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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 28
Quellenangabe
pfad/verz/werk/book.xml
typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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28

Hartnäckig binden mich Fesseln,
aber mein Herz schmerzt, wenn ich sie
brechen will.

Freiheit ist was ich brauche, aber ich
fühle Scham, sie zu hoffen.

Ich bin sicher: unschätzbarer Reichtum
ist in dir, und du bist mein bester
Freund, doch hab ich das Herz nicht, den
Flitter zu kehren, der meine Zimmer erfüllt.

Das Tuch, das mich deckt, ist ein Tuch
aus Staub und aus Tod, ich haß es und
liebe es doch.

Meine Schuld ist groß, mein Vergehn
groß, meine Schande ist schwer und geheim,
doch wenn ich komme, mein Gut
zu erbitten, zittre ich vor Furcht, daß mir
erhört mein Gebet sei!

 

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