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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 71
Quellenangabe
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typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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71

Daß ich viel machen sollte aus
meinem Selbst, nach allen Seiten es wenden,
um in deinen Glanz farbige Schatten
zu werfen – das ist deine Maja.

Du setzest eine Schranke im eignen
Sein und rufst dein getrenntes Selbst in
Myriaden Tönen. Und diese deine Selbsttrennung
ist in mir Leib geworden.

Der helle durchdringende Sang hallt
durch den ganzen Himmel in vielfarbigen
Tränen und Lächeln, Furcht und Hoffnung.
Wogen steigen und fallen wieder,
Träume zerrinnen und bilden sich. In
mir ist deine eigene Selbstvernichtung.

Die Schranke, die du errichtet, ist bemalt
mit zahllosen Gestalten, mit dem
Pinsel von Tag und Nacht. Dahinter ist
dein Thron gewoben in wunderbar geheimnisvollen

Schnörkeln, verworfen
sind alle Linien, die kahl und gerade sind.

Das große Schauspiel von dir und mir
hat sich über den Himmel gebreitet. Von
der Melodie von dir und mir erzittern die
Lüfte, Zeitalter vergehen mit dem Verbergen
und Suchen von dir und mir.

 

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