Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Arno Holz >

Horch blohß, wie der Gukguk schreyt!

Arno Holz: Horch blohß, wie der Gukguk schreyt! - Kapitel 40
Quellenangabe
pfad/holz/gukguk/gukguk.xml
typepoem
authorArno Holz
titleHorch blohß, wie der Gukguk schreyt!
publisherHenschelverlag
editorHelga Bemmann
year1972
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120624
projectidf174ef44
Schließen

Navigation:

Er drillert ihr ein Qwodlibet

Qwodlibet

Wie das hagelt, wie das schneyt!
O du angenähme Zeit!
Der Ofen bufft und knallt,
das Feuer in ihm tukkert,
itzt steht der gantze Wald
mit Eyß bezukkert.
Dorillgen sizz dich ans Spinett,
nun drillr ich dir ein Qwodlibet:

Juhch Holla Juhch, Sa Sa!
Du göldne Musica,
nach der mein Hertz zu jeder Zeit
fast wie Apoll nach Dafne schreyt:
ich gäbe deinen lihben Krantz
nicht ümb die Käyser-Stadt Byzanz!
Dihß so jauchtz ich Drallala,
Febus ist mein Grohß-Bapa!

Meinen bundt-verschnührten Rokk
buzzen sihben Krägen,
heut zihrt mich der Schäffer-Stokk,
morgen schon der Dägen.
Heut sizz ich im grünen Klee,
morgen auf dem Canape; doch offt so trukk ich auch die Bäncke
in einer guhten Pauren-Schäncke,
wo man fidelt, dantzt und stampfft,
oder wo der Knaster dampfft!

Wo brännt der braunste Brahten,
wo klükkt der klährste Wein?
Mit Ungrischen Dukahten
muß man behafftet seyn!
Kaum fühlt sie meinen Dhaler Göldt,
gleich dhut sie, waß mir wohl-geföllt.
Ein Küßgen hihr, ein Küßgen dort,
ein Griffgen und ein kleines Wort,
daß ist for meinen Zahn
Vergnügungs-Marzipan!

Ey, ey, waß stäkkt denn dorten drin?
Waß seynd denn daß for Oepffelchin?
Subtil sind sie erbaut
und ümb und ümb auß Haut!
Verstatte drümb, Belinde,
daß ich dich zahrt ümbbinde,
ich will mich dan auch recht befleissen,
nicht in sie hinein zubeissen!
Frihrt uns, gleich so kriechen wir
in das fehdrige Qwartir,
wo wir uns zur Seite ruhn
und mit Recht vertraulich dhun.

Ihr stuzzt und dhut erstaunt?
Botz Klekk, bün ich kapaunt?
Seyd ihr denn daub und blind?
Bün ich ein Windel-Kind?
Die nichts alß kläun und klaffen,
seynd for mich blohß Affen,
dihses abgeschahbte Rohr
hau ich ümb ihr Midas-Ohr!

Sich an Mägdgens delectiren,
fleissig sich die Gurgel schmihren,
Mäntelgens auß Sammt und Seyden,
Tobac fein zu Streiffgens schneiden,
Bomper-nikkel und Confäkkt,
alles waß nach Ceres schmäkkt,
darz u bün ich stähts bereit,
Dafnis ist for Biderkeit!

Drümb so blahs ich alß Damöte
auff der Teutschen Opitz-Flöte,
biß kein Baum mehr über blihben,
der nicht gäntzlig voll geschrihben.
Braucht die Rohse drümb zu stincken,
weil auß ihr die Weßben drincken?
Zoilus, du falscher Wanst,
tichte bässer, wenn du kanst!

 << Kapitel 39  Kapitel 41 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.