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Himmelwärts und andere Prosa aus dem Nachlaß

Ödön von Horváth: Himmelwärts und andere Prosa aus dem Nachlaß - Kapitel 5
Quellenangabe
typemisc
authorÖdön von Horváth
titleHimmelwärts und andere Prosa aus dem Nachlaß
publisherSuhrkamp Verlag
seriessuhrkamp taschenbuch
volume3347
printrunErstausgabe
editorKlaus Kastberger
year2001
firstpub2001
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070212
projectidc75e4f6f
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Marianne oder: Das Verwesen

Eine Novelle

Nach dem Tode löst sich der Körper auf: Er verwest. Die Verwesung gebärt neues Leben – die Seele schwebt in den Schoß eines mächtigen guten Vaters, behauptet der Aberglaube.

Es gibt aber nun einen Tod, der eintritt und der Körper lebt noch einige Jahre weiter, man verwest bei lebendigem Leibe.

Von einem solchen Fall will ich hier berichten. Seine klinische Diagnose lautet auf beginnende dementia praecox.

Mit Recht werden viele fragen, was geht dieser Einzelfall mich an? Aber er ist ein typisches Beispiel für den Kampf der Triebe gegen die Kultur. –

Ich hab Marianne vier Jahre lang nicht gesehen. Vor vier Jahren hatte ich mit ihr etwas. Sie war nervös, und einmal hatte ich sie verprügelt.

Nun sah ich sie wieder. Sie wusch sich nicht mehr, roch übel aus dem Munde, stank nach Schwein, verwahrloste sich.

Sie starb vor drei Jahren. An ihren Tod kann sie sich nicht genau erinnern.

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