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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 66
Quellenangabe
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typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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66

Sie, die mir immer verblieb in der
Tiefe des Seins, in des Zwielichts Flimmern
und Schimmern, sie, die nimmer den
Schleier im Morgenlichte entfaltet, wird
meine letzte Gabe an dich sein, mein Gott,
ganz eingehüllt in meinen Schlußgesang.

Worte warben um sie, doch verfehlten
sie zu gewinnen, und Überredung streckte
nach ihr umsonst sehnsüchtige Arme.

Ich schweifte von Land zu Land und
hielt sie im innersten Herzen und um sie
stiegen und fielen Wachstum und Verfall
meines Lebens.

All mein Denken und Tun, meinen
Schlaf, meine Träume beherrschte nur
sie und wohnte allein doch und abseits.

Mancher klopft an mein Tor und fragte
nach ihr und wandte sich in Verzweiflung.
Keiner war auf der Welt, der jemals
ihr Antlitz gesehen, und sie blieb in der Einsamkeit
und wartet auf dein Erkennen.

 

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