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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 87
Quellenangabe
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typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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87

Voll verzweifelter Hoffnung geh ich
umher und suche nach ihr in allen Winkeln
des Hauses, ich finde sie nicht.

Mein Haus ist klein, und was einmal
ging, kann sich nie wiederfinden. Aber
unendlich groß ist dein Haus, o Herr,
und sie suchend kam ich an deine Tür.

Ich stehe unter dem goldenen Dach
deines Abendhimmels und hebe die
flehenden Augen zu deinem Antlitz.

Ich kam zum Rande der Ewigkeit, in
der nichts schwindet – nicht Hoffnung,
nicht Glück und nicht das Bild eines Angesichtes
durch Tränen geschaut.

O, tauch mein entleertes Leben in jenen
Ozean, versenk es in seine tiefste Fülle.
Laß mich noch einmal fühlen im weiten
Weltall die süße verlorne Berührung.

 

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