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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 95
Quellenangabe
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typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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95

Ich wußte den Augenblick nicht, da
ich einst die Schwelle des Lebens beschritt.

Was war die Macht, die mich hieß, mich
zu öffnen in dieses weite Geheimnis, gleich
wie die Knospe im Mitternachtswalde.

Als ich am Morgen emporschaut ins
Licht, fühlt ich augenblicks, daß ich kein
Fremder war in der Welt und daß das
Unerforschbare, das ohne Namen ist und
Gestalt, mich in seinen Arm nahm in
Gestalt meiner Mutter.

So wird der Tod, der gleiche Unbekannte, mir
erscheinen als immer gekannt.
Und weil ich dies Leben so liebe, so weiß
ich, daß ich den Tod gleich lieben werde.

Das Kind schreit auf, nimmt die Mutter
es fort von der rechten Brust, um augenblicks
den Trost an der linken zu finden.

 

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