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Gutenberg > Horaz >

Horazens Briefe

Horaz: Horazens Briefe - Kapitel 34
Quellenangabe
typeletter
booktitleChristoph Martin Wieland Werke Band 9
authorHoraz
translatorChristoph Martin Wieland
year1986
publisherDeutscher Klassiker Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-618-61690-2
titleHorazens Briefe
pages9
created20001116
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Um dir die Fragen, ob mein kleines Gut
mit Feldbau seinen Herrn ernähre oder
bereichre mit Oliven? ob in Obst,
in Wiesen, oder weinumschlungnen Ulmen
sein Hauptertrag bestehe, zu ersparen:
soll, bester Quinctius, Natur und Lage
des Gutes dir genau beschrieben werden.

Stell' eine Kette dir von Bergen vor,
durch ein gekrümmtes schattenvolles TalDieses Tal, nebst dem daran liegenden Berge, hieß Ustica jetzt Valle di Licenza.
gebrochen, so, daß von der Morgensonne
die rechte Seite, von der Abendsonne
die link' erwärmt und leicht umdünstet wird.
Zum mindsten würde dir die milde Luft gefallen.
Und säh'st du dann noch überdies die Hecken,
von denen alles voll ist, statt der Schlehen,
die du erwartetest, mit dunkelroten
Kornellen und mit Pflaumen reich beladen,
und allenthalben Eichen beider ArtWinter- und Sommereichen, quercus et ilex.
    Ne perconteris, fundus meus, optime Quincti,
arvo pascat herum, an bacis opulentet olivae
pomisve, an pratis, an amicta vitibus ulmo?
scribetur tibi forma loquaciter et situs agri.
<5> Continui montes, nisi dissocientur opaca
valle; sed ut veniens dextrum latus aspiciat sol,
laevum decedens curru fugiente vaporet.
Temperiem laudes. Quid si rubicunda benigne
corna vepres et pruna ferunt? si quercus et ilex
mit vieler Frucht dem Vieh, mit vielem Schatten
dem Gutsbesitzer dienen, – traun! es dünkte dir
Tarent, herbeigerückt, vor deinen Augen grünen
zu sehn. Auch fehlt es nicht an einer Quelle,
die ihren Namen einem Bach zu geben
zu klein nicht ist, dabei so kalt und rein,
daß kälter nicht noch reiner sich der Hebrus
um Thrazien schlingt, auch trefflich Kopf und Magen
zu stärken. Kurz, mein Aufenthalt in dieser
verborgnen, mir so lieben, und (wie du
vielleicht nun selbst gestehst) so anmutsvollen
Einöde ists, was in den fieberreichen
Septembertagen mich gesund erhältWenn wir die Beschreibung, welche Horaz hier von seinem Gute macht, mit dem Briefe an seinen Villicus und einigen andern Stellen vergleichen, so muß uns, deucht mich, sehr klar werden, daß gerade so viel Gefühl für kunstlose Natur, so viel Liebe zu Ruhe und Freiheit, so viel Bescheidenheit und Genügsamkeit, kurz ein so philosophischer Kopf und ein so fröhliches Herz, als ihm zu Teil worden war, dazu gehörte, um so viel Freude an seinem Sabinum zu haben, wie er. Man würde sich sehr irren, wenn man sich eine Villa, wie jene zierlichen kleinen Landgüter des Cicero, die er in einem Briefe an seinen Atticus Italiae ocellosEp. 6. L. XVI. Der französische Übersetzer der Briefe an den Atticus, der Abbé Mongault, hätte die Schönheit dieses Ausdrucks, wiewohl er unübersetzlich ist, wenigstens fühlen sollen. Cicero nennt seine schönen villulas nicht seine, sondern Italiens ocellos, und der Ausdruck sagt also, daß sie aus allen andern in Italien so hervorgeglänzt, wie schöne Augen aus einem anmutigen Gesichte. nennt, oder eine im Geschmack der Plinianischen, von welchen uns Herr Robert Castell in seinem prächtigen Werke, The Villa's of the Ancients illustrated, eine so schöne Darstellung gibt, dabei denken wollte. Eine solche Villa würde weder zu Horazens Stand und Vermögen, noch zu seiner Gemütsart gepaßt haben; und Mäcenas wußte besser, was sich für seinen Dichter schickte. Es war im Grunde nur ein Sabinisches Bauergut, eines von den Praediis rusticis, deren Mäcen ohne Zweifel mehr hatte, als er selbst wußte, in keiner der fruchtbarsten Gegenden gelegen, und von sehr mittelmäßigem Ertrag: aber es hatte alles, was es haben mußte, um Horazen so glücklich zu machen, daß er sich nichts weiter wünschte.
Weder Elfenbein noch goldne
    Decken glänzen in meinem Hause; keine
Balken von Hymettus drücken
    Marmorsäulen darin, die im entferntsten
Afrika gehauen wurden.
    Keines Attals Burg und Königsschätze
hab' ich, ohne Recht und Titel,
    wie ein Andronikus angefallen,
noch sind meiner Schutzverwandten
    wackre Hausfrau'n Tag und Nacht beschäftigt,
Kleider aus dem feinsten Purpur
    mir zu würken; aber ein treues Herz und
eine Ader muntern Geistes
    wurde mir zu Teil, und beider wegen
sucht der Reichere mich Armen.
    Auch verlang' ich vom Himmel nichts mehr, heische
meinem mächtigen Freund kein größres
    Los; mein kleines einziges Sabinum
füllet alle meine WünscheOd. 18. L. II..

Ich bin, sagt er in einer andern Ode seinem mächtigen FreundeOd. 16. L. III.

Ich bin reicher durch das, was ich entbehre,
reicher dadurch, daß ich nicht reicher sein will,
    als wenn ganz Appulien meine Scheunen,
    ohne mein Herz zu sättigen, füllte.

Wenig Morgen Waldes, ein Bach mit reinem
Wasser, und meiner Saaten ungetäuschte
    Hoffnung macht mich glücklicher, als den Herrscher
    Libyens seine goldnen Auen.

Sammeln gleich für mich Calabrische Bienen
keinen Honig, altert in meinen Tonnen
    gleich kein Formianischer Wein, und tragen
    Gallische Schafe mir keine Wolle;

Gleichwohl bin ich nicht arm, mir fehlt's an keinem
Dinge, das ich bedarf, und wollt' ich mehrers,
würdest du mirs auch nicht versagen, u. s. w.

aber wofür –

sollt' ich mit meinem Sabinischen Tale
    mühsamern Reichtum vertauschen wollenOd. 1. L. III.?

Unter der unendlichen Menge von Villas und Landgütern der edeln Römer dieser Zeiten finden wir Tiburtinische, Pränestinische, Albanische, Tusculanische, Bajanische, Formianische u. s. w. in großer Zahl; jede schöne Gegend von Latium und die ganze zauberische Küste von Campanien waren damit überdeckt – aber ein Sabinum zu haben, und sich daran genügen zu lassen, sich gern da aufzuhalten, sich darin glücklich zu fühlen – das konnte nur von Horaz gesagt werden. Die einzige Gegend um Reate und den Velinischen See ausgenommen, – welche wegen ihrer Anmut Rosea genannt wurde, und worauf sich die Einwohner so viel zu gut taten, daß sie davon als von dem Sabinischen TempeCicero ad Attic. ep. 15. L. IV. sprachen, war das eigentliche Sabinerland rauh, gebirgig, und größtenteils so beschaffen, daß ein so frugales, arbeitduldendes und genügsames Volk, wie die Sabiner, dazu gehörte, ihm den notdürftigen Unterhalt durch ihren Fleiß abzuzwingen. Aber Horaz, dessen Sinnesart war, alles, was nicht in seiner Willkür stand, von der besten Seite anzusehen, wußte auch an seinem Ustica Schönheiten zu finden, die weder Tibur noch Bajä aufzuweisen hatte.

Was du für öde rauhe Wildnis hältst,
hat hohen Reiz für mich und meines gleichen,

sagt er zu seinem Villicus: und bei aller seiner Urbanität und Gewohnheit in der auserlesensten Gesellschaft von Rom zu leben, gefiel er sich doch nirgends besser, als unter seinen biederherzigen Sabinern, die, an Leib und Gemüt unverdorben, noch die alte Einfalt der Sitten beibehalten hatten; wo die Weiber noch keusch waren, und der Mann weder zweifelte noch zu zweifeln Ursach hatte, daß er seiner Kinder Vater sei. Seine Schriften sind voll kleiner Züge, welche sein Gefallen an dieser guten unverfälschten Menschenart, bei denen er sein Herz noch an einem Überrest des goldnen Saturnischen Alters erquicken konnte, zu erkennen gebenEpod. 2. v. 39. seq. Od. 6. L. III. – – und es sind nicht die wollüstigen Soupés bei Mäcenas oder Sallustius, nicht die Soupés, wo die Frage war,

ob Lepos zierlich oder übel tanze?

sondern seine kleinen Abendmahlzeiten, im Angesicht seiner eignen Hausgötter, unter seinen Sabinischen Nachbarn, wo nur von Dingen gesprochen wurde,

die uns was angehn, und die nicht zu wissen
ein Übel ist –

nur diese sinds, denen er in einem seiner schönsten Sermonen mit so vieler Sehnsucht, o noctes cenaeque deum! (o schöne Nächte! o wahre Göttermähler!) entgegenruft.

In diesem Lichte, deucht mich, muß man unsern Dichter mit seinem Sabinum betrachten. Der schon erwähnte Abbé Cap Martin de Chaupy, der es, unter beständigen Versicherungen des Gegenteils, doch immer gern in eine elegante Villa verwandeln möchte, und alle Augenblicke vom Château d'Horace spricht, scheint von seiner wahren Sinnesart wenig geahndet zu haben. Überhaupt geht nichts über den Don Quichotismus, womit die wirkliche oder eingebildete Entdeckung der Ruinen des Horazischen Landhauses das Gehirn dieses gelehrten Mannes eingenommen hat. Seine Art zu beweisen hat dadurch eine ganz eigne Wendung bekommen. Um nur ein paar Beispiele zu geben, so versichert er uns z. B., Horazens Gut sei ein Domaine considérable, und nicht etwa nur so ein Meierhof oder Bauergut, wie die französischen Ausleger davon sprächen, sondern une petite Terre, eine kleine Herrschaft, gewesen: und zum Beweise führt er an, Horaz sage ja selbst in der Epistel an seinen Verwalter, sie bestehe aus fünf Feuerstellen. Das sagt aber Horaz nicht; er sagt nur, sein Gut habe vor alten Zeiten, nämlich ehe es in ein einziges Landgut zusammengeschmolzen, aus fünf Feuerstellen bestanden. (Man sehe unsre erste Erläuterung zum 14ten Brief.) Diesen Sinn gibt der ganze Zusammenhang, und man muß seltsame Begriffe von der damaligen Verfassung Italiens hegen, um sich die Besitzer der Landgüter als Erb-, Lehns- und Gerichtsherren zu denken, wie Herr Cap Martin zu tun scheint. Gleich darauf kommts noch besser. Horaz, sagt er, geht mit uns in ein sehr genaues Detail der besondern Beschaffenheit aller Teile seiner Herrschaft. Er läßt sich, zum Exempel, in der 3ten Satire des zweiten Buchs der Sermonen von Damasippus sagen:

Und gleichwohl gabst du dir die wichtige Miene,
als würdest du wer weiß wie viele und
namhafte Dinge wagen, wann nur erst
dein Meierhöfchen unter's warme Dach
dich aufgenommen hätte –

Das Original sagt: si vacuum tepido cepisset villula tecto. Und was heißt nun dies dem Herrn Abt Cap Martin? Il représente l'habitation, sagt er, sous les traits d'un petit ChâteauUm das tepidum tectum der Villula recht getreu zu übersetzen, durfte er nur ta petite chaumière sagen; aber das konnte er freilich nicht, da es nun einmal mit Gewalt ein petit château gewesen sein sollte. bien clos – »Aber« (setzt er hinzu) »das muß auch nur in Vergleichung mit königlichen Häusern und mit den Palästen der Könige von Persien verstanden werden; denn daß sein Schloß an sich selbst so unbeträchtlich nicht gewesen, beweisen zwei Texte unsers Dichters.« – Laßt uns doch hören, was für Beweise das sein werden! Aus Furcht, man möchte glauben, ich tue dem guten Mann zu viel, mag er seine eigne Sprache reden, »Le premier est, où Horace confesse à Mecène le peu d'accord, qu'il y avoit souvent entre ses maximes et sa conduite; dont il apporte pour exemple le caprice, dont il détruisoit ce qu'il avoit bâti, par le seul motif de donner aux parties de son édifice des formes plus agréables.« – Und wo sagt Horaz alles dies? Wer sollte vermuten, daß dies der Sinn der folgenden Verse in der ersten Epistel an Mäcenas sei?

Quid? mea cum pugnat sententia secum, –
Diruit, aedificat, mutat quadrata rotundis etc.

Hingegen mags im Innern
so schlecht stehn, meine Seele mit sich selbst
so uneins sein als möglich, lieben, was sie kaum
gehaßt, verschmähen, was sie kaum noch liebte,
jetzt etwas bau'n, dann wieder niederreißen,
dann plötzlich runden, was erst eckicht war,
da sagst du nichts u. s. w.

Gesetzt, was eben noch nicht erwiesen ist, Horaz rede hier nicht bloß ex hypothesi, und habe nicht, wie Dichter oft tun, die gegenwärtige für die bedingte Zeit gebraucht; gesetzt, was noch weniger zu erweisen ist, die Bilder, deren er sich hier bedient, seien im buchstäblichen Sinne zu nehmen: was bewiese diese Stelle am Ende für die Beträchtlichkeit des Château d'Horace? – Gerade so viel als der zweite Text, wo ihm Damasippus (d.i. er sich selbst) in der Rezension seiner Torheiten vorwirft:

Fürs erste – bauest du, das ist, du ahmest
den Langen nach, du, der vom Boden bis
zur Scheitel kaum vier Spangen mißt u. s. w.
Und wenn Mäcenas etwas tut, geziemt sichs
drum gleich, daß du es nachmachst, und, so winzig
du gegen ihn bist, mit so einem großen Manne
dich messen willst? –Satir. L. II. 3.

Horaz baute dies und das an seiner Villula, welche, aller Wahrscheinlichkeit nach, nie was Bessers als ein gewöhnlicher Pachthof gewesen war, und vielleicht, bloß in Rücksicht auf seine Bequemlichkeit, manche Veränderung nötig hatte. Und wenn er denn auch einiges der Verschönerung wegen getan hätte, so hätte er, nach seinem Maßstab, etwas ganz Artiges aus seiner Villula machen können, und sie wäre gegen jene Ciceronianischen Ocellos Italiae doch immer nur ein Meierhof geblieben. – »Aber Horaz beschuldigt sich ja selbst, daß er mit dem Mäcenas habe in die Wette bauen wollen?« – Eben dies, sage ich, beweist, daß er klüger war, als ihn Herr Cap Martin, wiewohl sein geschworner Bewundrer, vermutet. Solche öffentliche Selbstanklagen aus dem Munde eines andern sind verkappte Rechtfertigungen. Horaz wußte, daß es ihm an guten Freunden nicht fehle, die ihn der Welt und vielleicht dem Mäcenas selbst dadurch lächerlich zu machen suchen würden, daß er baue. Er durfte nur eine größere Haustür setzen, oder einen bessern Fußboden legen lassen, so konnt' er darauf rechnen, daß ihn seine Verehrer, die Tigellius, Pantilius und Compagnie, in Rom für einen kleinen Lucullus ausrufen würden. Das sicherste Mittel, allen möglichen Mißdeutungen vorzubeugen, war, wenn er selbst über seinen Baugeist scherzte; und er brauchte nur die alberne Beschuldigung, als ob er's dem Mäcenas nachtun wolle, so einem Narren wie Damasippus in den Mund zu legen, um ihre Ungereimtheit einem jeden fühlbar zu machen.

Diese Probe, wie Herr Cap Martin die Texte des Horaz zum Vorteil des Schlosses, womit seine Einbildung bezaubert ist, anzuwenden weiß, könnte mit dem, was ich oben bereits von seiner Entdeckung der Horazischen Gärten angeführt habe, mehr als genug sein, uns die Vorstellungsart dieses neuen Auslegers kennen zu lehren, wenn ich nicht gewissermaßen genötigt wäre, die gewöhnliche Auslegung der ersten Verse dieser Epistel, welcher ich in meiner Übersetzung gefolgt bin, gegen seine Vorwürfe zu rechtfertigen, und zu zeigen, wie ihn auch hier seine vorgefaßte Meinung irre geführt hat. – »Wir sehen, sagt er, aus diesem Texte, daß es Horazens Landgut an nichts, was zu einem wohlkonditionierten Gut gehörte, fehlte; es hatte Fluren, die teils zum Kornbau eingerichtet, teils mit Obst- und Olivenbäumen besetzt waren; es hatte Weinberge, Wiesen, Holz, Gebüsche und Weiden für alle Arten von Vieh.« –

»Alle bisherigen Ausleger, setzt er hinzu, haben diesen Text nicht verstanden. Sie haben sich eingebildet, die ersten drei Verse beständen in einer bloßen kahlen Aufzählung der Fragen des Quinctius, auf welche die folgenden, bis zum vierzehnten, Horazens Antwort enthielten: sie haben aber nicht gemerkt, daß Horaz in den drei ersten Versen von Kornfeldern, Oliven, Weinbergen und Wiesen spricht, deren im Folgenden mit keinem Worte wieder gedacht wird, und daß er also die Fragen seines Freundes nur angeführt hätte, um sie unbeantwortet zu lassen«, welches nicht höflich wäre. »Aber das wäre gleichwohl, wie er meint, noch nicht das schlimmste: denn wenn die Ausleger den Text recht verstanden hätten, so folgte, – daß der Ertrag des Horazischen Gutes bloß in Schlehen, Kornellen, Eicheln und Schatten bestanden habe«, – welches auch für den begnügsamsten aller Poeten zu wenig wäre. Er meint also, man müsse diese Stelle so übersetzen:

»Ne me demandez pas mêmeZu deutsch: Es ist gar keine Frage, ob mein Gut an Früchten, Oliven, Wein etc. so viel ertrage, als ich brauche, und um noch davon verkaufen zu können – Das versteht sich von selbst., si ma Campagne porte assez de grains pour ma provision, ou assez d'olives, de fruits, de vin, de foins, non seulement pour me dispenser d'en acheter, mais pour me mettre dans le cas d'en vendre. Il n'est pas jusqu' à mes bruyères, où le noir des prunelles ne se marie agréablement et non inutilement avec le rouge des cornouilles. Mais ce qui abonde le plus chez moi, c'est le chêne noir et verd, non pareils soit par le fruit qu'ils fournissent au bétail qui en vit, soit par l'ombre qu'ils procurent à celui à qui ils appartiennent, etc.«

Was dünkt unsre Leser zu einer Übersetzung des ganzen Horaz in diesem Geschmack? – Doch die Rede ist hier nicht von dem Mangel an Eleganz, sondern von etwas noch Wesentlicherem, woran es unserm gelehrten Abbé stark zu mangeln scheint. C'est la hardiesse du trait, qui a empêché d'en saisir la finesse, fährt der unbegreifliche Mann fort. Horace, semblable à ce Peintre Antique, qui en faisoit plus entendre qu'il ne sembloit en représenter, renferme souvent plusieurs choses dans les mêmes paroles. Dans celles-ci il rapporte et il résout en même tems toutes les questions de Quinctius. Il n'auroit eu besoin que de ces trois premiers vers, s'il avoit voulu se borner à rapporter et à donner les éclaircissemens demandés. Mais aux notices, que leur qualité avoit rendues l'objet naturel de la curiosité de Quinctius, Horace voulut ajouter celles, qui étoient de nature à ne lui être pas venues dans la pensée, u. s. f.Découverte de la M. de C. d'Horace, Tom I. p. 355. etc. – Was ist über eine solche Vorstellungsart zu sagen? Orandum est, ut sit mens sana – Eine solche Auslegung anführen, heißt sie widerlegen; wenigstens wird niemand, der ein wenig Latein weiß und von Horazens Verstand nur eine leidliche Meinung hat, mehr verlangen. Hätte Herr Cap Martin de Chaupy seinen Kopf von den Olivenbäumen und Weinbergen, die er nun einmal, es koste was es wolle, in Horazens Landgut sehen will, weniger voll gehabt: so hätte er sich vielleicht erinnert, daß dieser schon in der 14ten Epistel seinen Verwalter (der das Gut doch wohl am besten kennen mußte) davon als von einer rauhen Wildnis sprechen läßt; und daß er selbst, wiewohl gerade diese Wildheit das war, was ihm am besten gefiel, doch unverhohlen gesteht, sein Boden würde eher Weihrauch und Pfeffer als eine Traube hervorbringen. Wo sollten also in einem solchen Boden Wein und Oliven herkommen? – Das Ganze von der Sache ist, daß Horaz dem Freund Quinctius, in dessen Fragen er vielleicht ein wenig Bosheit roch, keine direkte Antwort geben wollte. Der Gesichtspunkt, woraus sie beide die Sachen ansahen, war auf keine Weise der nämliche. Quinctius, nach seiner Art zu denken, schätzte ein Landgut bloß nach dem Ertrag: Horaz hingegen liebte das seinige, wiewohl es wenig ertrug. – Quinctius fragte, ob das Gut seinen Herrn mit Öl und Wein bereichre? – Horaz antwortet ihm: daß es zwar nur Pflaumen und Kornellen trage, und, seiner ganzen Lage und Qualität nach, auch nicht viel mehr tragen könne: er rühmt aber daran, daß es die Morgen- und Abendsonne habe, daß Luft und Wasser gut sei, daß es hauptsächlich zur Viehzucht tauge, und weil es voller Gebüsche und schattichter Plätze sei, sich sehr gut dazu schicke, einen von den wackern Leuten, qui amant nemusEp. 2. L. II. v. 77., zum Besitzer zu haben. Man muß seltsam geblendet sein, um nicht zu sehen, daß es Horazens Meinung gar nicht ist, dem Quinctius den Ertrag seines Gutes, mit Inventarium und Jahresrechnung in der Hand, vorzurechnen: sondern daß es ihm bloß darum zu tun ist, den Kontrast ihrer beiderseitigen Denkungsart auf eine feine Art bemerkbar zu machen; daß er an seinem Sabinum absichtlich auf die Eigenschaften, die in des andern Augen wenig zu bedeuten hatten, den meisten Wert legt; und daß überhaupt alles, was er in diesem Artikel sagt, nur Einleitung und Vorbereitung zu dem vertraulichen moralischen Examen ist, welches er mit diesem vorgeblichen Biedermann und Weisen anstellen wollte.

.

Was dich betrifft, sei wirklich – was du immer
dich nennen hörst, so lebst du sicherlich,
so wie man soll. Schon lange preist ganz Rom
dich laut als einen seiner Glücklichen.
Und doch besorg' ich, daß du andern mehr
in diesem Stücke glaubest, als dir selbst.
Es ist bei dir so ausgemacht wohl nicht,
daß nur der Weis' und Gute glücklich ist:
und da die Leute dir so viel von deiner
<10> multa fruge pecus, multa dominum iuvet umbra?
dicas adductum propius frondere Tarentum.
Fons etiam rivo dare nomen idoneus, ut nec
frigidior Thracam nec purior ambiat Hebrus,
infirmo capiti fluit utilis, utilis alvo.
<15> Hae latebrae dulces et iam, si credis, amoenae,
incolumem tibi me praestant septembribus horis.
Tu recte vivis, si curas esse, quod audis.
Iactamus iam pridem omnis te Roma beatum,
sed vereor, ne cui de te plus quam tibi credas,
<20> neve putes alium sapiente bonoque beatum;
Gesundheit Rühmens machen, und wie wohl
dir sei, wer weiß, ob dirs vielleicht nicht gar
wie jenem geht, der ein geheimes Fieber
zur Tafelzeit verhehlt, bis ihm vor Zittern
der fette Bissen aus den Händen fällt.
Ein Tor verschweigt aus falscher Scham dem Arzte
sein Übel, bis es ganz unheilbar wird.
Wenn jemand dir von Siegen säng', erfochten
zu Wasser und zu Land, und kitzelte
mit diesen Worten deine müßigen Ohren:
»Ob feuriger dich der Römer liebe, oder du
dein
Rom, das wolle Zeus zu unserm Heil
und deinem ewig unentschieden lassen!«
sogleich erkanntest du das Lob AugustsVielleicht ist niemals einem Fürsten eine schönere und feinere Schmeichelei gesagt worden, als diese. Das Wunderbarste dabei ist, daß Horaz nichts sagt, was nicht buchstäblich wahr gewesen wäre. Die Römer liebten Augusten wirklich, von dem Jahre 727 an, mit einer Schwärmerei, die an Stärke und Dauer schwerlich ihres gleichen in der Geschichte hat: und August spielte seine Rolle eines Vaters und Schutzgottes so gut, daß er sich endlich wohl selbst einbilden mochte, er liebe die Römer hinwieder so zärtlich, als er sie immer davon zu überzeugen suchte..
Doch, wenn du leidest, daß die Leute weis'
und tugendhaft dich nennen, Lieber! sprich,
antwortest du, als gält' es wirklich dir?
»Nun freilich«, sprichst du, »hört man gerne, du
so gut als ich, sich klug und bieder nennen.«
Wenn's also nur auf fremde Meinung ankommt,
so kann das Volk, das diesen Namen heute
neu si te populus sanum recteque valentem
dictitet, occultam febrem sub tempus edendi
dissimules, donec manibus tremor incidat unctis.
Stultorum incurata pudor malus ulcera celat.
<25> Si quis bella tibi terra pugnata marique
dicat et his verbis vacuas permulceat aures:
»Tene magis salvum populus velit, an populum tu,
servet in ambiguo, qui consulit et tibi et urbi,
Iupiter« – Augusti laudes agnoscere possis:
<30> cum pateris sapiens emendatusque vocari
respondesne tuo, dic sodes, nomine? – »Nempe
vir bonus et prudens dici delector, ego ac tu.«
Qui dedit hoc hodie, cras, si volet, auferet, ut si
dir übertrug, ihn morgen wieder nehmen,
just, wie es einem, dem es unverdient
die Fasces gab, sie wieder nehmen kann.
Sprichts: »Sie sind mein, leg ab!« – so leg' ich ab
und schleiche traurig weg. Und wenn mich nun
besagtes Volk für einen Ehebrecher
und Dieb verschriee, mir ins Angesicht
behauptete, ich hätte meinen Vater
erdrosselt, – soll ich mich entfärben und
die Lügen mir das Herz durchschneiden lassen?
Unechte Ehre, unverdiente Schmach
befriedigt oder schreckt nur einen schwachen
des Arzts bedürft'gen Menschen. – »Wer ist also
ein Biedermann?
« – Gewöhnlich ist die Antwort
gleich bei der Hand: »Wer den Gesetzen und
Verordnungen der Obrigkeit sich fügt;
wer oft als Richter Händel von Belang
geschlichtet; wessen Wort, er spreche nun
als Bürge oder Zeug', entscheidend ist.«
Und doch kennt manchen, der dies alles ist,
sein Haus und seine ganze Nachbarschaft
für einen, der die Tugend nur als eine Maske,
detulerit fasces indigno, detrahet idem.
<35> »Pone, meum est,« inquit, pono tristisque recedo.
Idem si clamet furem, neget esse pudicum,
contendat laqueo collum pressisse paternum,
mordear opprobriis falsis mutemve colorem?
Falsus honor iuvat et mendax infamia terret
<40> quem nisi mendosum et medicandum? Vir bonus est quis?
»Qui consulta patrum, qui leges iuraque servat;
quo multae magnaeque secantur iudice lites;
quo res sponsore et quo causae teste tenentur.«
Sed videt hunc omnis domus et vicinia tota
den innern Schalk zu decken, um sich hing.

Sagt mir ein Sklav: »Ich habe nicht gestohlen,
bin nie entlaufen« – »Gut«, ist meine Antwort,
»dafür hast du zum Lohne, daß du nicht
gestäupt wirst« – »habe keinen Mord begangen« –
»so wirst du nicht am Kreuz die Raben weiden!« –
»Ich bin ein Biedermann« – Halt! ruft der kleine
SabinerHoraz meint unter dem Sabellus ohne Zweifel sich selbst; und wenn er den Sabinern, zumal an einer Stelle, wo es um Bestimmung des Begriffs der Rechtschaffenheit zu tun ist, dadurch Ehre erwies, so glaubte er gewiß sich selbst nicht weniger zu ehren, indem er sich zum naturalisierten Landsmann eines so tugendlichen Volkes machte. Daß er damit auf den angeblich Sabinischen Ursprung der Venusiner, unter denen er geboren war, ausdrücklich habe deuten wollen, wie die Scholiasten meinen, scheint mir nicht in seiner Manier zu sein. – Der utopische Philosoph Sabellus, welchen Torrentius hier träumt, kommt in gar keine Betrachtung., halt! dies leugn' ich schlechterdings.
Denn auch der schlaue Wolf scheut vor der Grube,
der Hühnerweih vor den verdächt'gen Schlingen,
der Hecht vor dem verborgnen Hamen, sich.
Des Guten Haß der Sünd' ist Tugendliebe:
Du schonest nur dich selbst aus Furcht der Strafe,
und wie du unentdeckt zu bleiben hoffst,
ist nichts zu heilig, nichts zu schändlich dir.
Denn wenn du mir von tausend Metzen Bohnen
nur eine stiehlst, so ist zwar mein Verlust
geringer, doch nicht kleiner deine SchuldHoraz philosophiert noch immer mit seinem Sklaven; die Anwendung überläßt er dem Quinctius..
<45> introrsum turpem, speciosum pelle decora.
»Nec furtum feci nec fugi«, si mihi dicat
servus: »habes pretium, loris non ureris«, aio;
»non hominem occidi«: »non pasces in cruce corvos«;
»sum bonus et frugi«: renuit negat atque Sabellus.
<50> Cautus enim metuit foveam lupus, accipiterque
suspectos laqueos, et opertum miluus hamum.
Oderunt peccare boni virtutis amore:
tu nihil admittes in te formidine poenae;
sit spes fallendi, miscebis sacra profanis.
<55> Nam de mille fabae modiis cum surripis unum,
damnum est non facinus mihi pacto lenius isto.
Der Ehrenmann, von dem wir eben sprachen,
wenn er im Angesicht des ganzen Volkes
mit einem Ochsen oder Schwein die Götter
sich günstig macht, und erst aus voller Brust
sein Vater Janus fei'rlich angestimmt hat,
bewegt hernach, aus Furcht gehört zu werden,
die Lippen bloß und betet fort: »O schöne
LavernaDies heimliche Gebet an die Göttin der Diebe, welches Horaz seinem Heuchler auf eine so humoristische Art in den Mund legt, war wenigstens nicht anstößiger, als der lange Rosenkranz in den Klauen der alten graubärtigen Sünder von Señor Monipodios Bande, in einer von Cervantes ErzählungenNovella III. Riconete y Cortadillo, im I. Teil der Novellas Exemplares.. – Da übrigens bei dem römischen Pöbel alles seinen besondern Schutzgott hatte, so ist sehr begreiflich, wie die gute Nymphe Laverna, in deren heiligen Hain die ersten Römer unter Romulus ihren gemachten Raub in Sicherheit zu bringen pflegten, in der Folge zu der Ehre gekommen, von den Dieben und ihres gleichen zu ihrer Patronin erhoben zu werden. – Wer etwas sehr Abgeschmacktes zu lesen Lust hat, dem empfehlen wir die Abhandlung des Herrn von Foncemagne über diese Göttin im 7ten Teil der Mémoires de Littérature., gib zu meinem falschen Spiele
mir ferner Glück! Verleih mir, tadelfrei
zu scheinen und gerecht! mach's, wenn ich sündige,
Nacht um mich her, und wirf wie einen Schild
die dickste Wolke meiner Schalkheit vor.«
Warum der Filz, der auf der Straße sich,
um einen Dreier aus dem Kot zu heben,
zur Erde bückt, warum er besser, freier
als jeder Sklave sei, begreif' ich nicht.
Wen Habsucht plagt, der fürchtet zu verlieren,
und wer sich fürchtet, heißt mir nimmermehr
ein freier Mann. Wer immer lauft und rennt,
um Geld auf Geld zu häufen, bis er drunter
zu Boden sinkt, ist mir kein beßrer Mann,
als wer am Tag der Schlacht die Waffen von sich warf,
er hat die Tugend, seinen angewiesnen Posten,
Vir bonus, omne forum quem spectat, et omne tribunal,
quandocumque deos vel porco vel bove placat,
Iane pater, clare, clare cum dixit Apollo,
<60> labra movet, metuens audiri: »Pulchra Laverna,
da mihi fallere, da iustum sanctumque videri,
noctem peccatis et fraudibus obice nubem!«
Qui melior servo, qui liberior sit avarus,
in triviis fixum cum se demittit ob assem,
<65> non video: nam qui cupiet, metuet quoque, porro
qui metuens vivet, liber mihi non erit umquam;
perdidit arma, locum virtutis deseruit, qui
verlassen, Ehr' und Freiheit ist verwirkt;
doch laß ihn leben, wie man dem Gefangnen,
der noch verkäuflich ist, das Leben läßt!
Er kann als Sklav noch gute Dienste tun,
ist abgehärtet, Arbeit, Frost und Hunger
zu dulden, laß ihn schanzen, oder Schweine hüten.
Auch taugt er gut, als Kaufmann, um Gewinst
durch Sturm und Wellen seine Haut zu wagen,
die Lebensmittel uns bei gutem Preis erhalten
zu helfen, Korn und übriges Bedürfnis
als lastbar Tier dem Markte zuzutragenMan war zu Horazens Zeiten noch weit davon entfernt, von der Handelschaft und denen, die sie treiben, so ehrenvolle Begriffe zu hegen, wie in unsern Zeiten aus guten Ursachen geschieht. Die Sache hat mehr als eine Seite, und der Gesichtspunkt, woraus die alten Philosophen sie ansahen, ist den Handelsleuten eben nicht günstig. Überdies ist auch hier nur von dem bloß mechanischen und lastbaren Teil der zu dieser Klasse gehörigen Personen die Rede..

Der wahre Biedermann, der wahre Weise
ist der, der einem Pentheus sagen darf:
»König von Theben, was Unwürdiges
kannst du zu leiden oder tun mich zwingen?«Unser Dichter fand hier eine Stelle in den Bacchantinnen des Euripides, die er mit einigen Veränderungen gebrauchen konnte, um das Bild vom rechtschaffnen Mann – wodurch er seinen Freund Quinctius zu gehöriger Selbsterkenntnis zu bringen sucht – mit dem letzten Zug zu vollenden. Im Euripides ist es Dionysos ( Bacchus), der mit dem König Pentheus von Theben hadert, weil dieser (wie jeder andre vernünftige Regent auch getan hätte) das angebliche Göttliche in den nächtlichen Mysterien, welche Bacchus mit den Thebanischen Frauen beging, nicht anerkennen wollte. Der König, der alle Ursache zu haben glaubt, den schönen jungen Menschen, der vor ihm steht, für einen Betrüger zu halten, droht ihm, daß er ihn für seine Frechheit bestrafe wolle. So sage dann, antwortet ihm

Dionys. Was muß ich leiden? Nenne mir
das Schrecklichste, das du mir antun kannst?

Penth. Fürs erste werd' ich dir
den schönen traubengleichen Bart herunterschneiden.

Dionys. Mein Bart ist heilig, ich nähre ihn dem Gott.

Penth. Dann werd' ich diesen Thyrsos aus der Hand
dir reißen.–

Dionys. Nimm ihn hin, er ist
des Dionysos, der ihn mir gegeben.

Penth. Dich selber will ich hier in Fesseln halten.

Dionys. Sobald ich will, wird sie der Gott mir lösen.

Da Dionysos der Gott selbst war, von dem er spricht, an dessen Gottheit der größte Teil der Zuschauer glaubte, so sieht man leicht, worin das Interessante dieses Dialogs für das griechische Parterre lag. Aber damit hat Horaz hier nichts zu schaffen; und die Stelle hat dadurch, daß er einen rechtschaffnen Mann an die Stelle des Gottes in Menschengestalt setzt, an Erhabenheit mehr gewonnen als verloren. Auch die Auslegung, die er nach den Grundsätzen der Stoiker von den letzten Worten des Bacchus macht, ist sinnreich und schicklich: ich kann sterben; dies ist ein Befreiungsmittel, welches Gott (ein Synonymum für Natur bei den Stoikern ) immer in meine Macht gestellt hat, und wodurch ich dem Ärgsten, was du mir tun kannst, immer zuvorkommen kann.


»Ich nehme dir«, spricht jener, »dein Vermögen.«
»Du meinst mein Vieh, mein Feld, mein Hausgerät
und Silber? Nimms!« – »Ich lasse dich mit Fesseln
an Hand und Fuß in einen Kerker werfen,
woraus dich niemand retten soll!« »Gott selbst,
semper in augenda festinat et obruitur re.
Vendere cum possis captivum, occidere noli:
<70> serviet utiliter, sine pascat durus aretque,
naviget ac mediis hiemet mercator in undis,
annonae prosit, portet frumenta penusque.
Vir bonus et sapiens audebit dicere: »Pentheu,
rector Thebarum, quid me perferre patique
<75> indignum coges?« »Adimam bona.« »Nempe pecus, rem,
lectos, argentum? tollas licet.« »In manicis et
compedibus saevo te sub custode tenebo.«
sobald ich will, wird meine Bande lösen.«
Vermutlich will er sagen, ich kann sterben!
denn aller Leiden Endpunkt ist der Tod.
»Ipse deus, simul atque volam, me solvet.« Opinor
hoc sentit: moriar! Mors ultima linea rerum est.
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