Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Arno Holz >

Horch blohß, wie der Gukguk schreyt!

Arno Holz: Horch blohß, wie der Gukguk schreyt! - Kapitel 33
Quellenangabe
pfad/holz/gukguk/gukguk.xml
typepoem
authorArno Holz
titleHorch blohß, wie der Gukguk schreyt!
publisherHenschelverlag
editorHelga Bemmann
year1972
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120624
projectidf174ef44
Schließen

Navigation:

Er bringt ihr ein Nacht-Musikgen

Ode Dactylo-Trochaica

Titan schloß sein Wogen-Hauß,
Morfeus sät die Sterne auß,
die wie kleine göldne Flekken
gantz den Horizont bedekken.
Alles schläfft itzt nach Gebühr.
Drümb bey so bestellten Dingen
laß mich hihr für deiner Thür
dir ein Nacht-musicgen bringen.
Hesper geußt schon Silber dreyn
und man hört die Fröschgens schreyn.
         O formosissima!
        Veni, puella!
        Prata mollissima
        visita, bella!
        Luna nos invitat,
        hic spatiari.
        amari!

Itzt ist Alles wihder stumm,
Tellus dreht sich noch mahl um,
durch die ungemeine Stille
zahrt und zihrlich zirpt die Grille.
Weiß, wo sich Diana wusch,
hipfft und plättschert die Fontehne
und auß jedem Rohsen-Pusch
haucht ein Zefir: Aramene!
Leise rauscht in deinen Traum
der ümbgläntzte Mandel-Baum.
         O formosissima!
        Veni, puella!
        Prata mollissima
        visita, bella!
        Luna nos invitat,
        hic spatiari.
        Cor meum palpitat,
        eheu! amari!

Itzt vom Indus biß zum Nil
geht ein süsses Bossen-Spihl.
Mit nur ungezihmten Sachen
weiß man sich vergnügt zu machen.
Venus schleicht sich zum Adon
nakkend unter dikken Mirthen,
ümb den angenehmsten Lohn
ringen Hirtinnen mit Hirten. Ach, man bringt sich gantz und gar
in die eusserste Gefahr!
         O formosissima!
        Veni, puella!
        Prata mollissima
        visita, bella!
        Luna nos invitat,
        hic spatiari.
        Cor meum palpitat,
        eheu! amari!

Hercules, der thummpe Tapps,
kricht itzt manch verlihbten Klapps.
Zwey ambrirte Zokker-Dinger
füllen ihm dafor die Finger.
Auch waß ich hihr nicht benannt,
weil mir solches nicht verläubt ist,
nimbt er gantz in seine Hand,
biß er fast darvon betäubt ist.
Drümb so kan man gantz allein
itzt unmüglich frölig seyn.
         O formosissima!
        Veni, puella!
        Prata molissima
        visita, bella!
        Luna nos invitat,
        hic spatiari!
        Cor meum palpitat,
        eheu! amari!

Aramene, werthes Licht,
hörstu mich noch ümmer nicht?
Merckstu nicht, gelihbte Seele,
wie ich mich hihr for dir qwehle?
Eh mein Hoffnungs-Wacks zerrinnt,
schlinge ümb mich deine Ketten,
sonst so bün ich nicht gesinnt
dir mehr ins Gesicht zu treten.
Laß mich nicht noch lenger stehn,
denn sonst muß ich schlaffen gehn.
         O formosissima!
        Veni, puella!
        Prata mollissima
        visita, bella!
        Luna nos invitat,
        hic spatiari.
        Cor meum palpitat,
        eheu! amari!

 << Kapitel 32  Kapitel 34 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.