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Hohe Lieder

Rabindranath Tagore: Hohe Lieder - Kapitel 2
Quellenangabe
pfad/verz/werk/book.xml
typepoem
authorRabindranath Tagore
titleHohe Lieder
publisherKurt Wolff Verlag
printrun3. Auflage
year1914
translatorMarie Luise Gothein
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20111218
projectid40ba0b19
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2

Wenn du mir befiehlst zu singen,
scheint mir das Herz vor Stolz brechen
zu wollen; ich schau in dein Antlitz, und
Tränen kommen mir in das Auge. All das,
was hart und mißtönig ist mir im Leben,
zerschmilzt in eine süße Harmonie – und
meine Anbetung breitet die Schwingen
gleich einem frohen Vogel im Fluge über
die See.

Ich weiß, mein Singen macht dir Freude,
ich weiß, nur als Sänger werde ich vor
dich gelassen.

Ich rühre mit dem Saume der weitausgebreiteten
Schwinge des Sangs deine
Füße, die nie zu erreichen ich streben
könnte.

Trunken von Freude des Singens vergeß
ich mich ganz und nenne dich Freund,
der du mein Herr bist.

 

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