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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 47
Quellenangabe
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typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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47

Warten auf ihn. Ich fürchte, daß
plötzlich er morgens ins Tor tritt, wenn
ich ermüdet in Schlaf sank. O Freunde,
laßt den Weg ihm offen, o wehrt ihm
nicht.

Wenn der Klang seines Schritts mich
nicht weckt, versucht nicht mich aufzurütteln,
ich bitte. Ich wünsche nicht, daß
vom Schlafe mich ruft der geräuschvolle
Chor der Vögel, nicht das Sausen des
Winds beim Feste des Morgenlichts. Laßt
schlafen mich ungestört, selbst wenn
plötzlich mein Herr in mein Tor tritt.

O mein Schlaf, goldener Schlaf, der nur
seine Berührung erwartet, zu schwinden.
O meine geschlossenen Augen, die ihr die
Lider nur öffnet im Licht seines Lächelns,
wenn er wie ein Traum vor mir steht, der
auftaucht vom Dunkel des Schlafes.

Laßt ihn erscheinen vor meinem Aug
als der erste des Lichts, der Gestalten.
Den ersten Freudenschauer in meiner erwachenden
Seele, ihn gäbe sein Blick
mir. Und laßt meine Rückkunft zu mir
zugleich auch die Rückkunft zu ihm sein.

 

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