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Humoresken

Adolf Stoltze: Humoresken - Kapitel 4
Quellenangabe
typenarrative
booktitleHumoresken (Ges. Werke Band I)
authorAdolf Stoltze
firstpub1902
year1902
publisherVerlag von Hedinrich Stoltze
addressFrankfurt a. M.
titleHumoresken
created20051025
sendergerd.bouillon
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Das gemeinschaftliche Telephon.

»Simon«, hat die Frää Stern zu ihrm Mann gesacht, »Simon, warum haww ich kein Telephon in meiner Wohnung, warum nicht?«

»Warum nicht«, hat der Herr Stern mürrisch erwiddert, »warum nicht – darum nicht, Selma; weil merr doch eins im Geschäft hawwe, darum nicht!«

»Was nutzt merr e Telephon bei dir im Geschäft, wann ich's nötig habb in mei Wohnung? Nix nutzt merr's, gar nichts nutzt merr's! Nicht im Geringste nutzt merr's.«

Da hat se odder ihr Mann, der Herr Simon Stern mit emme vernichtende Blick aageseh un hat gesacht: »Mei Ruh sollst de merr lasse mit dei Aasprich! Wozu brauchst du e Telephon? Dei Cousine im ehrschte Stock, meim Bruder sei Frau hat doch auch keins – un die hat doch zwanzigdausend Mark mehr mit in die Eh gebracht, un die hat doch auch keins. Stuß, mit der Telephon!«

Da hat sich odder die Selma in die Brust geworfe un hat stolz erwiddert: »Mei Cousine, ich glaubs, die is ääch im e Landstädtche aufgewachse – ich odder bin von Redelheim!«

»Ich weiß«, hat der Simon spettisch gerufe; »ich weiß, daß de nicht weit her bist!«

Wie des odder die Selme geheert hat, hat se enn Aafall krieht un hat laut geschluchzt: »Bin ich derr schon mieß? Nor Geduld, ich schreib meiner Mutter, die werd derr sage wer weit her is, die werd derr's sage!«

Bei dem Gedanke an sei Schwichermutter is odder der Herr Stern zesammegefahrn, wie e verknallt Verteldutt un hat ganz verknerscht un demietig gestottert: »Awwer Selma, kannst de kei Spaß mehr vertrage?«

»So kei Späß nicht!« hat die Selma gestehnt, »so kei nicht!«

»Gut«, hat ihr reumietiger Gatte getrest, »gut, ich mach' andere,« un dabei hat er mit seim Zeigefinger Gieks gemacht, un hat er an ihrm Hälsi erumgekrawwelt un hat se kitzlich mache wolle.

»Nicht!« hat odder da die Selma gelacht un hat enn uff die Pode gekloppt, »nicht Simon! wann de willst, daß ich lache soll, schaff merr e Telephon aa – awwer laß dei Gefuschel, es konmt derr doch nicht von Herze.«

»Woso, nicht von Herze?« hat der Simon gesacht un hat noch emal Gieks gemacht. »Gieks! nicht von Herze, wie kannst de das sage, es kommt merr doch ja von Herze. Gieks!«

»Awwer der Telephon nicht.«

»Auch der Telephon, wann de's hawwe willst, auch der Telephon! Was merr der Besuch von deiner Mutter kost, dafor krieh ich schonn e halwes uff e ganz Jahr.«

»Wie heußt, e halwes? Meinst de eins wo wer blos eneisprecht, odder eins wo mer blos erausheern kann?«

»Versteh merr recht, Selma,« hat odder da der Herr Stern gesacht un hat se vellig uff sein Schooß gezoge, »versteh merr recht: du un mei Bruder sei Frau, dei Cousine im ehrschte Stock kriehe eins zusamme.«

»Eins zusamme!« hat die Frau Stern langgedehnt gerufe, »eins zusamme! Immer alles zusamme! Krieh ich enn neue Hut, krieht sie doch auch enn neue Hut, krieh ich Brilljantohrring, krieht se auch Brilljantohrring; krieh ich e neu Dienstmädche, krieht se auch e neu Dienstmädche, un jetzt soll se auch gleich e Telephon kriehe, weil ich e Telephon krieh. Wann se alles kriehe soll, was ich krieh, dann hätt merr gescheider dei Bruder auch geheirat.«

»Wer sacht derr, daß se alles krieht was du kriehst? Du hast doch enn Bub, un sie hat doch kein Bub – sie hat doch gar kein Bub nicht. Etsch!«

»Abwarte!« hat odder da die Selma gesacht, »abwarte, Simon. – Sie macht merr doch alles nach, un du brengst err sogar der Telephon dazu ins Haus.«

»No, wann ich's err nicht ins Haus breng, sprecht se bei dir fern for mei Koste.«

»For dei Koste?«

»No freilich dhut se's, un du kannst nicht nei sage, dann es is doch dei Schwegern. Das halwe Abonnement sprecht se derr weg, das Babbelmaul. Dann wann's nichts kost, steht err der Schnawwel nicht still.«

»Das dhut se,« hat die Selma nachdenklich erwiddert, »das dhut se. Gut, redd du mit dei Bruder, ich will mit seiner Frau redde von wege dem halwe Telephon.«

Un der Herr Simon Stern hat mit seim Bruder, dem Herr Jacob Stern im Geschäft geredd, un die Frää Selma Stern is in ehrschte Stock zur Frää Elsa Stern, ihrer Cousine gange, un hat gesacht; »Elsa,« hat se gesacht, »weißt de's schon, merr kriehe e Telephon?«

»Wofor?« hat die Elsa erwiddert, »wofor?«

»No, wofor – dafor, weil's Mode is. Weil die Sternberg un die Blummethal auch eins hawwe. Du kannst dann doch mit dei Jacob redde wann er garnicht derrheim is, un es kost derr nor das halwe Geld.«

»Es kost merr odder gar nichts wann er derrheim is – da kann ich doch mit emm umsonst redde, ganz umsonst.«

»Wann er odder auf der Reis is, un er will derr gute Nacht sage, odder er will derr e Kuß gewwe, kann er doch nicht, kann er doch gar nicht.«

»E Kuß? mach kei Stuß! Er kann doch nicht durchs Telephon kisse?«

»Nadierlich kann err's, wann err's gelernt hat. Wann merr mit jemand spreche kann, kann merr's doch auch kisse.«

»Awwer nicht auf den Mund, doch nor auf's Ohr.«

»Wann auch – du kannst awwer dei Jacob controlliern, ob er derr Gun Nacht sacht mit emme Kuß, oder ohne emme Kuß – er kann derr doch nix vormache.«

Des hat dann ääch der Elsa eigeleucht un sie hat gesacht: »Wann's mei Jacob recht is, ich bin mit eiverstanne.«

»Was ich odder noch sage wollt,« hat die Selma bemerkt, »das Telephon wird bei mir aufgehängt, in mei Schlafstubb, von wege meim Bub, meim Alfred, weil ich da doch nicht immer in ehrschte Stock laufe kann, wann's schellt.«

»Wie, mei Hälft auch?« hat die Elsa iwwerrascht gefragt. »Mei Hälft auch?«

»Nadierlich, dei Hälft auch. Es kost doch nicht soviel Draht, wann's blos bis in zweite Stock reicht.«

»Ich will odder nicht von mei Jacob gekißt sei vor Zeuge, ich will allei gekißt sei, ohne Zeuge.«

»Das sollst de auch, ich geh in e ander Stubb.«

»Gut!« hat die Elsa gesacht, »gut, ich komm zu derr enauf. Was werd ich viel fernzespreche hawwe, außer mit mei Jacob.«

Wie odder des Telephon bei der Selma aagemacht war, da hat doch die Elsa viel ze spreche gehabbt, sehr viel sogar. Un des Dienstmädche vom zweite Stock is jetzt alle Äägeblick in ehrschte Stock gesterzt komme un hat uff die Schell gedrickt un hat gekrische: »Frau Stern, es hat for Sie geschellt, es hat for Sie sehr stark geschellt.« Un die Frää Selma un Elsa hawwe den ganze Dag am Telephon gelege un hawwe sich nach alle Himmelsgegende, mit jedem der enn Aaschluß gehabbt hat, unnerhalte.

Awwer nicht nor unnerhalte hawwe se sich, sonnern ääch sämtliche Haushaltungsaagelegenheite sin von jetzt ab dorch den Fernsprecher erledigt warn. Un wann die Frää Selma Stern for zehe Pfennig Gewerzel, odder e Packet schwedische Schwewelhelzer ohne Schwewel dorch's Telephon bestellt hat, hat odder ääch schonn die Frää Elsa hinner err gestanne un hat ungeduldig gesacht: »Laß mich doch ääch emal draa, du leßt mich ja gar nicht, der Telephon is doch gemeinschaftlich.« Un dann hat se um Aaschluß gebitt un gerufe: »Hier, Frau Elsa Stern, vom ehrschte Stock! Wer dort?« – »Schilling.« – »Gut, Herr Schilling, schicken Se merr doch gleich, awwer gleich, zur gefällige Aasicht, zwei frische Indianer, einen behalt ich, wann er merr schmeckt.«

Un wann die zwää Schwegerinne gar nix mehr ze bestelle odder auszerichte hatte, odder ihr Sprechwerkzeug war erschöpft un des Drommelfell aagegriffe, dann hat die Frää Selma ihrn klääne Bub, ihrn Alfred ebeigeschleppt un hat enn dorch's Telephon flenne lasse, damit sei Vatter im Candor geheert hat, daß err noch gut bei Stimm war.

Awwer damit net genug, daß se sich mit ganz Frankfort unnerhalte konnte, hat se der Fernsprechkitzel immer mehr gereizt, un sie hawwe mit Offebach un Worms, un speter mit Fürth, Minche un Berlin lebhaften Gedankeaustausch gepfloge, dann sie hawwe nicht gewißt, daß es nach außerhalb e Mark extra kost.

Am e scheene Dag odder is der Herr Simon Stern häämkomme mit emme Gesicht wie e Tieger, un hat sei Frää, sei Selma sehr unwersch aagefahrn un hat gesacht: »Selma!« hat err gesacht un mer hat emm die innere Erregung äußerlich aagemerkt; »Selma, was sin das for Strääch! Bist de mischucke, odder bin ich mischucke?«

Da hat enn odder die Selma ganz verdutzt aageguckt un hat erwiddert: »Ich verbitt merr dei Schmuhs, Simon; du bist hier nicht im Kaffeehaus!«

»Das weiß ich.«

»No also, dann sei still!«

»Was!« hat odder jetzt der Herr Simon Stern gekrische, »was, ich soll still sei, wann du merr in eim Monat siwweunfinfzig Mark aus dem Sack schwätzt?! ich soll still sei, bei dei iwwerflissig Gebabbel?!«

»Wieso, ich? –«

»Wieso? so, so. Da is der Rechnung vom Telephonamt, un das gibt noch nicht emal Skondo.

Da hat odder die Selma mit sehr verzwerwelte Ääge die Rechnung betracht un hat ganz verknerscht gesacht: »Siwweunfufzig Mark! Das haww ich nicht gewußt, Simon. Ja, warum heißt der Telephon Fernsprecher, wann mer nicht in der Fern spreche darf for sei Abonnement, for sei deuer Abonnement? Frankfort is doch kei Fern nicht. Warum heißt der Fernsprecher, Simon, warum?«

»Weiß ich's! Ich weiß nor, daß de dei Schnawwel nicht sollst spaziere geh lasse dorchs Telephon – das weiß ich.«

Un ganz zu derselwige Zeit hat e Stockwerk diefer, der Herr Jacob Stern zu seiner Frää, seiner Elsa gesacht: »Elsa,« hat er gesacht, »Elsa, du bist e schee Frau, du bist e gebild Frau, du bist e Frau wie Milch un Honig un Latwerg, awwer ein Fehler hast de doch.«

»Ich!« hat da die Elsa betroffe gerufe, »ich!« un hat sich von owe bis unne im Spichel betracht, un hat ihr Fießercher ganz kokett so erausgestreckt, daß ihr Jacob sein Zwicker uffgesetzt hat. »Wo Jacob, wo habb ich e Fehler?«

»Da nicht,« hat da ihr Mann gesacht, »da nicht, awwer wo anders, wo ganz anders. – Du kannst den Mund nicht halte.«

»Ich widdersprich derr doch niemals nicht.«

»Du widdersprichst merr nicht, awwer du sprichst widder un immer widder, un noch dazu dorch's Telephon for siwwenunfufzig Mark auf mei Dheil.«

»Ich?«

»Ja du, da is die Nota. Bleib mit dei Zung im Land un nehr dich redlich. Was brauchst de e Stimm ze hawwe die mer bis in Berlin heert, du suchst doch kei Engagement als Ausrufer, du hast's doch nicht nötig.«

Da is odder die Elsa in e krampfhaft Schluchze ausgebroche un hat gestehnt: »Siwweunfufzig Mark verbabbelt, des hätt merr e neuer Hut gewwe, wie sich die Selma ein gewinscht hat.«

Un die Frää Elsa Stern is mit ihre verflennte Ääge enuff zu ihrer Schwegerin un hat dere Grobheite gemacht un hat gesacht: »Du willst immer alles besser wisse un jetzt seh ich doch, daß de gar nichts weißt, rein gar nichts, Selma – noch nicht emal, daß drei Minute e Mark koste, noch nicht emal das weißt de. Leg derr schlafe mit dei Bildung von Redelheim.«

»Du häst ja nicht so weit enauszespreche brauche.«

»So – der Telephon ist doch gemeinschaftlich.«

»Ewedrum hat dei Mann, dei Jacob auch siwweunfufzig Mark zu bezahle – ewedrum.«

Un die zwää Weiwer sin noch mehr hinnernanner komme, un die Frää Elsa hat der Frää Selma, ihrer Schwegerin erkleert, daß se iwwerhaupt nicht mehr eruff dhet komme, merr sollt err ihrn Aadhääl vom Gesprech enunnerschicke, die Antwort dhet se eruff sage lasse.«

Un die Elsa hat sich werklich drowe drei Dag lang net blicke lasse, un die Selma hat alle Aafrage an sie beantwort un alle Ufftreg ausgericht, awwer immer sehr vorsichdig, damit se mit ihrer Zung net iwwer die Grenz, wo's e Mark kost, komme is.

Am verte Dag odder hat der Herr Jacob Stern zu seiner Frää, seiner Elsa gesacht: »Elsa,« hat err gesacht. »was soll das, ich bezahl der halwe Telephon un du sprechst nicht dorch? Heut Middag um finf Uhr gehst de enauf zur Selma, ich ruf der aa.«

»Awwer! –«

»Nor kei Awwer, wo's unser Geld kost.«

Un pinktlich um finf Uhr is die Elsa enuffgange, un weil die Vorplatzdhier uffgestanne, is se unbemerkt in's Zimmer getrete wo des Telephon gehonke hat. Un die Selma hat an dem Apparat gestanne un hat eneigesproche, un err dabei den Buckel zugekehrt.

»Ich will doch emal heern, was die zu verklawatsche hat,« hat die Elsa bei sich gedacht, un is ganz leise ebeigeschliche un hat häämlich des zweite Hörrohr gedappt un hat mitgehorcht.

»Elsa,« hat's da ganz deutlich an ihr Ohr geklunge, »Elsa, dei Jacob ist's, bist de auch allei?«

Un die Selma hat mit derr Elsa ihre Stimm ins Sprachrohr geflistert: »Ganz allei!« dann sie hat geglääbt, daß es iwwer sie herging, weil der Jacob mit seiner Elsa allei redde wollt. »Ganz allei!«

»Das is gut, das is sehr gut, daß de dei Recht behauptst bei dei Cousine,« hat's aus dem Hörrohr geschallt. »Dafor daß de's gedhaa hast kauf ich derr heut noch den Hut, den sich die Selma gewinscht hat.«

»Der is doch schon verkauft!« hat da die Selma mit der Elsa ihrer Stimm ins Telephon gezischelt, »der ist doch verkauft!«

»Freilich ist er verkauft, awwer ich haww enn gekauft, for dir gekauft. Da hast de auch e Kuß, gebb merr ein widder, odder zwei.« Un es hat dorch's Hörrohr geknallt, daß der Elsa des Wasser im Mund zusammegelääfe is.

Wie sich odder jetzt die Frää Selma mit emme witende Blick nach dem Telephon beuge wollt, um ihrm Schwager ihr Määnung iwwer den eweckgeschnappte Hut ze sage, hat pletzlich e klää weiß Hand den Schallfänger zugehalte un e heiser Stimm hat gekrische: »Was, du willst mei Mann kisse!«

Da is odder die Selma wie von erre Natter gestoche zerickgefahrn un hat gestottert: »Dein Mann – ich dein – –«

»Willst de vielleicht leigne, wann ich dabeisteh! Hat er derr nicht gekißt for mei Rechnung? hat er nicht?«

»Ich brauch dei Mann, dei ebsche Mann!«

»Dhu nicht so groß, merr wisse, was merr wisse.«

»Was willst de damit sage?« hat odder jetzt die Selma zornig gerufe. »Was willst de damit sage? du Hutschnappern! Willst de merr schlecht mache bei mei Simon un bei mei Bub, mei Alfred! Geh merr aus de Auge, geh merr aus de Auge mit deim Schmuhs un mei Hut!«

»Das kann ich!« hat die Elsa erwiddert, »das kann ich, awwer ehrscht mei Hälft vom Telephon eraus – ich will nicht, daß de mei Mann hinner meim Ricke kißt – ehrscht mei Hälft vom Telephon!«

»Ich schick derr se, geh nor, geh nor!«

Un die Elsa is gange un die Selma is witend an's Telephon gerennt un hat's abgerisse, un hat die Dreht mit der Beißzang dorchgezwickt un hat's dann dorch ihr Dienstmädche in ehrschte Stock geschickt. Die Frää Elsa Stern hat's odder nicht aagenomme, weil's mehr als die Hälft war un weil se nix von der Frää Selma Stern geschenkt hawwe wollt. Da hat odder die Frää Selma gesacht: »Wann se's nicht nemmt, stell's err vor die Dhier, mir kommt's nicht mehr erei in mei Logie!«

Un des Dienstmädche hat gedhaa wie's gehääße is warn. Un wie den Awend der Herr Jacob Stern un der Herr Simon Stern aus dem Geschäft häämkomme sin, da sin se alle zwää iwwer die Dreht vom Telephon gestolwert un die halb Drepp enunnergeborzelt. Un die Frää Selma Stern un die Frää Elsa Stern hawwe ihr Vorplatzdhiern uffgerisse, un hawwe gekrische: »Is was bassiert! is was bassiert?« Un der Herr Jacob Stern hat gerufe: »Uff jeden Fall is was bassiert, ich bin iwwer e Telephon gesterzt un habb merr die Nas blutig gefalle!« Un der Herr Simon Stern hat hinzugesetzt: »Un ich bin uff enn gefalle un habb merr des Ohr verschunne an dem Telephon.«

»Das war der Elsa ihr Telephon!« hat die Selma gerufe.

»Nei, das war der Selma ihr Telephon!« hat die Elsa gekrische.

»Wie heußt,« hat odder da der Herr Jacob Stern gesacht. »Wie heußt derr Elsa, derr Selma ihr Telephon – der Telephon geheert dem Staat.«

»Was dem Staat?« hat die Frää Selma gefragt un is dodeblaß warn, »es is doch dodal verbroche.«

»Dann is es e Staatsverbreche,« hat der Herr Simon gesacht, »un es kommt vor's Telephonamt. Die Koste bezahle merr gemeinschaftlich, awwer abgeschafft is es un bleibt's.«

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