Eisenerze entdeckte, ja selbst seit der kürzern Zeit, wo die Hohöfen erbaut wurden? – Damals lag Pittsburg noch tief in dem Westen, jetzt rechnete man Pennsylvanien beinahe schon zu den Oststaaten. Damals war alles Land westlich von den Alleghanies und nordwestlich des Ohio ein einziges großes Territorium gewesen, das unser hoyaer Freund im Interesse Burr's beinahe zuerst durchforschte. Jetzt waren daraus die Staaten und Territorien Ohio, Indiana, Illinois, Michigan, Iowa, Wisconsin entstanden, schon bevölkert mit Millionen Weißer, während zu Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts nur wilde Rothhäute dort hausten.

Robert Fulton hatte es nicht mehr erlebt, daß die Savannah, der erste Dampfer, von Neuyork nach Liverpool fuhr und die Reise von Europa, welche bisher ein halbes Jahr und länger in Anspruch nahm, in vier Wochen und dann in vierzehn Tagen zurückgelegt werden konnte.

Seit unsere Freunde auf Bettmann's Garten über die Geschicke Amerikas Bericht entgegengenommen, hatte van Buren, dann vier Wochen lang Harrison, darauf der charakterlose Verräther Taylor den Sitz im Weißen Hause eingenommen. In der vorletzten Präsidentenwahl war durch die südlichen Sklavenhalter James Knox Polk zum Präsidenten gewählt.

Es war 1845, auf Betrieb der Sklavenhalter, Texas annectirt – mit England hatte man die nördlichen Grenzen, das Gebiet der Dickohrigen (Oregon) regulirt, sodaß fortan alles Land vom vierundzwanzigsten Grade nördlicher Breite an als zu den Vereinigten Staaten gehörig anerkannt wurde.

Ein siegreicher Krieg mit Mexico, die Eroberung von Santa-Fé und Neumexico durch noch nicht zweitausend Freibeuter, die Eroberung Californiens, dessen Goldreichthum durch wissenschaftliche Forschungen des Professors Erman in Berlin schon festgestellt war, das waren die wichtigsten in das letzte Jahrzehnt fallenden Ereignisse.

Seit dem 5. März 1849 (der 4. war ein Sonntag) saß seit längern Jahren zuerst wieder ein Candidat der Whigs, der alten Föderalisten, als Präsident im Weißen Hause, Zachary Taylor. Jetzt, wo unsere Erzählung nach Westen überspringt, schrieb man Juni 1850.

Ganz Nordamerika, Regierung und Volk, wenn man einen solchen Unterschied überall machen darf, hatten die Errichtung einer französischen Republik mit Freuden begrüßt, und erwartungs- wie hoffnungsvoll sah man den deutschen Strebungen, einen Bundesstaat, ähnlich dem nordamerikanischen, zu errichten, entgegen, in richtiger Erkenntniß, daß eine Centralisation Deutschlands eins der wichtigsten Ereignisse der Weltgeschichte sein würde, weil eine solche vereinigte kräftige deutsche Macht zur Förderung des Weltfriedens, des freien Handelsverkehrs der Völker, zur Herstellung der gesetzlichen Freiheit und zur Verbreitung der Civilisation mehr beitragen würde als die Umwandlung der französischen Monarchie in eine Republik.

Daß man in Amerika schon damals glaubte, nur Preußen könne Schirmherr einer deutschen Einheit sein, zeigte sich am klarsten dadurch, daß man eine Vertretung bei der deutschen Centralgewalt für überflüssig hielt und den nordamerikanischen Gesandten nach Berlin sendete.

In Pittsburg hatte sich das Hütten- und Walzwerk nach allen Richtungen ausgedehnt, sowol was die Geschäftslocale als die Wohnräume betraf. In dem von Bollmann für Karl Haus erbauten Wohnhause, das später Georg Baumgarten eingenommen hatte, wohnten jetzt der Hüttenverwalter und einige Aufseher. Für das Comptoir war da, wo der Eisenbahnstrang die Werke mit dem nahen Ostbahnhofe verband, ein mächtiges neues Gebäude erstanden, in welchem zwei Dutzend Comptoiristen und Schreiber beschäftigt waren.

Noch weiter von dem Hüttenwerke entfernt als Charltonhouse, hatte sich Georg Baumgarten auf einer Nußberghöhe, am östlichen Ende der Besitzung, in gleicher Höhe mit der in der Mitte liegenden Bollmanns-Pyramide ein Haus im Gothischen Stil erbauen lassen. Von dem nach Südwesten belegenen großen Balkon sah man auf das ewige Vermählungsfest der beiden großen Flüsse, die hier den Ohio bilden, auf die unzähligen Schlote und Dampfschornsteine, die sich im Kranze um die Stadt aufgebaut hatten und dieser theilweise schon einverleibt waren. Schon war Pittsburg der größte Fabrikort Amerikas, dessen Stahl- und Eisenwaaren über das Felsengebirge hinaus von californischen Goldgräbern gesucht wurden, es war damals noch nicht überflügelt von der Königin des Westens, von Cincinnati.

Auf dem Söller seiner Burg saßen, durch ein Zelt gegen die Sonnenhitze geschützt, Georg Baumgarten und seine Gattin Agnese, daneben eine junge Frau, den ersten Sprößling auf dem Arme schaukelnd – es war die Schwiegertochter Olga, ein Sprößling aus der Ehe Grant's und Heloisens, dem ältesten Sohne Hermann vermählt. In einem Mahagonischaukelstuhle, mit vielen Polstern und Kissen ausgerüstet, wiegte sich ein junger Mann mit starkem deutschen Wühlhuberbarte und dampfte seine Havana.

»Du wirst dich entschließen müssen, Vetter Oskar«, sagte der Hausherr, »ob du die Journalistenlaufbahn hier, wie dein Freund wünscht, fortsetzen, oder, wozu ich rathen möchte, dich auf den Advocatenstand vorbereiten willst. Da mußt du freilich in die Lehre gehen. Aber kein Stand bietet größere Aussichten. Unter den zwölf Präsidenten, welche seit Washington das Weiße Haus bewohnten, sind elf aus dem Advocatenstande hervorgegangen. Der Weg zum Congreßmitgliede oder Senator ist von keinem Standpunkte aus leichter. Wenn du also von Politik nicht lassen kannst, werde Advocat, ich habe in der Stadt Freunde, bei denen ich dich in die Lehre sende.«

»Ich möchte das amerikanische Leben noch näher ansehen«, sagte der Bärtige, in welchem meine Leser unzweifelhaft Oskar Schulz erkennen, den wir hinter den Gittern des Cleverthorgefängnisses verlassen haben. »Es hat ja nicht so große Eile, was mich selbst anbetrifft. Du weißt, es fehlt mir nicht an Mitteln, mein ganzes väterliches und mütterliches Erbtheil steckt noch in der Fabrik zu Linden, allein mein Bruder verzinst es so gut, daß ich allenfalls hier von den Zinsen leben kann. Aber Kraftmeier liegt mir auf der Seele, er hat nichts und versteht kaum englisch.«

Oskar hatte seine Strafe in Hildesheim verbüßen müssen, dort lernte er Kraftmeier kennen, gleichfalls einen Journalisten, der aber wegen Theilnahme am hildesheimer Aufruhr verurtheilt war. Kraftmeier hatte mit dem Töchterchen des Gefangenwärters ein Liebesverständniß angeknüpft und sie war dem Geliebten nach Amerika gefolgt. Hier saß er nun in Columbus, wußte nichts zu beginnen und drängte Oskar, hinüberzukommen, eine Druckerei zu kaufen, ein deutsches Journal zu gründen und mit ihm herauszugeben.

»Lieber Vetter«, sagte der Amerikaner, »du bist mein werther Gast und fällst uns hier in keiner Weise zur Last, du bist uns lieb und werth. Aber, mein junger Freund, in Amerika führt man kein Bummlerleben, man unternimmt etwas, sei es auch, um nach Wochen oder Monaten zu wechseln. Ich sehe ein, daß du deinem Fluchtgenossen unter die Arme greifen mußt, ob ihm aber durch Gründung eines Journals geholfen sein wird, möchte ich bezweifeln. Seit vorigem Jahre sind in der Union von deutschen Flüchtlingen über hundertsiebzig deutsche Zeitungen, Wochen- und Tageblätter gegründet, weil die meisten dieser Flüchtlinge nur Federhelden sind. Die Hälfte dieser Journale ist schon wieder zu Grunde gegangen, nachdem die Gründer die letzten Reste ihres Vermögens geopfert. Wo sich mehrere verbanden, übervortheilte einer den andern. Einer der Unterredacteure der › Evening Post‹ in Neuyork, den ich kenne, schilderte mir vor einiger Zeit sein Leben in den traurigsten Farben: ›Spaziergänge im Freien, Besuche des Theaters, das sind Dinge, die ich seit Jahren nicht genossen habe; meine Frau und Kinder sehe ich höchstens Sonntags, wenn nicht etwa Sonnabends noch ein Dampfer aus Europa eintrifft, Sklavenarbeit im Freien ist golden gegen diese geistige Sklaverei im Redactionsbureau.‹

»Bleibe fort von der Journalistik. In Columbus gibt es, soviel ich weiß, schon zwei deutsche Zeitungen, der ›Westbote‹ und der ›Republikaner‹, und drei Wochenblätter, alle demokratisch. Wie wird sich dort ein neues deutsches Organ begründen lassen, wenn es nicht etwa die Sklaverei vertreten wollte und die Abreißung des Südwestens?«

»Ja, aber dem Kraftmeier und seiner Frau muß ich helfen, sie haben mich aus der verdammten Festung befreit, in der ich verrückt geworden wäre, sodaß ich nur einige tausend Schritte weiter auf den Wällen in das Irrenhaus hätte gebracht werden müssen, wenn ich nur noch zwei Monate dort zugebracht hätte. In Beziehung auf die Journalistencarrière gebe ich dir recht. Ich habe anderthalb Jahre geglaubt, an der Weltgeschichte zu arbeiten, indem ich Zeitungsartikel schrieb, aber die Welt ist darum doch ihren eigenen Weg gegangen. Sie hätte mich ruhig hinter Schloß und Riegel sitzen lassen. Auf eine nochmalige demokratische Erhebung in Deutschland, auf welche die meisten Flüchtlinge hier ihre Hoffnung setzen, rechne ich nicht; aber was ich von euerm vielgerühmten, gloriosen Amerika gesehen, zieht mich nicht an. Diese ewig rastlose, krampfhaft angespannte Thätigkeit der Leute hier widert mich an, da die Menschen blos des Erwerbes wegen geschaffen scheinen und gleich euern Hohöfen und Dampfmaschinen nur Geld und abermals Geld knirschen. Ich habe hier in Nordamerika noch keine Spur deutscher Gemüthlichkeit gefunden und bin zweifelhaft, ob ich nicht nach Deutschland zurückgehe. Finde ich doch dort noch immer vier- bis fünfunddreißig Vaterländchen, wo ich kein Hochverräter bin.«

»Verstehst du, junger Vetter, unter deutscher Gemüthlichkeit, auf den Bierbänken herumzuliegen, zu kneipen und zu singen, umherzuschlendern, sorglos in den Tag hineinzuleben, so ist dafür bei uns allerdings der Boden nicht. Hier heißt es arbeiten und durch eigene Arbeit frei und selbständig werden. Denn das weiß bei uns jedes Kind, daß nur Besitz und Reichthum die wahre Freiheit gibt, und darum strebt jedermann danach. Auch die Romantik fehlt. Statt verfallener Thürme alter Raubburgen siehst du Dampfessen, hörst den Schmiedehammer statt Rappier- oder Degengerassel. Aber was beschaffen wir auch!«

»Was ihr beschafft?« fiel der Bärtige dem Vetter heftig in die Rede; »wahrlich nichts Großes, nichts von ethischer und idealer Bedeutung.« Er sprang vom Wiegenstuhle auf und schleuderte das Cigarrenende weit über den Söller hinaus.

»Man sieht in der That, daß du nur Neuyork und die Congreßstadt gesehen«, entgegnete der Freund ruhig, »und noch wenig oder nichts von unserm Leben und Treiben begriffen hast. Du hast nicht die entfernteste Ahnung, wie es scheint, daß wir im Begriff stehen, den größten Kampf, der je für ein ethisches Princip gekämpft ist, zu beginnen, den Kampf um die Gleichberechtigung der Menschen ohne Ansehen der Farbe. Es tritt der Bruderkrieg, der Krieg zwischen Norden und Süden, stündlich näher an uns heran, es handelt sich darum, die Sklaverei nicht weiter um sich greifen zu lassen in den neueroberten Staaten, wie in den sich aus Territorien zu neuen Staaten heranbildenden Regionen des Westens, die südlich der Compromißgrenze liegen. Demnächst wird es sich geradezu um die Aufhebung der Sklaverei handeln.

»Leider ist es nicht nur möglich, sondern wie Grant, das Congreßmitglied, glaubt, sogar wahrscheinlich, daß unsere Staatsmänner, die seit Jahren von den Sklavenbaronen beherrscht sind, auch in diesem Jahre vor einem offenen Bruche zurückschrecken und abermals zu Compromissen ihre Zuflucht nehmen. Die Sklavenhalter wollen nämlich nicht, daß Californien nur unter der Bedingung als Staat aufgenommen werde, kein sklavenhaltender Staat zu sein; sie spielen mit dem Rechtssatze, daß nicht der Congreß, sondern jeder einzelne Staat selbst zu bestimmen habe, ob er Sklaven dulden wolle oder nicht. Ferner steht die Frage der Sklavenjagden auf der Tagesordnung, die leider durch den unglückseligen Vergleich von 1793 zum Gesetz geworden sind. Nach unserer Constitution soll kein freier Staat ›den Flüchtling von gezwungener Arbeit‹ schützen. Freilich wir in Pennsylvanien haben unsern Beamten trotzdem verboten, flüchtige Sklaven einzufangen. Ein Sklave, der Pennsylvanien betritt, ist so gut wie frei. Aber die Sklavenbarone überschreiten mit ihren Bluthunden unsere Grenzen und schießen die entflohenen Sklaven lieber todt oder lassen sie von Bluthunden zerreißen, bevor sie unter den Schutz einer Stadt oder eines Ortes kommen, hinreichend bevölkert, um die Baumwolljunker mit Flintenschüssen über die Grenze zurückzutreiben.«

»Das ist mir allerdings neu«, sagte unser Freund aus Hannover, »und ein solcher Kampf gegen die Sklavenhalter würde mir schon erwünscht sein.«

»Willst du dich der großen Sache widmen, der Aufgabe, die schon Franklin einleitete, mit ganzer Seele und Gemüth widmen, so hast du ein Lebensziel so schön und reich, wie du es nur verlangen kannst, denn es wird viel Arbeit geben. Ich kann dir in diesem Falle die beste Unterstützung schaffen. Du mußt dich in unsere Loge zu den Cedern des Libanon aufnehmen lassen, es trifft sich das gut, in nächster Zeit ist große Aufnahmeloge. Wir arbeiten hauptsächlich für die Gleichheit und Freiheit der schwarzen und andern Menschenrassen und sehen unsere gefährlichsten Feinde in den Afterlogen des Südens, in den Rittern vom Goldenen Zirkel und wie sie sich sonst nennen.«

»Thun Sie das, lieber Vetter«, nahm Olga, zum ersten mal sich in das Gespräch mischend, das Wort, und richtete das große schöne Auge bittend zu ihm empor.

»Aber damit wir nicht vom Ziele abkommen, wie helfe ich Kraftmeier?«

»Sprachen Sie, lieber Vetter«, begann jetzt Agnese, »nicht auch von einem zweiten Plane Ihres Freundes, dem, eine Leihbibliothek anzukaufen, wozu er 300 Dollars bedürfe?«

»Ich danke, liebe Frau, daß du mir das ins Gedächtniß zurückrufst. Höre, Schulz, das ist viel praktischer. Ich schieße die 300 Dollars her, um die Bibliothek mit Einrichtung anzukaufen, obgleich das meist Schund sein wird, vielleicht Ritter-, Räuber- und Geisterromane. Aber es kommt mir vor allem darauf an, für deinen Freund eine passende Beschäftigung zu finden. Laß den jetzigen Inhaber der Leihbibliothek weiter nach Westen ziehen, nach Saint-Louis, wir wollen ihm die Mittel gern geben, wenn dein Retter nur vorerst Unterhalt und Beschäftigung findet. Wenn dieser Kraftmeier unter der leipziger Buchhändlerschaft wirklich so viele Bekannte hat, als er sagt, so lassen sich dort für 500 Dollars so viele Bücher antiquarisch aufkaufen, daß er die 20000 Einwohner von Columbus bis an das Ende seines Lebens damit speisen kann. Ziehe auf deinen Bruder 500 Dollars und schicke an Kraftmeier den Wechsel als Geschenk. Ich will ihm 300 Dollars zehn Jahre unverzinslich auf sein ehrliches Gesicht darleihen, dann muß er selbst zusehen, wie er durchkommt.«

»Du bist sehr gütig, lieber Vetter; erlaube mir, daß ich über alles das meinen Beschluß aussetze, bis Freund Hellung hier angekommen ist und ich mit ihm mich besprochen.«

»Der wird hoffentlich in diesem Augenblicke ankommen, ich höre da von Osten den Kurierzug von Neuyork heranbrausen, er wird uns die Lieben bringen; denn daß der Dampfer, welcher Hellung von England brachte, schon vorgestern in Neuyork gelandet ist, melden uns die Zeitungen.«

Unser Freund aus Dresden, den die Furcht vor dem Zuchthause in Waldheim zur Flucht nach Amerika getrieben hatte, war mit seiner Minna und den Kindern glücklich in England angekommen. Von hier meldete er seinen pittsburger Freunden von Göttingen her die Absicht, nach Amerika überzusiedeln, und bat sie, für ihn eine Stellung als Eisenbahningenieur zu suchen. Er wollte den Aufenthalt in England nicht vorübergehen lassen, ohne alle neuen technischen Erfindungen und Verbesserungen in diesem Fache, namentlich die grandiosen Brückenbauten, durch die sich Großbritannien auszeichnete, kennen zu lernen.

Später hatte er Schiff und Abfahrtszeit wie wahrscheinliche Ankunft gemeldet. Aaron Grant führten gerade um diese Zeit Geschäfte nach Neuyork, wo er mit seinem Bruder die deutschen Flüchtlinge erwarten wollte. Während der Hundstage wollte die Familie mit diesen in Charltonhouse verbleiben, nach deutscher Art, ohne sich von Geschäften drängen zu lassen, sich der Erinnerung an die Vergangenheit und Jugend erfreuend und für die Zukunft Plane entwerfend.

Nach einer Stunde kam denn auch von Charltonhouse die freudige Botschaft, die Deutschen seien angekommen. Nun sollte der Thee im Pavillon der Bollmanns Pyramide, die zwischen beiden Besitzungen etwa in der Mitte lag, eingenommen werden.

Frau Doratine, die Gemahlin des altern Grant, die Tochter eines süddeutschen Flüchtlings aus den dreißiger Jahren, machte die Wirthin. Hatte Heloise schon deutsche Sitte und Brauch hier eingebürgert, so hatte die lebendige Rheinpfälzerin, deren Vater einst in der bairischen Zweiten Kammer und auf dem Hambacher Feste eine bedeutende Rolle gespielt, aus dem Gemahl alles steif-englische und affectirt-neuyorkische oder philadelphische Wesen hinausgetrieben. Man glaubte sich in diesem Kreise nach Heidelberg oder Kaiserslautern versetzt.

Hellung, Georg Grant und Oskar Schulz hatten sich seit beinahe zwölf Jahren nicht gesehen, und welche bedeutenden Jahre für die Weltentwickelung! Mit welchem Jubel man sich umarmte, sich an die Jugendtage in Göttingen, die Vertreibung der Sieben, den Zug nach Witzenhausen, die Bekränzung der Statue Wilhelm's IV. auf dem Wilhelmsplatze erinnerte, das bedarf keiner Beschreibung. Als aber am späten Abend auch noch Robert Baumgarten aus dem Westen über den Ohio dampfte, da ließ die aufmerksame Hausfrau die Theetassen hinwegräumen, Rheinwein und Champagner in Eis legen und entfernte sich, um die ermüdete Minna und die Kinder zu Bett zu bringen.

Bald saßen denn auch die Freunde bei deutschem Rheinwein zusammen und tranken auf das Wohl der Republik, der nordamerikanischen wie der zukünftigen deutschen, und die Verbrüderung beider zur Freiheit.

Störend allein wirkte der Gedanke an den Mentor in Göttingen, an unsern Freund Bruno, dessen Verhalten im frankfurter Parlament allen unbegreiflich war, dessen Uebergang in das österreichische Lager als Unterstaatssecretär Detmold's und dessen Uebertritt in hannoverische Staatsdienste als Regierungsrath von allen Flüchtlingen einstimmig den bittersten Tadel erfuhr. Man gab den Vetter auf und hielt ihn für ein Opfer der verkommenen deutschen Zustände.

Hellung solle berichten, wie ihm Amerika gefalle.

»Ich bin drei Tage in Amerika, habe also wenig außer Neuyork gesehen und auch dieses mit Freund Grant in Einem Tage durchgehetzt. Da kann man ein Urtheil nicht haben. Nur so viel scheint mir unzweifelhaft, daß in Betreff der Narrheit die Menschen sich gleich sind. Wir trafen Neuyork mitten im Jenny-Lind-Fieber, und ich muß als guter Sachse gestehen, daß Dresden und Leipzig weniger närrisch sich benahmen. Es stand dieser Lind-Enthusiasmus der Riesenstadt sehr albern zu Gesicht, denn man sprach von nichts als von der schwedischen Nachtigall. Nun, Herrn Goldschmidt werden die neuyorker Dollars schon gefallen. Dann glaube ich einen allgemeinen Charakterzug der Nordamerikaner schon entdeckt zu haben, entdeckt durch eine Aeußerung, die ich in diesen drei Tagen viel hundertmal hörte. Bestelle man in einem Gasthause oder auf einem Dampfer was man wolle, man erhält die Antwort: › Well, in weniger als keiner Zeit steht es zu Dienst.‹

»Kein Volk der Erde scheint von der Bedeutung der Worte: Zeit ist Geld, so durchdrungen zu sein als der Yankee. Man braucht nur ein Dutzend Amerikaner essen, d. h. schlingen zu sehen.«

»Da stimme ich dir vollkommen bei«, sagte Oskar Schulz, »die Hast, mit der hier alles und jedes geschieht, ist mir vollkommen zuwider. Man möchte Rom in Einem Tage erbauen. Man überheizt die Dampfschiffe und lebt in Gefahr, heißgebrüht in die Luft gesprengt zu werden, um eine Stunde früher zum Ziele zu kommen; man hat kaum Zeit, bis die Eisenbahnschienen festgenietet sind, die Locomotive steht schon vorn auf der Schiene, wenn die hintern Nieten noch fehlen; ein Yankeefahrzeug hat noch einmal soviel Segelzeug als ein englisches oder deutsches; man sucht nicht so viel zu lernen als möglich ist, sondern schnell zu lernen, was nothwendig ist, ins Geschäft zu kommen, zu verdienen, reich zu werden.«

»Lieben Freunde«, unterbrach Georg Baumgarten den Redenden, »das Wort der Bibel: Man sieht den Splitter im fremden Auge leichter als den Balken im eigenen, bewährt sich jenseit wie diesseit des Oceans, und wird sich auch wol hinter dem Pacific bewähren. Ich bin über vierzig Jahre hier und glaube in dieser Zeit das, was den Nordamerikaner vor andern Völkern charakterisirt, herausgefunden zu haben; ihr habt nur auffallende Nebenzüge, wenn ich so sagen darf, entdeckt. Das Charakteristische Nordamerikas ist die Idee der Freiheit, der Freiheit in jeder Form, im Staate wie in der Kirche. Das Streben nach Reichthum muß, wie ich heute schon zu Schulz sagte, aufgefaßt werden als Streben, sich die Mittel zur völligen Freiheit und Unabhängigkeit zu schaffen.«

»Aber wie reimt sich damit der Besitz von drei Millionen Sklaven?« entgegnete Oskar.

»Die Sklavenfrage ist der faulste Punkt im Leben der Union, das haben schon Washington, Jefferson, Madison und alle Denker gesagt. Sie war durch die historische Entwickelung, durch gegebene Verhältnisse des Südens, mit denen man nicht zu brechen wagte, namentlich bei den Verdiensten der Virginier um Schaffung der Unabhängigkeit, bedingt. Durch die Ueberlegenheit der südlichen Staatsmänner, durch ihre Ungesetzlichkeit, ihr Drohen mit Secession und Nullification, durch den Ausfall der Präsidentenwahlen für die Demokraten, durch den Anschluß neuer südlicher Sklavenstaaten ist das Uebel verstärkt. Wir wollen über dieses Kapitel erst weiter reden, wenn ihr, lieber Oskar und Hellung, euch überzeugt haben werdet, wie groß die Anzahl der Männer im Norden ist, welche gegen diese Schmach ankämpfen. Laßt die Beurtheilung amerikanischer Zustände vorläufig beruhen. Du, lieber Hellung, der du zuletzt von Europa herübergekommen bist, berichtest wol von den Aussichten in Deutschland, Freiheit und Einheit zu schaffen, von den deutschen Flüchtlingen in London und ihrem Treiben, wie du, Oskar, uns über Hannover das Nähere mittheilst.«

Der Ingenieur erzählte ausführlich und schloß damit, daß Ruge, Ronge, Struve und Kinkel jetzt in London die deutsche Revolution in die Hand nehmen wollten.

»Ein Philosoph«, seufzte Georg Baumgarten, »ein Religionsmacher der fadesten Sorte, ein edler Don Quixote und ein Kunstschwärmer und Poet; da fällt ja alle meine Hoffnung in die Asche.«

»Ja, und was das Schlimmste ist, jeder hackt auf den andern und sucht ihn herabzusetzen«, sagte Hellung. »In London erzählte mir ein Freund Struve's folgende von ihm als wahr verbürgte Anekdote: Im vorigen Sommer erbte Struve 800 Gulden und wandelte nun mit seiner Amalie Arm in Arm nach York auf das Land, pachtete eine kleine Farm, kaufte Hühner, Gänse, eine Kuh, zwei Matratzen und zwei wollene Decken zum Schlafen. Aber Amalie konnte die Kuh nicht melken, diese schlug nach ihr aus. Da zog Gustav weiße Glacéhandschuhe an, band der Kuh die Beine zusammen und zerrte an den Eutern, bis diese krank wurden. Im Garten waren Gänse und Hühner. Amaliens ganze Beschäftigung, wenn sie Agathon in die Drillichhöschen gesteckt und sich selbst à la Bernoise angethan, bestand darin, die Hühner und Gänse aus dem Garten von den Erbsen, Bohnen und Kohl zu scheuchen. Ein Brombeerstand war das Wertvollste der idyllischen Pachtwirthschaft, da Agathon das schwarze Zeug nicht mochte. Ein Englishman bot dafür zwei Pfund dritthalb Shilling. Aber Gustav sagte: Nein, ich sammle selbst. Die Brombeeren wurden jedoch schimmelig während des Sammelns. Denn Gustav pflegte viele Stunden des Tags unter einem Baume zu liegen und kampfgeschworene Jünger, die zu ihm als Retter emporschauten, zu lehren, daß die Zeit der Ernte in Deutschland sich nahe. Endlich waren die Brombeeren gesammelt, ein ganzer Tragkorb voll, den ein Bauer nach York trug, Gust wollte selbst bei dem Verkaufe sein, und Amalie konnte nicht ohne Gust sein. Agathon in Drillichhöschen, schwarzem Frack und großem Strohhute durfte nicht fehlen. Aber vergeblich wurden die Brombeeren in der Stadt und am Markte ausgeboten. Der Mob staunte die Bernoise an und verfolgte sie. Gust flüchtete in einen Shop; da hier nichts als sündhaftes Beef zu bekommen war, so machte sich die ländliche Familie selbst daran, ihre Früchte zu verzehren. Gustav holte seine Briefe von der Post. Die französischen, türkischen, elberfelder und schweizer Socialdemokraten erklärten sich zum Kampfe bereit, falls man noch ein wenig warten wolle. ›Nun, da kaufe ich Papier‹, sagte Gust zu Amalie, ›und wir schreiben inzwischen Weltgeschichte, du zeichnest die weiblichen Charaktere, ich die männlichen, wir wollen der Welt beweisen, daß alles Unglück von Adam bis zum Fehlschlagen der badischen Revolution vom Fleischessen herrührt.‹

»Und solche Menschen drängen sich an die Spitze und wollen Deutschland in Freiheit bringen? Nein, ich glaube, wir Deutsche müssen, wie die Juden durch Moses, noch wenigstens vierzig Jahre in der Wüste herumgeführt werden, um praktisch zu werden und sodann in das gelobte Land der Einheit und Freiheit einzuziehen.«

»Ich verkenne den Balken in unserm Auge nicht«, sagte der Hannoveraner, »er ist: allzu großer angeborener oder anerzogener Respect vor dem Königthum und der Dynastie, übertriebene Besorgniß vor Anarchie und Gesetzlosigkeit, anerzogener Gehorsam und Autoritätsglaube. Da haben Stüve, Detmold, Vetter Bruno und alle, die für das Staatsgrundgesetz kämpften, ein Geschrei gemacht wegen Veränderung, namentlich des §. 17 des Staatsgrundgesetzes. Und im Jahre 1848, da Stüve Minister geworden, da er und seine Partei die Mehrheit in beiden Kammern haben und er das Verfassungsgesetz umändert, bleibt da nicht der §. 17 stehen wie er stand? Demzufolge tritt also nur bei geistiger Unfähigkeit eine Regentschaft ein, und wir Hannoveraner werden die Ehre haben, der Welt zu zeigen, daß auch ein blinder König zwei Millionen Menschen beherrschen kann.

»Als Kapitel 1 des Verfassungsgesetzes zur Berathung kam, war Bruno schon nach Frankfurt abgereist, und ich hatte unter den Deputirten wenig Bekanntschaft. Ich kannte nach den Verhandlungen nur Einen, den ich für muthig genug hielt, das delicate Kapitel anzuregen, das war der Bauer Siedenburg, der auch den Muth gehabt hatte, es als einen politischen Fehler Stüve's zu tadeln, daß er Männer wie Lütken und andere, die 1837 zum Verfassungsbruche gerathen hatten, auf ihren Posten ließ. Ich brachte diesem Manne die vortreffliche Abhandlung Oppenheim's über die Regierungsfähigkeit unsers Kronprinzen und beredete ihn, den Antrag auf Wiederherstellung des §. 17 zu stellen, welcher lautete: ›Eine Regentschaft tritt ein, wenn der König entweder minderjährig ist oder sonst an der eigenen Ausübung der Regierung verhindert wird.‹ Siedenburg versprach das und theilte schon am selbigen Abend in der Parteiversammlung der Linken seine Absicht mit; die Partei stimmte bis auf wenige Aengstliche bei. Kaum hatten aber die Rechte und das Centrum davon gehört, als man von allen Seiten auf Siedenburg und die Linke einstürmte und ihnen angst und bange zu machen suchte. Das sei ein Noli me tangere, durch dessen Berührung die ganze Verfassungsrevision über den Haufen fallen würde! Wer die Verantwortung übernehmen wolle? Das Ministerium Stüve-Bennigsen würde, wenn der Antrag angenommen werde, seine Entlassung nehmen, denn es habe dem Könige versprochen, den Paragraphen zu lassen wie er sei. Dann bekomme man ein adeliches Reactionsministerium, und wohin das führen werde, könne man an den fünf Fingern abzählen. Ein blinder König, unter Leitung eines verantworteten Gesammtministeriums, sei gar so übel nicht, dann würde in der That erst in beiden Kammern die Regierungsmacht ruhen, und man möge bedenken, daß an der Stelle der Adelskammer eine Kammer des großen Grundbesitzes existire, in der das bäuerliche Element überwöge. Das alles solle um eines Theorems willen auf das Spiel gesetzt werden?

»Kurz und gut, man schüchterte die Linke ein und Siedenburg stellte den Antrag nicht. Unter allen Deputirten hatte also keiner den Muth zu sagen: Ein Blinder ist nach göttlichen und menschlichen Gesetzen unfähig zur Regierung, da er nicht im Stande ist, seine eigenen Angelegenheiten zu besorgen. Sprechen nicht gerade die Feudalgesetze, auf welche das Königthum sich so gern beruft, jedem Blinden wie jedem Krüppel die Regierungsfähigkeit und das Successionsrecht ab?

»Ich fürchte, meine Landsleute drüben werden es sehr schwer büßen müssen, diese Gelegenheit nicht benutzt zu haben, um den Blinden los zu werden. Der Herzog von Cambridge ist nach Wilhelm IV. der beste von allen Brüdern, er wäre Regent geworden. Den Kronprinzen habe ich durch einen frühern Kammerdiener, der ihn von erster Kindheit kennt, als einen sehr gefährlichen Charakter schildern hören; starrköpfig und eigensinnig wie sein Großvater, rücksichtsloser Absolutist und Egoist wie sein Vater, intriguant, ränkevoll und heuchlerisch wie seine Mutter, dabei unzuverlässig und schwankend wie ein Stuart.

»Der alte Kanonier, wenn er in Ahle's Schenke im Kreise näherer Bekannten saß, pflegte zu sagen: ›Der Blinde stürzt das Land ins Unglück; wenn er nur glaubt, selbst zu herrschen, so wird er der Spielball der Pfaffen, der Junker und aller Ehrgeizigen sein, welche ihn in diesem Glauben zu erhalten und zu bestärken wissen.‹«

»Nun, Kinder und Freunde, ich glaube, wir haben für heute genug politisirt«, sagte Georg Baumgarten, »die Angekommenen werden müde sein, laßt uns die letzte dort aus dem schönen Keller der Witwe Cliquot, die noch im Kühler steht, auf eine gute Nacht austrinken.«

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