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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 68
Quellenangabe
pfad/verz/werk/book.xml
typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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68

Dein Sonnenstrahl kommt herab auf
diese meine Erde, mit ausgebreiteten
Armen hält er an meiner Tür den lieben
langen Tag und trägt zurück zu deinen
Füßen die Wolken, gemacht aus meinen
Tränen, Seufzern und Sängen.

Mit zärtlicher Lust schlägst du um
deine Sternenbrust den Mantel der feuchten
Wolke und wandelst sie um zu zahllosen
Formen und Falten und färbst sie
mit immer wechselnden Farben.

Sie ist so leicht und schwebend und
zart und tränenvoll dunkel, das kommt,
weil du sie liebst, o du Fleckenloser und
Heiterer. Und darum darf sie dein hehres
und weißes Licht mit ihrem leidvollen
Schatten decken.

 

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