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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 31
Quellenangabe
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typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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31

Sag mir, Gefangner, wer hat dich gebunden?«

»Es war mein Meister,« sprach der
Gefangne, »ich glaubte jeden in der
Welt mit Macht und Reichtum auszustechen.
Ich häufte im eignen Schatzhaus
das Geld, das meinem König gehört. Als
mich Schlaf übermannt, ruhte ich aus auf
dem Bett, das für meinen Herrn bereitet,
erwachend fand ich mich als Gefangner
im eigenen Schatzhaus.«

»Sag mir, Gefangner, wer wars, der diese
unbrechbaren Ketten geschmiedet?«

»Ich war es,« sprach der Gefangne, »der
diese Ketten mit Sorgfalt geschmiedet.
Ich glaubte mit unbesiegbarer Macht, die
Welt zu fesseln, um Freiheit nur mir ungestört
zu erhalten. So wirkte ich Tag und
Nacht an der Kette mit großen Feuern
und grausamen harten Schlägen. Und als
das Werk getan, vollendet die Glieder
und unzerbrechbar, – da fand ich mich
selbst in ihrem Griff.«

 

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