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Horch blohß, wie der Gukguk schreyt!

Arno Holz: Horch blohß, wie der Gukguk schreyt! - Kapitel 54
Quellenangabe
pfad/holz/gukguk/gukguk.xml
typepoem
authorArno Holz
titleHorch blohß, wie der Gukguk schreyt!
publisherHenschelverlag
editorHelga Bemmann
year1972
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120624
projectidf174ef44
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Ninon

Ninon heißt sie. Ihre Mutter
handelt nachts mit Apfelsinen
an der Weidendammer Brücke.
Doch sie selbst ist Kammerkätzchen.

Stöckelschühchen. Sehr kokett.
Sehr kokett sitzt auch ihr Häubchen,
das auf ihrem krausen Köpfchen
weiß und niedlich balanziert.

Doch der kleine Marmorschlingel,
der dem Spiegel vis-à-vis
grad vor einem Makartstrauß hockt,
läßt sich dadurch nicht verblüffen.

Immer, wenn ihr Pfauenwedel
ihn frühmorgens abstäubt, lacht er.
Ja, die Stutzuhr kann sogar
deutlich hören, was er sagt:

»Tu mir den Gefallen, Kind, und
kokettiere nicht so viel!
Ninon nennt die gnädige Frau dich?
Geh, du heißt ja gar nicht so!

Martha heißt du. Dein Papa
war der gnädige Herr von Dingsda.
Vor drei Wochen in Neuyork
starb er als Konditorlehrling.

Deine Mutter lebt. Sie schielt,
hinkt und schnupft. Im übrigen
handelt sie mit Apfelsinen
an der Weidendammer Brücke.«

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