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Horch blohß, wie der Gukguk schreyt!

Arno Holz: Horch blohß, wie der Gukguk schreyt! - Kapitel 67
Quellenangabe
pfad/holz/gukguk/gukguk.xml
typepoem
authorArno Holz
titleHorch blohß, wie der Gukguk schreyt!
publisherHenschelverlag
editorHelga Bemmann
year1972
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120624
projectidf174ef44
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Der Herr Mitte Dreißig

Parbleu, Madam, wie amüsant!
Ich glaube, wir zwei sind uns bekannt.
Schon oft kniff ich in diese Grübchen,
souvenez-vous en, unser Mansardenstübchen?

Ein Tisch, zwei Stühle und kein Bett,
ein Kanapee und ein Bücherbrett,
mit »Faust«, mit »Bibel« und mit »Kommersbuch«,
letzteres mir als das liebste Versbuch!

Du warst mein »Mädel«, ich war dein »Strunk«,
Herr Gott, waren wir damals jung!
Von morgens früh bis abends spät!
Verflucht und zugenäht!

Wir schwelgten bei Butterbrot und Tee,
draußen fiel der erste Schnee;
bunt um uns wob sichs wie ein Kranz
aus Frühlingsblau und Sonnenglanz!

Auf der alten, wurmstichig morschen Kommode,
mit kaputtem Wackelkopf ein »lütter« Pagode,
und drüber hing, in Kupfer gestochen,
ein Satyr, dem seine Flöte zerbrochen!

Doch wozu diese »ollen Kamellen«
uns hier umständlich nochmal verteilen?
Wir ließen es uns wohlergehn –
erfreut, entzückt, Sie wiederzusehen!

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