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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 61
Quellenangabe
pfad/verz/werk/book.xml
typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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61

Der Schlaf, der auf Kindesauge
ruht – weiß jemand, woher er kommt?
Es geht ein Gerücht, er hat seine Wohnung
im Feendorf, wo im Waldesschatten,
den schwach Glühwürmchen erhellen,
zwei zarte Zauberknospen hängen.
Dort kommt er her, des Kindes Aug
zu küssen.

Das Lächeln, das über Kindermund
huscht im Schlaf – weiß jemand, wo es
geboren ist? Es geht das Gerücht, daß ein
junger Strahl des wachsenden Monds den
Rand einer vergehenden Wolke im Herbst
traf – dort ward das Lächeln geboren im
Traum eines taufeuchten Morgens, das
Lächeln, das über Kindermund huscht
im Schlaf.

Die süße Frische, die Kinderglieder
sanft umblüht, weiß jemand, wo sie so
lang sich barg? Ja, als die Mutter noch
Braut war, da drang ihr durchs Herz in
zartem stillen Geheimnis der Liebe –
die süße Frische, die Kinderglieder sanft
umblüht.

 

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